Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 16. Juni 2024

Katharina Tenberger-Holzer in der Städtischen Galerie

In der Städtischen Galerie steht die nächste Ausstellung an. Sie gehört zur Ausstellungsreihe "Position R", eine Kooperation der Städtischen Galerie mit mit Studierenden des Instituts für Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung der Universität Regensburg. 

Die diesjährige Ausstellung ist der Künstlerin Katharina Tenberge-Holzer gewidmet.

Position R:
Katharina Tenberger-Holzer
Glitch Girls

22. Juni bis 1. September 2024
Eröffnung 21.06.2024, 18 Uhr

Städtische Galerie im Leeren Beutel



Katharina Tenberge-Holzer istFotografin, Dozentin. und Autorin aus Regensburg


Städtische Galerie im Leeren Beutel
Bertoldstraße 9, Regensburg
Dienstag bis Sonntag 10-16 Uhr

Homepage der Künstlerin: http://www.katharinatenberge.de/




Max Biller in der Galerie Distelhausen - ab 21.Juni 2024

Die nächste Ausstellung in der Galerie Distelhausen steht an:

Max Biller 
Bayerische Landschaftsmalerei
Galerie Insinger, Distelhausen

22. Juni bis 21. Juli 2024
Vernissage 21. Juni, 19 Uhr



Eröffnung am Freitag, den 21. Juni 2024 um 19:00 Uhr in der Galerie Carola Insinger.
Einführung: Richard Gruber, Bildhauer
Musikalische Umrahmung: Thomas Pielmeier


Homepage des Künstlers: www.billermax.de





Samstag, 15. Juni 2024

Renate Christin - Bericht von der Eröffnung der Retrospektive am 7. Juni 2024




Am 7. Juni 2024  wurde die Ausstellung "Hier fühle ich mich wohl, hier bin ich zu Hause" in den Hallen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg eröffnet. 

Diese Retrospektive ehrt das Werk der Künstlerin Renate Christin und bietet "einen fundierten Überblick über die Entwicklung der Künstlerin": Malerei, Installationen, Videoarbeiten, Keramik, Objektkästen.

Nach der Begrüßung durch  Dr. Georg J. Haber (1. Vorsitzender des Vereins) sprach Frau Dr. Astrid Freudenstein, Bürgermeisterin der Stadt Regensburg. 

Danach bot Frau Dr. Antonia Kienberger eine lebendige und spannende Einführung und ein gelungenes Portrait der Künstlerin. Kaum jemand war besser war geeignet dafür, denn als Mitbetreiberin der Galerie Erdel kennt sie die Künstlerin und ihr Werk sehr gut. Den kompletten Text der Festrede kann man hier nachlesen: https://textpunkt.net/index.php/text-magazin/93-europa/308-laudato-renate-christin-kunst-und-gewerbeverein-regensburg-2024

Die Künstlerin bedankte sich anschließend und zeigte sich sehr gerührt von der Besucherresonanz. Im Grund waren ihre Ängste aber unbegründet: schon die große Ausstellung in der Städtischen Galerie im Jahre 2017 war ein voller Erfolg.

Wer sich die Werke vor den Ansprachen angesehen hatte, wird festgestellt haben, dass sich darunter Arbeiten aus dem Frühjahr 2024 befinden. 

Das beweist, dass die 83jährige Künstlerin bis heute voller Energie steckt. Und so sah man sie auch dann bei ihrer Dankesrede: Sowohl Worte als auch Körpersprache und ihre lebendige Mimik versprühten in jeder Sekunde mitreissende Lebensfreude. 

Zu sehen sind in der Ausstellung Werke aus mehr als 40 Jahren, darunter natürlich viele Bilder (wobei mir die "erdfarbenen" Gemälde aus früheren Phasen genauso gefallen wie die später farbigeren Werke), aber auch Installationen, eine Keramik, Objektkästen und Videoarbeiten.

Für musikalische Umrahmung sorgten: Karin Holzapfel und Fabian Kellermeier

Zur Künstlerin Renate Christin
 
Von 1976 – 1980 besuchte sie die Sommerakademien der Bildenden Kunst in Salzburg und Millstatt, Universität Haifa. Davon 1980 in Salzburg Meisterschülerin bei Prof. Albert Bitran/Paris. 1989 Aufenthalt im “Virginia Center for the Creative Arts”, USA (Stipendium der Stadt Regensburg).

Seit 1974 bestritt sie über 40 Einzel- und Gruppenausstellungen: in Deutschland, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Italien, Österreich, Spanien, Czech Republic, Slovakien, Slovenien, Ukraine, USA und Australien

Freitag, 14. Juni 2024

Was, wenn wir Euch beim Aufräumen stören?

 Hier sind völlig unspektakuläre Fotos, die den Hochwasser-Rückgang am 13. Juni 2024 zeigen. 

Aber auch davor war es nicht so tragisch, wie in einigen früheren Jahren.

Wir Regensburger wussten dabei, dass das Hochwasser nicht in die Altstadt drang, so wie etwa in Passau oder anderen Orten.  Aber die Touristen wussten das nicht. 

Die sahen in den Medien Fotos von überschwemmten Städten in Bayern, und lasen, dass auch Regensburg vom Hochwasser betroffen sei.

Da ist es logisch, dass Geschäfte in der Altstadt von einem Umsatzrückgang runter auf 50% berichteten. In einem Laden in der Tändlergasse meinte eine Kundin zur Verkäuferin: 

"Wir haben uns überlegt, ob wir überhaupt kommen sollen. Vielleicht ist ja die Altstadt überschwemmt!? Vielleicht stören wir Euch beim Aufräumen?" 

Ähnliches erzählten die Nachbargeschäfte.

Kleiner Tipp also für die Touristik-Abteilung der Stadtverwaltung: beim nächsten Hochwasser könnte man aufklärende Pressearbeit machen, die gezielt die potentiellen Besucher anspricht. 

Es sei denn, es kommt ein Jahrtausendhochwasser.



Donnerstag, 13. Juni 2024

Retrospektive Jürgen Huber in der Städtischen Galerie eröffnet

Der Künstler Jürgen Huber ist in diesem Jahr 70 geworden, und das war ein passender Anlass für eine  Retrospektive seines Schaffens. 

Genau genommen verteilt sich diese Retrospektive auf drei Ausstellungen: die Ausstellung in der Städtischen Galerie, über deren Eröffnung ich hier berichte, eine Ausstellung bei Art Affair, die am 27.6. startet, und eine Ausstellung in der Galerie in Bad Kötzting, beginnend am 20. Juli. in der Galerie im Woferlhof. 

Gemeinsamer Titel ist "I love you so". Der Titel bezieht sich dabei auf die Kunst, wie der Künstler in einem Interview erklärt hatte.

Die Städtische Galerie zeigt auf zwei Ebenen ungefähr 130 Werke, von denen viele Leihgaben der privaten Besitzer sind. Das ergibt eine Zusammenstellung, die weder die Interessierten noch der Künstler selbst so erlebt haben, wie er auf facebook notierte. 

Am 7. Juni wurde die Regensburger Ausstellung in Anwesenheit von rund 300 Gästen eröffnet.

Die Oberbürgermeisterin fand sehr persönliche Worte, die Kuratorin und Kunsthistorikerin Dr. Caroline-Sophie Ebeling führte in das Werk ein. Es gibt einen sehr interessanten 150-seitigen Katalog, den ich schon vorher betrachten konnte, und der viele interessante Textbeiträge enthält. Unter anderem ein Interview von Udo Hebel, das sehr intensiv auf die früheren Zeiten eingeht, ferner Beiträge von Christian Muggenthaler, von der Kuratorin Dr. Ebeling, von Wolfgang Dersch und von Jürgen Huber selbst.





Huber war Stadtratsmitglied ab 2008, Bürgermeister ab 2014, und verabschiedete sich 2020 aus dieser Kommunalpolitik. Manche Regensburger verbinden den Namen Jürgen Huber fast nur mit seiner kommunalpolitischen Tätigkeit und haben seine künstlerische Tätigkeit erst damals oder danach am Rande mitbekommen.  

Aber in Wirklichkeit hat er sich schon viel früher als Künstler einen Namen gemacht. und zwar über die Landesgrenzen hinweg: weit über 100 Ausstellungen in vielen Ländern und Städten, auch z.B. in New York, Addis Abeba, mehrfach in Italien, Finnland und Tschechien, oft in Polen. Darunter in renommierten Galerien, wie Rudi Pospieszczyk in Regensburg, Axel Holm in Ulm, Otto van de Loo in München, Galerie Räber in Zürich, Galerie Slama in Klagenfurt oder Galerie Deschler in der Berliner Auguststrasse, ferner Ausstellungen und Messen in Köln, Karlsruhe und Wien.

Geboren wurde er in Altenstadt/Waldnaab als Sohn eines Glasschleifers. Schon in der Kindheit wurde er über seine aufgeschlossene Familie und über die Schulen wie das Weidener Keplergymnasium auf Kunst und Theater aufmerksam gemacht. 

1979 gründete er in Weiden das legendäre Kartenhaus-Kollektiv (das dann später erst nach Regensburg umzog) und leitete es bis 1986. Daneben beschäftigte er sich im Eigenstudium mit Kunstgeschichte und Kunsttheorie. Nach seinem Abschied aus dem Verlagsunternehmen und einem halbjährigen Aufenthalt in London machte er sich als freischaffender Künstler selbständig. 

1986 gründete er mit Uli Pöppl und Wolfgang Keuchl (später abgelöst durch G. Kempf) die viel beachtete gesellschaftskritische Künstlergruppe "Warum:Vögel:Fliegen" (mit Doppelpunkten, und Fliegen groß, also nicht als Verb). Diese wurden bekannt durch interdisziplinäre Aktionen, Theaterstücke, Installationen und Ausstellungen und ihr vielbeachtete Gesprächsreihe “Politik der Kunst”, bei der sie Persönlichkeiten einluden, um Fragen zur Positionsbestimmung von Kunst und Künstlern zu erörtern.

Im Jahre 2003 initiierte und gründete er einen Kunstverein mit dem Namen "KunstvereinGRAZ" (zusammengeschrieben, und überhaupt nicht mit der Stadt Graz konnotiert). Dieser Verein hat die Regensburger Kunstszene bis heute geprägt (zur Geschichte siehe hier)

Wenn man nach der Vita sucht, findet man meist einen Abbruch im Jahre 2012 - egal, ob auf seiner Homepage oder bei Galeristen. Das hat natürlich damit zu tun, dass die kommunalpolitische Tätigkeit die künstlerische Laufbahn überlagert hat, und damit die Pflege der Vita. Aber auch in der Zeit als Kommunalpolitiker - also ab 2008 -  war er künstlerisch aktiv. Ich habe so einige Ausstellungen und Aktionen von ihm in diesem Blog dokumentiert, sowohl Einzelausstellungen (z.B. bei Galerie Knyrim,) als auch Gemeinschaftsausstellungen (u.a. bei den GRAZifikationen, also den Jahresausstellungen des Kunstverein "KunstvereinGRAZ", oder die Gemeinschaftsausstellung mit Tone Schmid im Jahre 2010).

Im Jahre 2013 schrieb er das Buch "Hiobertus" und brachte es 2015 heraus. Die  Tätigkeit als Stadtrat und Bürgermeister hielten ihn also in seinem kreativen Schaffen nicht auf.