Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Mittwoch, 14. April 2021

cinescultura-Ausstellung in der Stadtbücherei: UNESCO Welterbe-Städte in Spanien

Fotoausstellung "Spanisches UNESCO Welterbe" 12.4. bis 22.5.2021

Eigentlich wäre es jetzt wieder soweit: das alljährliche Film-und-Kulturfestival "CinEsCultura" würde starten, wie fast jeden Frühjahr seit 2008. Aber wie schon im letzten Jahr funkt Corona dazwischen. Letztes Jahr wurden dann viele Angebote zumindest im Herbst in irgendeiner Form nachgeholt.

Auch dieses Jahr kann das Festival in der sonst üblichen Art nicht stattfinden. Trotzdem hat sich das Team um Pedro Álvarez Olañeta intensiv eingesetzt, um zumindest ein paar Angebote zu schaffen. 

Dazu gehört unter anderem  eine von cincescultura organisierte Fotoausstellung in der Stadtbücherei, die in den letzten still und leise startete:

Spanisches UNESCO Welterbe
Fotoausstellung

Stadtbücherei am Haidplatz

12.04.2021 bis 22.05.2021

Wegen der Öffnungszeiten: siehe am besten https://www.facebook.com/stadtbuechereiregensburg/

Siehe zur Ausstellung auch: Vorankündigung auf regensburg.de und der Stadtbücherei


Weitere cinescultura-Angebote

Dank der  Informationen von Antonia Kienberger kann ich noch auf folgende Planungen hinweisen:

Abriss-Doku Schenkergelände 4.5.2015 - Teil 2

Fortsetzung zu Teil 1:

https://www.regensburger-tagebuch.de/2021/04/abriss-doku-schenkergelande-452015-teil.html

Abriss-Doku Schenkergelände 4.5.2015 - Teil 1

Am 4. Mai 2015 dokumentierte ich in fast 800 Fotos den Zustand des Schenker-Gelände-Abrisses. Ich wusste, in den nächsten Tagen werden auch die letzten Kern-Gebäude entfernt. Und ich hatte nur noch an diesem Wochenende Zeit, um die Foto-Dokumentation der vorangegangenen Monate bzw. Jahre zu ergänzen. 

Begonnen hatte ich bei schlechtem Wetter mit einem Spaziergang die Ladehofstraße entlang, immer in Begleitung mit Yorki, der damals noch laufen konnte. Am Ende der Ladehofstraße waren überraschend die Tore offen, so dass ich auf dem Gelände zurück wandern konnte. Nachdem ich schon hunderte von Fotos gemacht hatte, die wegen des schlechten Wetters nur noch dokumentarischen Wert haben sollten, kam es zur großen Überraschung: in der letzten halben Stunde vor Sonnenuntergang riss die Wolkendecke auf, die Sonne kam heraus, und ich hatte Gelegenheit zu herrlichen Foto-Impressionen in dieser Ruinenlandschaft.

Ich hatte diese Bilder bisher weder überarbeitet noch veröffentlicht. Das hole ich hiermit nach, indem ich eine Auswahl der Bilder zeige. Mit Rücksicht auf die Ladezeit habe ich die Bilder auf 2 Blogartikel verteilt. 

Es ist vielleicht ganz gut, dass ich die Bilder erst jetzt veröffentliche - heute, nachdem dieses Areal längst bebaut und bewohnt ist. Hier erst werden diese Rückblicke wirklich interessant.


Die Stadtanwicklung dieses Areals hatte ich schon vorher in zahlreichen Artikeln dokumentiert. Hier ist eine Liste:



Das waren die am 4.5.2015 noch vorhandenen Gebäudeteile. Mein Spaziergang beginnt in der (damals noch so heißenden) Ladehofstraße an der Kreuzung, die Ladehofstraße (im Foto von rechts nach links) entlang, weiter hinten auf das Gelände und dann auf dem Gelände zurück.

Die am 4.5.2015 noch vorhandenen Gebäudeteile

Dienstag, 13. April 2021

Kurzfilmwoche - morgen um 19.00 Uhr Live-Stream zum Architekturfenster-Programm

https://youtu.be/Z9q3wpPl0dA


Im Rahmen des Degginger Jahresthemas "Nahsicht Architektur" und des kulturellen Jahresthemas "Nahsicht" des Kulturreferats, präsentiert die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg verschiedene Filme aus ihrem Architekturfenster-Programm

Die Veranstaltung ist Teil des Austellungszyklus "Architektur in Bewegung" - organisiert zum 50.-jährigen Jubiläum der Bayerischen Architektenkammer.

Gestreamt wird die Veranstaltung über den YouTube-Kanal und im facebook-Kanal von Degginger.

Hier die youtube-Adresse:

https://youtu.be/Z9q3wpPl0dA

Dieser Livestream wird finanziert vom Clustermanagement Kultur- und Kreativwirtschaft, dem Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen, dem Bundesverband Soziokultur und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Eintritt frei | keine Anmeldung notwendig 


Dienstag, 6. April 2021

Aprilscherz von Ringlstetter - Kanzlerkandidat gesucht

Das war er also, der Aprilscherz von Hannes Ringlstetter: eine Anzeige in der Mittelbayerischen Zeitung, in der die "Union" einen Kanzlerkandidaten sucht. Ein paar Tage später gab es es ein Interview in derselben Zeitung (hier das zugehörige Video, das auch für Nichtabonennten frei ist). 

Im Fernsehen sah ich eine Aufzeichnung einer Ringlstetter-Show, die offenbar noch vor dem 1.4. gemacht wurde, denn er deutet dort nur an, dass da noch etwas mit der "Mittelbayerischen Zeitung" kommen werde, über das er jetzt noch nicht reden wolle.

Dass es mehr Satire als Aprilscherz ist, liegt daran, dass man den fake erkennt. Spätestens am Ende, wenn für die Bewerbungen als E-Mail-Adresse "ringlstetter@br.de" angegeben wird.

So richtig Wellen geschlagen hat die Aktion aber noch nicht. Bei einer google-Suche finde ich fast nur MZ-Seiten. Aber vielleicht kommt das noch.

Also - zu Dokumentationszwecken zeige ich hier die Anzeige:




Montag, 5. April 2021

Vorstellung: die Kulturzeitschrift "Lichtung"

Durch meinen Sohn und meine Schwiegertochter habe ich in den letzten Jahren erfahren, wie reich der ostbayerische Raum zwischen Bayerischem Wald und Landshut an Kunst und an Künstlern ist. Und zwar Künstler mit überregionalem Ruf und mit wirklich interessanten Portfolios.  

Die beiden waren es auch, die mir letztes Jahr ein Abo der Zeitschrift "lichtung" schenkten. Sie wussten von meinen Interessen und dass ich, wenn ich im Palletti sitze, das Kulturjournal von Peter Lang von vorn bis hinten durchackere. Sie waren der Ansicht, die Zeitschrift könnte mir gefallen. Zu Recht.

Diese Zeitschrift möchte ich heute vorstellen, denn sie könnte den einen oder anderen interessieren. 


Wikipedia beschreibt die Zeitschrift so: "die regionale Zeitschrift bringt Hintergrundberichte zu regionalen Themen und stellt Schriftsteller, bildende Künstler und Musiker aus Niederbayern und der Oberpfalz vor. Als einziges Magazin stellt es einen umfangreichen Kultur-Veranstaltungskalender für ganz Ostbayern zusammen".

Ähnlich wie im Kulturjournal geht es natürlich nicht nur um Kunst, sondern auch um Gesellschaft, Theater, Literatur, Film und anderen kulturellen Themen. Und wichtig für uns Regensburger ist: auch das Kulturleben unserer Stadt wird erfasst.

Die aktuelle Ausgabe, die vor zwei Tagen eintraf, enthält unter anderem
  • ein interessantes Interview mit Hannes Ringlstetter durch Harald Dobler (letzterer ist übrigens Gitarrenlehrer, Liederbuchautor und Musiker.)
  • ein Artikel über den (letztes Jahr verstorbenen) Werner Hofbauer anlässlich 50 Jahre Ostentor-Kino - sehr schön geschrieben von Florian Wendtner ( "Mit dem Ostentor-Kino hatte die aus dem Boden gestampfte Uni oben am Berg endlich eine kleine Freundin unten in der Stadt"...)
  • Ein Portrait über Peter Litvai, der in Landshut eine Fotogalerie betreibt (beim Theater tätig, Schwerpunkt Architektur und Streetfotografie)
  • ein Beitrag über die Ketzerverbrennung auf dem Domplatz vor 600 Jahren, als Ulrich Grünsleder hingerichtet, wurde
  • ein Artikel über Populismus
  • ein Portrait über Anna Zisler, die die isrealitische Kultugsgemeine Straubing leitet,
  • ein Artikel über den Ausschwitz-Überlebenden Jakob Haiblum;
Ferner gibt es
  • ein Dutzend Buchvorstellungen, darunter einige, die Regensburg betreffen (siehe unten)
  • Vorstellungen einzelner Künstler und deren Ausstellungen in Marchhäuser, Waldmünchen, Straubing, Passau
  • und natürlich den zentralen Veranstaltungskalender mit Veranstaltungen von Landshut bis Weiden, Passau bis Regensburg (sortiert nach Ausstellung, Theater, Konzerte, Kabarett) - eine gute Ergänzung zum VA-Kalender des Kulturjournals
Weitere Artikel betreffen
  • das Kunstmuseum "Spital in Hengersberg" während der Coronazeit
  • das "Waldzeit-Projekt" Thoreau 2.2, wo sich Kreative eine Woche lang von der Atmosphäre des Wildniscamps im Nationalpark Bayer. Wald inspriieren lassen
  • den Planetenweg am Wanderweg Bad Kötzting,
  • das neue Aufkommen der Wölfe
  • Versöhnungsmarsch Brünn (Gedenkmarsch Pohrlitz nach Brünn, von der österr. Autorin Ursula Wiegele),

Von den Buchbesprechungen  (insgesamt 12 im Heft) sind mir aufgefallen:

  • Buch von Jürgen Huber und Kevin Coyne, "Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen" aus Giselaverlag Regensburg (ja, "unser" Jürgen Huber, Künstler und ehemaliger Bürgermeister!), 
  • Helmut Hoehn, "Im Land der letzten Welterklärern - Die Eierkopftrolle im Matriarchat."
    Es ist das zweite Buch über die Eierkopftrolle, ein satirisches Märchenbuch für Erwachsene, 2020 erschienen (Hoehn ist bekannt mit Wurstkuchlhund u.a. illustrierten Büchern)
  • Jan Reiser und Johan Wax (auch hier: ja, gemeint ist "unser" Hans Wax) mit dem Titel "In rauer Nacht", edition buntehunde Regensburg,
  • ein Buch vom Kabarettisten Michael Altinger, Rampensau ohne Bühne 
  • weitere 7 Bücher von Autoren, die mir bitte verzeihen, dass ich sie nicht alle nenne

Sonntag, 4. April 2021

Ein Brunnen mit Wein und Goldmünzen ins Volk - Krönungsfeierlichkeiten im alten Regensburg

Detail aus: "Krönungsfeierlichkeiten Ferdinand IV 1653 in Regensburg": der Kampf um den fließenden Wein am Weinbrunnen


Na, das nenne ich doch mal eine Feier: ein Brunnen wird errichtet, wo Rotwein und Weißwein fließt, ein Ochse wird gebraten, der kostenlos verteilt wird, und jemand reitet durch die Menge und wirft Gold- und Silbermünzen unter die Leute.

So etwa lief das ab, wenn früher ein Kaiser oder König gekrönt wurde. Was oft auch in Regensburg geschah, so zum Beispiel 1653 bei der Krönung von Ferdinand IV.

Das kann man schön sehen in einem Flugblatt aus dem Jahre 1653, von mir vor kurzem entdeckt auf bavarikon.de. Es zeigt die Krönungsfeierlichkeiten von Ferdinand im Jahre 1653 in Regensburg, und ist beim ersten Hinsehen erst mal unscheinbar.

Samstag, 3. April 2021

Online-Archiv "Regensburg historisch" auf neuesten Stand gebracht


Die letzten zehn Wochen habe ich mein Online-Archiv "Regensburg historisch" auf einen neueren Stand gebracht. 

Das ging Hand in Hand mit dem Aufräumen meiner Festplatte. 4102 Bilddateien haben sich in meinem Ordner "regensburg-historisch-eingang" im Lauf der letzten Jahre angesammelt,  und sie mussten sortiert, zugeordnet, umbenannt und in die endgültigen Ordner für Fotos, Graphiken und Landkarten verschoben werden. Dass es so viele sind, lag daran, dass ich oft von einer zoombaren Grafik Screenshots der Ausschnitte anfertigte (Beispiel hier). In Wirklichkeit waren es nur knapp über 1000 Werke - Graphiken, Fotos, Ansichtskarten oder Landkartenausschnitte.

Soweit ich die Bilder datieren konnte und sie urheberrechtsfrei sind, habe ich sie zusätzlich auf "regensburg-historisch.blogspot.de" hochgeladen und um Notizen und Fundstellen ergänzt. 

Diesen Blog hatte ich 2011 angelegt. Es war als Hilfestellung für mich gedacht, damit ich  mich bei meinen Recherchen über die Geschichte von Regensburg besser zurecht finde. Von Anfang an aber habe ich die meisten Beiträge online sichtbar gestellt, damit andere auch etwas davon haben. 

Allerdings hat das einen Haken, das muss ich zugeben: die Notizen über die gefundenen Graphiken sind laienhaft, es sind meine persönlichen Erkenntnisse und wenn ein Fachkundiger drüber geht, wird er an manchen Stellen die Hände über den Kopf schlagen. So ging es mir ja auch selbst in den letzten Tagen, wenn ich alte Einträge aufbesserte.

Insofern hat das Archiv keinen wissenschaftlichen Wert. Trotzdem glaube ich, dass es für Dritte hilfreich ist, darum lasse ich den Blog weiterhin öffentlich lesbar laufen. 

Bei meinen Freunden auf "Regensburger damals" und bei einem bestimmten Bekannten (der jetzt genau weiß, dass ich ihn meine) möchte ich mich herzlich für alle Fehler entschuldigen. Es ist noch viel zu tun, aber ich muss zwischendurch wieder andere Prioritäten setzen.

Donnerstag, 1. April 2021

Von Schuhgeschäften und Corona-Ostern in Regensburg

Laut der Webseite der Stadtverwaltung (regensburg.de) liegt die Inzidenz in Regensburg aktuell (1.4.2021)  bei 160,7.  Also über 100. 

Die über Ostern gültigen Regeln fasst die Stadt auf dieser Unterseite zusammen: https://www.regensburg.de/aktuelles/coronavirus/corona-regelungen

Dazu gehört: 

  • Da der Wert über 100 liegt,  darf man maximal eine weitere Person treffen, die nicht dem eigenen Haushalt angehört. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben. Sofern Besuch aus einem anderen Landkreis empfangen wird, gelten die Regelungen des aktuellen Aufenthaltsorts.
  • Nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr.

Testzentrum am Dultplatz Öffnungszeiten:

  • Karfreitag, 2. April 2021: 8 bis 12 Uhr (nachmittags geschlossen)
  • Karsamstag, 3. April 2021: 8 bis 12 Uhr (nachmittags geschlossen)
  • Ostermontag, 5. April 2021: geschlossen


Schuhgeschäfte:

Und gerade vorhin - während der letzten Unterrichtsstunde vor den Ferien - platzt eine Umschülerin mit der Nachricht heraus, dass die Schuhgeschäfte wieder öffnen dürfen. Ein Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs hätte dafür gesorgt.



Das hielt ich zuerst für einen Aprilscherz, genauso wie die Pressemitteilung auf der Webseite des VGH. 

Regensburg damals - das Osterberghaus in Steinweg


Das Osterberghaus war eine Gaststätte in Steinweg, auf dem Weg rauf zur Dreifaltigkeitskirche. Es gehörte in den 50er Jahren einer Pfarrei und stand unter der Leitung eines Pfarrers. Mittlerweile sind es Veranstaltungsräume der "Freien Christengemeinde Regensburg".

Meine hier schön öfter mal erwähnte "Tante B" erzählte mir, dass sie dort als Bedienung arbeitete. Das müsste dann Anfang der 50er Jahre gewesen sein.

Gastwirt war ein Herr Schönsteiner, er hatte laut meiner Tante eine rundliche Frau (die als Wirtin mitarbeitete) und zwei  Söhne. Alle seien sehr freundlich gewesen - es war eine sehr schöne Zeit und ein angenehmes Arbeitsklima. 

Am Sonntag bekamen die Kinder kostenlos beliebig viele Knödel mit Soße.

Mittwoch, 31. März 2021

Foto vom Rathausplatz aus dem Jahr 1895

Als ich vor ein paar Wochen auf der Geschichtsplattform "bavarikon.de" nachsah, ob in den letzten Jahren Neues zum Suchbegriff Regensburg eingegeben wurde, war ich überrascht. Nicht dass es Neues gab, das war zu erwarten, sondern dass so Einiges aus den Beständen des Historischen Museums auftauchte. Darauf habe ich lange gewartet. Die  von mir langersehnte Digitalisierung der geschichtlich wichtigen Zeichnungen von Bahre war zwar nicht dabei, aber immerhin fangen die Regensburger an, ihre Bestände der Welt zu zeigen.

Aufgefallen ist mir unter anderem dieses Foto aus 1895 vom Alten Rathaus - Reichssaalbau. IFotografie gab es damals schon, und wie man sieht, sah das Rathaus ganz passabel aus - im Vergleich zu den sonst bekannten Fotos aus der Nachkriegszeit.

Das Bild ist etwas komisch betitelt mit "1503 Altes Rathaus", möglicherweise eine Inventarnummer oder ein Versehen. Letztlich wird aber das korrekte Datum bei den Metadaten angegeben, eben 1895. Zur Verfügung gestellt vom Historisches Museum der Stadt Regensburg - Inventarnummer: FO 2

Wie immer auf bavarikon sind die Bilder zoombar. Damit kann man das Foto in höchster Auflösung durchforschen.

Link: https://www.bavarikon.de/object/bav:HMR-IRT-0000000000000002


Ausschnitte (Screenshots von höchster Zoom-Stufe)





"Erweiterte Beschreibung" auf bavarikon: 

Albumin, Fotografieabzug; Ansicht des Reichssaals und Aufgang des Rathauses außen sowie Straße neben Rathaus; Blick links auf das Gebäude mit Reichssaal und Erker; im Erdgeschoss links vom Erker Schild mit Aufschrift "J. Pleyer JuwelierGold und Silberarbeiter.", rechts neben Erker Schild mit Aufschrift "Joh. Deubner´s Schön- Färberei, Druckerei, Dekatir- und chemische Wasch- Anstalt."; an der linken Seite des Eingangs an der Ecke Schild mit Aufschrift "L. Mundigl Uhrmacher"; rechts nur kleiner Abschnitt sichtbar, Gewölbe gleich neben Aufgang; Straße neben Rathaus sichtbar; Bildrückseite: 535.

CC0

Dienstag, 30. März 2021

Werke von Fritz Koenig jetzt auf bavarikon.de

Vielen Regensburger Kunstfreunden ist dürfte der Name Fritz Koenig ein Begriff sein. Wenn nicht, lohnt sich ein wenig Beschäftigung mit ihm. Fritz Koenig ist ein international bekannter Bildhauer und Künstler aus Landshut, der 2017 gestorben ist.

Seine Werke wurden in Häusern wie den Uffizien ausgestellt. Percy Adlon hat  fünf Dokumentarfilme über ihn gedreht. Koenigs Kunstwerk "The Sphere" erlangte am 11. September 2001 traurige Berühmtheit: die Kugel überstand den Einsturz der beiden Türme des World Trade Centers in New York.

Bei einer Recherche über Neueinträge im Geschichts-Portal "bavarikon.de" entdeckte ich vor Wochen, dass das KOENIG-Museum Fotos von seinen Werken (urheberrechtsfrei) auf www.bavarikon.de eingestellt hat. Das ist Anlass für Kunstinteressierte zum Stöbern. 


Dabei schrieb die SZ noch im November 2017: Die Stadt Landshut muss entscheiden, wie sie mit dem Nachlass des Weltkünstlers Fritz Koenig umgeht. Kritiker befürchten eine Zerschlagung seiner Sammlung, OB Putz sieht sich zu Unrecht am Pranger.

Nun, was mit der Sammlung passiert ist, weiß ich nicht. Jedenfalls können wir Bilder von einigen seiner Werke auf bavarikon ansehen, wie üblich zoombar, und soweit ich das sehen kann, alle mit der Rechte-Deklaration CC0, so dass Leute wie ich sie auf ihrem Blog zeigen können






Es gibt auch zahlreiche interaktive 3D-Bilder. Das heißt, man kann das Objekt mit der Maus "anfassen" und in alle Richtungen drehen






Mirrorworld - Origineller Kupferstich mit spiegelverkehrter Darstellung von Regensburg

Vor Wochen habe ich bei  einer Internetrecherche  zufällig eine Rarität gefunden, und zwar auf der Auktionssuchmaschine lotsearch.de: ein origineller Stich, der 2016 vom Regensburger Auktionshaus Keup versteigert wurde. Verfasser unbekannt, datiert auf 17. oder 18. Jahrhundert 

Das Originelle an dem Stich, der mir sofort bekannt vorkam, auf dem aber doch etwas nicht stimmte: es scheint sich um eine spiegelbildliche Kopie eines Stichs von Leopold zu handeln. 



Stich "Ratisbonne" von Unbekannt; Quelle: lotsearch.de

Es gab damals viele Darstellungen von Regensburg von den Winzerer Höhen aus gesehen. Trotzdem stimmt hier etwas nicht. Stadtamhof im Vordergrund, gut, aber die Brückenrampen zum Oberen Wöhrd müssten nach rechts gehen. Die Hölzerne Brücke (heute Eiserne Brücke) müsste links von der Steinernen Brücke sein, der Dom müsste seine Domtürme rechts haben. Es hat eine Minute gedauert, bis ich die Zusammenhänge erfasste und mir klar war, dass das eine spiegelverkehrte Darstellung ist. 

Es handelt sich aber nicht etwa um eine spiegelverkehrtes Digitalisat des Stichs. Denn die lesbare Beschriftung am unteren Rand des Stichs zeigt, dass das Bild wirklich so gewollt war. 

Ich fand dann die wahrscheinliche Vorlage (sofern es nicht eine noch frühere gemeinsame Vorlage gibt) in meinem eigenen Online-Archiv, das ich die letztenWochen gewaltig überarbeitet habe, und zwar hier:

https://regensburg-historisch.blogspot.com/2021/02/1701-leopold-ratisbona-stadtansicht-von.html

Es handelt sich um den Stich "Ratisbona" von Leopold , den ich schon vor Jahren auf auf der Sammlung Moll entdeckt hatte:


https://regensburg-historisch.blogspot.com/2021/02/1701-leopold-ratisbona-stadtansicht-von.html


Das Moll-Museum gibt zum Bild an:

Ratisbona, von Joseph Friedrich Leopold , [Bild zwischen 1701 und 1725]  https://mapy.mzk.cz/de/mzk03/001/055/176/2619321162_01/

Aber auch hierzu ist mir etwas aufgefallen, und zwar, als ich vor ein paar Wochen anfing, dieses Archiv systematisch zu überarbeiten:  Leopold dürfte eine ältere Vorlage benutzt haben, die vor 1648 erstellt wurde. Denn meines Erachtens wurde damals die Turmspitze am Brückturm so repariert bzw. geändert, dass er seine heutige Form (mit Uhr und Zwiebelturm) hat. In dem Stich von Leopold ist aber noch die Turmform sichtbar, die Merian in seinem älteren Stich von ca 1644 benutzt hat.

Auf diese Änderung des Brückturms wiederum bin ich gestoßen, als ich in den letzten Monaten eine höchst interessantes, in bavarikon.de neu aufgetauchtes Bild von Stadtamhof entdeckte, und über das ich schon die ganze Zeit schon berichten will. Das werde ich demnächst nachholen!

Und was ist nun die Moll-Sammlung?

Ein deutscher Diplomat namens Bernard Paul Moll besaß im 18. Jahrhundert eine Sammlung historischer Stiche, Bilder und Landkarten, den "Katalog von Bernhard Paul Moll". Diese befindet sich in der "Mährischen Landesbibliothek", das wiederum diese Sammlung (und möglicherweise mehr) unter der domain "mapy.mzk.cz" online zur Verfügung stellt. 

Eine unglaublich spannende Quelle für alte Dokumente über unsere Region und damit auch über die Geschichte von Regensburg

Über diese Sammlung hatte ich im Tagebuch hier berichtet:

https://www.regensburger-tagebuch.de/2014/06/sammlung-moll.html




Nachtrag (2.4.2021):

über das französische Portal https://gallica.bnf.fr habe ich zufälligerweise das Bild gefunden; verwiesen wird dort auf:

https://patrimoine-numerique.ville-valenciennes.fr/ark:/29755/B_596066101_G-F19HOC0034



Demnach ist der Verfasser ein Hocquart, Edouard (1789-1870)

Das Bild befindet sich in der Bibliothèque municipale de Valenciennes, also der städtischen Bibliothek der französischen Stadt Valenciennes

Mittwoch, 10. März 2021

Der Regensburger Kunstbetrieb wacht auf

Update: 15.3.2021: Wegen der Inzidenz-Entwicklung 
hat sich dieser Artikel vorübergehend "erledigt"

Die Kunstszene freut sich über die Lockerungen ab 8. März 2021. Laut Webseite des Freistaats sieht es so aus: Bei Inzidenz bis 50: problemlose Öffnung für Museen und Galerien , bei Inzidenz zwischen 50 und 100: Öffnung möglich, allerdings ist für den Besuch Voranmeldung nötig.

Sowohl Regensburg als auch Landkreis Regensburg liegen zwischen 50 und 100. Also war die Öffnung grundsätzlich möglich. Einige Galerien und Museen haben das ausgenutzt. 


Regensburg: endlich wieder Kunst ansehen

Das mit der Voranmeldung ist bei Privatgalerien  übrigens nicht so tragisch, wie ich gehört habe. Wer vor einer Galerie steht, kann an der Tür fragen (oder meinetwegen mit Handy anrufen) und wird wahrscheinlich sofort einen Termin erhalten. Denn Besucherzahlen und Voranmeldungen sind noch rar. 


Nicht immer erscheint die Wiedereröffnung auf der Webseite. Deshalb habe ich recherchiert, welche Galerie geöffnet hat und was geboten wird.


Galerie Erdel (artspace Erdel):

Sowohl die "Hauptgalerie" am Fischmarkt als auch das in der Nähe gelegene Schaulager (Am Schallern 4) sind laut Webseite geöffnet. Donnerstag und Freitag: 11-17 Uhr, Samstag: 11-15 Uhr. Es gelten die "Corona-Regeln". Voranmeldung über 0941 - 70 21 94 und Mobil 0170 - 31 80 748. Im artspace gibt es die Ausstellung FARBFLUCHT von Tanja Raith. https://erdel.de/index.php/laufende-ausstellung-und-ausstellungsliste .Im Schaulager sind Lieblingskunstwerke der Künstler der Galerie zu sehen: Zhao Bin, Juan Fernando de Laiglesia, Volker Pfüller, Astrid Schröder, Peter Dorn, Katharina Claudia Dobner und auch ein wunderbares fotografisches Werk von Wolf Erdel: "Zwei im Biergarten".
Öffnungszeiten DO+FR 11-17 und SA 11-15 Uhr sowie jederzeit nach Vereinbarung: 0941.702194 Webseite: www.erdel.de

Galerie Isabelle Lesmeister (Untere Bachgasse, in de Räumen des früheren Kunstkabinetts)

Seit Montag geöffnet. Voranmeldung: 0 163 698 86 82 . Aktuelle Ausstellung: BESTIARIUM,  die bis zum 10.5. verlängert wurde. Die Ausstellung mit dem Titel BESTIARIUM zeigt sehr unterschiedliche Ansätze der Darstellung von domestizierten und wilden Tieren in der Gegenwartskunst. Öffnungszeiten: siehe Webseite https://www.galerie-lesmeister.de/

Art Affair (Neue Waaggasse)


Art Affair hat geöffnet. Terminvereinbarung 0941 - 59 99 59. Öffnungszeiten siehe https://art-affair.net/
Derzeitiges Angebot laut Auskunft: "Wir zeigen Galeriekünstler, dann ab nächster Woche neue und ältere Arbeiten von Alexander Timofeev, Anna Bocek und Ralf Koenemann und auch Copa & Cordes Cut the Fence".

Kunstpartner (Adlmannstein, nehme ich aber trotzdem hier in die Liste):


Seit es das "Schaulager" in Adlmannstein gibt, kann man auch außerhalb der seltenen Ausstellungsaktionen Kunst in Adlmannstein bewundern. Laut Webseite gilt: ab dem 18. Mai 2020 ist das KUNSTPARTNER Schaulager für den Vorlass von Margot Luf und die Nachlässe von Susanne Böhm und Maximilian Bresele für interessierte BesucherInnen geöffnet. Außerdem stehen dort auch einige Werke verschiedener Künstler aus dem eigenen Bestand.  Zur Terminvereinbarung anrufen: 09408 13 16 oder 0175 360 91 09 oder mailen: info@kunstpartner.eu

KOG - Kunstforum Ostdeutsche Galerie (Stadtpark)


Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie ist ab dem 9. März 2021 wieder geöffnet. Entsprechend den aktuellen Auflagen wird darum gebeten, dass Interessenten im Vorfeld einen Termin buchen:  Servicenummer 0941 29 714 20 . Geöffnet ist täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr (da steckt eine Verlängerung der sonst üblichen Zeiten drin!). Am Donnerstag ist bis 20 Uhr geöffnet.  Das Online-Programm für Kinder und Erwachsene findet weiterhin im Online-Meeting-Raum des Museums statt. Angebot: Die übliche Dauerausstellung sowie die Sonderausstellung Peter Weibel (wurde bis 5.4.21 verlängert). Webseite: https://www.kunstforum.net/


Städtische Galerie (Leerer Beutel)

Die Städtische Galerie im Leeren Beutel ist seit 9. März wieder geöffnet. Für den Besuch ist eine Voranmeldung mit Terminvereinbarung nötig (telefonisch unter 0941/507-2440 während der Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr). Webseite: https://www.regensburg.de/kultur/museen/alle-museen/staedtische-galerie-im-leeren-beutel
Was zu sehen ist, ist mir beim Studium der Webseite nicht so ganz klar geworden. Laut MZ-Bericht gibt es eine Sonderausstellung "Gedankenraum" von Stefan Göler.

Kunstkontor Westnerwacht

Gemäß Auskunft der Galerie hängt noch die Ulfig-Ausstellung vom Herbst 2019. Nach Vereinbarung (info@westnerwacht.de oder Telefon 0941 41157) kann die Galerie jederzeit besucht werden! Webseite: https://kunstkontor-westnerwacht.de


Galerie an der Donau

Die Galerie startet gemäß Auskunft mit einem Tag in der Woche und zwar mit dem Freitag. Von 13.00 - 18.00 Uhr, Voranmeldung per Telefon unter 0175/16 14 327.  Adresse: Weiße Lammgasse 2 (gegenüber Wurstkuchl). Webseite: https://josef-vogl.jimdofree.com/

Neuer Kunstverein, Schwanenplatz

Der Verein verwies mich auf den neuesten Newsletter. Dort heißt es einleitend: 
"da nun auch endlich Kunstvereine und Galerien wieder öffnen dürfen, möchten wir Ihnen/ Euch einen kleinen Überblick zum Ausstellungsjahr 2021 geben. Noch bis zum 15. April wird das Projekt Bilder des Monats von den Mitgliedern unseres Vereins laufen. Im Moment gestalten Tamara Hoyer und Max Erl die Fenster/ siehe dazu auch Homepage und Facebook. Ab 21.3. wird Ingolf Keller seine Arbeiten zeigen. Danach können wir hoffentlich unsere geplante Ausstellungsreihe, heuer in kompakter Form, präsentieren."
 
Dann kommen die Vorankündigungen: ab 15.4. die Ausstellung IMAGINATION (Peter Michael Hasse und Czaja Braatz), ab 27.5. die Ausstellung "1,50 Meter" (Clement Loisel), im  Juli SEELENPUTZER (Rosa Krinner) und weitere Ausstellungen, bei denen die Termine noch nicht feststehen. Webseite: https://www.neuerkunstverein.de/

Sonstige

Bei anderen Galerien habe ich angefragt, ob Öffnungen geplant sind. Auf deren Webseite fand ich jedenfalls nichts. Sofern Antworten eingehen, werde ich diesen Artikel ergänzen.  Wenn sonst ein Galerienbetreiber im Raum Regensburg erwähnt werden will, soll er sich melden und mir die entsprechenden Informationen mitteilen (Öffnungszeiten, Voranmeldung-Telefon und: was gibt's zu sehen?).

Was Museen betrifft gibt es auch einen Artikel in der MZ in der Ausgabe vom 10. März. Historisches Museum hat offenbar teilweise geöffnet, Naturkundemuseum ist noch geschlossen. 

Mittwoch, 10. Februar 2021

Die Dreifaltigkeitskirche

Einer der Auswirkungen der Pest 1713 (letzter Blog-Artikel) war der Bau der Dreifaltigkeitskirche auf dem Osterberg oder Geyersberg, der seitdem Dreifaltigkeitsberg genannt wird. 

In diesem Blogbeitrag erzählte ich die Geschichte, zeige alle gesammelten Stiche von damals und eigene Fotografien. Der Beitrag hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit - dazu gibt es zu viel Daten.


Die Kirche wird in alten Stichen oft mit dem Stichwort "Stadtamhof" verbunden, gehörte aber eigentlich zur Siedlung "Steinweg". Steinweg, die Ortschaft am Fuße der Winzerer Höhen, war von Stadtamhof nicht nur durch Stadtmauern, sondern auch durch eine Flutmulde getrennt (dort wo später der Dultplatz und heute der Kanal ist). 

Und "Statt am Hof", wie es früher hieß, war natürlich auch eine eigene Stadt, gehörte zum Herzogtum Bayern und war durch strenge Grenzsicherung am Nordende der Steinernen Brücke von Regensburg abgeschirmt. Eine Grenze, die während der Pestepidemie streng bewacht wurde. Eine der Schutzmaßnahmen zum Beispiel bestand darin, dass als Postübertragungsmittel eine eiserne Truhe an Ketten am Tor der Steinernen Brücke befestigt wurde.


Acht Jahre vor der Pest, 1705. Der Dreifaltigkeitsberg war unbebaut.


Mittwoch, 3. Februar 2021

Die Pest in Regensburg - wem kommt das bekannt vor?




Weißhoff, Frontispiz im Buch von Alkofer, Das Regenspurgische Pest- und Bußdenckmahl, 1714


Der zuletzt erschienene Blog-Artikel über den Pesthof war als Auftakt für weitere Abhandlungen geplant. Schon seit Jahren will ich nämlich über die Geschichte der Pest in Regensburg schreiben.  Ich sammelte in der Zwischenzeit Bücher, Aufsätze und Abhandlungen, und interessierte mich für alte Grafiken. Da Regensburg eine sehr alte, früher schon große Stadt war, gibt es sehr viele Dokumente über Seuchen.

Die Recherchen habe ich während der Corona-Pandemie wieder auf genommen. Und immer mehr entdeckte ich, wieviel Ähnlichkeiten es mit den aktuellen Problemen der Covid-Seuche gibt. Ich meine damit die seelischen Auswirkungen der Seuche auf die Gesellschaft, die Reaktion der Leute, das Verhalten der Regierenden, und die Maßnahmen der Behörden, die den heutigen ähneln. Und dann wiederum die Schwierigkeiten der Bürger, die gesetzlichen Regeln und Anordnungen zu akzeptieren. 

Am gründlichsten wurden die letzte große Pestepidemie in 1713 dokumentiert, die acht Monate lang in Regensburg wütete. Diese Dokumentation haben wir (nicht nur, aber vor allem) Erasmus Sigismund Alkofer zu verdanken, einem evangelischen Theologen, der als Seelsorger in den Pest-Monaten in der Stadt unterwegs war und den Leuten half.  

Seine persönlichen Eindrücke hat er 1713 in dem "Regenspurger Buß- und Pestdenkmal" verarbeitet, und die erschütternden Schilderungen werden bis heute immer wieder aufgegriffen und verarbeitet. Ein Jahr später, als die Seuche in Regensburg vorbei war, veröffentlichte er übrigens einen zweiten,  abschließenden Bericht. 

Dieser Pestausbruch von 1713 auf 1714  wird beispielhaft im Vordergrund des heutigen Artikels stehen. 

Sonntag, 24. Januar 2021

Das ehemalige Pestlazarett am unteren Wöhrd

 


Pesthof: das ehemalige Pest-Lazarett in Regensburg während der Epidemie 1713


Ich habe den Gebäudekomplex am Ostzipfel des Wöhrds bei bisherigen Artikeln als Pesthof bezeichnet. Viele Spaziergänge mit Yorki begannen dort. Der Begriff Pesthof war auch  die übliche Bezeichnung, und ich glaube, ein Hinweisschild am sanierten Komplex benutzt auch diesen Begriff. 

Es gab sogar eine Webseite mit diesem Titel, die eine Studentin verfasst hatte, die damals dort wohnte. Sie war die einzige, die sich die damals Mühe machte, die Geschichte des Hauses im Internet zu kommunizieren. Auf Wikipedia fand man nichts. Leider gibt es die liebevoll ausgestaltete domain nicht mehr.

Es handelt sich (im Kern) um zwei im Winkel stehende Gebäude, Wöhrdstr. 91 und 93, die mittlerweile von Nebengebäuden flankiert wird. Der Komplex wurde vor einigen Jahren saniert. 

Der Name kommt daher, da es 1635 und 1713 als Pestlazarett diente (auch "Pesthof" oder "Pestinhof"). Aber "ehemaliges Pestlazarett" ist die bessere Formulierung, denn unter diesem Begriff findet man auch Stiche oder Texte im Internet. Die Bezeichnung Pesthof  (oder "Pestinhof", wie es Walderdorf in seinem Werk "Regensburg in seiner Vergangenheit und Gegenwart" benutzte) könnte zu Verwechslungen führen. Bei Recherchen kommt man dann zu  Texten über einen "Pestinhof" in Regensburg, wobei allerdings eine andere Pestversorgungsstelle gemeint ist, die zur Zeit von 1713 am Minoritenweg existierte - dort wo heute das Gymnasium steht. 

Meine Spaziergänge mit Yorki begannen oft dort, am idyllischen östlichen Zipfel des unteren Wöhrds. Und diesen Spaziergängen habe ich es bekanntlicherweise zu verdanken, dass ich wieder zu fotografieren begann, und dass ich Interesse an der Geschichte von Regensburg entwickelte. 

Mit dem Pesthof oder besser dem ehemaligen Pestlazarett habe ich mich in diesen 14 Jahren immer wieder mal beschäftigt. Allerdings habe ich den Komplex nur selten fotografiert, und im Rahmen der aktuellen Recherche fand ich auf die Schnelle die Fotos nicht mehr. Also muss ein google-earth-3D-Screenshot reichen.


Sonntag, 10. Januar 2021

Aktuelle Coronaregeln in Bayern und in Regensburg

Am 17.12.2020 aktualisierter Lageplan zur Maskenpflicht
https://www.regensburg.de/fm/121/lageplan-maskenpflicht-altstadt-regensburg-17-12-2020.pdf



Vor ein paar Tagen musste eine Bekannte eine Menge Geld hinblättern, weil sie von Stadtamhof her ohne Maske auf die Steinerne Brücke spaziert ist. Sie wusste zwar von der Maskenpflicht in der Altstadt, aber nicht auf der Brücke. Das erste Hinweisschild auf der Stadtamhofer Seite hängt recht hoch - das sieht man nicht, wenn man von der Pizzeria her kommt. Sie sprach noch mit ihrem Begleiter, ob hier wohl Maskenpflicht besteht, sie sahen aber das Schild nicht.

Nun, das half natürlich nichts. Denn die Regel gilt auch ohne Hinweisschild - anders als bei Verkehrszeichen. Es reicht die Veröffentlichung der so genannten "Allgemeinverfügung" in der Tageszeitung. Das läuft ähnlich wie bei Gesetzen. Und das überfordert viele Bürger gewaltig. 

Diese Überforderung des Bürgers, dieses Problem der "Bekanntmachung" von Regeln,  existiert eigentlich schon von je her, war aber wohl noch nie so allgemeinrelevant wie derzeit, bei den Coronamaßnahmen. 

Nun, wer den Link zum Lageplan für die Maskenpflicht sucht - den hatte ich bereits im November veröffentlicht. Ich sehe aber gerade, dass die Verfügung aktualisiert wurde und am 17.12.20 ein neuer Lageplan veröffentlicht wurde.

Das ist der aktuelle Link zum Lageplan für die (heute gültige) Maskenpflicht in Regensburg:

https://www.regensburg.de/fm/121/lageplan-maskenpflicht-altstadt-regensburg-17-12-2020.pdf

Bayern und die 15 km-Regel

Und wir müssen uns natürlich auch noch informieren, was sich in Bayern ändert. 

Interessant ist dabei vor allem die Verwirrung um die 15 km-Regel. Ein Bekannter hat das Problem, dass er in der nächsten Zeit für ein paar Monate in seine Heimat Brasilien fliegen will, aber sich keinen Flug buchen traut. Was ist, wenn auf der Strecke von Regensburg zum Flughafen eine 200er Zone entsteht? Kann er dann zurücktreten.  Und trotz vieler Telefonate mit Institutionen konnte niemand eine klare Auskunft geben. 

Freitag, 1. Januar 2021

Regensburg-365-Aktion von Uwe Moosburger

Der Regensburger Fotograf Uwe Moosburger ist vielen als MZ-Fotograf bekannt; er bietet seine Leistungen über die Namen altrofoto und  altrostudio an. Heute entdeckte ich eine MZ-Meldung, wonach er plant, für die MZ jeden Tag ein anderes Bild von Regensburg zu zeigen. Das fand ich auf: 

Dort heißt es: "In diesem Foto-Tagebuch sammeln wir seine Eindrücke aus Regensburg."

Das finde ich  sehr interessant und ich bin schon neugierig auf die Bilder. 

Ich betreibe übrigens seit Jahren ein ähnliches Projekt. Auf regensburg-365.blogspot.de habe ich - ebenfalls unter dem Titel "Regensburg 365"  - ab 2011 jeden Tag ein Bild veröffentlicht. In den Jahren 2013 und 2014 habe ich pausiert, und ab 2017 habe ich erneut pausiert. 

Insgesamt habe ich also in 2011, 2012, 2015 und 2016 jeweils 365 Fotos gezeigt, und zwar wirklich täglich.



Auch wenn man Blog-Artikel zeitlich vorprogrammieren kann, steckt enorm viel Arbeit hinter der Pflege einer solchen Seite. Und bei den nur geringen Aufrufzahlen dachte ich mir Ende 2016, ich pausiere mal wieder längere Zeit. 

Ich hoffe, Herr Moosburger erfährt über das Medium der Zeitung mehr Aufmerksamkeit, denn solche löblichen Projekte sollen auch gesehen werden. 

Neujahrsspaziergang durch Regensburg

 Regensburg am frühen Nachmittag des Neujahrs: die Stadt startet genauso halbleer in das neue Jahr, wie sie sich während des letzten Jahres präsentierte. Immerhin scheint die Sonne.

Ein Spaziergang vom Bismarckplatz zur Steinernen Brücke und zurück.