Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 26. April 2015

Der Illustrator Jose Ramon Sanchez in Regensburg

Bilder und Impressionen von der Ausstellungseröffnung vom 23. April 2015

Ein Tipp: Sehen Sie sich die Ausstellung an. Jedes Bild ist ein Genuss. Die Bilder stammen von dem in Spanien bekannten Illustrator Jose Ramon Sanchez.. Der fast 80jährige Künstler war bei der Ausstellungseröffnung anwesend und sprühte vor Energie.

Jose Ramon Sanchez (ganr rechts), Ansprache von Pedro Alvarez (ganz links), dem Leiter von Cinescultura und dem Organisator dieser Ausstellung, die den Auftakt zur jährlichen Cinescultura in Regensburg darstellte.





Auf diese Weise konnte ich also nun die neuen Räume des "Neuen Kunstvereins" auch von innen sehen. Der Kunstverein ist nicht so neu, existierte die letzten Jahre in Königswiesen und musste dort wegen Umbaus weichen. Seit ein paar Wochen ist er am Schwanenplatz, hinter dem Kolpingshaus, neben dem Goldenen Ochsen.







Auf der Suche nach Informationen über den Künstler stieß ich auf eine Hürde: es gibt nur spanisches Material, auch einen Eintrag im spanischen Wikipedia. Bevor ich mich an das Übersetzen machte entdeckte ich glücklicherweise die Texte auf den WEbseiten von  Antonia Kienberger, die sich die Mühe gemacht hatte, über den Künstler zu recherchieren, und auch gleich Links mit einzubauen (http://www.akienberger.de/index.php/93-magazin/europa/167-jose-ramon-sanchez). Also klaue ich mal einfach diesen Text, mit mutmaßlicher Einwilligung von Antonia:



Der sympathische Künstler José Ramón Sánchez (Jahrgang 1936) wurde im Oktober 2014 mit dem Spanischen Nationalpreises für Illustration geehrt. Er nahm die Auszeichnung, die mit 20.000 Euro dotiert ist, in aller Bescheidenheit an. "Ich freue mich, ja. Es fühlt sich an, als ob ein Abschnitt meines Lebens zu Ende gegangen wäre. Doch das ist noch lange nicht das Finale. Ich werde mit der gleichen Begeisterung weiterarbeiten," so die ersten Reaktionen des Künstlers.
"Für mich zählen nicht die Preise oder der öffentliche Erfolg. Für mich macht die Qualität eines schöpferischen Lebens das Talent aus, das es einem ermöglicht, Dinge zu erschaffen."

Früher Erfolg als Werbegrafiker

José Ramón Sánchez war schon früh erfolgreich. Seine erste Ausstellung bestritt er mit nur 19 Jahren im Museo Municipal de Pintura de Santander, seiner Geburtsstadt. Später zieht er nach Madrid um und arbeitet im renommierten "Estudios Moro". Er macht u.a. Plakate für die sozialistische Partei Spaniens und ist 1977 und 1979 als art director für Gestaltung der Wahlkampfkampagnen verantwortlich. In den 1960er Jahren erhält José Ramón Sánchez zahlreiche Preise für seine Plakatkunst.

Illustrator für Kinderbücher

Um 1970 beginnt José Ramón Sánchez Kinderbücher zu illustrieren. Viele seiner Arbeiten wurden preisgekrönt. Bemerkenswert: Er gestaltet eine Ausgabe der spanischen Verfassung von 1978 speziell für Kinder und Jugendliche.

Große Liebe zum Kino

Von 1980-1982 realisiert José Ramón Sánchez sein Werk La gran aventura del cine, bestehend aus 104 Bildern von Szenen von Meisterwerken der Filmgeschichte und 20 Portraits von großen Schauspielern und Schauspielerinnen. José Ramón Sánchez arbeitete auch viel für Film- und Fernsehproduktionen.

Den spanischen Nationalpreis für Illustration erhielt José Ramón Sánchez für sein umfassendes Lebenswerk und seinen prägenden Einfluss auf nachfolgende Generationen.

Weiterführende Links über José Ramón Sánchez
Interview aus dem Jahr 1985 im spanischen Fernsehen rtve
graffica, 26.10.2014
El Mundo 30.09.2014
El País 30.09.2014
 Weitere Links:









Im rechten Raum hängen Originale, außerdem läuft ein Video zu dieser Bild-Serie.






Im Hauptraum sind Drucke - von der Qualität her nicht zu unterscheiden.



Die neuen Räume des "Neuen Kunstvereins"



Im Hintergrund die Minoritenkirche  in der Abendsonne



Gegenüber sendet die Abendsonne ihre warmen Strahlen durch die Gassen






Links: Professor Pedro Alvarez, Gründer der Cinescultura, im Gespräch mit dem Künstler Jose Ramon Sanchez (ganz rechts)





Bei der Vorstellung des Künstlers gerät Pedro Alvarez in's Schwärmen. Zu Recht. Dabei sind die vielen Bilder hier, betonte er,  nur ein winziger Bruchteil von seinem Werk. Es gibt übrigens Bücher von ihm die in den Ausstellungsräumen ausliegen.



An den Details der Bilder konnte ich mich kaum satt sehen.


Wir sehen uns in der Menge, grinsen kurz und reißen sofort die Kamers hoch. Wer ist schneller?
Das Fotoduell mit Kunstberater und Verlagsinhaber Dr. Erdel ist fast schon Ritual.

Dr. Wolfgang Erdel, www.erdel-verlag.de


Ein Team von Cinescultura stand für Fragen der Besucher bereit

Jose Ramon Sanchez



Hunger. Ich gehe nach nebenan zum Goldenen Ochsen und vertilge ein
so genanntes "kleines Schnitzel". Pappensatt rolle ich wieder zurück zur Vernissage.

Inzwischen ist auch Antonia Kienberger eingetroffen (links), frisch aus Frankfurt, wo sie beruflich weilte. Antonia Kienberger engagiert sich seit Jahren für das Marketing von Cinescultura.


Und so sah der Künstler in den 70er Jahren aus, genaugenommen 1978:

https://www.youtube.com/watch?v=_TbVu1sf6xM