Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Montag, 7. April 2014

Erkundet das Regensburg aus 1829



Ein winziger Ausschnitt aus einer  Karte von 1829, wie man rechts oben an der roten Markierung erkennt: Der untere Wöhrd und die Regenbrücke (Eiserne Brücke, Hengstenbergbrücke). So sah das 1829 aus.

Mit einer solchen Detailgenauigkeit findet man den "Plan von Regensburg mit seinen Umgebungen im Jahre 1829" nur auf bavarikon.de, dort als zoombare Version und nicht komplett downloadbar.

Ich habe deshalb von allen möglichen Ausschnitten Screenshots erstellt, sie nachbearbeitet (Schärfen, Kontrast erhöhen) und kommentiert. Das ganze auf drei Beiträge verteilt. Hier geht es los:





Dreifaltigkeitsberg bzw. Winzerer Höhen. Der Schelmengraben - historischer Verbindungsweg von Norddeutschland in die Stadt Regensburg. Auf dem Hügel rechts von dem Weg standen 10 Jahre vorher die Österreicher und schossen mit Kanonen nach Stadtamhof und Regensburg. Daher heißt das dort heute Österreicher Weg.


Dreifaltigkeitsberg

Steinweg (links) und Reinhausen (rechts) und die alte Regenbrücke.

Stadtamhof und "Am Gries", ganz links die Steinerne Brücke. Damals war noch eine Sandbank vor dem Ufer. Die Halbinselspitze hat sich heute verlagert (der "Rockzipfel"). Weiter oben ist eine neue Halbinselspitze entstanden, durch den Europakanal.

Steinweg am Fuße des Dreifaltigkeitsbergs. Ein eigener Ort und erst im 20 Jahrhundert eingemeindet.


Kumpfmühl, der Vitusweiher bei der Kirche und der Vitusbach.

Der Vitusbach, wie er weiterläuft rüber zum Fürtstlichen Schloss. Heute geht hier von links nach rechts die Bahn durch. Der Vitusbach läuft immer noch, aber unterirdisch unter den Gleisen.

Kumpfmühl im Jahre 1829. Regional hieß die Ansiedlung aber Stendal.

Das Gebäude am unteren Rand war die Mühle, die dem Viertel den neuen Namen gab; die Kumpff-Mühle


Kloster Prüll, hier Brühl geschrieben, gleichzeitig die Quelle für den Vitusbach. Auch hier ein Weiher, heute ist er nicht mehr vorhanden bzw. unterirdisch. Rechts war ein zweiter Weiher, den es ebenfalls nicht mehr gibt. Ganz rechts wäre heute die Uni (Rechtswissenschaftliche Fakultät)
Kloster Prüll auf einer älteren Karte

Prüll, 40 Jahre vorher



Galgenberg und Eisbuckel. Ort der ehemaligen Richtstätte



Die Richtstätte auf dem Galgenberg in einem früheren Bild, hier von Norden nach Süden betrachtet
Reinhausen, südlicher Teil. Die Straße ist die Holzgartenstraße.


Stadtamhof (unten) und Steinweg (oben), dazwischen die sumpfig-unebene Fläche, die bei Überschwemmungen als Puffergebiet benutzt wurde. Nannte man später "Am Protzenweiher", später wurde das der "alte Dultplatz", und seit den 70er Jahren geht der Europakanal hier durch.

Naaa? Erkennen Sie die alte Struktur?





Die Stadtmauern waren noch nicht abgebaut, auch nicht im Nordteil der Stadt, an der Donau. Sie wurden aber schon seit Jahren nur noch als spaziermöglichkeit benutzt, aber 1809 verschanzten sich die Österreicher hinter den leider noch stehenden Stadtmauern, was zur Bombardierung der Stadt durch Napoleon führte. Die Mauern wurden dann in den Jahrzehnten nach diesem Zeitpunkt (Jahr der Karte: 1829) abgetragen. Der Heizbedarf bei den Häusern hinter der Stadtmauer an der Donau stieg damals um 25 %, da der Kälteschutz wegfielt.

Die Jahninsel war damals nur ansatzweise vorhanden. Man sieht die Rampe vom oberen Wöhrd (links im Bild) zur Steinernen Brücke, darunter gleich das Wasser - heute ist das Wasser zurückgedrängt und zunächst ist hier mal Land, eben dieJahninsel, die heute unter die Brücke hindurch bis zur südlichen Sandbankinsel läuft. Der Beschlächt, Verbindung von Oberer Wöhrd und unterer Wöhrd, war damals die einzige Verbindung zwischen den Wöhrd-inseln.

Donauufer, von Stadtamhof aus

Donauufer,Stadtamhof


Eine ältere Karte, auf der man ebenfalls die Jahninsel erkennen kann

Jahninsel, von West nach Ost gesehen




Der untereWöhrd. Bei der Ziegelhütte dürfte heute etwa die Jugendherberge stehen darunter der Parkplatz (ehemaliges Eisstadion). Rechts am Rand würde heute die Nibelungenbrücke durchziehen.





Auch in der Thundorfer Straße befand sich noch die Stadtmauer, und eine Art Sandbank begleitete das Ufer. Bei der Regenbrücke (Hengstenbergbrücke, Eiserne Brücke) befand sich ein Torhäuschen beim Eingang zur Stadt. Man sieht auch, wie das spätere Donaumarktgelände damals bebaut war.

Hier würde die Nibelungenbrücke kreuzen. Das Gebäude rechts ist der "Pesthof".


Der untere Wöhrd und das Pestlazarett in einer älteren Karte (1633)
 oder hier:





Fortsetzung folgt ...