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Samstag, 9. Februar 2019

Yorki nach der OP - und warum ich letztes Jahr so wenig fotografierte

Yorki musste mal wieder operiert werden. Am Mittwoch vor 10 Tagen war das, als ich  mit ihm morgens um 5 Uhr nach Nürnberg aufbrach. Er ahnungslos, ich dagegen voller Anspannung und seit Tagen voller Sorge und schlechtem Schlaf. Die Fahrt war genauso stressig und voller Pannen, wie befürchtet, die Operation dagegen verlief gut.

Der eigentlich vorgesehene Austausch der Schiene, die seine seit einem Jahr zersplitterten Knochen zusammenhält, wurde nicht vorgenommen. Stattdessen wurde eine verrutschte Kniescheibe festgestellt und operiert. Dies war nämlich der Grund, warum er die letzten Monate fast gar nicht mehr laufen wollte. Nach mühseligen und schmerzhaften Voruntersuchungen (z.B. auf Morbus Cushing) im November und Dezember konnte ich dann endlich einen Termin vereinbaren.



Meine Lehrverpflichtungen habe ich für ein paar Tage abgesagt, denn der Hund benötigt viel Pflege und Aufsicht. Und er lässt nur mich an sich heran, da haben weder meine Mutter noch andere Aufsichtspersonen eine Chance.

Die meiste Zeit trage ich ihn herum, auch wenn er es im Laufe des letzten Jahres gelernt hatte, auf drei Beinen zu humpeln.





Dass ich bei jedem Meter auf derTreppe oder auf dem verschneiten Weg höllisch aufpassen, ist klar: sollte ich stolpern, könnte er auf seine OP-Wunde fallen.

Ich bin sonst nicht überängstlich, aber ich kann nicht übersehen, dass  bei Yorki (nach den ersten acht Lebensjahren des Glücks) in den letzten drei Jahren wiederholt Murphys Law zuschlug. Zuerst eine gerissene Sehne, dann eine Knie-OP vor drei Jahren. Dann, im November 2017, ein extrem unglücklicher Aufprall seines Beines an der eigentlich runden Innenverkleidung meines Autos, nachdem ich wegen eines abenteuerlichen Radfahrermanövers eine Vollbremsung hinlegen musste (darum ist jetzt zusätzlich zur Sicherungsleine auch noch eine Polsterung im Fahrzeug vorhanden).

Nach der anschließenden OP gab es eine Komplikation aufgrund äußerst unglücklicher Umstände (die erste OP war also nicht schuld daran), so dass eine zweite OP notwendig wurde - eben in jener Klinik in Nürnberg. An diese hat meine Tierärztin verwiesen, da die OP jetzt zu kompliziert wurde.

Und wieder kurze Zeit danach stellte sich heraus, dass die Knochen an den Bruchstellen nicht mineralisieren - also nicht zusammenwachsen. Sie werden seitdem nur von der Schiene zusammegehalten.

Darum humpelte er seit einem Jahr mehr auf drei Beinen als vier Beinen durch die Gegend.

Das ist auch der Grund, warum ich nur noch wenig Fotos von Regensburg in diesem Tagebuch veröffentliche. Die sonst üblichen täglichen Spaziergänge durch diese wunderbare Stadt fallen einfach weg.

Diejenigen 50 Meter, die wir früher vom Parkplatz bis zum eigentlichen Spazierweg gingen, und die wir früher gar nicht wahrnahmen - die sind jetzt schon der Spaziergang selbst. Nur ganz selten mal eine größere "Expedition" an das Ende der Blumenstraße, also zweihundert Meter. Aber dann trage ich ihn zurück.

Und die letzten Monate wollte er fast gar nicht mehr, was wahrscheinlich an der Kniescheibe lag, die durch die leichte Fehlstellung irgendwann herausrutschte. In dieser Hinsicht sind Yorkshire Terrier hier sowieso schon sehr anfällig.




Mittlerweile ist der Verband weg und er bekam den OP-Body als Leckschutz. Das erspart ihm den Kragen - wie schon vor einem Jahr. Ich muss trotzdem ständig auf der Hut sein, damit er nicht an der operierten Stelle knabbert - da hilft nämlich der Body auch nicht viel.



Ja, ich weiß, und ich habe es vor einem Jahr auch schon eingeräumt: er sieht aus, wie eine türkisfarbene Wurstpelle. Muss ihn wohl auf Diät setzen. Aber ich bin nicht der einzige, der ihn füttert.

Die meiste Zeit humpelte er auf drei Beinen - Yorki auf der Landshuter Überführung, November 2018
Die ursprünglich fokussierte OP sah vor, dass eine Knochenmarkmasse (Spongiosa) an den Knochenbruchstellen eingebracht wird, um das nachträglich Zusammenwachsen der Knochen doch noch zu ermöglichen, und eventuell eine kürzere Schiene angebracht wird, die am Knie nicht so stört. Aber die Röntgenaufnahme kurz vor der OP zeigte, dass das Ganze schon ausgereizt ist und eine OP an den Knochen nicht angezeigt ist. Statt dessen wurde die neu erkannte Kniescheibenproblematik chirurgisch behoben.

Damit wird er wohl wieder besser humpeln können, aber nicht viel besser, als im ersten Halbjahr 2018. Die meiste Zeit auf drei Beinen, dazwischen im Schneckentempo auf vier Beinen, wenn er Grashalm für Grashalm nach Hundemarkierungen abschnuppert.

Also gibt es auch weiterhin keine größeren Spaziergänge.