Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Freitag, 27. April 2012

Schönste Natur-Fotografien kommen in den Hauptbahnhof Regensburg

Wettbewerb „Europäischer Naturfotograf des Jahres 2011“ zeigt faszinierende Momente von Tier und Natur



GDT ENJ 2011,Ana Retamero Olmos

Einen Kuckuck dabei zu ertappen, wie er sein Ei im fremden Nest unterbringt, einen kleinen Polarfuchs genau dann abzulichten, wenn eine Küstenseeschwalbe ihm sichtlich schmerzhaft ins Ohr beißt oder Wale beim Schlafen zu beobachten – all dies sind einmalige Momente, die von deutschen und europäischen Fotografen im vergangenen Jahr festgehalten wurden. Jetzt werden ausgewählte Naturfotografien des renommierten Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf 2011“ der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) ab dem 1. Mai 2012 im Hauptbahnhof Regensburg ausgestellt.

GDT ENJ 2011, Constant Couteille

 Die Deutsche Bahn und die Geschäfte der Bahnhöfe präsentieren die faszinierenden Bilderwelten als Wanderausstellung in sieben Bahnhöfen. Nun kommen die atemberaubenden Bilder für elf Tage lang in den Regensburger Hauptbahnhof. Die Ausstellung richtet sich an Interessierte jeden Alters.

Die folgenden Ausstellungstermine sind:
• Regensburg Hbf 01.05. bis 10.05.2012
• Mannheim Hbf 01.07. bis 11.07.2012
• München Hbf 02.08. bis 10.08.2012
• Halle (Saale) Hbf 21.09. bis 30.09.2012
• Frankfurt (Main) Hbf 18.10. bis 28.10.2012

GDT ENJ 2011, Daisy Gilardini

Frecher Kuckuck bringt Gesamtsieg
Das Gesamtsieger-Foto des Wettbewerbs mit dem Titel „Gewinn und Verlust“ schoss der Tscheche Oldřich Mikulica. Seine Frontalaufnahme des hinterlistigen Kuckucks beschreibt er als extrem seltenen Schnappschuss: „Nach jahrelanger Erfahrung lernt man, wie ein Kuckuck zu denken. Daher konnte ich in etwa vorausberechnen, in welches Rohrsängernest das Kuckucksweibchen sein nächstes Ei legen würde… Doch es war einfach nur Glück, dass in diesem kurzen Moment alles passte“, freut sich der Fotograf und Filmemacher, der seit 25 Jahren jeden Tag während der Brutzeit der Vögel das Schilfgebiet vor seiner Haustür beobachtet.


 GDT ENJ 2011, Oldrich Mikulica

Fabelhafte Momentaufnahmen in allen Kategorien
Der renommierte Wettbewerb „Europäischer Naturfotograf“ wird seit dem Jahr 2001 jährlich von der GESELLSCHAFT DEUTSCHER TIERFOTOGRAFEN ausgeschrieben, um mit den Mitteln der Fotografie das Verständnis für die Natur zu wecken und so den Naturschutzgedanken zu fördern. Unterstützt wird der Wettbewerb durch das Bundesamt für Naturschutz unter der Schirmherrschaft von Professor Dr. Beate Jessel.

Der Preis wurde von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen zum 11. Mal vergeben und richtet sich an Amateur- und Profifotografen aus ganz Europa. Eingereicht wurden rund 14.000 Arbeiten von knapp 1.000 Fotografen aus 39 Ländern. Eine international besetzte Jury aus Naturfotografen und Bildredakteuren wählte in acht Kategorien je ein Siegerfoto, einen Zweitplatzierten und acht zu lobende Werke.

 GDT ENJ 2011, Jasper Doest

Farben, Formen und nicht zuletzt die Eleganz des Fluges bestechen in der Kategorie „Vögel“, ebenso wie die Porträts in der Gruppe „Säugetiere“, die vorranging das Wesen des Tieres darzustellen versuchen.
Auch „Unter Wasser“-Fotografien wurden prämiert. Weitere Tierarten sind in der Rubrik „Andere Tiere“ zu finden, während Pflanzen, Pilze und atemberaubende Landschaften sich neben ihresgleichen beweisen mussten. Besonders faszinieren auch die Einblicke in das wechselhafte Verhältnis „Mensch und Natur“, sowie „Atelier Natur“ mit Fotos, die besonders von Experimentierfreudigkeit sowohl mit dem Objekt als auch dem Medium Foto zeugen.

 GDT ENJ 2011, David Barrio


„Gebieter der Arktis“ heißt das Siegerfoto der Kategorie „Säugetiere“. Florian Schulz nutzte den Moment eines starken Blizzards vor der knapp über dem Horizont der Arktis schwebenden Sonne, um seine Moschusochsen so märchenhaft in Szene zu setzen.

GDT ENJ 2011, Florian Schulz 

Die zwei kleinen Männchen in Pink, Arm in Arm, die auf dem Siegerfoto der Kategorie „Pflanzen und Pilze“ zu sehen sind, sind nichts anderes als Blüten des Italienischen Knabenkrauts. Die Spanierin Ana Retamero Olmos arbeitete sich immer weiter ins Detail vor, bis sie diese zwei Blüten wie Fabelwesen im Zentrum ihres Fotos fand.

Spannend ist in jedem Jahr erneut die Darstellung von Mensch und Natur und ihren Wechselwirkungen – lobend erwähnt wird das Porträt „Frisch geduscht“ der österreichischen Naturfotografin Eva Pum. Im Südwesten Botswanas traf sie auf ein elfköpfiges Löwenrudel, das sich eine ganze Nacht lang in der von Menschen installierten Dusche des Wassers erfreute.

GDT ENJ 2011, Eva Pum

(Der internationale Wettbewerb „GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres“ wird alljährlich veranstaltet von der GDT / Gesellschaft Deutscher Tierfotografen.)