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Dienstag, 13. Mai 2014

Ab 16. Mai: Ausstellungsspektakel "Ludwig der Bayer." Was ist dran?

Ab 16. Mai öffnet die Bayerische Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ für ihre Besucher die Türen. So heißt es in den Pressemeldungen

Der Name klingt "bescheiden" - so wie "wir sind Papst". So aber hat sich der Kaiser selbst bezeichnet, im damals üblichen Pluralis Majestatis: "wir sind Kaiser".  So gesehen ist das Motto akzeptabel.



Ort: Unter anderem die Minoritenkirche Regensburg, neben dem Städtischen Museum, und zwei andere Spielorte in Regensburg.



Die Ausstellung  zeigt die Geschichte des ersten Wittelsbachers hin zum Kaiserthron, heißt es. Die Geschichte wird an originalen Schauplätzen der Stadt Regensburg gezeigt. Regensburg war damals Hauptstadt Bayerns, bevor es reichsfrei wurde. Kaiser Ludwig der Bayer hat sich hier über 40mal aufgehalten.

Besonders spektakulär gehe es in der Minoritenkirche zu, heißt es in einer Pressemeldung. Denn der Spielort Minoritenkirche zeichnet die unglaubliche Karriere von Ludwig dem Bayern vom nachgeborenen Herzogssohn zum römisch-deutschen Kaiser nach. Die Phasen des Aufstieges Ludwigs mit jeweils neuen Gegnern und neuen Aufgaben werden hier in fünf auf­einander aufbauenden Ebenen in der Ausstellungsarchitektur abgebildet. Wie bei den verschiedenen Levels eines Computerspiels.


Wer ist dieser Bayer - lohnt sich eine Vertiefung in das Thema?

Ludwig der Vierte lebte 1282 bis 1347. Man nennt ihn Ludwig der Bayer.  Ein Wittelsbacher


Ohne ihn gäbe es Bayern nicht, glauben viele. Wir wären heute einfach nur Nordösterreicher. Gruseliger Gedanke.


Der Machtkampf:  Friedrich von den Habsburgern gegen Ludwig von den Wittelsbachern, 1282 bis 1347.
In der Schlacht bei Mühldorf errang Ludwig den endgültigen Sieg

 
Legendär sei die Schlacht bei Gammelsdorf, ziemlich genau vor 700 Jahren, in Oberbayern:

  • Auf der einen Seite der österreichische Regent Friedrich der Schönen, in Verbund mit Teilen des niederbayerischen Adels.  
  • Ihm gegenüber: der Ludwig, damals  junger Herzog von Oberbayern

Ludwig siegte am 9. November 1313 in dieser Schlacht. Mit dem Sieg begann der Mythos um Ludwig. Ein Jahr später wird Ludwig zum König gewählt. 1328 wird er zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Was für eine Karriere

Bekannt ist er auch wegen seiner Auseinandersetzung mit dem Papst. Oder die Schlachten gegen die Habsburger um die Macht, darunter die Schlachten bei Esslingen oder bei Mühldorf.



Die Seite auf Wikipedia ist überfüllt mit Daten. Schon früher aber taten sich die Geschichtsschreiber schwer mit diesem Ludwig, so viel gab es da zu erzählen.
„Merke wohlauf Geschichtsschreiber, nimm deinen Verstand zusammen! Du  hast eine schwere Arbeit, wenn du es übernimmst, den grossen Adler zu schildern, welcher langsam und lange fliegt, in der Torheit weise, in der Gleichgültigkeit sorgsam, in Trägheit wild, in Trauer vergnügt, im Kleinmut starkmütig, den mit angebrannten Flügeln sich aufschwingenden und im Unglück glücklichen.“
Mathias von Neuenburg: Die Chronik des Mathias von Neuenburg (Vorspruch zur Schilderung der Regierungszeit Ludwigs)

Ludwig betrieb eine gezielte Städtepolitik und versuchte, die Rechtsprechung in seinem Herrschaftsraum zu vereinheitlichen. Überall im Reich förderte er die wirtschaftliche und rechtliche Entwicklung in den Städten, die ihn im Gegenzug fest in seiner Politik unterstützen. Andererseits ist er für rigorose Machtpolitik bekannt. Zitat aus Wikipedia:

Seine schmale territoriale Basis als Herzog von Oberbayern baute er in einer rigorosen Hausmachtpolitik Zug um Zug aus und erwarb große Gebiete u. a. im Norden des Reiches für seine Familie. Die Rücksichtslosigkeit, mit der er dabei vorging, im Verein mit der päpstlichen Feindschaft brachten ihm schließlich die Wahl Karls IV. als Gegenkönig. Er starb 1347 im Kirchenbann. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_IV._%28HRR%29
Das sind aber nur Bruchstücke zum Thema. Ich muss zugeben - auch als geschichtlich interessierter bürger ist mir der Datenwust im Lexikon, hier Wikipedia, zu viel.

Aber es gibt Licht im Nebel. Viel aufschlussreicher und gut aufbereitet sind die Ausführungen in diversen MZ-Artikeln, bei denen die Geschichte interessanter erklärt wird. Benutzen Sie also die Suchfunktion der Zeitung.

Die Minoritenkirche

Das ist die Kirche neben Museum und gegenüber dem ehemaligen Karmeliterhotel. Eine historisch bedeutsame und alte Kirche, von vielen unbeachtet.




Für Fotos wie das obige  habe ich viel Zeit investiert - bin immer wieder mit der Kamera in die Stadt, um nicht nur den Karmelitenbau, sondern eben auch den Anblick dieser Kirche zu dokumentieren. Denn ich dachte mir: es wird ein paar Hundert Jahre dauern, bis wieder dieser Blickwinkel auf die Kirche möglich ist. Und ob ich bis dahin lebe, ist fraglich.

Der Verbindungsgang zwischen Museum-Eingangshalle und der kirche. Mein Tipp: äußerst interessant ist das im linken Teil des Bildes befindliche Miniaturmodell des historischen Regensburgs.

Mintoritenkirche Regensburg

Minoritenkirche Regensburg

Die Minoritenkirche innen, während einer Filmvorführung der 2011er-Fassung von Fritz Langs "Metropolis" im Rahmen der Stummfilmwoche.

 Und nun zur Ausstellung. Die wichtigsten Daten, für meine  Leser optisch aufbereitet.

Wer ist Veranstalter?
Das Haus der Bayerischen Geschichte und Stadt Regensburg in Zusammenarbeit mit der Diözese Regensburg

Wo sind die Ausstellungsorte?

Wann findet das statt - wie sind die Öffnungszeiten?

  • 16. Mai bis 2. November 2014, täglich 9 bis 18 Uhr

Kosten?

Das ist ein bisschen verwirrend. ich gebe mal wieder, was auf der Webseite des Hauses der Geschichte zu lesen ist:


Eintritt für alle drei Ausstellungsorte
  • Erwachsene € 9,50
  • ermäßigt (Senioren, Studenten, Freiwilligendienstleistende, Gruppen
  • ab 15 Personen) € 7,50
  • Familie (zwei Erwachsene und Kinder) € 19,00
  • Kinder, Jugendliche, Schüler € 1,00Ermäßigter Eintritt bei Vorlage des Domführungstickets (s.u.).
  • Ermäßigter Eintritt gegen Vorlage des tagesaktuellen Zugtickets nach Regensburg.
  • Bitte beachten Sie auch das Angebot Sparpreis Kultur der Deutschen Bahn!

Eintritt nur für Domareal (nur St. Ulrich und Domkreuzgang)
  • regulär € 3,50
  • ermäßigt (Senioren, Studenten, Freiwilligendienstleistende,
  • Gruppen ab 15 Personen) € 2,50
  • Familie € 7,00

Führungen und Audioguide (nur Minoritenkirche) (worauf bezieht sich das "nur"?)
  • Führungen durch die Landesausstellung werden nur am Standort Minoritenkirche angeboten. In St. Ulrich ist eine spektakuläre 3D-Multivision zu sehen, moderiert von Christoph Süß. Der Domkreuzgang ist als "Ort der Stille" erlebbar.
  • Anmeldung für Gruppenführungen unter Tel. 0821 45057457
  • angemeldete Gruppen, maximal 25 Personen
  • Gruppe bis 15 Personen € 60,00
  • ab 15 Personen pro Person € 4,00
  • Audioguide € 2,50
  • Turnusführungen (keine Anmeldung erforderlich) € 4,00 (aha)
  • Alle Preise zzgl. Eintritt (was bedeutet das jetzt???)
Führungen und Workshops für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen

  • Standardführung Minoritenkirche, Themenführungen Domareal oder Erlebniswelt Dombauhütte  jeweils pro Person € 2,00
  • Workshops (inkl. Material) € 3,00

Domführung begleitend zur Landesausstellung

Domführungen einschließlich Domkreuzgang mit Allerheiligen- und Stephanuskapelle Montag bis Samstag 10. 30 Uhr und 14.30, Sonntag/Feiertag 14.30 Uhr. Keine Führung während liturgischer Feiern. Sonderführungen für Gruppen sind möglich (Info: Tel. 0941 5971662; E-Mail:
domfuehrungen@bistum-regensburg.de; www.regensburg-dom.de).

Während des Katholikentags (28. Mai bis 1. Juni 2014) werden keine Führungen
angeboten. Es ist mit sehr hohem Besucheraufkommen in der Stadt zu rechnen.

 Preise:
  • Erwachsene € 4,00
  • Ermäßigt (Kinder, Jugendliche, Schwerbehinderte) € 2,00
  • Familienkarte (zwei Erwachsene mit Kindern) € 8,00

Ermäßigter Preis bei Vorlage eines Landesausstellungstickets
(s.a. ermäßigter Eintritt in die Landesausstellung bei Vorlage des Domführungstickets).

Kontakt

Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7, 86150 Augsburg
0049 (0)821 3295-0
E-Mail: poststelle@hdbg.bayern.de


Das ist mir noch wichtig:

Lehrerinformationen:

Die Bayerische Landesausstellung 2014 „Ludwig der Bayer. Wir sind  Kaiser“ ist ein außerschulischer Lernort der Extraklasse. An Originalschauplätzen des 14. Jahrhunderts werden mittelalterliche Geschichte, Kunst, Musik und Religion anschaulich miteinander in  Beziehung gesetzt und in der aufwändig inszenierten Ausstellung mit  allen Sinnen erlebt.

Ob in Anknüpfung an den Fachunterricht oder als Ziel des Wandertags: Die Bayerische Landesausstellung in Regensburg bietet für Schüler jeden Alters und jeder Schulart lebendiges Mittelalter. Um das Mittelalter lebendig und (an)fassbar zu machen ist Regensburg der
ideale Standort, Hier ist das Mittelalter noch heute intensiv nachvollziehbar, sei es in der Architektur, der Archäologie oder in der Dombauhütte, wo mittelalterliche Handwerkskunst praktiziert wird
wie vor 700 Jahren. Die jungen Besucher können auch selbst aktiv werden: an Mitmach-Stationen in der Ausstellung und in Workshops als vertiefendes Begleitprogramm zum Ausstellungsbesuch.

Informationen und Ansprechpartner für Lehrer

Lehrkräfte, die persönlich per E-Mail über aktuelle  Fortbildungsveranstaltungen oder Unterrichtsmaterialien des Hauses  der Bayerischen Geschichte informiert werden möchten, können sich in  unseren Lehrerverteiler eintragen lassen. Hierzu reicht die Einsendung einer formlosen Nachricht (möglichst mit Angabe der Schule) per E-Mail oder des Sammel-Formular  per Fax.

Andreas Jell M. A.
Telefon: 0821 3295-132
E-Mail:  andreas.jell@hdbg.bayern.de

Siehe zu dem Thema auch:

Der Kaiser vor der Kamera
Kult-Moderator Christoph Süß dreht im Regensburger Dom in 3D. Der Film läuft 2014 bei der Landesausstellung zu Ludwig dem Bayern.
http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/der-kaiser-vor-der-kamera/950535/der-kaiser-vor-der-kamera.html