Seite: März 2010
Palletti startet neu durch
Regensburg, 25. März 2010

Das vorübergehend geschlossene "Palletti" hat heute abend um 18.00 Uhr wieder die Tür geöffnet. Das erfahrene Rettungsteam unter der Leitung von Gabi Semmler (Leiterin der Cafe-Bar in der Gesandtenstraße) hat in Rekordzeit das Lokal renoviert und konnten deshalb schon heute und nicht erst am 1. April öffnen. Der inoffizielle Eröffnungstermin war nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt gegeben worden. Obwohl er sehr ehrgeizig gesetzt war, konnte er eingehalten werden - Ergebnis der professionell arbeitenden Mannschaft, die überwiegend aus ehemaligen Mitarbeitern des Palletti besteht. Lediglich ein paar Tische standen improvisiert herum, da die neuen Bänke noch nicht montiert werden konnten. Das störte die Stammgäste nicht, die ab 18.00 Uhr hereinströmten.

Wie immer: Action hinter der Palletti-Theke


Mittags noch sah die Baustelle noch sehr unfertig aus. Die in der Cafe-Bar in der Gesandtenstraße vorbei schauenden Gäste konnten es nicht glauben, dass das Lokal schon abends eröffnen soll. Die beim Lokal arbeitende Mannschaft dagegen war gelassen und hatten keine Zweifel, dass alles klappt. Und recht hatten sie.



Das Lokal wird im alten Stil fortgeführt. Auch die schönen Bilder sind noch an der Wand. Die Sitzgelegenheiten aber wurden durch höhere Tische und Bänke ersetzt, damit die sitzenden Gäste nicht die Hinterteile der stehendenr Gäste anstarren müssen (auch gut; nehme ich halt meine Stehleiter mit, dann komme ich schon rauf). Die Mannschaft wurde nicht komplett übernommen. Einige Stammgäste hoffen, dass die Bedienung im Palletti wieder freundlicher wird, offenbar waren sie in letzter Zeit nicht mehr so zufrieden. Ich persönlich hatte allerdings nichts bemerkt.



Die neue Leiterin, Gabi Semmler (die partout nicht fotografiert werden wollte), wird voraussichtlich einmal wöchentlich im Palletti sein, die übrige Zeit betreut sie weiterhin die Cafe-Bar in der Gesandtenstraße.

Um Himmels willen: Was passiert mit "Palletti"?
Regensburg, 11. März 2010.
Ein Aufschrei geht durch Regensburgs Szene. Das Regensburger "Palletti" in der Pustet-Passage war plötzlich zu. Schnell kursierte die Nachricht: der Pächter war ohne Vorwarnung untergetaucht und hatte das Lokal zugesperrt. Laut MZ hatte er per SMS die Verpächterin (die "namenlos GmbH") informiert und war dann verschwunden.
Das Bibbern ging los. Ist jetzt das Palletti auch in Gefahr? Eines der ersten und immer noch eines der schönsten Cafe-Bars in Regensburg. Dort, wo "man" sich trifft. Ist es denn nicht schlimm genug, dass man uns die Cafe-Bar in der Gesandtensraße nehmen will? Vor ein paar Wochen was dies schon eine Schreckensmeldung, denn der Mietvertrag dort läuft aus und wird vom Vermieter nicht verlängert. Sind wir, die schon älteren Semester der Regensburger Szene, bald völlig heimatlos?
Glück im Unglück: Gabi Semmler, Betreiberin der Cafe-Bar in der Gesandtenstraße, wird das Palletti übernehmen, (das man übrigens wirklich mit zwei l schreibt). Damit ist das Unglück mit der Cafe-Bar gedämpft, und für das Paletti gesichert, dass das bisherige Publikum mit einer Heimat versorgt wird. Eine bessere Nachfolgerin hätte nicht kommen können.
Trotzdem bleibt die Angst: wird das Lokal noch so sein wie bisher? Gibt es nur die üblichen kleineren Änderungen, wie es sie bisher bei den Geschäftsführerwechseln gab? Oder wird es ein neues Lokal, auch schön, klar, dafür sorgt Gabi schon, aber eben nicht mehr das alte Palletti? Man rätselt, diskutiert und hofft.
Nachtrag, 20. März: Mittlerweile habe ich mich mit Gabi Semmler unterhalten. Das Lokal wird in der bisherigen Tradition fortgeführt. Und die Eröffnung ist, wenn alles klappt, schon am Donnerstag möglich (das wäre dann der 25. März).
Kurz zuvor hatte ich mich mit meinem Sohn im Palletti getroffen. Fabian, der in Wien Kunst studiert, war für ein paar Tage in Regensburg. Herbert Baumgärtner, der gerade mit Freunden im Palletti war, hatte das folgende Foto geschossen:
Weitere Fotos, auf die Schnelle ausgegraben:





Vernisssage-Hinweis: Tone Schmid und Jürgen Huber "... esse nicht den gelben Schnee ..."
Ausstellungseröffnung zu "... esse nicht den gelben Schnee ..."
Künstler:
- Tone Schmid, Skulptur und Installation,
- Jürgen Huber, grobe Malerei

Einführung: Anjalie chaubal (art:phalanx)
Lieder: Bernadette Gölzhäuser singt Frank-Zappa-Lieder auf Deutsch
Ort:
Kunstverein GRAZ
Regensburg, Schäffnerstr. 21 (Hinterhof)
www.kunstvereingraz.de
Zeit:
Vernissage am 26. März 2010 um 20 Uhr
Ausstellung vom 26.3.2010 bis 17.4.2010
Eine Veranstaltung des des Regensurger "KunstvereinGRAZ"
Kuratorin: Gisela Bender
Ein paar Einzelheiten:
TONE SCHMID
ist ein Perfektionist, seine Skulpturen sind oft Maschinen, neuerdings beweglich, manchmal überraschend schnell und erschreckend heftig ("es könnte auch zu Verletzungen kommen"). Perfekte Assemblagen aus gefundenem und gesuchtem Material, aus Metall, Kunststoffen. Gummi, Leder und mehr finden Verwendung. Sie evozieren figurative Anmutungen, sie sehen machmal aus, wie Maschinenmenschen, Roboter, wie Cyborgs. So stellt man sich das Kabinett der Menschenderivate und der Zugerichteten vor. Es wird auch düstere Werke und Installationen von Tone Schmid zu sehen geben. Er ist ein tiefernster Künstler, der etwas zu sagen hat. Aber auch der Witz, den er in seine Arbeiten einfliessen lässt, ist da und er ist exakt gesetzt.
JÜRGEN HUBER
weithin bekannter Künstler und Stadtrat (früher Künstlergruppe WARUM VÖGEL FLIEGEN) zeigt neueste Arbeiten auf Leinwand und Papier und nennt es schelmisch "grobe Malerei". Huber war zuletzt oft und viel in Berlin, seinem Zweitdomizil, unterwegs und kennt daher die neuesten Strömungen der Szenegalerien in Mitte und Friedrichshein. Nicht nur deshalb erinnern seine Bilder an die Gruppen Spur, King-Kong-Kunstkabinett und eben auch an trashig comicartige Zeitkunst von heute. Seine Bilder stammen aus der Gegenwart, sind nicht auf Hochglanz poliert, sondern anspielungsreich, grob, popfarbig und kontextuell verknüpft. Sie wollen subversiv und frech, selbstbewusst und mit teils grobem Farbauftrag gegen den Nur-Erbe-Strom schwimmen.
Bernadette Gölzhäuser
wird einige Lieder von Frank Zappa, dem Grenzgänger zwischen Jazz und Rockmusik mit den berühmten Mutterschrecktexten ( ... ich bin dein Sofa, ich bin dein geheimes Huhn und verlorenes Peppergirl...) singen. Ihre profunde Bühnenerfahrung im Bereich Jazz und Pop befähigt die "gstandne" Regensburgerin, Zappa auf deutsch unter die Massen zu bringen, solo, pur, frech und trocken wie guter Champagner.
Anjalie Chaubal (art:phalanx)
hat ihre Meriten am Museum Moderner Kunst (Sammlung Wörlen) in Passau verdient und war dort stellvertretende Direktorin. Sie ist eine weitgereiste, exzellente Kennerin der deutschen und internationalen Kunstbewegungen unserer Zeit. Sie wird am Abend der Eröffung dem Publikum goldene Brücken bauen, die den Kunstgenuss noch interessanter und emotionaler machen werden. Wer mehr weiss, sieht mehr, hat schon Goethe uns gelehrt.
Deftige Zappa-Lieder, grobe Bilder, perfekte Plastiken, intelligente Einführung, das müsste wieder ein toller Abend werden im KunstvereinGRAZ. Und: Eintritt frei.
Eröffnung: 26.3. um 20 Uhr
im KunstvereinGRAZ, Schäffnerstrasse 21 (Hinterhof)
Dauer: 26.3. bis 17.4.2010 jeweils Freitag und Samstag von 16 bis 19 Uhr
