Stummfilmklassiker, kombiniert mit Live-Musik. Das Ganze möglichst OpenAir im traumhaft schönen Ambiente des Thon-Dittmer-Innenhofs. Das ist das Erfolgsrezept der Regensburger Stummfilmwochen.
1982 erstmals vom "studentischen Arbeitskreis Film" als Einzelprojekt durchgeführt, schlossen sich VHS und DAI an, so dass ab 1983 diese Veranstaltung alljährlich im Thon-Dittmer-Palais durchgeführt werden konnte. Ab hier wurde dann auch gezählt. Dieses Jahr startet die 44. Stummfilmwoche, und zwar
vom 11. bis 16. August 2026
Die Wetteraussichten sind in diesem Jahr hervorragend. Bei schlechtem Wetter werden die Vorführungen ins Kino im Leeren Beutel verlegt, dort ist auch der Sitz des Vereins, der heute "Arbeitskreis Film Regensburg e.V." heißt.
Ich habe jahrelang die Filme im Arkadenhof besucht, mittlerweile kenne ich natürlich die meisten Filme. Allerdings gibt es mittlerweile restaurierte Fassungen, und immer wieder tauchen neue Schätze auf.
Gestartet wird mit einem Klassiker von Harald Lloyd, "Safety Last" (deutscher Titel "Ausgerechnet Wolkenkratzer"), der auch die berühmte Uhr-Szene enthält, die wohl schon jeder mal zumindest als Screenshot gesehen hat.
In dieser ikonischen Sequenz hängt der Hauptdarsteller Harold Lloyd am Zeiger einer riesigen Uhr an der Fassade eines Wolkenkratzers weit über dem Straßenverkehr. Gefilmt wurde die Szene ohne Spezialeffekte mithilfe einer optischen Täuschung: Das Set war auf dem Dach eines tiefer gelegenen Gebäudes platziert, sodass die Kamera die echte Straßenschlucht im Hintergrund erfasste, während Lloyd bei einem Sturz auf eine Plattform gefallen wäre. Abgesehen davon sind die artistischen Leistungen von Lloyd immer noch erstaunlich.
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| Harold Lloyd in „Safety Last!“ (1923) Quelle: Wikimedia Commons (Gemeinfrei) |
Das Programm zur Stummfilmwoche findet ihr auf: www.stummfilmwoche.de/
Übrigens: Herr Medard Kammermeier, der federführend beteiligt war an der Etablierung der Stummfilmwoche (und später auch der Kurzfilmwoche) erhielt im Jahre 1922 den Kulturpreis der Stadt Regensburg (siehe https://www.regensburger-tagebuch.de/2022/11/gelungen-die-kulturpreisverleihung-2022.html)
Eingangs nannte ich das DAI, das neben VHS das Projekt unterstützte. Ältere Regensburger kennen den Begriff noch, der fest mit dem Thon-Dittmer-Palais verbunden war: DAI bedeutet Deutsch Amerikanisches Institut. Das DAI Regensburg existierte bis 1999 im Thon-Dittmer-Palais. Die Geschichte der Amerikahäuser findet man hier:
https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Amerikah%C3%A4user
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