Regensburger Tagebuch
Persönliche Tagebuch-Notizen aus der nördlichsten Stadt Italiens

Seite: Regensburg im Januar 2009

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Auflösung zum Bilderrätsel 30112008

Die Auflösung zum Bilderrätsel führt uns zum Gesandtenfriedhof, hinter der Dreeinigkeitskirche, und über diesen zum "immerwährenden Reichtstag".

Im  Bilderrätsel Nr. 30112008 (http://www.regensburger-tagebuch.de/November-2008.html) hatte ich die Frage gestellt, ob wohl die Piraten in Regensburg waren, und wo ich dieses Foto geschossen habe.

 
immerwährenden Reichtstag

 

Der Totenschädel ist ein Detail aus einer Grabinschrift im so genannten Gesandtenfriedhof. Den Friedhof findet man "hinter" der Dreeinigkeitskirche in der Gesandtenstraßem also östlich und südlich der Kirche. In diesem  kleinen, idyllischen Gesandtenfriedhof wurden ausschließlich adelige, protestantische Gesandte zum Immerwährenden Reichstag zu Regensburg und ihre Familienangehörigen begraben, die während ihres Aufenthaltes in Regensburg gestorben sind.

Für den Zeitraum 1640 bis 1790 sind fast hundert Begräbnisse namentlich nachweisbar. Die barocken Grabmäler und Inschriften einiger besonders berühmter und reicher Gesandter sind erhalten bzw. dokumentiert.

Was ist eigentlich der "immerwährende Reichstag"?

Ich will es mal so ausdrücken: es ist eine leicht ausgeuferte Reichsversammlung im Mittelalter.

Es geht um den "Reichstag", der Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich.Während der Reichstag zuvor in unregelmäßigen Abständen in verschiedenen Städten tagte, wurde er ab 1594 nur noch im Reichssaal des Regensburger Rathauses gehalten. Und so versammelten sich Kaiser und Könige und mit ihnen Fürsten in großer Zahl in einer Stadt ein, halten Beratungen ab, fasscen Beschlüsse – und verabschieden sich dann wieder. Nicht so im Jahre 1663.  Der Reichstag, der am 20. Januar begann, dauerte länger und länger; aus Wochen wurden Monate und Jahre; der Reichstag wurde zum „Immerwährenden Reichstag“. Jetzt haltet Euch fest: er endete im Jahre 1803.

Der immerwährende Reichstag in Regensburg: 1663 bis 1803

Geplant war das natürlich nicht so.

Man kam, so erfährt man aus Wikipedia,  am 20. Januar 1663 zusammen um über die Gefahr, die durch die Türken an der östlichen Reichsgrenze entstanden war, zu beraten. Der Kaiser Leopold I. benötigte für die Verteidigung Geld. Daneben war schon der länger schwelende Streit zwischen der Fürstenpartei und den Kurfürsten ein Thema. Die in der Fürstenpartei zusammengeschlossenen Fürsten drängten auf eine Beteiligung an der Ausarbeitung der Wahlkapitulation, lateinisch ius adcapitulandi und der Königswahl. Im Kern ging es um die Frage, ob die Kurfürsten exklusiv die Kapitulation mit dem zukünftigen Kaiser aushandeln durften und damit faktisch die Reichsverfassung ändern konnten, ohne dass der Reichstag mit seiner alleinigen, so die Meinung der Fürsten, Gesetzgebungskompetenz eingebunden war.

Aufgrund der langen Reichstagsdebatten sollte der Einfachheit halber eine Kapitulation verabschiedet werden, die dann für alle späteren Könige und Kaiser gelten solle, eine Capitulatio perpetua. Dieser Streit, der vordergründig den Führungsanspruch der Kurfürsten negierte, war aber auch von grundlegender Bedeutung. Denn in solch einer Kapitulation ließen sich theoretisch alle möglichen Fragen regeln, wie zum Beispiel die Modalitäten über die Erklärung der Reichsacht. Der Streit um die Wahlkapitulation war also ein Streit um das Recht, Gesetze zu erlassen und um deren Inhalte. Daneben sollte der Reichstag auch liegengebliebene Probleme des Dreißigjährigen Krieg beraten, die im Jüngsten Reichsabschied des vorhergehenden Reichstages von 1653 nicht vollständig gelöst worden waren.

Daraus erwuchs nun die Permanenz des Reichstages.

Der Kaiser drängte im dritten Jahr des Reichstages die Stände zu größerer Eile. Im fünften Jahr drängten die Stände den Kaiser, dass dieser einen Schlusstermin benennen sollte. Als dieser Schlusstermin im sechsten Jahr nahte, entschloss man sich den Termin erneut aufzuschieben, um nicht zu der ganzen Nation Schimpf und Schande auseinanderzugehen. Letztendlich fand man sich damit ab, dass man noch länger zusammensitzen würde.

Als in den 1670er Jahren die Verteidigung der westlichen Reichsgrenze gegen Frankreich auf die Tagesordnung kam, war die Versammlung schon längst zu einer immerwährenden geworden, auch wenn man noch auf einen reputirlichen Reichsabschied hoffte.

Da es keine förmliche Beendigung des Reichstages mehr gab, wurden Beschlüsse auch nicht mehr in Reichsabschiede gefasst – der letzte Abschied von 1654 ging als Jüngster Reichsabschied in die Geschichte ein –, sondern in Form von Reichsschlüssen verabschiedet.

 

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Der ungewohnte Blickwinkel - die Antwort!

Im Dezember stellt ich dieses Foto vor. Der Text hierzu lautete::
 
"Man muss schon sehr weit weg gehen, um sie sie in dieser Perspektive betrachten zu können, die Domspitze.
Die Frage lautet also nicht,  was das ist, sondern: wo steht der Betrachter?
"
 
Domspitze, Regensburger Dom
 
Der Betrachter stand auf dem  Dach des Parkhauses am Petersweg. Mit Blick auf Norden kann man die Südseite des Doms sehen.

 

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Ausstellungseröffnung Kunstverein GRAZ: Konkret Genug

Jürgen Huber, Vorsitzender des Kunstvereins GRAZ (und mittlerweile auch Stadtrat) fragt sich und uns: "Wo steht die Konkrete Kunst der Region nach dem Boom der figurativen Malerei?". Dazu hat er sich zur Beantwortung der Frage einige Künstler eingeladen. Ausstellungseröffnung ist am 16. Januar 2009.

Ein neus Jahr hat begonnen und gleich folgt im KunstvereinGRAZ die nächste Ausstellung.

Jürgen Huber, Vorsitzender des Kunstvereins GRAZ (und mittlerweile auch Stadtrat) fragt sich und uns: "Wo steht die Konkrete Kunst der Region nach dem Boom der figurativen Malerei?". Dazu hat er sich zur Beantwortung der Frage einige Künstler eingeladen.

Am 16.Januar eröffnet die Ausstellung um 20Uhr mit Arbeiten von:
Václav Malina, Sabine Straub, Svenja Doyen, Václav Sika und Elmar Göppl.

Eröffnung:  16. Januar 2009 um 20 Uhr
Dauer:  16. Januar bis 6. Februar 2009
Do. Fr. Sa. und So.  jeweils von 16 bis 19 Uhr
Zur Eröffnung spielt Albert Plank konkrete Musik.

 

Ausstellungseröffnung Kunstverein GRAZ: Konkret Genug

 

Dieses Thema finde ich persönlich sehr interessant. Die Richtung der,  missverständlicherweise so getauften,  "Konkreten Kunst" hat mir immer sehr gefallen. Und die Werke, die es hier seit den dreißiger Jahren gibt, sind genauso faszinierende wie heute.

Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest justiert für eine Richtung der Kunst, die im Idealfall auf mathematisch-geometrischen Grundlagen beruht. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht abstrakt, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, keinerlei symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist.

Weitere Informationen zur Konkreten Kunst finden Sie  auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Konkrete_Kunst


Der KunstvereinGRAZ frägt angesichts der in den letzten Jahren fast ausschließlich figurativen Kunst nach dem Stellenwert, dem Zustand und den Hintergründen der einstmals modernsten aller modernen Künste der Konkreten Kunst.

Wie kann konkrete Kunst heute noch neu sein, frisch und überraschend sein, wenn doch viele Zeitgenossen der konkreten Kunst längst ihre Innovationsfähigkeit abgesprochen haben. Kann eine regionale Szene in Ostbayern und Westböhmen darauf befriedigende, spannende, ja neue Antworten liefern?

Jürgen Huber hat als Kurator der Ausstellung KONKRET GENUG mit Václav Malina aus Pilsen einen der profiliertesten Vertreter, mit Václav Sika einen der lustigsten Vertreter der konkreten Kunst aus Böhmen eingeladen. Mit dem klassischen Bildhauerarbeiten von Elmar Göppl und den mit Fäden übersponnenen, seltsamen nahe am Figurativen gemalten Bildern von Svenja Doyen, ebenfalls Regensburg und den kühlen Rhythmen-Reliefs (siehe Anhang), tastengleich und verspiegelt, von Sabine Straub (München) wird die Ausstellung "heiter an den Grenzen des Nichtfigürlichen, des Nichtsymbolischen und der Frage nach dem Signifikat und dem Signifikanten entlang spazieren", wie es im Pressetext heißt.



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Review zum Projekt "All that's Jazz" 2007

Im Jahre 2007 führte ich mit dem Maler Hans Freihammer das Projekt "All that's Jazz" aus - Bilder zum Thema Jazz in verschiedenen Techniken. Die Ausstellung fand im Juni 2007 statt. Über dieses Projekt habe ich eine spezielle Seite erstellt:
 

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