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Mittwoch, 10. Februar 2021

Die Dreifaltigkeitskirche

Einer der Auswirkungen der Pest 1713 (letzter Blog-Artikel) war der Bau der Dreifaltigkeitskirche auf dem Osterberg oder Geyersberg, der seitdem Dreifaltigkeitsberg genannt wird. 

In diesem Blogbeitrag erzählte ich die Geschichte, zeige alle gesammelten Stiche von damals und eigene Fotografien. Der Beitrag hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit - dazu gibt es zu viel Daten.


Die Kirche wird in alten Stichen oft mit dem Stichwort "Stadtamhof" verbunden, gehörte aber eigentlich zur Siedlung "Steinweg". Steinweg, die Ortschaft am Fuße der Winzerer Höhen, war von Stadtamhof nicht nur durch Stadtmauern, sondern auch durch eine Flutmulde getrennt (dort wo später der Dultplatz und heute der Kanal ist). 

Und "Statt am Hof", wie es früher hieß, war natürlich auch eine eigene Stadt, gehörte zum Herzogtum Bayern und war durch strenge Grenzsicherung am Nordende der Steinernen Brücke von Regensburg abgeschirmt. Eine Grenze, die während der Pestepidemie streng bewacht wurde. Eine der Schutzmaßnahmen zum Beispiel bestand darin, dass als Postübertragungsmittel eine eiserne Truhe an Ketten am Tor der Steinernen Brücke befestigt wurde.


Acht Jahre vor der Pest, 1705. Der Dreifaltigkeitsberg war unbebaut.


Mittwoch, 3. Februar 2021

Die Pest in Regensburg - wem kommt das bekannt vor?




Weißhoff, Frontispiz im Buch von Alkofer, Das Regenspurgische Pest- und Bußdenckmahl, 1714


Der zuletzt erschienene Blog-Artikel über den Pesthof war als Auftakt für weitere Abhandlungen geplant. Schon seit Jahren will ich nämlich über die Geschichte der Pest in Regensburg schreiben.  Ich sammelte in der Zwischenzeit Bücher, Aufsätze und Abhandlungen, und interessierte mich für alte Grafiken. Da Regensburg eine sehr alte, früher schon große Stadt war, gibt es sehr viele Dokumente über Seuchen.

Die Recherchen habe ich während der Corona-Pandemie wieder auf genommen. Und immer mehr entdeckte ich, wieviel Ähnlichkeiten es mit den aktuellen Problemen der Covid-Seuche gibt. Ich meine damit die seelischen Auswirkungen der Seuche auf die Gesellschaft, die Reaktion der Leute, das Verhalten der Regierenden, und die Maßnahmen der Behörden, die den heutigen ähneln. Und dann wiederum die Schwierigkeiten der Bürger, die gesetzlichen Regeln und Anordnungen zu akzeptieren. 

Am gründlichsten wurden die letzte große Pestepidemie in 1713 dokumentiert, die acht Monate lang in Regensburg wütete. Diese Dokumentation haben wir (nicht nur, aber vor allem) Erasmus Sigismund Alkofer zu verdanken, einem evangelischen Theologen, der als Seelsorger in den Pest-Monaten in der Stadt unterwegs war und den Leuten half.  

Seine persönlichen Eindrücke hat er 1713 in dem "Regenspurger Buß- und Pestdenkmal" verarbeitet, und die erschütternden Schilderungen werden bis heute immer wieder aufgegriffen und verarbeitet. Ein Jahr später, als die Seuche in Regensburg vorbei war, veröffentlichte er übrigens einen zweiten,  abschließenden Bericht. 

Dieser Pestausbruch von 1713 auf 1714  wird beispielhaft im Vordergrund des heutigen Artikels stehen.