Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 10. April 2016

Video über Dr. Maria Baumann, Regensburg

Ganz schön versteckt, dieses Video, über die Regensburger Kuratorin Dr. Maria Baumann. Bei meiner regelmäßigen Suche nach dem Stichwort Regensburg auf youtube fand ich es jedenfalls nicht, erst in einem anderen Zusammenhang.


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Dr. Maria Baumann arbeitet im Diözesanmuseum Regensburg.  Sie ist dort eine sehr engagierte, kompetetente und freundliche  wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg,  und organisiert dort auch die Ausstellungen (Ausstellungskuratorin).

Außerdem ist sie verantwortlich für Museumspädagogik und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit 15  Jahren überrascht  Dr. Maria Baumann mit ihrem Team im Projekt "Museum für Kinder" mit erfrischenden Ideen rund um die Kunstschätze des Welterbes.


Frau Dr. Maria Baumann habe ich im November 2012 kennengelernt, als sie eine Führung durch die Ausstellung der Bilder des genialen Malers Manfred Sillner machte. Es war eine so genannte Kuratorenführung, denn Frau Baumann selbst hat die Ausstellung organisiert, also "kuratiert".

Sie hat der Ausstellung das Sahnehäubchen aufgesetzt. Denn die Bilder des Regensburger Künstlers Sillner sind von sich aus schon  unglaublich und spannend, aber sie hat es geschafft, fast alle Bilder des Künstlers zu organisieren - auch die vielen Bilder, die sich in Privatbesitz befinden. Sie hat außerdem die Bilder so lebendig  und gut erklärt, dass ich es gewagt habe, sie anzusprechen. Über die offene und freundliche Gespräche war ich angenehm überrascht.

Seitdem habe ich ihren Newsletter abonniert, gelegentlich tauschen wir uns aus, wenn ich Fragen habe,  und es hatte mich 2013 gefreut, dass sie auch bei der Eröffnung unserer damaligen Galerie Die Kunstzelle vorbeisah.

Frau Baumann ist, wie mir auch im Bekanntenkreis bestätigt wurde, kompetent und vor allem sehr engagiert, was die Vermittlung von Kunst betrifft.

Was mich bei weiteren Recherchen begeistert hatte war die Institution des "Museums für Kinder" und die vielen Führungen und Aktionen, die hier angeboten werden. So können z.B. Kinder spannende gruselig-dedektivische Führungen am Dom mitmachen, die regelmäßig vom museum angeboten werden (Beispiel). Keine Angst, da wird keine Religion verbreitet; Kunstgeschichte  ist einfach fest mit kirchlicher Geschichte verbunden (ebenso wie Architektur, und übrigens auch Wissenschaft) ohne dass es deswegen um Anschauungen geht.

Ich mag es, wenn jemand pädagogisch wirkt.  Wenn  jemand versucht, Kindern Kunst nahezubringen, ganz besonders. Wenn man sich erst mehr mit Kunst beschäftigt hat, versteht man, wie positiv und wichtig das ist.

Auch die Sillner-Ausstellung hat mir bewiesen, wie groß das Engagement ist. Sie hätte auch mit weit weniger Bildern ihre Aufgabe mit Bravour erfüllt, Lob und Anerkennung erhalten und ihre "Arbeit getan". Aber sie hat getan, was nicht tun hätte müssen - sie hat enorme Anstrenungen unternommen, um die Bilder aus aller Welt für die einmalige Ausstellung zusammenzuholen, um also eine gewissen Vollständigkeit zu erreichen.

Man muss wissen, dass die Bilder von Sillner sehr gefragt sind - in der Regel ist schon ein Käufer da, wenn er mit einem neuen Bild beginnt. Und so ein Bild kann zwei bis zweieinhalb Jahre dauern, denn Manfred Sillner arbeitet mit verschiedenen lasierenden Schichten, die bei einem Ölgemälde erst immer wochenlang trocknen müssen, bevor man weitermalt.

Aber dadurch kann man unglaubliche Effekte erreichen, etwas, was schon Leonardo da Vinci mit seiner Mona-Lisa getan hat (wie man seit einer wissenschafltichen Untersuchung im Jahre 2012 herausgefunden hat).

Die Bilder von Sillner sind außerdem oft extrem groß, und inhaltlich einfach genial. Insgesamt also: aufwändig, hervorragend und sehr gefragt. Eine Webseite oder Werbung hat er nicht nötig, es gibt genug Sammler und Kenner, die sich für seine Bilder interessieren. Und die Bilder von den privaten Besitzern zu organisieren war eine enorme Aufgabe - schon deshalb, weil der Künstler die Bilder vor Jahrzehnten an irgendjemand verkauft hat, von dem er nur den damaligen Namen wusste - das bedeutet Recherche über den jetztigen Wohnort und den jetzigen Namen. Die Sillner-Ausstellung war eine Meisterleistung, eine der vielen stillen Meisterleistungen, die Leute unter uns erbringen, denn sie wissen, dass es nur wenige erkennen und dass es schnell vergessen ist. Aber sie machen es trotzdem.

Frau Dr. Baumann wirkt auch oft bei Buchprojekten mit, so hat sie zwei hervorragende Dokumentationen über den Pfingstritt Bad Kötzting organisiert (siehe MZ-Bericht hier)


 Weblinks:



Dr. Maria Baumann, rechts daneben: Künstler Manfred Sillner
Finissage M. Sillner 18.11.2012


Dr. Maria Baumann, Kuratorenführung im Diözesanmuseum am 18.11.2012