Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Montag, 31. Mai 2021

Ausflug nach Eichhofen

Gestern machte ich einen Abstecher nach Eichhofen, hauptsächlich, um mir die Ausstellung in der kunstmühle (bzw. der mühlen.kunst") anzusehen. Die Ausstellung war sehenswert. Was ich wegen terminlicher Probleme nicht geschafft habe, war das Künstlergespräch, das einige Stunden vorher stattfand. Ich kam also erst am Ende der Öffnungszeit.

Zur Ausstellung selbst siehe meine Vorankündigung in: https://www.regensburger-tagebuch.de/2021/05/kunst-in-eichhofen-muhlenkunst-in-der.html








Sonntag, 30. Mai 2021

Anzeigen in einer 1872er Regensburger Zeitung

Ab und zu stöbere ich in alten Regensburger Zeitungen, die ich auf google-books finde. Interessant finde ich dabei vor allem die Anzeigen. In den letzten Jahren habe ich gelegentlich schon entsprechende Beispiele gezeigt.

Vor ein paar Wochen - beim Aufräumen meines Festplattenordners "Regensburg-historisch" - stöberte ich im Regensburger Anzeiger sowie dem Regensburger Morgenblatt aus dem Jahre 1872,  und erstellte dabei folgende Screenshots für meine Leser:











Freitag, 28. Mai 2021

Ausstellung "Grenzen in der Kunst" in der Ostdeutschen Galerie




Gestern war ich zu einem längeren Besuch im "Kunstforum Ostdeutsche Galerie". Dort gibt es neben der Dauerausstellung zwei sehenswerte Sonderausstellungen, unter anderem die Ausstellung "Grenzen in der Kunst - Tschechische Kunst in drei Generationen", die ich hier besprechen will.



Grenzen in der Kunst - Tschechische Kunst in drei Generationen
22. Mai bis 15. August 2021
Kunstforum Ostdeutsche Galerie


Dabei werden die Werke von drei Künstlerpersönlichkeiten gezeigt: die 1980 verstorbene Malerin "Toyen" (alias Marie Čermínová) und die beiden zeitgenössischen Künstler Magdalene Jetelovà und Kristof Kintera. 

Bei der Zusammenstellung der drei Künstler war entscheidend, dass sie über drei Generationen hinweg die Entwicklung von Politik und Kunst in der heutigen Tschechei erlebt haben. Bei dieser Entwicklung spielten auch die Veränderung der  Grenzen eine Rolle - nach dem ersten Weltkrieg, nach dem zweiten Weltkrieg und nach dem Mauerfall. Daher der Titel.

Magdalena Jetelovà

Diese Werke dieser Künstlerin waren für mich eine angenehme Überraschung. Wobei die ausgestellten riesigen Leuchtkästen sowie die hervorragend gemachte Videoinstallation nur einen kleinen Teil ihrer Bandbreite wieder geben. Ein Blick in die Bildersuche der Internetsuchmaschine google zeigt nämlich noch viel mehr Interessantes von ihr. 

Gezeigt werden bei dieser Ausstellung vor allem Bilder, die man als eine spezielle Variante von "Land-Art" bezeichnen könnte: Mit Hilfe von Laserstrahlen zeichnet und schreibt sie direkt in die Landschaft hinein, und hält das Ergebnis mittels Langzeitbelichtung oder Film fest. 

Speziell konstruierte, riesige Leuchtkästen machen den Effekt des Laserstrahls für Besucher viel intensiver deutlich, als es gewöhnliche Fotografien machen könnten.

Die ausgestellten Werke stammen vor allem aus den Zyklen "‚Pacific Ring of Fire‘ und "Iceland project." Hier griff sie das Thema Naturgrenze und geologischen Nahtstelle auf. Der Pazifische Feuerring umgibt die pazifische Platte hufeisenförmig mit einem Vulkangürtel an der Stelle, an der die Pazifische Platte auf mehrere andere Kontinentalplatten trifft. Mit einem Laserstrahl markiert sie in Patagonien die Plattengrenze nach mathematischen Berechnungen, da deutliche Erhebungen wegen des Ewigen Eises nicht zu sehen sind. Gelegentlich "schreibt" sie mit dem Laserstrahl auch Nachrichten wie ‚Essential is visible‘ in die Landschaft oder in die sich verändernden, zum Teil einstürzenden Eisberge.

Von Magdalena Jetelovà  stammen übrigens auch die roten Säulen am Portal der Galerie. 

Man beachte, dass die Installation mit den riesigen Spiegeln im letzten Raum nicht von Kintera stammen, sondern von ihr, während die übrigen Skultpuren im Raum und im Raum davor von Kintera sind. bei meinem Besuch war allerdings die Laserprojektion nicht eingeschaltet. Die in der Frequenz von bestimmter Musik vibrierenden Spiegel sollten für ein bestimmtes Lichtergebnis sorgen. Ich denke, das Problem ist bis zu Ihrem Besuch behoben.

Die Video-Installation, bei der das Video auf die Decke projeziert wird, ist technisch erstaunlich und künstlerisch sehenswert.  Tipp: gehen Sie ans andere Ende des Raums und betrachten Sie den Film von dort aus, und nicht von der Bank in der Mitte aus.




Kristof Kintera

Eine noch größere Überraschung für mich waren die Werke von Kristof Kintera - teilweise relativ klein, teilweise riesige Skultpuren in über 4 m Größe. 

Die Werke des Künstlers, der sich selbst als Bildhauer beschreibt, obwohl er mehr Installationen und Assemblagen macht, sind schwer zu beschreiben.  Auf alle Fälle setzt er sich kritisch und leicht satirisch mit gesellschaftlichen Themen auseinander. 

Der 1973 in Prag geborene Künstler ist international bekannt. Seine Arbeiten sind in den wichtigsten Sammlungen zu finden und wurden weltweit ausgestellt, unter anderem in der Galleria Nazionale in Rom, im National Museum of Modern Art in Tokyo, im Museum Tinguely in Basel, im Haus der Kunst München sowie in Galerien und Museen in New York, Sydney, Prag und Berlin.


Beeindruckt hat mich unter anderem die 4,5 m hohe Installation "The End of Words III", das dritte und größte Werk aus einer Serie. Es geht um das Ende des gedruckten Wortes, indem er aufeinander getürmte Bücher in Beton gießt - einige davon sind aufgeblättert, einige gebogen, so als ob ihre Zerstörung kurz bevorsteht. Es erinnert an Bücherverbrennungen. Auch die riesige Lichtinstallation daneben ist faszinierend, und man sollte unbedingt die zugehörige Beschreibung lesen! Ich weiß bis heute nicht, wie er den Betonkopf in 4 m Höhe, an dem scheinbar lose die Stromkabeln hängen, "verankert" hat. 

Kunst in Eichhofen - mühlen.kunst in der Kunstmühle

Kultur lebt
Kunst, Musik und Lesungen
22.Mai bis 27.Juni 2021
Kunstmühle Eichhofen
Do 18 – 21 Uhr / Sa und So 14 – 17 Uhr


Foto Ausstellung 2018

Die Kunstmühle in Eichhofen


Schon seit dem 22. Mai und noch bis 27. Juni 2021 gibt es Kunst, Musik und Lesungen in Eichhofen, und zwar in der "Kunstmühle" unter dem Aktionstitel "Kultur lebt" (https://kultur-lebt.net/)


Öffnungszeiten der Ausstellung
Do 18 – 21 Uhr / Sa und So 14 – 17 Uhr

https://kultur-lebt.net/terminvereinbarung 


Es handelt sich um eine Aktion des BBK, der mühlen.kunst Eichhofen und des Kulturreferats des Landkreises.

Neben der Ausstellung, die jeweils Donnerstags und Samstag/Sonntag zu sehen ist, gibt es spezielle Veranstaltungen (siehe unten)

Update: Entgegen der abschreckenden Terminvereinbarungsregeln geht das Ganze recht formlos, wie mir mein Sohn mitteilte. Der war ohne Voranmeldung dort und bekam problemlos Zutritt. Die Räume sind auch viel zu groß, als dass  man mit der gewöhnlichen Besucherzahl (also außerhalb einer Vernissage) an das Limit kommen würde. 


Künstler


Weitere Veranstaltungen:


Do, 27. Mai, 19 Uhr

„Realität und Wahnsinn“ – Musikalische Lesung mit Schauspieler Martin Hofer und Musiker Heinz Grobmeier
zu Texten von Robert Walser

So, 30. Mai, 15 Uhr

Künstlerinnengespräch mit Johanna Obermüller

Do, 03. Juni, 19 Uhr

Bayerisch-böhmische Blasmusik mit Sigi Feldmeier und Herbert Pilz von den Oberlinger Musikanten

So, 06. Juni, 15 Uhr

Künstlergespräch mit Wigg Bäuml

Do, 10. Juni, 19 Uhr

„HOPE OF THE DELIVERANCE FROM THE ARTS CONGREGATION CHOIR“
Musikalische Performance von Katharina Claudia Dobner alias Frau Dobermann und Olaf Klein alias Carl Klein

So, 13. Juni, 15 Uhr

Künstlerinnengespräch mit Katja Barinsky und Gisela Griem

Do, 17. Juni, 19 Uhr

Performatives Konzert von Duo 3, bestehend aus Anka Draugelates und Kilta Rainprechter

So, 20. Juni, 15 Uhr

Künstlerinnengespräch mit Renate Christin und Hans Lankes

Do, 24. Juni, 19 Uhr

Konzert der Singer-Songwriterinnen Die Nowak (Gesang, Klavier) und ISA (Gesang, Gitarre)

So, 27. Juni, 15 Uhr

Künstlerinnengespräch mit Bettina und Heinrich Glas


Besonders neugierig bin ich persönlich auf das Künstlergespräch mit dem Künstlerehepaar Glas, die mich bei einem früheren "Tag des offenen Ateliers" begeistert haben, und ferner freue ich mich auf den Auftritt der Sängerin und Musikerin "Die Nowak", die ich im Herbst 2019 bei einem Wohnzimmerkonzert kennen lernte. Dann kam die Pandemie und es ist das erste mal, dass ich wieder etwas von ihr höre.


Aktuelle Infos gibt es unter
Siehe ferner

Donnerstag, 27. Mai 2021

Ausstellung WHITEOUT2 im Kunst- und Gewerbeverein


Im Kunst- und Gewerbeverein besuchte ich heute eine sehenswerte Ausstellung einer Künstlergruppe aus dem Raum München, die wegen der erfreulichen Inzidenz-Entwicklung nun doch geöffnet werden konnte:

WHITEOUT2

Werkschau des Künstlerverbandes NEUE GRUPPE e.V. 

22.05. - 20.06.2021


Zum Ausstellungsthema heißt es:

Als Whiteout wird jene Helligkeit beschrieben, die bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Sonnenlicht zu beobachten ist. Aufgrund einer diffusen Reflexion des Sonnenlichts und der damit einhergehenden minimalen Leuchtdichte kommt es zu einer starken Kontrastverringerung, das gesamte Blickfeld erscheint gleichmäßig hell, was wiederum ein Verschwinden des Horizontes zur Folge hat. Boden und Himmel verschmelzen nahtlos ineinander. 

Vereinfacht ausgedrückt scheint es um die Farbe Weiß zu gehen. Und das ergibt bei näherer Betrachtung durchaus faszinierende Bilder, Strukturen, Materialien, Konzepte und Skulpturen.

Es lohnt sich auch, im Anschluss an die Ausstellung zu Hause nach den einzelnen Künstlern zu "googeln" - hier ergeben sich viele neue Eindrücke und das eine oder andere Wissenswerte. Zum Beispiel über den Begriff "Steinschnitt" (wobei ich immer noch nicht weiß, wie der Bildhauer Dieter Kränzlein das Papier bedruckt hat). 

Die Werke sind zwar auch auf der Webseite des KUG zu sehen, aber können bei weitem nicht die Betrachtung der echten Objekte ersetzen. Beim Abfotografieren der Werke gehen  zwangsläufig 3D-Effekte verloren, die Feinheit der Strukturen, die Größe, die raffinierten Farbveränderungen beim Betrachten aus verschiedenen Winkeln. 

Ausstellende Künstler: