Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens
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Sonntag, 23. Juni 2019

Der Regensburger Dom Teil 6 - die Türme im Detail

Weiter geht es in dieser Serie, diesmal mit Details zu den oberen Türmen bzw. Turmspitzen.

Mit Hilfe von Teleobjektiv und 3D-Modellen erkunde ich mit Ihnen diesen Bereich, den wir sonst nur undeutlich sehen, wenn wir wieder mal unten vor dem Heuport sitzen (sei es auf der kostenlosen Bank oder einem kostenpflichtigen Freisitz).


Was mir erst nach vielem Lesen klar wurde ist, dass beim Turmausbau nicht nur die eigentlichen Spitzen aufgesetzt wurden, die man fachmännisch "Turmhelme" nennt, sondern auch zunächstmal ein zusätzliches Geschoß aufsetzte, das achteckig ist und deshalb "Oktogongeschoß" genannt wird.

Da das achteckige auf eine viereckige Plattform gesetzt wurde, bleibt an den Ecken Platz für zusätzliche Streben bzw. Pfeiler, die dort platziert wurden. Die wiederum sind nicht im rechten Winkel zur Gesamtanlage, sondern quer gesetzt, also mit den Kanten Richtung Turmmitte, und die Seiten der Streben sind nach innen gewölbt, so dass dort Platz für Heiligenfiguren sind.


Mittwoch, 29. Mai 2019

Der Regensburger Dom Teil 5 - der Bau der Turmspitzen

In den Jahren 1859 bis 1869 hat man den stümpfen Domtürmen endlich die langersehnten Spitzen verpasst.

Die Fertigstellung im Jahr 1869 ist der Grund, warum dieses Jahr das 150jährige Jubiläum des "Domspitzen-Ausbaus" gefeiert wird. Auch die bevorstehende Ausstellung "Zwei Türme für den König" (Vernissage am 29.05.2019  in der Ulrichskirche) bezieht sich auf dieses Thema.

Die Geschichte über diesen Ausbau ist durchaus interessant und es gibt ein wunderschönes, empfehlenswertes Buch dazu:

Friedrich Fuchs, Die Regensburger Domtürme 1859 - 1869 (1. Auflage 2006). 

Im ersten Teil wird die Hintergrundgeschichte zum Turmausbau erzählt, bei der auch König Ludwig I. und sein Sohn König Maximilan II. eine Rolle spielten, danach gibt es eine Dokumentation der einzelnen Statuen, die auf den Turmspitzen (für Fußgänger kaum sichtbar) versteckt sind.






Der Regensburger Dom Teil 4 - Das Rätsel der ungleichen Domtürme

Sozusagen als Annex zu Teil 3 der Artikelserie über den Dom gibt es hier noch einen Ausflug über ein rätselhaftes Thema, über das ich im Laufe der Jahre gestolpert bin. Es handelt sich um das Rätsel der ungleichen Domturmbedeckungen.

Von 1500 bis 1860 waren die Domtürme stumpf. Die Turmstümpfe waren durch flache,  pyramidenförmige Dächer bedeckt. Das sieht man nun auf unzähligen alten Stichen und Zeichnungen, wie ich in Teil 3 gezeigt habe.

Einige der Bilder aber zeigen ungleiche Dachbedeckungen, die  Bedeckung des nördlichen (linken) Turms sieht flacher oder anders aus als beim südlichen (rechten) Turm.

Da viele frühere Stadtansichten und Grafiken ungenau sind, hat das nicht viel zu bedeuten. Ich vermutete zuerst, dass hier einfach falsch beobachtet oder falsch von anderen Skizzen übernommen wurde. Aber einige der Bilder sind so deutlich, dass das keine gute Erklärung ist. Sie deuten darauf hin, dass zumindest anfangs, also um 1500, die Dächer ungleich waren. Ich recherchierte und ich diskutierte mit Freunden, kam aber nicht weiter.


Der Regensburger Dom Teil 3 - Dom ohne Spitzen



Beispiele für Bilder vom Dom ohne Turmspitzen



Ungefähr 1500 war der Dom im wesentlichen fertig. Die beiden Turmstümpfe waren nur durch   provisorische "Pyramidaldächer" geschlossen. Im Gegensatz zu Notre Dame und anderen Kathedralen war das nicht Absicht, sondern eigentlich wollte man weiterbauen. Aber das Geld reichte nicht. Ungefähr 350 Jahre lang war der Dom so sichtbar, erst 1859 begann man mit dem Bau der heutigen Domspitzen.

Auf unzähligen alten Stichen und ganz wenigen Fotos (die Fotografie entwickelte sich erst ca 1840) sieht man den Dom mit seinen stumpfen Türmen. Vor ein paar Jahren durchforstete ich meine historischen Bilder und legte  eine Sammlung an, auf denen die Domtürme zu sehen sind. Seitdem kamen nur noch ganz wenige weitere Bilder hinzu.

Dienstag, 28. Mai 2019

Der Regensburger Dom Teil 2 - 3D Modell

Wer eine Vorstellung vom Aufbau des Doms haben will, kann sich im Internet kostenlos ein 3D-Modell herunterladen.

Es ist allerdings nicht von einem Fachmann aus Regensburg, sondern von einem unbekannten Autor, der offenbar nicht auf Regensburg spezialisiert ist. Die Details sind wohl nicht wissenschaftlich korrekt, wie ein Kommentator im Downloadportal vermerkte. Aber es hilft dem Laien, sich den Dom näher zu betrachten.

Es handelt sich um ein Modell, das mit kostenlosen Programmen wie sketchup erstellt und angesehen werden kann. Man kann es in alle Richtungen drehen, die Fassaden wegklicken und  verschiedene Transparenzstufen einstellen. Es ist mit geologischen Referenzdaten versehen, so dass es bei google-earth an der richtigen Stelle eingebunden werden kann (siehe am Ende des Artikels).

Wer kein 3D-Programm hat und sich nicht die Arbeit machen will, sketchup oder ähnliche Programme herunterzuladen, hat noch eine andere Möglichkeit. Er kann sich direkt auf dem Downloadportal eine 3D-Ansicht aktivieren - er kann dann mit Hilfe der Maus direkt im Internet-Browser das Modell drehen.







Download-Adresse auf 3D-Warehouse:
https://3dwarehouse.sketchup.com/model/782def806c7a555241673c0282ef581/Regensburger-Dom


Der Regensburger Dom Teil 1 - Basics

Sowohl der Brand der Notre Dame vor einigen Wochen, als auch das "Jubiläum zum Bau der Domtürme" veranlassen mich, eine kleine Artikelserie über den Dom zu schreiben. Dabei werde ich auch meine Sammlung von historischen Bildern zeigen und ein 3D-Modell vorstellen, das sich jeder kostenlos herunterladen kann. Ein weiterer Artikel wird sich mit einem Rätsel befassen, das mit den Domtürmen zu tun hat, und über das ich bisher nie etwas lesen konnte.



Wir beginnen im heutigen Artikel mit  einigen Basisdaten - keine Angst, es kommen keine trockenen Wikipedia-Fakten. Es handelt sich um  meine persönliche Zusammenstellung.