Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens
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Freitag, 8. Juli 2022

Regensburger Pläne zu Stadtbahn, S-Bahn und Museumsstraßenbahn

In einem der letzten Artikel schrieb ich über den Einsatz der historischen Straßenbahn am Ostengassenfest, organisiert vom Verein "Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn e.V.". 

Von Bekannten wurde ich solche Sachen gefragt wie "Ist das dann die Straßenbahn, die nach deren Vorstellung wieder eingeführt werden soll?"

Nein. Und weil aktuell wieder Zeitungsberichte über Diskussionen zu Stadtbahn und S-Bahn zu lesen sind, habe ich etwas recherchiert und möchte hier einen kleinen Überblick geben.



Was bedeuten Stadtbahn, S-Bahn und Museumsstraßenbahn?

1) Der Verein Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn e.V.. hat nicht nur die Restaurierung der historischen zwei Wägen betrieben, sondern auch vorgeschlagen, dass die historische Straßenbahn als eine Art "Museumsstraßenbahn" zwischen Domplatz und Hauptbahnhof hin und her fährt (ähnlich, wie das in anderen Ländern gemacht wurde). Hierüber gibt es ein Nutzungskonzept, das Sie hier ansehen können:

http://www.strassenbahnregensburg.de/AltstadtTram_2019_kz.pdf







2) Wieder etwas anderes ist dagegen das derzeit diskutierte Konzept zur Einführung einer neuen "Stadtbahn" - das ist eine modernere Version der Straßenbahn mit Gleisen, die nicht immer auf Straßen, sondern auch gesondert verlegt werden. Vor allem wegen der gesonderten Gleisführung hat sich der Begriff Stadtbahn eingebürgert, die Übergang zum klassischen Straßenbahnbegriff ist aber fließend (siehe Wikipedia zu Stadtbahn). Für Regensburg sind zwei Linien in Diskussion.

siehe am besten die Seite "Planung zur Einführung einer Stadtbahn" auf der Homepage der Stadtverwaltung:
https://www.regensburg.de/leben/verkehr-u-mobilitaet/bus-und-bahn/planung-zur-einfuehrung-einer-stadtbahn


ferner gibt es eine eigene Homepage vom Amt für Stadtbahnneubau, Regiebetrieb der Stadt Regensburg. 

und



3) Und dann gibt es noch die Pläne zur Einführung einer "S-Bahn" (Stichwort "Regio-S-Bahn Regensburg").  Das ist eine Schnellbahn-Verbindung auf einer normalen Zugstrecke (S-Bahn = Schnellbahn) 

In Regensburg betrifft das insbesondere die  Zugstrecke Regensburg (mit reaktiviertem Walhalla-Bahnhof) über Wutzlhofen  Richtung Schwandorf.  

Dieses Konzept wird natürlich nicht von der Stadt Regensburg selbst, sondern im Verbund mit anderen Stellen verfolgt (Stadt Regensburg, Landkreis Regensburg unter Mitwirkung beteiligter Landkreise sowie der Deutschen Bahn AG). Ein Konzept wurde 2017 in Auftrag gegeben und Ende 2020 veröffentlicht, was wohl im Feiertags- und Pandemiestress etwas untergegangen ist.

https://beg.bahnland-bayern.de/de/pressemitteilungen/bayerische-eisenbahngesellschaft-stellt-entwicklungsplan-f%C3%BCr-die-regio-s-bahn-regensburg-vor

https://www.landkreis-regensburg.de/unser-landkreis/aktuelles/aktuelle-meldungen/zug-um-zug-zur-regio-s-bahn-regensburg


In Wutzlhofen wäre ein Verbindungspunkt zwischen der S-Bahn und eine der beiden Stadtbahnlinien (Wutzlhofen - Hbf).

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Aus Gesprächen mit Bekannten weiß ich, dass kaum jemand die Unterschiede kennt, nur rudimentäre Schlagzeilen im Kopf hat und auch beim intensiveren Lesen von Artikeln irgendwann aussteigt, wenn da zum Beispiel plötzlich was von Konkurrenz der Stadtbahn zur S-Bahn steht. Aber auch ich musste erst recherchieren.

Wegen der ständigen copyright-Angaben auf den Plänen habe ich darauf verzichtet, diese hier abzubilden. Sie müssen also die Links verfolgen und dort eventuell Kartenansichten aktivieren (z.B. auf https://stadtbahnregensburg.de/)

 

Mittwoch, 6. Juli 2022

Historische Straßenbahn - Demofahrt auf dem OstenGassenfest 2022



Am 1. August 1964 machte die ehemalige Regensburger Straßenbahn ihre letzte Fahrt.  Die Wägen wurden nach Darmstadt verkauft. 

Im Jahre 1990 holte die Stadt Regensburg einen Straßenbahnzug (bestehend aus 1 motorisierten Triebwagen und einem motorlosen Beiwagen) zurück und deponierte ihn an unterschiedlichen Standorten der Stadt. 2014 gründete sich die Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn e.V.. Diese sorgte mit Hilfe von Spenden für eine Restaurierung der Wägen. 

Im Jahre 2018 war der aus dem Jahre 1955 stammende Beiwagen restauriert. Der Wagen wurde 1955 von der Waggonfabrik "Josef Rathgeber" in München gebaut.

Der motorisierte Triebwagen dagegen wird derzeit - in Kooperation mit dem OTH - in Polen überholt.

Für das Ostengassenfest hat sich der Verein etwas besonderes ausgedacht: gleich neben dem Ostentor wurden in der Ostengasse 80 Meter Gleise aufgebaut und hier durfte der Beiwagen hin und her fahren. 

Mit dabei: Günther Schieferl, Regensburg letzter Schraßenbahnfahrer (nicht "Schaffner"). Er benutzte laut Zeitungsbericht seine alte Uniform und seine damalige Trillerpfeife.

Da der Beiwagen nicht motorisiert ist, wurde er von einem ferngesteuerten Rangierroboter gezogen, dem "E-Maxi". Der wurde umgespurt von der Normalspur auf die Straßenbahnbreite von 1 m, die früher in Regensburg verwendet wurde.

Der Beiwagen musste für diesen Aktion aus dem Depot in der Dieselstraße in die Ostengasse transportiert werden. Mit geholfen haben das Technische Hilfswerk ( THW Regensburg!) sowie der Löschzug Schwabelweis der Freiwilligen Feuerwehr Regensburg


Bilderstrecke: https://www.youtube.com/watch?v=Exicf4uTvfQ

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Die Online-Version des  Berichts von Martine Groh-Schad in der MZ (Mit der Tram auf Zeitreise durch die Ostengasse, Printversion vom 2.7.2022) ist leider hinter einer Bezahlschranke. Es gibt aber einen frei zugänglichen Videobericht von Fr. Groh-Schad auf youtube über den Antransport und den Aufbau: https://youtu.be/XpEqdO3YF64

Homepage des Vereins:

Kleiner Rückblick:

Mittwoch, 15. Juli 2020

Straßenbahnrestaurierung - 100.000 EUR geschafft!

Die Straßenbahn während des Gassenfestes im Jahre 2016
 
Heute erhielt ich folgende erfreuliche Meldung von Jan Maschek von der Interessengemeinschaft "Historische Straßenbahn":


es ist mir eine Freude heute zu informieren, dass die in 2014 von der IG Historische Straßenbahn Regensburg geforderten 100.000 Euro zur Restaurierung der historischen Straßenbahn Regensburgs im Rahmen der Crowdfundingaktion der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach am 14.7.20 erreicht worden sind.

Als wir 2014, damals noch ohne Verein, die Aufgabe vom Stadtrat und vom Oberbürgermeister Joachim Wolbergs bekamen 100.000 Euro in Regensburg zu sammeln, damit der Zug erhalten werden kann, haben wir wirklich kurz überlegt, ob wir diese große Aufgabe annehmen sollten oder den Zug doch lieber dem weiteren Verfall preisgeben sollten. Wir haben dann recht schnell beschlossen, dass wir es wenigstens versuchen sollten!

Es hat unzählige Anstrengungen, Events, Veranstaltungen, Infostände, viel Kraft, Zeit und Energie gekostet – nur als Mannschaftsleistung war das überhaupt zu stemmen.

Den vielen Unterstützern und Spendern gehört ein riesen Dank, ebenso der Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach, über deren Aktion es gelang insgesamt 24.720EUR einzusammeln!

Wie geht es nun weiter?

Die Koalition hat beschlossen aktiv die Suche nach einer geeigneten Strecke für den Fahrbetrieb des Triebwagens zum Nutzen der Stadt und zur Attraktionssteigerung zu unterstützen, das setzt natürlich eine fahrfähige Gangbarmachung des Triebwagens voraus.

Hier erarbeiten wir momentan Möglichkeiten wie das gelingen kann

Das ist für alle, die die Restaurierungsbemühungen in den letzten 6 Jahren verfolgt haben, eine herrliche Meldung. Die 100.000 Euro Spenden-Marke war notwendig, damit die Stadt weitere Mittel zuschießt.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Interessengemeinschaft: http://www.strassenbahnregensburg.de/





Rückblick zur Geschichte der Restaurierung

2014:

https://www.openpetition.de/petition/online/der-alte-strassenbahnzug-in-regensburg-soll-erhalten-werden

Eine Online-Petition fordert: der alte Straßenbahnzug in Regensburg soll erhalten werden!

https://www.openpetition.de/petition/online/der-alte-strassenbahnzug-in-regensburg-soll-erhalten-werden


Samstag, 29. Juni 2019

Bürgerfest 2019 - die ursprüngliche Atmosphäre gibt's noch



Beim Lesen des Programms war ich etwas abgeschreckt ist und hatte Angst, das Bürgerfest ist nur noch ein riesiges Musikfestival, wo man in der Masse hin und her geschoben wird.

Aber die angenehme Überraschung für mich gestern war: es gibt sie noch, die ursprüngliche Atmosphäre, wie sie die Bürgerfeste in den Siebziger Jahren hatte. Wo noch Bürger für Bürger organisierten, wo witzige Ideen für gute Laune sorgten, wo Vereine und Idealisten hinter dem Fest standen.

Das erlebte ich gestern als erstes in der Thundorfer Straße, wo sich offenbar Vereine aller Art konzentrierten (ähnlich wie bei den Sozialen Initiativen im Weißgerber Graben). Da ist z.B. der Verein für krebskranke Kinder (VKKK), der für gute Laune sorgte: Mit gezielten Würfen an eine Öffnung in einer Wand verursacht der Besucher, dass ein daneben sitzender Freiwilliger in ein Wasserbecken platscht. Der Freiwillige sitzt in Badehose auf einem Klappsitz mitten in der selben Wand. Der Erlös für die ganze Aktion geht natürlich an den Verein.

Schräg gegenüber fand ich der Reihe nach: einen deutsch-spanischen Stand (mit Pedro Alvarez von CinesCultura), einen Stand eines deutsch-französichen Vereins und einen Stand von Italienern: D'Amici Italia e.V.

Die Italiener hatten einen italienischen Chor organisiert, die auf der Straße vor dem Stand italienische  Arien und Lieder sangen, angeführt von einem Akkordeonspieler, und umringt von begeisterten Zuhörern.

Für Bombenstimmung sorgten freundliche und engagierte Mexikaner im Innenhof des Ratskellers, der auch über den Zieroldsplatz (Don Juan Denkmal) zugänglich ist. Im lustig umdekorierten Innenhof gab es eine Karaoke-Show und eine echt phantastische, kosmopolitische Stimmung. Was ja auch im Sinne des diesjährigen Mottos ist "Regensburg in Europa".

Da wir von Vereinen sprechen, noch eine Empfehlung: der Kran am Kornmarkt, mit dem 80m hoch gehieft wird, ist wirklich einen Besuch wert. Der Ausblick ist fantastisch.

Die Zeitung schreibt von einem Glasboden, was Leute mit Höhenangst berücksichtigen sollten - aber das ist nur ein winziger Ausschnitt im Boden. Ich selbst habe während der ganzen Zeit den Boden gar nicht wahrgenommen, und ich war auch ansonsten überrascht, dass ich trotz meines normalerweisen empfindlichen Magens kein Problem mit dem Höhen-Ausflug hatte. Der Erlös geht an den Verein "IG Historische Straßenbahn" und die Mitarbeiter, die dort bis in die Nacht hinein Dienst machen, arbeiten ehrenamtlich.

Noch ein letzter Tipp: Es laufen Filme über alte Bürgerfeste am Samstag und Sonntag jeweils 13.00 Uhr im Garbo-Kino


Den Freitag abend begann ich mit einem Besuch des Krans, den die Interessengemeinschaft Straßenbahn am Kornmarkt betreibt - ich wollte die letzten Sonnenstrahlen ausnutzen. Die letzten Jahre hatte ich diesen Besuch zeitlich nie geschafft. Ich habe es nicht bereut:

Dienstag, 26. Juni 2018

Bilder vom Regensburger Gassenfest 2018

Ich habe diesmal kaum Fotos vom Gassenfest beizusteuern, denn ich wollte einfach dieBesuche genießen, ohne eine Kamera herum zu schleppen. Eigentlich hatte ich die Kamera nur wegen der Straßenbahn dabei, und auch nur am Samstag. Ansonsten verzichtete ich sogar auf das Smartphone

Darum  gibt es  z.B. auch keine Fotos von dem traumhaft schönen Auftritt der "Fullhouse Blues Gang" am Sonntag abend, der mir einen gänsehautschönen Abschluss des Festes bot.





Mittwoch, 21. September 2016

EBW-Vortragsreihe zur Stadtbahn - Bündnis für einen hochwertigen ÖPNV in Regensburg

Foto: P. Burkes, Straßenbahn in der Ostengasse, Juli 2016

Regensburg - stets nahe am Verkehrskollaps. Und dass das schlimmer wird, ist vorprogrammiert. Immer mehr Autos, immer mehr Einwohner. In Wien z.B. parken die Anwohner ihre Autos längst außerhalb und fahren fast nur mit den öffentlichen Mitteln. Also Straßenbahn ("Bim"), Bus und U-Bahn. Öffentlicher Personen-Nahverkehr also, ÖPNV

Das Thema Verkehr dürfen wir nicht  der Stadtverwaltung allein überlassen. Schon von jeher haben Bürger und Bürgerinitiativen an Stadtentwicklungen mitgewirkt, ja, mitwirken müssen. In Regensburg wie in anderen Städten. In früheren Jahrhunderten, Jahrzehnten,  bis heute.

Derzeit macht eine neue Gruppe von sich reden:

Bündnis für einen hochwertigen ÖPNV in Regensburg. 

Das Bündnis wird getragen von 19 Vereinen und Einrichtungen. Zusammen mit dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk (EBW) gibt es eine Vortragsreihe zum Thema

  • Eine Stadtbahn für Regensburg – Ideen für einen hochwertigen ÖPNV in unserer Stadt

Auf der Webseite des Erwachsenenbildungswerks heißt es:

Was nach Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger fehlt, ist ein leistungsfähiges und attraktives ÖPNV Netz. Seit der Erwähnung im Koalitionsvertrag der regierenden Stadtratsfraktionen ist das Thema Stadtbahn wieder ins Gespräch gekommen. Derzeit arbeitet eine Expertengruppe an einer Machbarkeitsstudie, ein Bündnis für einen attraktiven Nahverkehr hat sich gegründet. Kommt jetzt Bewegung in die Sache?

In einer Vortragsreihe und einer Podiumsdiskussion wird der Frage nachgegangen. Dabei wertet man auch Erfahrungen aus anderen Städten aus.

Termine der Vortragsreihe:

Mittwoch, 20. Juli 2016

Die historische Straßenbahn in der Ostengasse

Ausschnitt aus einer Ansichtskarte


Am 22. bis 24. Juli findet das Ostengassenfest statt. Dabei wird auch der verbliebende Straßenbahnwaggon gezeigt, den man eigens dorthin transportierenlässt. Genaugenommen der Beiwagen.

So annoncieren die Sozialen Initiativen dieses Fakt:

Trinken Sie eine Tasse Kaffee in einem Straßenbahnwagon und helfen Sie mit, dieses schöne Stück Regensburg zu sanieren. Die Interessengemeinschaft der Straßenbahnfreunde unterhält mit Anekdoten und klärt auf, wie's weitergehen soll. Ostengasse, Nähe Ostentor.
Der Waggon ist nicht direkt ein Cafe, aber er ist offen zugänglich.

Wer möchte, kann den Wagen als Café nutzen, denn die drei gegenüberliegenden Stände servieren auch in der Tram.

Und für die Kleinen hat man sich die "Interessengemeinschaft Straßenbahn" auch etwas ausgedacht: An einem originalen Straßenbahnführerstand können sie den "Straßenbahnführerschein" machen und bekommen ihn an Ort und Stelle ausgehändigt.

Kalender-, Buch und Postkartenverkauf runden das Programm des Straßenbahnvereins ab.

Wer also nochmal im Regensburg der 50er- und 60er-Jahre schwelgen oder den Kindern und Enkeln die Straßenbahn zeigen möchte, ist dazu herzlich eingeladen!

Üüüübrigens: das Buch

Der Regensburger Gietl-Verlag brachte im Herbst 2015 ein neues Buch über die Regensburger Straßenbahn heraus. Ich berichtete über die Buchvorstellung hier: http://www.regensburger-tagebuch.de/2015/10/neues-buch-uber-die-regensburger.html

Auf 150 Seiten und 250 Bildern werden viele neue Details der Regensburger Straßenbahn beschrieben.  Außerdem gibt es viele bis dahin unveröffentlichte Farbfotos!




Leseprobe und Infos auf der Seite des Gietl-Verlags:

Samstag, 9. April 2016

Vorstellung des Straßenbahnkalenders 2017 im Kneitinger


Der neue Straßenbahnkalender wurde heute im  Kneitinger vorgestellt. Sinnigerweise im Schaffnerstüberl.

Der Kalender 2017  wurde wieder ehrenamtlich von Postkartensammler K. Theml erstellt, die Erlöse dienen dem Projekt zur Restaurierung der Straßenbahn Regensburg. Veranstalter war die "Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn Regensburg e.V.", Webseite: http://www.strassenbahnregensburg.de/
 

Donnerstag, 7. April 2016

Trotz Abriss - Straßenbahnrosette an Opitzklinik gerettet


2012-06-27 Die Opitz-Klinik beim ersten Sanierungsversuch im Jahr 2012. Foto Martin Kempter

Am vergangenen Wochenende wurde die stadtbekannte ehemalige  Opitzklinik abgerissen. Das Haus war zwar alt, und ist bei vielen Regensburgern mit Erinnerungen verbunden, stand aber nicht unter Denkmalschutz. Denn es war ein vielfach umgebautes und zuletzt als Sanierungsruine verwahrlostes Gebäude. Ein Münchner Investor hatte das Gebäude  zuletzt besessen, bis dann 2014 die Gläuber die Zwangsversteigerung betrieben. Der neue Besitzer zeigte der Lokalpresse, dass und warum das Haus nicht mehr zu retten war (Artikel von Julia Ried, MZ, 31.03.2016, "Der Abrissbagger kommt am Samstag")

Im Jahr 1900 hatte es der fürstlich Thurn und Taxisschen Oberdomänenrat, der Justizrat Dr. Alfred Diepolder, zunächst als sein Wohnhaus errichten lassen. 1929 baute es der Regensburger Arzt Dr. Franz Zeitler zur Privatklinik, seither war es als Zeitlerklinik bekannt. Als 1970 der Gynäkologe Dr. Georg Opitz den Bau übernahm, bürgerte sich rasch der Name Opitzklinik ein.   Viele berühmte und normale Regensburger haben dort das Licht der Welt erblickt. Die fürstliche Familie war nur eines der prominenten Beispiele.

Das Opitz-Haus und die Straßenbahn

An diesem Haus in der Luitpoldstraße 11b befand sich auf Höhe des ersten Stocks  eine Straßenbahn-Oberleitungsbefestigung. Diese  Straßenbahn-Rosette - oder bei anderer Betrachtungsweise 10 kg Alteisen mit Gummieinlage - hatte die Funktion, die Übertragung der Schleifgeräusche des Stromabnehmers auf das Haus zu dämmen.

Diese Rosetten sind Zeugen vom Verlauf der einstigen Schienenstrecken in der Stadt. Passen Sie mal auf, wenn Sie durch die Stadt spazieren - da gibt es noch so einige. An denkmalgeschützten Häusern wie dem Salzstadel und dem Golitathhaus wacht sogar die Denkmalschutzbehörde über diese Relikte.
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2016-04-02 15-49-32 Aufwändiger Abbruch des alten Gebäudes durch die Experten der Firma Dauerer. Noch ist die Oberleitungsrosette daran zu sehen

2016-04-02 19-10-10 Und hier hält Martin Kempter von der IG Straßenbahn e.V. das Stück in Händen. Vielleicht kann es eines Tages an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren. Foto Kempter


 Für das Buch "Straßenbahn in Regensburg"  hat Martin Kempter, Gründungsmitglied in der Interessengemeinschaft historische Straßenbahn Regensburg e.V. , die noch erhaltenen Oberleitungsbefestigungen zusammengetragen, insgesamt 44 an der Zahl. Eine von Martin Kempter aufbereitete google-maps-Karte finden Sie hier: https://drive.google.com/open?id=0B94992KsGXbCMVVIYU5EdTJFcms

Am 4. Dezember 1926 ist dort das erste Mal ein Triebwagen vorbeigefahren, hat Martin Kempter rekonstruiert, anfangs bis zur Safferlingstraße, bald darauf schon bis zur Prinz-Rupprecht-Straße und seit 1936 bis zur Endhaltestelle Pürkelgut.

Als Martin Kempter, der vielen auch als Burgfriedensforscher bekannt ist,  am letzten Donnerstag aus der Zeitung vom bevorstehenden Abriss erfuhr, rief er sofort bei der Bauträger-Firma an - und stieß dort auf offene Ohren! Man sei sehr interessiert an der Geschichte des Gebäudes und dankbar für jede Information über das, was dort früher geschah.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Neues Buch über die Regensburger Straßenbahn



Der Arnulfsplatz um 1950, Schaukasten im DEZ, fotografiert im Dez 2011
http://www.regensburger-tagebuch.de/2014/07/faszinierende-straenbahn-modell.html


Der Regensburger Gietl-Verlag hat ein neues Buch über die Regensburger Straßenbahn veröffentlicht.
Auf 150 Seiten und 250 Bildern werden viele neue Details der Regensburger Straßenbahn beschrieben.

Autoren sind Heiner Eichermüller und Martin Kempter. Letzterer ist bekannt im Rahmen der Forschungen über den Burgfrieden. Er ist aber auch sonst geschichtlich sehr versiert und ich tausche mich oft mit ihm bei Recherchen  aus.

Eichermüller ist als Kind selbst noch mit der Regensburger Straßenbahn gefahren und ist bereits mehrfach als Straßebahnautor in Erscheinung getreten, zuletzt  im Regensburger Almanach 2014.

Die beiden Autoren sind Gründungsmitglieder des Regensburger Straßenbahnvereins


Samstag, 7. März 2015

Historisches zum Areal der Bäckergasse

Anlässlich des Baugebiets Bäckergasse - Frankenstraße (Artikel vom 07.02.2015) wollte ich eigentlich noch historische Fakten über die Entwicklung des Gebietes nachtragen. Jedoch fehlt mir die Zeit für nähere Ausführungen, also veröffentliche ich den bisherigen Entwurf einfach nur mit den alten Karten und verweise auf die untenstehenden Links zu früheren Artikeln im Regensburger Tagebuch, wo ich über den Protzenweiher berichtete.

http://www.regensburger-tagebuch.de/2011/08/protzenweiherbrucke-und-stadtnorden-aus.html
http://www.regensburger-tagebuch.de/2011/08/die-protzenweiherbrucke-und-der-alte.html

Nichtsdestotrotz werde ich gelegentlich den Fokus "Bäckergasse" nachholen, das dürfte vor allem für die Straßenbahn-Freunde interessant sein.

Oder jemand sendet einen Gastartikel ein.



https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiv_mz4J8-pXKRCmamPXHVNcpTj7CH0QjK52RiyxVVuV7lCFd8ZNQ5SyyRvr4nBiR5oyyYGAjDIgjUiBz3G3y-mEL-Sn21RT4aGNcL35dlj_c2508j2eQgZi7B8PfwxQAzbL4BkFzq6Ye0/s576/uraufnahme-ortsblatt-1812-ausschnitt-3.jpg

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEg6jvnOHMt5PTl31wg0ZCId39fpfLjCEXpC9IOWU6mcAYNpqGLKpjo4trOE6U2RHOQzV8WpgRHezWo4smItnUhEhUke4qbe-QX3-TGvB8g6-W0366sSHkekqcdl6hyImbeExew0DSMXZAI/s576/Google%252520Earth.jpga


Mittwoch, 6. August 2014

Umbau Brücktor - Nachtrag

Im Artikel über das Brücktor und die Erweiterung der Steinernen Brücke im Jahre 1901 habe ich noch drei Bilder gefunden und nachträglich eingefügt:

1. Zwei Modell-Bilder aus google-earth, die besonders schön zeigen, wie die Brücke für die Straßenbahn erweitert wurde.



Freitag, 1. August 2014

Das Brücktor und der Umbau 1901

Wow - was für ein Foto. Für die Einführung der Straßenbahn musste die Steinerne Brücke am Südende verbreitert werden und das Brücktor umgebaut werden. Denn die Straßenbahn wäre durch das eigentliche Brücktor nicht durchgegangen. Das alles ist bekannt - aber ein Foto vom Umbau zu sehen,ist nochmal was anderes. Das Foto tauchte in der facebook-Gruppe regensburg-damals auf. Martin Onkeldoc machte sich noch Gedanken zum genauen Zeitpunkt (ein Witzbold verwies auf die angezeigte Uhrzeit)



Hier folgt eine Zusammenstellung von Bildern zum Brückturm vor und nach dem Umbau - zum Teil Fotos, zum Teil Ausschnitte aus alten Stichen.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Sieben Irrtümer über die historische Regensburger Straßenbahn - Gastbeitrag

Gastbeitrag von Martin Onkeldoc,
mit einem bisher unveröffentlichten Foto von der Regensburger Straßenbahn (Foto zur Verfügung gestellt von H. Grünbauer)



Regensburger Straßenbahn am Stobäusplatz, ca 1959 TW 33 und TW 27


"Die Dinge sind so, vielleicht aber auch anders." (Nikos Themelis)

Sieben vermeintliche Fakten zur Regensburger Straßenbahn
  1. "Deutschlands engste Straßenbahnkurve befand sich am Bischofshof."

    Diese Behauptung wird gerne mit einem Foto der Linie 1 illustriert, wie sie von der Goliathstraße in den Krauterermarkt einbiegt. Der Radius dieses Bogens lässt sich aus der Stadtgrundkarte von 1959 mit 19 m herausmessen. Die bis 1945 befahrene Linie nach Reinhausen machte an der gleichen Stelle jedoch einen viel engeren Bogen: Eine S-Kurve mit nur 15 m Radius führte in die Weißen-Hahnen-Gasse! Dieser Wert wird wiederum geschlagen von der bis 2012 existierenden Tram-Wendeschleife in München-Pasing: 14,5 m Radius – und das bei Normalspur. Um das zu toppen, müssten wir die Depotgleise an der Augustenstraße anführen, dort quietschten die Waggons in Schleichfahrt durch 10-m-Radien.
      

Faszinierende Straßenbahn Modell-Landschaft


Arnulfsplatz um 1950, oben Osten, unten Westen, rechts das Theater.

Ich habe sie ein paar mal als Kind miterlebt, die Straßenbahn. Im DEZ gibt es einen Schaukasten mit einer wunderschönen Modell-Anlage von Arnulfsplatz und Bismarckplatz, inklusive Ludwigstraße und Drei-Mohren-Straße.

Durch letztere ging auch ein Straßenbahngleis - unglaublich bei dieser engen Gasse.

An diesem Schaukasten halte ich manchmal, und dann stehe ich lange - denn ich kann mich nicht sattsehen an den Details. So also sah das noch vor 40 Jahren aus, beim Bismarckplatz, beim Arnulfsplatz. So sahen das unrevonvierte Theater aus, die unrenvierten Häuser gegenüber in der Drei-Mohrenstraße, wo die Theaterwerkstätten waren. Die Drei-Mohrenstraße war keine Flanierstrecke, wie heute, sondern ein dunkles hässliches Gässchen hinterm Theater, ohne Cafes, ohne Läden.

Lediglich ein einziges Lokal war dort, die unter Studenten berühmte Pizzeria AMALFI, dort wo heute das Mirabelle ist.

So war das auch noch, als ich in den siebziger Jahren nach Regensburg kam. Nur die Straßenbahn, die war schon seit 1964 nicht mehr. Die Gleise wurden aber erst viel später abgebaut.


Dienstag, 29. Juli 2014

1. August - Event am Rathaus - Nostalgische Sonderfahrt zur letzten Straßenbahnfahrt in Regensburg



Am 1.8. 1964 fuhr das letzte Mal die Straßenbahn in Regensburg. Es warkeine Routinestrecke, sondern eine Sonderfahrt von der Landshuterstraße hin zum Werksgelände in der Augustenstraße

Für den 1.8.2014, dem 50jährigen Stilllegungsjubiläum, haben die Straßenbahnfreunde Regensburg Unterschriften gesammelt. Dabei geht es um die bessere Erhaltung eines in Regensburg im Freien lagernden Straßenbahnzugs. Über 2000 virtuelle Unterschriften wurden gesammelt.

Die Unterschriften werden am 1.8.2014 am alten Rathaus ca 18:30 feierlich an den Oberbürgermeister Wolbergs und Bürgermeister Huber übergeben.
Das läuft so ab, dass eine Sonderfahrt mit einem Bus stattfindet, die im wesentlichen die alte Strecke abfährt, und beim Rathausplatz um 18.30  eine Pause einlegt. Dort gibt es die Übergabefeierlichkeiten (sogar mit Gesang, habe ich gehört).

Der Bus fährt dann weiter zur Augustenstraße, aber über das alte Ziel hinaus weiter bis zu den Brauhausstuben Bischofshof (Stadtwesten).
Dort gibt es um 19.00 Uhr ein geselliges Zusammensein mit einem interessanten Filmvortrag.
Die Übergabe-Veranstaltung wird von Funk- und Fernsehen wie auch den renommierten Regensburger Zeitungen begleitet! Dazu, und zu dem Treffen um 18.30 Uhr, sind alle eingeladen. Für den Bus gibt es keine Mitfahrmöglichkeit mehr, denn dieser ist ausgebucht.


Die Moderation bei der letzten Fahrt übernimmt Günther Schieferl, letzter Straßenbahnfahrer.

Für die ganze Aktion sorgten Bernd Edtmaier und Jan Mascheck.

Die Originalstrecke der letzten Fahrt (mit Dank an Martin Onkeldoc). Die Busfahrt wird an zwei Stellen davon abweichen, wegen der heutigen Einbahnstraßenregelung


Auf http://www.strassenbahnregensburg.de.vu/ können Sie sich in eineFreundesliste eintragen, um über die weitere Entwicklung der Straßenbahn auf dem Laufenden zu bleiben!


Dienstag, 22. Juli 2014

Straßenbahn in Regensburg




Derzeit läuft eine Aktion zugunsten der Straßenbahn. Auf Wikipedia fand ich überraschenderweise einen eigenen Artikel über die Straßenbahn in Regensburg

Straßenbahn Regensburg

aus Wikipedia, der freien EnzyklopädieDie Straßenbahn Regensburg ist ein ehemaliges öffentliches Nahverkehrsmittel in Regensburg, das von 1903 bis 1964 in Betrieb war.

Geschichte

Die meterspurige Regensburger Straßenbahn wurde am 21. April 1903 mit zwei Linien eröffnet. Die vom Nürnberger Unternehmen Schuckert & Co. erbauten Strecken liefen von Stadtamhof über die Steinerne Brücke, den Domplatz und den Alten Kornmarkt zum Hauptbahnhof und vom Ostentor über den Domplatz und den Alten Kornmarkt in die Wilhelmstraße. Der Betriebshof befand sich in der Augustenstraße. Im Jahr 1909 gingen die Linien mit dem dazugehörigen Kraftwerk in den Besitz der Stadt über.
Bis in die 1930er-Jahre wurde das Netz schrittweise erweitert.
  • am 29. Januar 1911 von der Maximilianstraße zur neuen Kaserne
  • am 1. August 1915 vom Ostentor bis zum Schlachthof
  • am 1. Oktober 1933 von Stadtamhof bis zur Reinhausener Brücke zur Walhallabahn
  • am 1. Juli 1936 von der Prinz-Rupprecht-Straße bis Pürkelgut

Dienstag, 6. Mai 2014

Stadtbahn Regensburg Onlinepetition

https://www.openpetition.de/petition/online/der-alte-strassenbahnzug-in-regensburg-soll-erhalten-werden


Eine Online-Petition fordert: der alte Straßenbahnzug in Regensburg soll erhalten werden!

https://www.openpetition.de/petition/online/der-alte-strassenbahnzug-in-regensburg-soll-erhalten-werden

Mittwoch, 24. Juli 2013

Der Hammer: 1926er Film-Doku über Regensburg

Ein Kollege machte mich gerade darauf aufmerksam: es gibt bei youtube einen Dokumentarfilm über Regensburg aus dem Jahre 1926. Erstellt vom damaligen Fremdenverkehrsverein. Ganze 35 Minuten lang!



Man sieht Bilder von Orten, die man nicht einmal auf alten Ansichtskarten findet, oder in Büchern mit alten Fotos (und ich habe davon eine Menge).