Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Donnerstag, 11. Januar 2018

Werkschau von Mariana Steiner - Vernissage am 2.2.2018

Mein ganz persönlicher Tipp:


Mariana Steiner
Werkschau: "Wegweisende Anspielung"


 Vernissage am Fr. 2.2.18 um 19:00 Uhr

Musik: Cornelie Bergius und Johannes Klier

PanAmericanArte Galerie


Ausstellungsdauer: 03.02.17 - 10.03.2018
Do./Fr. 14:00-19:00 Uhr, Sa. 11:00 - 17:00 Uhr
Galerie: Watmarkt 6 Regensburg


Hands Pack (Friends)
von Mariana Steiner

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass wir hier in Regensburg eine ganz besondere Künstlerin haben: Mariana Steiner. Sie ist nicht einfach nur die Mitinitiatorin des PanamericanArte-Projekts, als der sie einem größeren Publikum bekannt wurde, sondern eine vielseitig begabte Künstlerin.

Alleine ihre  Arbeit mit Blinden am Regensburger Blindeninstitut - im ersten Moment reichlich paradox klingend - ist ein höchst faszinierendes Thema, für das sich eine Unterhaltung mit ihr lohnt.

Und ein Teil der Bilder, die sie in ihrer Werkschau zeigt, hat auch mit dem Thema zu tun.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Buchvorstellung - Die Schleppschifffahrt auf der Donau

Link zum Pustet-Shop (einfach hier klicken)

Zu Weihnachten erhielt ich als Geschenk das brandneue Buch von Klaus Heilmeier über die Geschichte der Schiffahrt auf der Donau: "Raddampfer, Motorschiffe und Schleppzüge".

Ich war schon vorher interessiert an dem Buch, denn ein MZ-Artikel mit der Überschrift "Senesationsfund: das erste Foto der Stadt" vom 21.12.2017 hatte das Buch vorgestellt. Und war nicht nur wgen alter Regensburg-Fotos neugierig auf das Buch, sondern auch wegen der Geschichte der Flussfahrt - darüber hatte ich bereits früher recherchiert und berichtet.

Das sehr umfangreiche Buch und relativ großformatige Buch war deshalb eine angenehme Überraschung. Und das Buch ist empfehlenswert, wenn man sich für das Themengebiet interessiert.


Freitag, 5. Januar 2018

Einen Moment bitte! Oder zwei? Wunderschöner Bildband über Bayern-Böhmen

Beim Stöbern im Buchladen habe ich heute eine Perle entdeckt: ein wunderschönes, inhaltlich interessantes und fotografisch gelungenes Buch über das bayerisch-böhmische Grenzgebiet. Gemessen am Preis-Leistungsverhältnis ist das Buch mit seinen 22,- Euro außderdem günstig.

Titel: Einen Moment bitte! Oder zwei?: Begegnungen über die bayerisch-böhmische Grenze. Mit Texten und Fotografien von Johannes M. Haslinger, Herbert Pöhnl und Bernhard Setzwein (Bayerische Geschichte)
          Amazon-Bildeinbindung:
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Montag, 1. Januar 2018

Frühlingshafter Jahreswechsel in Regensburg

Unglaubliche Temperaturen um 12 Grad  bewirkten ein Gefühl des Frühlings am Silvestertag.

Die milden Temperaturen setzten sich am Neujahrstag fort. Hinzu kamen blauer Himmel und eine extrem glasklare Sicht, was ein zauberhaftes Licht auf die Regensburger Szenerie warf - und mir einen Anflug von Optimismus für das neue Jahr bescherte.



Spaziergänger am Unteren Wöhrd - 31.12.2017





Blick von der Steinernen Brücke auf den Beschlächt - 1. Januar 2018


Mittwoch, 27. Dezember 2017

Heiligabend in Regensburg - 2017


Weil ich die Tradition der letzten Jahre nicht brechen wollte, wonach ich am Weihnachtstag Fotos in Regensburg knipse, machte ich am 24.12. nachts noch einen Abstecher auf den Unteren Wöhrd, als ich gerade unterwegs nach Hause war. Denn tagsüber hatte ich keine Zeit für Kamera-Streifzüge.

So entstanden doch noch ein paar Erinnerungsfotos.

Der Dom, gesehen vom Aufgang zum Eisernen Steg - 24.12.2017 kurz vor Mitternacht

Dienstag, 26. Dezember 2017

Regensburg in alten Karten - Teil 2

Fortsetzung von



Irgendwann bin ich neugierig geworden - würde ich Regensburg auch auf gaaanz alten Karten finden? Zum Beispiel in der berühmten Ebstorfer Weltkarte, oder der Walsperger Weltkarte, oder gar der Tabula Rogeriana aus 1154?

Und ich erlebte eine hammermäßige Überraschung nach der anderen.

Wertvolle Unterstützung habe ich mittlerweile bei einem Freund gefunden, dem Regensburger Kunsthistoriker Werner Mayer, der sich gut mit alten Handschriften auskennt. Denn die  Karten vor 1500 sind meist nicht gedruckt, sondern handschriftlich, und oft lateinisiert.

In der Zeit um 1500 verursachte der Buchdruck eine Revolution wie heute das Handy. Innerhalb kurzer Zeit wurden vor allem Wissensbücher gefragt, über Anatomie oder über Erdkunde. somit auch Karten und Atlanten.

Gleichzeitig entwickelten sich Holzschnitt und Kupferstich, die notwendig waren, um in den Büchern die Bildelemente zu drucken, z.B. Stadtansichten oder Landkarten. Und mit diesen gesonderten Druckplatten konnte man natürlich auch die Karten - unabhängig von Büchern - völlig isoliert drucken und vervielfältigen.

Die Karten vor ungefähr 1500

Ich habe festgestellt, dass man auch in der Kartographie zwei Welten unterscheiden könnte: die Karten ungefähr nach 1500, und die davor.

Ich persönlich erkenne drei Hauptunterschiede:
  • Die Karten davor waren in der Regel nicht gedruckt, sondern handschriftlich. 
  • Die früheren Karten waren meist Weltkarten, während nach 1500 begonnen wurde, einzelne Länder zu kartographieren. 
  • Und ein dritter Unterschied ist vorhanden: die so genannte "Neue Welt" war in den alten Karten nicht bekannt. Also vor allem Amerika, später Australien, Neuseeland und andere Länder.

Dass es mehr gibt, als Europa, Afrika und Asien entdeckte man zufälligerweise auch erst in der Zeit des Buchdrucks. Neuere Weltkarten wurden deshalb oft als "Neue Welt" bezeichnet. Und die früheren Karten enthielten nur die drei Kontinente Europa, Asien und Afrika. Es waren Weltkarten, mappae mundi. Meist in Radform, oder, wenn die Karte für Seefahrer gedacht waren, als "Portolankarten", mit eingezeichneten Kompassrosen-Linien.

Bei diesen Weltkarten ging es auch weniger um kartographische Genauigkeit, sondern der Verfasser hat versucht, das zusammengetragene Wissen um Flüsse, Länder und Städte mehr oder weniger symbolisch darzustellen.

Da es keinen Buchdruck gab, nur Bibliotheken mit handschriftlichen Büchern und Reisende und Gelehrte als Informationsquellen, war es für den Verfasser unglaublich schwer, an Informationen zu kommen.  So fanden wir in der Herford-Karte die Stadt Regensburg wahrscheinlich zweimal, einmals als Remesburgh, eimmal als Ratisbon, und jeweils leicht falsch verortet (einmal am Lech, neben Augsburg, einmal an der Isar). Möglicherweise hatte der Verfasser im einen Buch eine Information über eine Stadt mit Namen "so ähnlich wie Ratisbon" und aus einer anderen Informationsquelle über eine Stadt, die "so ähnlich wie Remesburgh" hieß!? Andere Karten waren bezüglich Regensburg erstaunlich genau.

Die im Laufe der letzten Monate geschriebenen Artikel über meine Kartenentdeckungen  habe ich heute auf meinem Blog "Regensburg historisch" freigeschaltet.

Hier im Regensburger Tagebuch bringe ich eine Zusammenfassung.

Für die Rätselliebhaber habe ich mir die Mühe gemacht, hier keine Lösungen zu verraten, nur Links zu den besten Internetquellen mit der Originalkarte. So können Sie selbst suchen. Wenn Sie die Lösung suchen, können Sie den entsprechenden Blog-Artikel auf "Regensburg historisch" ansteuern.



Regensburg in: der Katalanische Atlas von 1375


Katalanischer Weltatlas 1375,  Gesamtansicht. Die Beschriftung im oberen Teil ist kopfstehend
Volle Auflösung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1375_Atlas_Catalan_Abraham_Cresques.jpg

Wo ist Regensburg? Das findet ihr im Blog-Artikel: https://regensburg-historisch.blogspot.de/2017/12/1375-regensburg-im-katalanischen-atlas.html

Regensburg in der Walsperger Weltkarte von 1448

Montag, 25. Dezember 2017

Video - Jahresrückblick 2017 Regensburger Tagebuch

Mein persönlicher Jahresrückblick mit Foto-Impressionen aus dem Jahr 2017 als Bilder-Show.

(Update, 26.12. abends: ich habe das Video neu erstellt, jetzt ist es vollständig)


 

Die letzten zwei Bilder stammen vom 24.12.2017, kurz vor Mitternacht. Die anderen Bilder habe ich bewusst nicht kommentiert, damit Rätselfreunde ihren Spaß daran haben.

Direkt auf youtube ansehen: https://youtu.be/e0TmTZgmTPg

Musik: Drone in D von Kevin MacLeod ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution license (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) lizenziert.

Quelle: http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1200044

Interpret: http://incompetech.com/

Donnerstag, 21. Dezember 2017

La La Land - Live in Konzert am 7.1.2018 in der Donau-Arena

Es ist offiziell: Das Heart Chor Ensemble+ singt bei "La La Land - Live in Konzert" am 7. Januar.

Der Chor freut sich darauf, mit einem LiveOrchester aufzutreten, und vor allem: einmal mit Ryan Gosling zu singen.


Die Anfrage kam im Oktober und der Chor war sofort begeistert. Es haben sich 20 Sänger*innen des Heart Chor zusammen gefunden, die sich bereits seit einigen Wochen intensiv auf das Konzert vorbereiten.

Im Konzert wird der Film mit den Solisten auf der Leinwand zu sehen sein, ein Orchester wird den Score live einspielen und der  Heart Chor singt die chorischen Stellen.

Bei der "La La Land in Concert"-Tour in Deutschland spielt offenbar ein mehr als 100-köpfiges Symphonieorchester zusammen mit jeweils einem  ‎Chor und sorgen so live für die musikalische Untermalung des Films. ‎ Eine Kombination Film und Live-Act also. Die Tour wurde offenbar nur für die ersten Januarwochen 2018 geplant und geht von Linz über Graz, Wien, Regensburg, Regensburg, Berlin Stuttgart bis Hamburg (siehe hier)


Sonntag, 17. Dezember 2017

Regensburg auf alten Karten, Teil 1

Regensburg auf historischen Karten - eine Sammlung mit mehr als 21 Ausschnitten aus Karten ab 1450.

Regensburg in einer der Bayern-Landtafeln von Philip Appian
https://www.ldbv.bayern.de/produkte/historisch/landtafel.html

Karte von Paolo Forlani über das Herzogtum Bayern, erschienen ca 1500-1599
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b84421004/f1.item.r=bavaria.zoom



Regensburg in einer der Atlas-Karten vom "Abbe de Dangeau"; 1693
mehr Infos: 1693 - Regensburg im Atlas vom Abbe de Dangeau

Abenteuer Atlanten und Landkarten


Wenn Sie noch Zeit übrig haben, um sich selbst etwas zu Weihnachten zu schenken: blättern Sie doch mal in der Buchhandlung in Büchern über Kartographie.

Das ist ein unglaublich spannendes Thema, das mich nun schon seit mehr als 15 Jahren fasziniert und mich jeden Tag aufs Neue überrascht und begeistert.

Dabei greife ich nicht nur auf die Karten-Archive im Internet zurück, oder die youtube-Video-Dokus, sondern kaufe und lese immer wieder mal richtige Bücher. Ohne Bücher geht es eigentlich nicht. Erst diese erklären die Hintergründe und Zusammenhänge, und über diese wird man auf die interessanten Karten hingewiesen, die man dann zusätzlich im Internet suchen kann, damit man sie hochauflösend zoomen und betrachten kann.

Und wenn man dann ein großformatiges Buch vor sich hat, also einen Bildband, dann ist man sofort überzeugt und gefesselt. Der letzte Bildband, den ich vor einem halben Jahr gekauft habe (siehe unten), hat zwar 78 Euro gekostet, aber ich habe das nie bereut. Bis heute schlage ich dort immer wieder auf, wenn Bekannte kommen, dann lassen die vor Begeisterung nicht mehr los, und ich entdecke dort bis heute interessante Hinweise auf Karten, über die ich zusätzlich im Internet recherchiere.



Schnell merkt man, dass die Karten nicht nur schön sind, nein, man beginnt die die Technik des Kupferstichs wahrzunehmen. Oder deren nachträgliche Kolorierung (siehe Video weiter unten).

Interessant ist ferner, wie sich in den Karten zwichen 1500 und 1800 die neuen (bis dahin unbekannten) Erdteile wie Nordamerika, Südamerika Australien etc. herausschälen (Beispiele weiter unten). Spannend (und für viele schon ein Hobby für sich) sind auch die traditionell eingearbeiteten Seeungeheuer in den Meeren, oder die Einzeichnung von "Paradies" oder die Wohnorte von "Gog und Magog" in ganz alten Karten.

Wenn man dann noch die ganz alten Karten vor Einführung des Buchdrucks entdeckt, die Ebstorfer Weltkarte z.B., und die näher untersucht, wird es auf andere Weise spannend, vor allem für Rätselliebhaber: wo ist dort die Heimat? Die Donau, in unserem Fall, oder  Regensburg selbst

Gar nicht einfach, wenn auf der Karte der Norden nicht oben ist, und wenn die Ersteller nur ungenaue Informationen über die Länder, Städte und Flüsse hatten.


Zwei Beispiele aus der David-Rumsey-Sammlung

Um das alles näher zu erklären, habe ich zwei Karten aus zwei wunderschönen Atlanten herausgesucht, den Atlas von Pieter Goos, 1676 und einen Atlas von Blaue aus 1665.

Beide Karten sind zoombar! Sie können in die Details hineinzoomen.
Die Karten sind aus dem kostenlosen Online-Archiv der David Rumsey Stiftung, dich ich vor 15 Jahren entdeckte und immer wieder besuche. Ich habe die zoombare Versionen hier direkt eingebunden, mit einem Klick auf jeweils die rechte obere Ecke kommen Sie zu davidrumsey.com und können dort in voller Bildschirmgröße arbeiten

ATLAS VON GOOS

Der Atlas von Pieter Goos, 1676, ist nur einer von vielen wunderschönen Atlanten aus der Frühzeit des Buchrucks. Zommen Sie hinein indie Details und entdecken Sie die  Schönheit und die faszinierende Technik des Kupferstichs zeigt, der für diese Bücher verwendet wird. Bedenken Sie: jeder Strich aus einer gewöhnlichen Schattierung musste in die Kupferplatte "gestochen" werden.

Die hier ausgewählte Seite - ein Gesamtweltdarstellung vor allem in Betrachtung der damals "neuen Welt" in der Variante von zwei Kugeln, zeigt auch die faszinierende Unvollständigkeit einiger Erdteile, die auf allen Karten zwischen 1500 und 1800  prägend waren: Nordamerika noch unvollständig, Arktis noch unbekannt, Australien = New Holand unvollständig.

Mit jeder Rückkehr eines Seefahrers, mit jedem Reisebericht, konnten die einzelnen Kartenverleger wieder mehr Details hinzufügen.

Sie können die linke Textspalte wegklicken, und wenn Sie mit derMaus über das Bild gehen, erscheint der Zoom-Regler





Wie geht's Yorki

Yorki; hier mit Kater Fritzi, der im letzten Jahr von uns ging.
Der Frosch ist noch da.

Yorki erholt sich immer noch von der komplizierten Operation am zersplitterten Hinterbein; die letzte OP war vor drei Wochen.

Er muss sich schonen. Also hüpft er auf drei Beinen von einem Liegeplatz zum anderen, und nimmt zu.

Einmal täglich darf er vor dem Haus am Gehweg auf und ab schnuppern. Mit drei Beinen hat er ein nettes Tempo drauf und das sieht auch lustig aus. Seit zwei, drei Tagen benutzt er ab und zu das operierte Bein zum Auftreten, nur jeweils ein paar Meter. Das sieht weniger lustig aus, eher mitleiderregend. Aber es ist eine gute Entwicklung.

Samstag, 16. Dezember 2017

Die Regensburger Weihnachtsmärkte - eine erfreuliche Entwicklung




Vergesst den Nürnberger Christkindlmarkt, sagt ich. Der war schon vor 40 Jahren ein unbequemes Gedränge, und daran hat sich nichts geändert. Da haben wir Schöneres zu bieten.

Die zwei französischen Austauschstudentinen, die derzeit bei uns im Haus wohnen, hatten den Nürnberg Christkindlamrkt besucht - weil nun mal jeder bayerische Reiseführer über den dortigen Christkindlmarkt berichtet. Und sie flohen dann irgendwann von dessen Enge.

 Und so mussten wir den erstaunten Studentinnen erzählen, dass wir in Regensburg auch sehenswerte Christkindlmärkte haben. Die sogar noch gemütlicher und schöner sind. Und von denen es mehr als einen gibt.

Ich zeigte ihnen die Fotos aus den letzten Jahren und wir erzählten ein bisschen von der Geschichte und den einzelnen Märkten. Zum Beispiel der Neupfarrplatz-Christkindlmarkt, der ursprünglich der einzige war, dann ab 1982 der bezaubernde Kunsthandwerkermarkt am Kohlenmarkt und Haidplatz,  der damals ein ersehnte Alternative war, und seit ein paar Jahren der noch "alternativere" Adventsmarkt der Stadtmaus im Spitalgarten,  seinem Lagerfeuer und den Blick auf den beleuchteten Dom. Aber solche Äußerlichkeiten zählen nicht. Entscheidend ist, dass dieser Adventsmarkt eine besondere Atmosphäre hat, wo die Leute nicht die Buden abklappern, sondern sich treffen, zusammenstehen und gemütlich und kultiviert plaudern.

Ein Treffpunkt also, so wie die Altstadt-Cafes in den Sommernächten.

Und genau diese Atmosphäre hat sich mittlerweile auch am Neupfarrplatz entwickelt, der in meinen Augen früher etwas trostlos war - Läden mit 08-15-Weihnachtsschmuck und ein paar Ess-Buden, wo man sich versorgte und weiterging. Selbst noch vor vor 10 Jahren, als ich dort mit dem Heart-Chor auftrat, versuchten angetrunkene Jugendliche aus dem Bayerischen Wald zu stören - nur mit unserer Schlagfertigkeit konnten wir sie im Zaum halten. Aber damals begann sich der Markt schon zu ändern.

Und mittlerweile hat sich dieser Weihnachtsmarkt ganz wunderbar entwickelt - die Qualität der Produkte ist schöner geworden, die Auswahl von Essen und Trinken geht weit über Knacker und Bratwurst hinaus, aber vor allem: der Markt entwickelte sich zum Treff für Jung und Alt, für Touristen und Einheimische, die sich dort treffen und in immer kultivierterer Atmosphäre austauschen.

Gut für diese Entwicklung ist sicherlich, dass es neutrale Stehtische gibt. Man versorgt sich mit Getränken und Essen aus der Umgebung, und stellt sich dann zusammen - und langsam dürfte uns allen klar werden, dass die oft als "Fressbuden" verschmähten Versorger von Essen und Trinken eigentlich nichts Schlechtes sind. Jedenfalls, wenn man hier nicht einfach kauft und ohne Genuss weiterhastet. Sie haben die Funktion von Cafes und Restaurants übernommen, in denen man sich mit Freunden trifft, und genießt. Was soll daran schlecht sein? Und dass es neben Knacker und Bratwurst auch Crepes, Apfelstrudeln, Dampfnudeln, Mähburger (im Spital) und noch so viel mehr gibt, finde ich einfach klasse. Auch Traditionen haben sich entwickelt, und sie dürfen sich weiter entwickeln.

Dass ich einmal ein Befürworter von Christkindlmärkten werde, und bis jetzt sogar mehr als einmal in die Stadt wanderte, hätte ich früher nicht gedacht. Hier ein paar Fotos aus den letzten Jahren.


Der von der Stadtmaus organisierte Spitalgarten-Adventsmarkt