Die ersten Römer in Regensburg
von P. Burkes
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| Fotomontage: P. Burkes, Ausschnitt der Tabula Peutingeriana (mit "Regina" links oben), kombiniert mit einem Foto aus dem Parkhaus im Dachauplatz (links die Römermauer) |
Das Blut vieler Römer könnte in unserer heutigen Regensburger Bevölkerung liegen. Über die Römer in Regensburg gibt es spannende Schilderungen und Informationen. Ich will mit diesem Aufsatz ein paar Basisinformationen über die Römer liefern, sozusagen ein Gerüst aufziehen. Denn ganz so einfach ist es nicht, dass da einfach ein römisches Lager gegründet wurde und das war es.
Vielmehr haben wir zwei Stufen: das erste kleine Militärlager in Kumpfmühl mit anliegender Zivilsiedlung, nach dessen Verfall das zweite Kastell, nämlich ein Legionslager ab spätestens 179 n.C. in der Altstadt, ebenfalls wieder flankiert von einer Zivilsiedlung.
Der Reihe nach:
1. Versuch - das Kohorten-Kastell in Kumpfmühl
Die Römer errichten ein Kastell im Jahre 79/80 nach Christi Geburt. Und zwar in Kumpfmühl, südlich der Wolfgangskirche, mit gutem Überblick über das Donautal.
Östlich und südlich neben dem Kastell entstand eine Zivilsiedlung (vicus) im Bereich Augsburger Straße / Kumpfmühler Straße. Die Siedlung umfasste circa 20 ha mit Häusern aus Holz und Stein (Streifenhäuser) und den üblichen Gebäuden wie Rasthaus (mansio) und Kastellbad. Es gab Ziegeleien, Töpfereien und metallverarbeitende Werkstätten.
Das Kastell war anfangs 160 x 137 m groß und aus Holz, später wurde es erweitert und erhielt Steinmauern.
Kaum echte Römer?
Die Besatzung des Kumpfmühler Kastells bestand aus einer "Kohorte" von 500 Mann. Im Gegensatz zu einer "Legion" handelte es sich bei einer Hilfskohorte im wesentlichen nicht um Römer, sondern um regional angeworbene Soldaten. Man spricht von Hilfskohorten oder Auxiliarkohorten.
Die angeworbenen Soldaten konnten sozial aufsteigen, denn sie erwarben im Rahmen des 25 jährigen Dienstes das römische Bürgerrecht, ebenso ihre Ehepartner und Kinder.
Der Tag der Entlassung aus der Armee war somit für den "einfachen Mann" ein Festtag und eine entscheidende Station in seinem Leben. Den Erwerb der neuen Rechte ließ sich der neue römische Bürger durch Militärdiplom urkundlich bestätigen. Das älteste, sicher datierte Militärdiplom in Regensburg wurde für den Holländer Marcus Ulpius Fronto am 16. Dezember 113 n. Chr. ausgestellt.Der ausgediente Soldat hatte während des Dienstes lesen und schreiben gelernt und die römische Kultur kennengelernt. Nach Entlassung konnte er sich mit seinen neuen Bürgerrechten im Lagerdorf niederlassen und ein Geschäft gründen oder einen Gutshof führen (villa rustica). Durch das Kastell hat sich also römische Kultur in der Gegend verbreitet.
Das Kastell wurde wahrscheinlich beim Markomannen-Einfall Mitte in der Zeit zwischen 171 und 175 n. Chr. zerstört. Jedenfalls fand man Hinweise darauf, dass das Kastell in dieser Zeit niedergebrannt ist, ebenso die zwei Zivilsiedlungen.
Näheres zum Kumpfmühler Kastell:
- https://de.wikipedia.org/wiki/Kastell_Kumpfm%C3%BChl
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/roemer/texte/auf_wald2.htm
(Update: seit 2020 toter Link - versuchen Sie die wayback-Machine von archive.org: https://web.archive.org/web/20160514072930/http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/roemer/texte/auf_wald2.htm)- Buch "Ein Stadtteil schreibt Geschichte Regensburg-Kumpfmühl", Pustet-Verlag, sehr ausführlich und spannend
2. Versuch - Das Legionslager und die Gründung von Regensburg in 179 n.C.
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| Der Kern der Zivilsiedlung als roter Kreis. Die Zivilsiedlung kann aber durchaus größer gewesen sein. |
Nach einiger Zeit konnten die Markomannen gebremst werden und Kaiser Marcus Aurelius (161-180 n. Chr.) beschloss, in unserer Provinz die III. Italische Legion zu stationieren.
Diese befand sich nachweislich ab 170 n.C. in unserem Raum.
Diesmal handelte es sich um eine richtige Legion, also ungefähr 6000 echte Römer, hervorragend durchstrukturiert - sowohl militärisch als auch verwaltungstechnisch. Eine Eliteeinheit, die Mitte der 60er Jahre in Oberitalien rekrutiert worden (daher auch ihr Beiname "Italica") und in den Markomannenkriegen eingesetzt wurde.
Diese Großeinheit war untergliedert in 10 Kohorten, von denen wiederum jede aus 6 Zenturien bestand, also "Hundertschaften".Eine solche Hundertschaft umfaßte trotz ihres Namens nur 80 Soldaten, der Rest setzte sich aus Spezialisten wie Ärzte, Verwaltungssoldaten, Handwerker, Musiker usw. zusammen.
Die Legionäre mussten das Lager selber bauen. Das damals sumpfige und von Rinnsalen durchflossene Regensburger Gelände mußte durch Kiesaufschüttungen trockengelegt werden.
Dann wurde die Lagermauer gebaut, 540 x 460 m groß, 11x so groß wie das Kumpfmühler Lager.
Der Standort war nicht oben in Kumpfmühl, sondern unten im Tal - fast direkt an der Donau. Das war wahrscheinlich der Größe des Lagers geschuldet. Vielleicht stand aber auch eine gewissen Symbolik dahinter, dass man an die Donau heranging, und man wollte demonstrativ an der nördlichsten Stelle der Donau die Grenze des römischen Reichs markieren.
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| So vermuteten die früheren Regensburger Geschichtsforscher die Lage des Kastells Joseph Dahlem, 1881, Plan von Regensburg (die rote Schraffierung bezieht sich auf die Gräberfelder) |
Die Gründungsurkunde
Zur Einweihung des Lagers nach ca 5 Jahren Bau ließ der Legionskommandeur über dem östlichen Tor auf Höhe des Dauchauplatzes, eine Steininschrift anbringen.
Die Steininschrift war ca. 8 – 10 m lang, Teile von ihr sind noch erhalten und im Museum anzusehen. Diese sog. "Gründungsurkunde" von Regensburg gibt uns ein festes Datum für die Einweihung des Lagers, nämlich 179 n. Chr.
Das Lager wurde in römischen Landkarten "Castra Regina" benannt, was wohl weniger ein Eigenname als eine Ortsmarkierung sein sollte: das Lager an der Regen-Mündung (Regina=Regen)
Nochmal zum östlichen Tor: In jeder der vier Seiten des quadratischen Lagers gab es jeweils nur ein Tor. Das nach Osten hin gerichtete Tor wird Osttor genannt und befand sich auf Höhe des heutigen Dachauplatzes. Es existiert heute nicht mehr. Verwechseln Sie bitte nicht das Ost-Tor mit dem späteren Ostentor, das viel weiter östlich liegt und Teil der Stadtmauer im Jahre 1300 bildete.
Zusätzlich: das Außenlager in Prüfening
Um die Naabmündung besser kontrollieren zu können, wurde - vermutlich zeitgleich mit Castra Regina - ein Kleinkastell als Außenposten der III.Italischen Legion errichtet. Es gab wohl auch einen vorrömischen Flussübergang.
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| Klein-Kastell Prüfening, google-earth-Ansicht 2004 Weitere Bilder: http://www.regensburger-tagebuch.de/2012/07/historisches-das-romer-kastell-in.html |
Ferner gab es auch hier eine kastellbegleitende
Zivilsiedlung, die etwa 14 Gebäude umfasste.
Möglicherweise zählte dazu auch eine Brauerei, die älteste Braustätte nördlich der Alpen, wobei diese Nutzung mittlerweile in Frage gestellt. Bei Grabungen in den 70er Jahren sind die betreffenden Gebäudereste freigelegt worden und können angeblich am Römerpark/Kornweg besichtigt werden.
Erst gegen Ende der Grabungen wurde das Kastell selbst entdeckt. Esist eine Rechteckanlage 60 x 80 m mit Ecktürmen, und einer hohen Wehrmauer von 8 - 9 m Höhe
Die römische Siedlung erstreckte sich ca 1000 m lang entlang der UFerstraße und war bis 250 m breit. Zerstört wurde sie bei den Germaneneinfällen um das Jahr 244 zerstört. Man vermutet, dass sie bis ins 4.Jahrhundert bewohnt wurde.
(Quelle: http://www.st-bonifaz-regensburg.de/PruefWeb/PrfZweck.htm)
Die Zivilsiedlung in Regensburg Stadtmitte
Zusammen mit den Legionaren waren auch gut 10.000 bis 15.000 Zivilisten nach Regensburg gekommen, Händler, Kaufleute, Handwerker, Wirte und Dirnen. Diese ließen sich westlich neben dem Militärlager nieder. Es entstand eine Zivilsiedlung, von der heutigen Bachgasse aus nach Westen bis Nonnenplatz, nach Süden bis zur Eisenbahn.
Möglicherweise zählte dazu auch eine Brauerei, die älteste Braustätte nördlich der Alpen, wobei diese Nutzung mittlerweile in Frage gestellt. Bei Grabungen in den 70er Jahren sind die betreffenden Gebäudereste freigelegt worden und können angeblich am Römerpark/Kornweg besichtigt werden.
Erst gegen Ende der Grabungen wurde das Kastell selbst entdeckt. Esist eine Rechteckanlage 60 x 80 m mit Ecktürmen, und einer hohen Wehrmauer von 8 - 9 m Höhe
Die römische Siedlung erstreckte sich ca 1000 m lang entlang der UFerstraße und war bis 250 m breit. Zerstört wurde sie bei den Germaneneinfällen um das Jahr 244 zerstört. Man vermutet, dass sie bis ins 4.Jahrhundert bewohnt wurde.
(Quelle: http://www.st-bonifaz-regensburg.de/PruefWeb/PrfZweck.htm)
Die Zivilsiedlung in Regensburg Stadtmitte
Zusammen mit den Legionaren waren auch gut 10.000 bis 15.000 Zivilisten nach Regensburg gekommen, Händler, Kaufleute, Handwerker, Wirte und Dirnen. Diese ließen sich westlich neben dem Militärlager nieder. Es entstand eine Zivilsiedlung, von der heutigen Bachgasse aus nach Westen bis Nonnenplatz, nach Süden bis zur Eisenbahn.
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| Skizze von Adolf Schmetzer mit seiner Vorstellung über Lage von Lager und Zivilsiedlung (Lagerdorf). Man sieht auch schön den heutigen Haidplatz, das ist das Dreieck mit dem Oval in derMitte. Siehe dazu: http://www.regensburger-tagebuch.de/2012/04/regensburg-historisch-der-haidplatz_08.html |
Vom Lager aus führte der Weg durch das Westtor in eine Straße, die etwa der heutigen Gesandtenstraße entspricht. Das West-Tor befand sich dort, wo heute die Gesandtenstraße in den Neupfarrplatz mündet.
Die Straßen waren zum Teil gepflastert, von gedeckten Säulengängen flankiert und mit Kanalisation versehen; für den Wasserzufluss wurde (neben Brunnenversorgung) das Wasser des Vitusbachs in das Lager geleitet. Es gab zahlreiche Bodenheizungen. Die Straßen waren teilweise gepflastert. In den Geschäften wurden Waren aus Italien und dem Fernhandel angeboten.
Die Straßen waren zum Teil gepflastert, von gedeckten Säulengängen flankiert und mit Kanalisation versehen; für den Wasserzufluss wurde (neben Brunnenversorgung) das Wasser des Vitusbachs in das Lager geleitet. Es gab zahlreiche Bodenheizungen. Die Straßen waren teilweise gepflastert. In den Geschäften wurden Waren aus Italien und dem Fernhandel angeboten.
Das alles vor 2000 Jahren, wohlbemerkt, als es im restlichen heutigen Deutschland nur einfache Siedlungen gab. München existierte damals noch nicht mal als Dorf, Berlin existierte auch nicht. Und in Regensburg hatten wir eine Infrastruktur wie in Rom.
Die Regensburger Zivilsiedlung erlebte wahrscheinlich ein stadtartiges, römisches Gepräge. Durch die römischen Legionäre, die Lesen, Schreiben und die offizielle Kommandosprache Latein beherrschen mussten, sind römische Kultur und Lebensgewohnheiten eingezogen. Ein "Hauch von Rom wehte durch die Gassen".
Wie der Alltag in der Zivilsiedlung und der Arbeitstag im Lager aussahen, darüber haben wir spannende und umfangreiche Informationen. Lesen Sie dazu den Aufsatz von Waldherr, kostenlos veröffentlicht unter folgender Adresse:
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/roemer/texte/auf_wald2.htm
(Update Mai 2021: der Artikel ist mittlerweile nicht mehr unter dieser Adresse verfügbar. Probieren Sie die wayback-Maschine von archive.org; dort findet man noch bis 2019 den Artikel, z.B. https://web.archive.org/web/20160514072930/http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_III/Geschichte/Alte_G/roemer/texte/auf_wald2.htm)
Die Porta Praetoria
Mehr zur Porta Praetoria finden Sie auf der Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Porta_praetoria_(Regensburg)
Die langsame Auflösung des Lagers
Im 3. Jahrhundert wurde wurde Castra Regina zweimal durch einfallende Alemannen in Schutt und Asche gelegt. Trotz der Verluste bei Zivilbevölkerung und Militär erlosch das Leben in und um das Lager nicht völlig; es gab einige weiter existierende Gutsbetriebe. Man mauerte möglicherweise die Porta Praetoria zur Hälfte zu, ließ die Zivilbevölkerung in das Kastell, wahrscheinlich in den Süd und Westteil.
Im 3. Jahrhundert wurde wurde Castra Regina zweimal durch einfallende Alemannen in Schutt und Asche gelegt. Trotz der Verluste bei Zivilbevölkerung und Militär erlosch das Leben in und um das Lager nicht völlig; es gab einige weiter existierende Gutsbetriebe. Man mauerte möglicherweise die Porta Praetoria zur Hälfte zu, ließ die Zivilbevölkerung in das Kastell, wahrscheinlich in den Süd und Westteil.
Außerdem wurde das Lager zur "Festung" ausgebaut, indem eine stärkere Mauer um die alte Mauer herum gebaut wurde. Das ist diejenige Mauer, deren Reste wir heute bewundern. Riesige Quader, und eine Höhe von wahrscheinlich 7 bis 7,5 Metern (geschätzt aufgrund der Erfahrungen mit anderen Lagern). Die alte Mauer wurde wahrscheinlich abgetragen. (Quelle: Steinmetz, Regensburg in der vorgeschichtlichen und römischen Zeit, 1925, https://www.heimatforschung-regensburg.de/1429/)
Aus der Kaserne war also im Laufe des 4. Jahrhunderts eine mauerumwehrte Zivilsiedlung mit militärischer Besatzung geworden.
Die letzte Abteilung der III. Italischen Legion war Ende des 4. Jahrhunderts aus dem Lager abgezogen und die leeren Kasernenbauten von den Elbgermanen übernommen worden.
Wie hilflos und respektlos die neuere Zivilbevölkerung den hinterlassenen technischen Errungenschaften der Römer (z.B. Kanäle, Lüftungskanäle für Heizung, Fußbodenheizung) gegenüberstanden, auch das schildert anschaulich der o.g. Aufsatz von Waldherr. Dort findet man auch Informationen über das spätere Schicksal der Lagerbefestigung.
Die letzte Abteilung der III. Italischen Legion war Ende des 4. Jahrhunderts aus dem Lager abgezogen und die leeren Kasernenbauten von den Elbgermanen übernommen worden.
Wie hilflos und respektlos die neuere Zivilbevölkerung den hinterlassenen technischen Errungenschaften der Römer (z.B. Kanäle, Lüftungskanäle für Heizung, Fußbodenheizung) gegenüberstanden, auch das schildert anschaulich der o.g. Aufsatz von Waldherr. Dort findet man auch Informationen über das spätere Schicksal der Lagerbefestigung.
Die Gräberfelder
Die Römer bestatteten ihre Toten grundsätzlich außerhalb der Orte, so auch in Regensburg. Beim Bau der Bahn 1870 fand man über 5000 Gräber im Bereich der heutigen Kumpfmühler Brücke - genau genommen von der Schottenstraße bis Kumpfmühl. Das war damals die Straßenverbindung nach Augsburg, und rechts und links davon wurden die Römer bestattet. (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Castra_Regina#Friedh%C3%B6fe)
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| Das "Große Gräberfeld" der Römer von Geschichtsforscher Josef Dahlem (1826-1900) |
Als man 2015 mit der Neubebauung des Dörnberggeländes begann, wusste man natürlich, dass man erneut auf archäologische Funde und führte entsprechende Grabungen durch, bevor man den Boden für die Neubauten versiegelte (siehe https://www.regensburger-tagebuch.de/2015/11/neues-vom-romischen-graberfeld.html)
Die Reste der Römermauer
Es sind kaum noch Reste der Römermauer vorhanden. Man findet eigentlich nur von der östlichen Mauer Fragmente. Da gibt es zunächst Fragmente an der südöstlichen Kurve (Nähe Ernst-Reuter-Platz), ferner vvon einem Teil der Ostmauer (unter dem Parkhaus am Dachauplatz, dann im IHK-Gebäude) und schließlich an der nordöstlichen Kurve (beim Kolpingshaus)
Parkhaus Dachauplatz:
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| Südöstliche Kurve (2014) |
Parkhaus Dachauplatz:
| An der Nordostkurve |
| Nordostkurve |
Der Verlauf der Westmauer ist übrigens nie ganz klar aufgeklärt worden. Man vermutete die Mauer zwischen Bachgasse und Wahlenstraße.
Mehr Fotos zur südöstlichen Kurve und zum Dachauplatz in meinem Blogbeitrag über die Eröffnung der "document legionslagermauer" im März 2014: https://www.regensburger-tagebuch.de/2014/03/bilder-von-der-eroffnung-document.html und weitere Infos und Pläne in der Vorankündigung: https://www.regensburger-tagebuch.de/2014/03/06032014-heute-eroffnung-document.html
Die Peutinger Karte
Das wohl älteste Auftauchen von Regensburg in antiken Karten dürfte hierin liegen: Tabula Peutingeriana, die Peutingerkarte - eine römische Straßenkarte, die in gepresster Form das Straßennetz im gesamten römischen Reich (Europa und darüberhinaus) zeigt.
Regensburg ist dabei ganz oben zu sehen und heißt einfach "Regino", womit entweder das Lager selbst (Castra Regina) oder der Fluss Regen als Orientierungspunkt für das Regensburger Lager gemeint ist. Also das Lager an der Regenmündung.
Regensburg ist dabei ganz oben zu sehen und heißt einfach "Regino", womit entweder das Lager selbst (Castra Regina) oder der Fluss Regen als Orientierungspunkt für das Regensburger Lager gemeint ist. Also das Lager an der Regenmündung.
Die Donau ist in dieser verzerrten Darstellung in fast horizontaler Form am oberen Rand sichtbar.
Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine kartografische Darstellung, die das römische Straßennetz (viae publicae) im spätrömischen Reich zeigt. Sie sollte keine geografische Darstellung liefern, sondern eher eine symbolisierte Karte, ähnlich den Fahrplänen in U-Bahnen.
Das eigentliche Original entstand etwa 375 n. Chr. und existiert nicht mehr; es gibt eine mittelalterliche Abschrift aus dem 12. Jahrhundert (die als Peutinger-Version bezeichnet wird und heute in Wien aufbewahrt wird) und verschiedene Drucke ab 1591.
Die Drucke sind natürlich nicht dasselbe wie das (einmalige) mittelalterliche Original, sondern sind von Kupferstechern angefertigte "Kopien", also Kupferstiche.

Version von Petrus Bertius
Ich fand eine wunderschöne Druckversion von Petrus Bertius aus dem Jahre 1619, die von der David-Rumsey-Stiftung hochauflösend eingescant und zur Verfügung gestellt wurde:
Tabulae Peutingerianae segmentum I - VII, von Petrus Bertius, 1619
https://www.davidrumsey.com/luna/servlet/s/sj83zt
Hier ist der Ausschnitt mit dem Lager in Regensburg (Regino):
Im späten 12. Jahrhundert angefertigt, ist die Tabula wohl eine Abschrift einer karolingerzeitlichen Vorlage, die wiederum auf das Original einer römischen Straßenkarte zurückgeht.
Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine kartografische Darstellung, die das römische Straßennetz (viae publicae) im spätrömischen Reich zeigt. Sie sollte keine geografische Darstellung liefern, sondern eher eine symbolisierte Karte, ähnlich den Fahrplänen in U-Bahnen.
Das eigentliche Original entstand etwa 375 n. Chr. und existiert nicht mehr; es gibt eine mittelalterliche Abschrift aus dem 12. Jahrhundert (die als Peutinger-Version bezeichnet wird und heute in Wien aufbewahrt wird) und verschiedene Drucke ab 1591.
Die Drucke sind natürlich nicht dasselbe wie das (einmalige) mittelalterliche Original, sondern sind von Kupferstechern angefertigte "Kopien", also Kupferstiche.
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| Ausschnitt aus der Peutingerkarte mit eigenen Kommentierungen |

Version von Petrus Bertius
Ich fand eine wunderschöne Druckversion von Petrus Bertius aus dem Jahre 1619, die von der David-Rumsey-Stiftung hochauflösend eingescant und zur Verfügung gestellt wurde:
Tabulae Peutingerianae segmentum I - VII, von Petrus Bertius, 1619
https://www.davidrumsey.com/luna/servlet/s/sj83zt
Hier ist der Ausschnitt mit dem Lager in Regensburg (Regino):
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| Regensburg in der Peutingerkarte, Druck von 1619 |
| Gesamte Karte, eine 680 cm × 34 cm große Rollkarte |
Im späten 12. Jahrhundert angefertigt, ist die Tabula wohl eine Abschrift einer karolingerzeitlichen Vorlage, die wiederum auf das Original einer römischen Straßenkarte zurückgeht.
Die 680 cm × 34 cm große Rollkarte zeigt die den Römern bekannten Weltregionen von Britannien bis Indien, ihr westlichster Abschnitt ist bis heute verschollen. Sie ist, ähnlich einer U-Bahn-Karte, als schematisches Diagramm gestaltet und bildet die geographischen Gegebenheiten nur stark verzerrt ab. Dennoch lieferte sie den Reisenden alle notwendigen Informationen über die Lage der wichtigsten Städte und Pferdewechselstationen (mansio) im Straßennetz des Römischen Reiches sowie die Anzahl der Tagesetappen zwischen den Haltepunkten an den Hauptverkehrsrouten.
Die Landmassen erscheinen als waagrechte Streifen, die durch Mittelmeer und Adria getrennt werden. Die Städte sind durch Gebäudesymbole dargestellt; je größer das Symbol, umso bedeutender die jeweilige Stadt.
Die Anzahl der Tagesmärsche wird durch hakenförmige rote Linien abgebildet. Die Angabe der damaligen Ortsnamen und Entfernungen in römischen Meilen bildet die Grundlage für die Straßenforschung. Die Karte ist heute auch eine der wichtigsten Quellen zur Zuordnung und Identifizierung von antiken Ortsnamen.
Wikipedia zur Peutinger-Karte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tabula_Peutingeriana
Nachfolgend eine Version, die in Wien archiviert ist:
Wikipedia zur Peutinger-Karte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tabula_Peutingeriana
Nachfolgend eine Version, die in Wien archiviert ist:
| nach einer Vorlage aus 375 n. Chr. - Das Castra Regina bei Regensburg ("Regino", links oben) in der römischen Wegekarte, der Tabula Peutingeriana, auch Peutingerkarte |
Weitere Links
Siehe auch:
(Eröffnung der "document Legionslagermauer" an der Südostecke im März 2014)
(Fotorealistische Rekonstruktion des Römerlagers von Dr. Flügel)
(der eingangs genannte Artikel von mir über die dritte Legion)
Nachtrag (Juli 2026):
Lage der Römermauer, auf aktuellen Stadtplan projeziert: https://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/roemermauer_lageplan_legionslager.pdf.pdf (mit zweimal pdf am Ende)
















