Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Montag, 29. Juli 2013

Regensburg im Jahre 1515 - Gigapixelbild



Regensburg im Jahre 1515. Das zeigt ein wunderbarer und berühmter  Stich aus dem Jahre 1594, das im ebenso berühmten und legendären Geographie-Werk Civitates orbis terrarum (Städte der Welt) gedruckt wurde.

Ich habe einen hochauflösenden Scan auf zeno.org gefunden, und dieses Bild beim Onlinedienst zoom.it in eine zoombare Version  konvertiert.

Erforschen Sie die Details innerhalb und außerhalb der Stadtmauern. Sie sind faszinierend. Wenn Sie wollen, können Sie  den Blick auf google-earth imitieren. Gehen Sie mit dem Standort auf den Dreifaltigkeitsberg, dort wo die Schelmengraben zur Stadt hinunterführt (Schelmengraben/Österreicherweg) und blicken Sie schräg nach Süden (STRG drücken und Maustaste bewegen, dann kommt man in den schrägen Blickwinkel, bei Mac-User ist es natürlich die Apfeltaste statt der STRG-Taste, klar).

Soweit ich mich erinnere, habe ich das Bild bereits früher einmal gezeigt und damals gerätselt, was das für ein Bauwerk links unten im Bild ist. Mittlerweile weiß ich es: es ist das ursprüngliche Bruckmandl  und das Tor mit dem Abgang zur Mühle auf einem der Brückenpfeiler (siehe Artikel über das Bruckmandl mit historischen Bildern). Der Verfasser hat es wohl symbolisch für Regensburg an den linken unteren Rand des Bildes gesetzt. 

Zoombare Version direkt auf zoom.it ansehen: http://zoom.it/qM9D

oder hier zoomen:





Angaben laut zeno.org:
Künstler:Novellanus, Simon
Entstehungsjahr:1594
Technik:Kupferstich, koloriert
Land:Deutschland
Kommentar:Aus: Georg Braun und Franz Hogenberg, »Civitates orbis terrarum«, Band 5, Köln 1598

Permalink zum Bild auf zeno.org (jpg-Format, nicht zoombar):


Zum Städte-Atlas Civitates Orbis Terrarum

Im Jahre 1570 hatte  Abraham Ortelius seinen berühmten Weltatlas Theatrum Orbis Terrarum veröffentlicht – der erste seiner Art.

Der Atlas war ein großer Erfolg und deshalb wohl Anreiz für die Edition der Civitates Orbis Terrarum, die in Größe und Gestaltung dem Weltatlas von Ortelius recht ähnlich aufgemacht und wohl auch als eine Ergänzung gedacht waren.

Das Druckwerk Civitates Orbis Terrarum umfasst über 600 wirklichkeitsnahe Stadtansichten und Stadtpläne mit einem Gesamtumfang von ca. 1.600 Seiten im Format 280×410 mm. Sie wurden in sechs Bänden zwischen 1572 und 1618 herausgegeben und zeigten alle größeren Städte in Europa, Afrika, Asien und sogar in Amerika. Als Verleger fungierte Georg Braun, ein Theologe, der von 1541 bis 1622 lebte. Frans Hogenberg war der Graveur für die ersten 4 Bände. Er schuf schon zuvor verschiedene Landkarten für Abraham Ortelius.

Für unser Wissen über mittelalterliche Stadtstrukturen – vor den immensen Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges und barocker Umbauten – sind diese Stiche von Hogenberg einzigartig. Zur Detailfülle von Stadt und Landschaft tritt die reich ausgestattete Staffage – Fuhrwerke, Schiffe, zeitgenössische Trachten sowie jeweils zahlreiche Genreszenen.

Die Platten kamen später in den Besitz des Kartenherstellers Jan Jansson aus Holland. Er führte verschiedene Modifikationen durch und legte die Städteansichten im Jahr 1657 in Amsterdam neu auf. Die Civitates Orbis Terrarum von Braun und Hogenberg sind wegen ihrer kunstvollen Ausgestaltung heute von Sammlern sehr geschätzt. Als Repros (Faksimile) sind sie verschiedene Male herausgegeben worden.