Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 24. September 2022

Regensburger Galerienabend 2022 - am 24. September

 



Am Samstag, den 24. September laden 12 Galerien und Ausstellungsräume zum jährlichen Rundgang in ihre aktuellen Ausstellungen ein. 

Der Rundgang ist von West nach Ost angelegt, von der Schillerstrasse bis zum Schwanenplatz und vom Bahnhof bis zum Andreasstadl. 

Besonderheiten diesmal:
- Jubiläum 25 Jahre Kunstkontor (und Wiedereröffnung nach 2 Jahren Pause)
- Jubiläum 30 Jahre Stadtkunst 
- Zwei Vernissagen im Erdel-Schaulager und im artspace Erdel



Donnerstag, 22. September 2022

Lisa... und dann kam ich ins Heim.

Bei einem Vorstandstreffen des Thomas-Wiser-Fördervereins in den Räumen des Kinderheims in Regenstauf kamen wir  an einem Schaukasten vorbei, in welchem auch das Buch "Lisa" ausgestellt war. Einige kannten das Buch noch nicht, das erstmals 1999 von Mitarbeitern und Kindern des Heims entstand, also erzählten wir darüber.


Heimleiter Franz Raschof zeigt uns die Originale zu dem Lisa-Buch (Regenstauf, 15.09.2022)



Das Buch "Lisa - und dann kam ich ins Heim" ist ein wunderbares und berührendes Buch von einem Mädchen, das in das Kinderheim kommt. Ein soziales Kunststück, schrieb damals das Sozialmagazin, und der ekz-Informationdienst meite: "Ohne zu dramatisieren, weckt das Buch Verständnis, informiert knapp, bietet begleitend Hilfe" . Das Buch wurde gelobt und mit Preisen ausgezeichnet. Es wurde 2019 in dritter Auflage vom Verlag "edition buntehunde" herausgebracht. 

Franz Raschof, nicht nur Vorstandsmitglied im Förderverein, sondern auch Leiter des Heims selbst, zeigte uns die Originalbilder, die nach einer längeren Wanderausstellung in den Landkreisen schließlich in den Gängen des Heims gelandet waren.


Lisa... und dann kam ich ins Heim. 3. Auflage (2019)

Fünf Kinder im damaligen Alter von 6 bis 18 sowie drei Pädagoginnen zeichneten und schrieben das Buch. Darin geht es um die Aufnahme im Heim aus der Sicht eines Mädchens als Ich-Erzähler. Der Grund für die Einweisung wird nur angerissen (im konkreten Fall offenbar ein trinkender Vater und eine überforderte Mutter).  


Mit Bildern, Collagen und Texten wird gezeigt, wie das Kind im Heim aufgenommen wird. Zwischen den Zeichnungen sind Briefe in Kinderhandschrift, in denen Lisa die Ereignisse einer Freundin schildert und ihre Fragen und Gefühle verdeutlicht.

Ich habe die Entwicklung des Buchs  von Anfang an mit erlebt. Durch die Freundschaft mit dem Heimleiter und mit einigen der Mitarbeiter war ich mit den Schicksalen der Kinder im Regenstauf Heim vertraut, und als der Förderverein gegründet wurde war ich Gründungsmitglied. Ich war im Haus, als die sehr engagierte Pädagogin Uschi Winter das Buch uns (also dem Thomas-Wiser-Förderverein) vorstellte. Und ich habe später mit verfolgt, wie Frau Winter und ihre Kolleginnen Susanne Engl-Adacker und Tina Berger das Buch realisierten.

Ein Amazon-Rezensent zum Lisa-Buch:

Ich habe mir das Buch bestellt, weil ich nach Material für meine Schulklasse zum Thema Heimerziehung gesucht habe. Dieses Buch haben Heimkinder selbst mit ihren Erziehern geschrieben. Es wurde herausgegeben vom Thomas-Wiser-Haus, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in Regenstauf.

In leicht verständlicher und auch für Kinder lesenswerter Art erzählt Lisa in der Ich-Form, wie und warum sie ins Heim kommt, wie sie dort ihre ersten Tage erlebt und warum sie sich dort wie Zuhause fühlt. 

Der Erzähltext wird unterbrochen von Briefen in Kinderhandschrift, in denen Lisa die Ereignisse einer Freundin schildert und ihre Fragen und Gefühle verdeutlicht.
So gelingt in einfacher Weise, Kindern und Erwachsenen zu vermitteln, wie das Leben im Heim aussieht. 

Die von Kindern gemalten Bilder unterstützen die Wirkung noch besonders.

Ein sehr gelungenes Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, um Vorurteile abzubauen und auch Kindern verständlich zu machen, dass nicht jedes Kind in einer intakten Familie aufwächst.
Geeignet für Kinder ab 5 Jahren.


Warum kommt ein Kind ins Heim?

Mir geht es in diesem Artikel weniger um das Buch, sondern um etwas Aufklärung darüber, warum Kinder ins Heim kommen und wie sie dort leben. 

Mittwoch, 21. September 2022

Alles Gute zum 6026. Geburtstag, liebe Erde (21.09.2022)

Lange Zeit glaubte man, die Erde (oder die Welt) wurde von Gott vor ungefähr 6000 Jahren geschaffen. 

Genau genommen am Vormittag des 21.09.4004 vor Christus, so jedenfalls der Theologe James Ussher, der im Jahre 1650 die in der Bibel genannten Generationen hochrechnete und weitere Bibeldaten auswertete. 

Ussher nannte zwar den 23.10. -  damals galt aber der julianische Kalender. Umgerechnet ist das der 21. September nach dem heutigen (gregorianischen) Kalender. Genaugenommen der Moment der Tag- und Nachtgleiche, und daher hat er sogar eine Uhrzeit genannt.

Somit wäre dann heute (am 21.09.2022) der 6.026. Geburtstag.

Andere historische Forscher gingen übrigens von ähnlichen Altersbestimmungen aus, z.B. Venaribilis (3.952 v. Chr) oder Scaliger (der nannte 3.950 v. Chr. )

Aber das Datum von Ussher war das meistgenannte Datum, das man dann in den Geologie- oder anderen Naturkundebüchern im 18. und 19. Jahrhundert lesen konnte. Hier ein winziger Ausschnitt aus der 7 m langen Timeline-Karte von S.C. Adam (1881)



Es gibt übrigens - vor allem in den USA - immer noch so einige Leute, die an dieses Alter und an die biblische Schöpfungsgeschichte glauben. Kreationismus wird das mittlerweile genannt (https://www.welt.de/wissenschaft/article750227/Die-Erde-ist-ziemlich-genau-6000-Jahre-alt.html). 

Aber keine Angst - daran glaube ich nicht,  und damit will ich mich hier auch nicht befassen. Vielmehr möchte ich wieder mal den Fokus auf historische Bücher und Karten lenken. 

Wie meine Leser wissen, ist das schon seit vielen Jahren mein Hobby. Eigentlich nur, weil es das Internet gibt. Denn über diverse Portale kann man tausende von alten Büchern oder Karten ansehen, ohne sie mühsam sammeln oder Bibliotheken besuchen zu müssen. Außerdem lassen sich auf diesen Portalen die Dokumente oft bis in das kleinste Detail zoomen.

Die geniale Kartensammlung von David Rumsey (https://www.davidrumsey.com/) habe ich schon öfters erwähnt, meist in Zusammenhang mit dem Thema "Regensburg auf alten Karten" . Heute geht es aber nicht um Regensburg. 

Vor Jahren entdeckte ich eine Zusammenstellung interessanter "Timeline"-Karten und recherchierte auf dem Portal von Rumsey. An diese Zeitleistenkarten musste ich denken, als ich in den letzten Tagen einen Artikel über das angebliche Alter von 6000 Jahren las. Denn ich erinnerte mich, dass manche Zeitleisten dort begannen. Etwas, was mich damals völlig verwirrte, weil ich noch nichts über diese Theorie wusste. 

Aber nicht deswegen fand ich die Karten interessant, sondern ich war fasziniert davon, welchen Aufwand die Recherche und die grafische Darstellung dahinter steckt. Und das  ohne Hilfe von Computern.

Mittlerweile gibt es über 300  historische Timeline-Karten, die man über folgende Suchabfrage allein  auf dem David-Rumsey-Portal findet:  

Nicht alle sind optisch spektakulär, das ist klar. Manche sind auch nur auf die Geschichte bestimmter Länder zugeschnitten. 


Hier habe ich ein paar Beispiele zusammen gestellt. Man sollte sie aber auf dem Portal ansehen sollte, wo man beliebig zoomen kann:




Fast ganz rechts auf der Karte fand ich zwei Ausschnitte, in denen Bayern auftaucht - einmal als Seitenstrang zu "Germany" im Jahr 888, dann reißt der Strang ab und taucht später wieder auf.


 


Karte von S.C. Adam (1881)


Siehe auch meine Zeitleiste zur bayerischen Geschichte im Artikel von https://www.regensburger-tagebuch.de/2019/06/hintergrundwissen-zur-bayerischen.html





Eugene Pick, 1858

Heute geht man übrigens davon aus, dass die Erde 4,6 Milliarden Jahre alt ist. Und das Universum 13,8 Milliarden Jahre. 

Wenn es im Titellied von "Big-Bang-Theory" heißt "Then nearly fourteen billion years ago expansion started, wait", dann muss man natürlich beachten, dass die Amis "billion" für "Milliarden" sagen. Echt verwirrend, oder?


Annex:

Der Ussher-Lightfoot-Kalender ist eine Chronologie, die auf ein annalistisches Werk von James Ussher, dem Erzbischof von Armagh und Primas von Irland, aus dem Jahr 1650 zurückgeht. Er versuchte darin unter anderem, das Datum der Schöpfung aus Angaben der Bibel abzuleiten, und ermittelte dafür Sonntag, den 23. Oktober 4004 v. Chr. (Julianischer Kalender); das entspricht dem 21. September im heute gültigen Gregorianischen Kalender. Mehr dazu auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Ussher-Lightfoot-Kalender

Das von Ussher vorgeschlagene Jahr 4004 v. Chr. unterschied sich nur geringfügig von der Einschätzung Beda Venerabilis’ (der geht von 3952 v. Chr. aus) oder Scaligers (der schätzt den Beginn auf 3950 v. Chr.).



(Artikel geschrieben am 4.9.2022; automatische Freischaltung am 21.09.2022)

Dienstag, 20. September 2022

Musik, Film, Kunst und Poetry Slam - am 23.9. in der Prinz-Leopold-Kaserne

Am Freitag, 23.9. ab 18.00 Uhr gibt es die nächste Veranstaltung auf dem PLK-Gelände, diesmal vom Verein Kulturviertel Regensburg e.V. selbst organisiert

Unter Motto „PLKaleidoskop – Kultur hat viele Facetten!", präsentieren sich diesmal Künstler und Künstlerinnen verschiedenster Sparten:

  • Akustik-Pop mit Flonoton, Wortakrobatik mit Matthias Gietl, ein Poetry-Slam von und mit Pascal Simon und Gästen sowie Stoner Blues der Band Dead Man's Harverst.
     
  • Die Medienkünstler Karl Iaro und Ralf Oberleitner zeigen Experimente mit Licht, Fotograf
     
  • Filmemacher Hubertus Hinse zeigt eine Videoinstallation rund um Anatomie und Architektur.
     
  • Klara Hahn stellt mit „Between you and me“ ein Internationales und spartenübergreifendes Kunstprojekt aus, das im Rahmen des kulturellen Jahresthemas „Zwischentöne“ stattfindet und von von der Stadt Regensburg und dem Danube Small Project Fund gefördert wird.



Der Zugang erfolgt über die Dieselstraße.

  • 18.30 Uhr Akustik Pop mit Flonoton
  • 19.00 Uhr Wortakrobatik mit Matthias Gietl
  • 19.30 Uhr Poetry Slam von und mit Pascal Simon und Gästen
  • 21.00 Uhr Stoner Blues der Band Dead Man's Harvest

Montag, 19. September 2022

Kunstkontor Westnerwacht macht wieder auf


25 Jahre Kunstkontor Westnerwacht 1996-2021
1. Jubiläumsausstellung vom 24.09. bis zum 17.12.2022

Vernissage am 23.09.2022, 20 Uhr


Kunstkontor Westnerwacht am Galerienabend 2016

Das ist wirklich ein erfreuliche Nachricht: "Kunstkontor Westnerwacht" macht nach zweieinhalb Jahren Pause wieder auf.

Die Pause war durch Lockdown und Corona bedingt, denn Lage und Enge der Räume der Räume waren öffentliche Veranstaltungen nicht zuträglich.

Den Wiederbeginn will die Galerie mit einer zweiteiligen Jubiläumsaussstellung feiern. Mit der ersten Ausstellung wird das 25 jährige Jubiläum gefeiert, das eigentlich auf 2021 gefallen wäre. 

Die Ausstellung beginnt am 24.09.2022, dem Tag des Galerienabends. Die Vernissage findet aber erfreulicherweise am Abend zu vor statt, so dass das Problem der konkurrierenden Vernissagen am Galerienabend entschärft wird.


Buchpublikation

Zur Jubiläumsausstellung erscheint eine 160-seitige Buchpublikation, die bei der Vernissage am 23.09. vorgestellt wird 

"25 Jahre Kunstkontor Westnerwacht"


Zur Galerie

Die Galerie ist in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht, dem so genannten "Gewürzstadel". Um 1595 wurde an der Brunnleite auf den Fundamentmauern einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert ein Speichergebäude errichtet, das wahrscheinlich dem Gewürzhandel diente, weshalb man es den Gewürzspeicher nennt. 1994 und 1995 wurde das Gebäude umfangreich saniert.

Das Kunstkontor entwickelte sich im Lauf der 25 Jahre zur regionalen Plattform für 25 lebende und bereits verstorbene Künstlerpersönlichkeiten. 

Bekannt ist das Kunstkontor auch für die Nachlassverwaltung der Werke von Willi Ulfig  oder dem deutschlandweit umfangreichsten Bestand grafischer Arbeit des Expressionisten Josef Achmann



Emanuel Schmid und Ehefrau



Betreiber des Kunstkontor ist Emanuel Schmid. Auf seiner Webseite ist vermerkt, dass die Galerie schon 1994 existierte, aber die erste öffentliche Ausstellung im Jahre 1996 stattfand. Zu seiner Person findet man Informationen auf dieser Seite http://kunstkontor-westnerwacht.de/hp441/Galerist-Emanuel-Schmid.htm:

Die Galerie gefällt mir aus zwei Gründen: zum einen findet man dort stets erstklassige Kunst, zum andern wird man dort als Gast mit Herzlichkeit und Fröhlichkeit begrüßt und behandelt.

Sonntag, 18. September 2022

Lisa Beane und Zhao Bin in den Erdel-Galerien

Die Erdel-Galerie eröffnet am Galerienabend gleich zwei Ausstellungen, eine in der Hauptgalerie am Fischmarkt (artspace Erdel) und die andere im Schaulager "Am Schallern".

Beide Ausstellungen laufen vom 24. September bis zum 29. Oktober 2022 

artspace Erdel:

„News from USA and China“ im artspace Erdel am Fischmarkt 3 führt dabei die diesjährige Themenreihe der Galerie „Das große Welttheater“ und „Here we are“ mit Bildern zum Stand von Politik und Gesellschaft fort und stellt Arbeiten aus den Gegenpolen unserer Welt - USA und China – zusammen und gegenüber.. Die Galerie führt dabei die diesjährige Themenreihe der Galerie „Das große Welttheater“ und „Here we are“ mit Bildern zum Stand von Politik und Gesellschaft fort und stellt Arbeiten aus den Gegenpolen unserer Welt - USA und China – zusammen und gegenüber.


Schaulager:

Zhao Bin„Galerie Erdel and friends“ im Schaulager am Schallern 4 zeigt neben Arbeiten vom äußersten Rand Europas Stücke aus oft zwanzigjähriger Zusammenarbeit mit den Künstlern der Galerie und lässt erkennen, wie seismographisch sensibel Künstler auf ihre Umgebung und die Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft reagieren. Dabei steht jedoch die Freude an der bildnerischen Leidenschaft – die Bilderlust im Vordergrund: Ein Augenschmaus

Öffnungszeiten der Galerie sind Donnerstag und Freitag von 11-17 Uhr und Samstag von 11-15 sowie gerne nach Vereinbarung.


artspace Erdel: Am Fischmarkt 3 

Schaulager Erdel: Am Schallern 4

Tel.: 0941.70 21 94; Mobil: Wolf Erdel: 0170.31 80 748

E-Mail: wolf@erdel.de

www.erdel.de




Samstag, 17. September 2022

Karl May und der "Deutsche Hausschatz" - Illustriertenvorläufer aus Regensburg

 



Deutscher Hausschatz, Jahrgang 23, mit Karl May Foto aus Wikipedia
 (im Digitalisat dieser Ausgabe habe ich aber kein Foto gefunden - evtl. eine besondere Ausgabe?)


In den letzten Wochen blähte die BILD-Zeitung eine harmlose Instagram-Diskussion um den neuen Winnetou-Kinderfilm  zu einem angeblichen shitsstorm auf und verursachte anschließend mit falschen Schlagzeilen den Eindruck, die ARD sende wegen angeblichen Rassismus keine Winnetou-Filme mehr. Was nicht stimmt - die ARD sendet schon seit 2020 keine Filme mehr, jedoch nur wegen Ablauf der Lizenz. Aber wer liest schon mehr als die Überschrift.

Die missverständliche bzw. falsche BILD-Überschrift heizte jetzt erst so richtig einen echten shitstorm an. Deshalb, weil viele jetzt glauben mussten (BILD sei dank), man wolle ihnen ihren Winnetou verbieten. Und man müsse Karl-May vor Rassismus-Vorwürfen verteidigen. Das gipfelt darin, dass am Gillamoos Politiker demonstrativ in Winnetou-Verkleidung kamen. Und so manche Kabarettisten scheinen auch nur oberflächlich informiert zu sein, wenn ich mir ihre Pointen anhöre.

Dabei ging es ursprünglich nur um ein Begleitbuch zu dem neuen Kinderfilm "der junge Winnetou", das der Ravensberger Verlag im Sommer herausgeben wollte. Wohl bemerkt - ein Begleitbuch. Der Film selbst kam im August anstandslos heraus und wurde auch nie zurück gezogen (er hat auch kaum Eindruck hinterlassen). Und die alten Winnetou-Filme werden ebenfalls auch künftig auf ZDF gesendet. (Eine gute Reportage über den shitstorm: hier)

Der ganze Rummel um die Karl-May-Figur Winnetou hat mich aber daran erinnert, dass ich vor Monaten - nach einer sensationellen  Entdeckung -  eine Reportage angefangen hatte, die mit Regensburg und mit Karl May zu tun hat. Diese Reportage existierte lange Zeit als halb fertig gespeicherter Entwurf, jetzt habe ich ihn vollendet.

Es geht um die beim Pustet in Regensburg herausgegebene Zeitschrift "Der Deutsche Hausschatz", erschienen in der Zeit von 1873 bis 1953. 

Die Zeitung gilt von ihrem Konzept her als Vorläufer der "Illustrierten", die wöchentlich oder zweiwöchentlich erschien, und neben nationalen und internationalen Nachrichten auch Unterhaltung in Form von Romanen und Geschichten bot, ferner Rubriken wie etwa "Für die Frau", "Für die Jugend".

Karl May war einer der prägenden Autoren.  Bis 1910 hat er in dieser Zeitschrift er viele seiner Geschichten das erste mal veröffentlicht. 

Im Jahr 1878 war der Pustet Verlag an ihn herangetreten und so wurde er einer der Haus-Autoren des Deutschen Hausschatz. Im gleichen Jahr kamen auch erste Bücher von ihm heraus.

Dass Karl May Mitautor war, hat einen Vorteil: dass es vollständige Digitalisate  der  Jahrgänge bis 1909 gibt, liegt an der Karl-May-Gesellschaft, die auf ihrem Portal diese Ausgaben in hervorragender Qualität kostenlos zur Verfügung stellt:


Daneben gibt es noch ein paar Ausgaben, die von der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert wurden.

 
Mein Fokus richtet sich aber nicht auf Karl May, der bekanntlicherweise seinen Lesern vorgaukelte, er habe die Abenteuer persönlich erlebt (als Old Shatterhand in Amerika, oder als Kara-Ben-Nemsi im Orient), obwohl er sich sein Wissen nur angelesen hatte. Wer sich dafür interessiert, soll mal bei Wikipedia anfangen, über den Autor zu lesen.

Eine der wenigen Fotos vom Autor Karl May, gefunden in der 23. Ausgabe


Mich  interessiert in dieser Reportage die Zeitschrift als solche, und dass sie als neues Konzept hier in Regensburg erfolgreich für viele Jahrzehnte herausgegeben wurde.  

Außerdem habe ich rare Fotos von Regensburg entdeckt, die ich hier vorstellen will.  Der Inhalt der Illustrierten hatte eigentlich keinen Regionalbezug. Es war eine landesweite Zeitschrift. Ich musste einige Zeit recherchieren, bis ich auch Artikel über Regensburg fand - und dort entdeckte ich alte Fotos von Regensburg, die mir bis dahin völlig unbekannt waren (die ich also weder in Foren noch sonst wo im Internet gesehen hatte). 


Die Zeitschrift

Es gab sie 1873 bis 1953 unter leicht unterschiedlichen Namen. Nach der Gründung durch Pustet und bis 1910 hieß das Blatt Deutscher Hausschatz in Wort und Bild, danach mit Beginn des 37ten Jahrgangs (Oktober 1910 – Oktober 1911) Deutscher Hausschatz – Illustrierte Familienzeitschrift.  Die Nachfolgepublikation nannte sich nur noch Hausschatz und erschien von 1953 bis 1960 (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Hausschatz)



Titelblatt ab der 1. regulären Ausgabe



Ab 19. Jahrgang (1892-93) neues Titelblatt mit u.a. Regensburgansicht

Digitalisate


Leitender Redakteur war ein Heinrich Keiter. 

Einer der Redakteure war Venanz Müller;  über ihn entdeckte ich die Zeitschrift. Denn in einem Buchartikel über alte Restaurants in Regensburg entdeckte ich eine Karikatur mit der Unterschrift "Stammgäste in der Weißen Lilie". Die Figuren wurden benannt als  Venanz Müller (mitte) links Brauereibesitzer Gerzer vom "Zum weißen Bräuhaus", rechts: Joh.Nep. Mühlbauer, Redakteur des Regensburger Anzeigers und Morgenblattes). 


Die Karikatur ließ mir keine Ruhe - ich wollte partout wissen, wer dieser Venanz Müller ist und für welche Zeitung er schrieb. Von den alten Regensburger Zeitschriften (wie dem Regensburger Anzeiger oder dem Morgenblatt) wusste ich natürlich längst aus früheren Recherchen. Es dauerte einige Zeit, bis ich den Redakteur der richtigen Zeitschrift zuordnen konnte, und so erfuhr ich von der Existenz des Deutschen Hausschatzes.

Gruppenausstellung im art affair: BILDERMALEN ab 24.09.2022



Ausstellung "BILDERMALEN"

Reinhold Braun, Friedrich Dickgiesser,
Leander Kresse und Arnim Tölke.

 24.09. – 16.10.2022

Vernissage 24.09. um 19 Uhr

Galerie Art Affair



Markus Lüpertz und Regensburg – das ist eine besondere Liaison. Hier feierte der Maler 2018 seine hochgelobte Premiere als Bühnen- und Kostümbildner für das barocke Singspiel „Una cosa rara“ am Stadttheater Regensburg. Die Bürger Regensburgs spendeten 2021 in Rekordzeit die erforderliche Summe für die Gestaltung von fünf Kirchenfenstern für die ehemalige Dompfarrkirche St. Ulrich, die von den Museen der Diözese Regensburg als Ausstellungsraum bespielt wird. An der Realisierung dieser Projekte war Galerist Karl-Friedrich Krause maßgeblich beteiligt.

Am 24. September 2022 findet in seiner Galerie Art Affair in Regensburg eine weitere Premiere statt: Erstmals kuratiert Markus Lüpertz hier eine Gruppenausstellung für vier seiner Schüler und langjährigen Kollegen: 

Reinhold Braun, Friedrich Dickgiesser, Leander Kresse und Arnim Tölke.

Die Ausstellung BILDERMALEN wird am 24. September 2022 um 19 Uhr eröffnet. Markus Lüpertz führt in die Ausstellung ein. Die vier Künstler sind anwesend. Wie auch ihr einstiger Lehrer, sind die Maler Braun, Dickgiesser, Kresse und Tölke eigenwillig und werden, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, den Besuchern der Ausstellung einen direkten Einblick in ihr Schaffen geben.




Aus der Pressemitteilung:

Donnerstag, 15. September 2022

Bei mir bist Du schön - Skulpturen von Klaus Schwendner

Im Donaueinkaufszentrum kündigt sich eine interessante Skulpturen-Ausstellung an, die am 20.09.2022 mit einer Vernissage eröffnet wird.


Klaus Schwendner
Bei mir bist Du schön
Skulpturen, Bilder
19. September 2022 - 01. Oktober 2022

Vernissage 20.09.2022

Donaueinkaufszentrum
Große Ausstellungsfläche, Ebene 2

Als Webseite habe ich gefunden: https://artmove.de/

Dort wird für die Ausstellungseröffnung das Klezmer-Ensemble Grünthal angekündigt

Der Titel erinnert natürlich an das berühmte Swing-Stück "Bei mir bist du schön" (ursprünglich ein Musical-Stück: bei mir bist du scheyn"), und das ganz bewusst. Der Song "handelt von einer geliebten Person, die für die schönste auf der ganzen Welt gehalten wird – unabhängig von Schönheitsidealen und Trends." , wie es auf der Webseite des Künstlers heißt.



Vernissage in der Sigismundkapelle - Fleeting Memories (20.09.2022)

Die kleine Kapelle gleich rechts im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais dient seit vielen Jahren als Ausstellungsraum - eine Art Mini-Galerie also. Sie nennt sich "Kunstraum Sigismundkapelle". Dort steht eine neue Ausstellung an:

Joanna Maxellon und Elizabeth Thallauer
FLEETING MEMORIES
 21.09.- 15.10.2022

Vernissage: Di, 20.09., 19:30 Uhr


Aus der Einladung:

FLEETING MEMORIES begibt sich auf die Suche nach dem unmöglichen Erfassen der weiblichen Identität. Die audio-visuelle Installation ist von dem poetischen Werk der US-amerikanischen Schriftstellerin Emily Dickinson inspiriert. Sie führt den/die Besucher/in an die fragile Grenze zwischen Realität und Abstraktion. Das ständige "sich zu behaupten" und die wiederkehrende Frage nach dem „Ich“, bleibt unbeantwortet und dient allein als Rechtfertigung vor einem männlichen Betrachter.


Laudatio: Anna Steward, Performance Künstlerin
Ausstellungsdauer: 21.09.- 15.10.
Öffnungszeiten: Mi-Fr: 17:00-19:00 Uhr, Sa: 11:00-16:00 Uhr und am Galerienabend 18 bis 23 Uhr

https://www.vhs-regensburg.de/programm/programm/kurs/Ausstellung-Joanna+Maxellon+und+Elizabeth+Thallauer/nr/F52002/bereich/details/

Links

Samstag, 10. September 2022

Transit-Sommerfest am 16.09.2022 auf dem Gelände der Prinzleopoldkaserne

Das Transit-Filmfest (früher "Heimspiel") feiert Sommerfest auf dem Zwischennutzungsgelände der Prinz-Leopold-Kaserne ("PrinzLeoKultur") . Und zwar am 

Freitag, dem 16. September ab 17.00 Uhr. 

Angekündigt ist ein multidisziplinäres Kunst- und Musikfestival. Von 17.00 bis 02.00 Uhr gibt es ein vielfältiges Programm aus Videokunst, Live-Acts und -Visuals, DJ-Sets und Performances zu erleben


Live:
MIRA MANN (München)
RUMPELN (München)
MOONBEAN (Toronto)

DJs:
SOPHIE PSCHORR (Radio 80000)
VOE (Radio 80000)
DONNABELLA SERVACE (female:pressure)

Videokunst & Film:
SUSANNE STEINMASSL
MAXIME-JEAN BAPTISTE
LISA ROVNER
SABRINA ZELTNER (Complex Pleasures)
RMO


Über das Transit Filmfest Regensburg

In enger Anbindung an den Lehrstuhl für Medienwissenschaft der Universität Regensburg präsentiert ein ehrenamtliches Team aus Studierenden, Medienwissenschaftler*innen und Cineast*innen seit nunmehr zwölf Jahren ein mehrtägiges Filmfestival in den Regensburger Altstadtkinos. Nach elf erfolgreichen Jahren und einem Wechsel in der Festivalleitung fiel 2019 die Entscheidung, das Regensburger Filmfest HEIMSPIEL in TRANSIT FILMFEST umzubenennen und einen neuen gemeinnützigen Trägerverein zu gründen. Während viele andere Festivals sich auch postpandemisch online oder hybrid ausrichten und ihre Spielstätten reduzieren, bleibt Transit ein Publikumsfestival, das Räume für Diskurs, Dialog, Denken und Wissen öffnen, die Regensburger Altstadtkinos miteinander verbinden und Regensburg zu einem bedeutenden Standort für zukunftsweisende und gesellschaftlich relevante Filmkultur in Bayern machen will.


Quelle https://www.transit-filmfest.de


Donnerstag, 8. September 2022

96. Jahresausstellung des Kunst- und Gewerbevereins




Die Jahresschau des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg mit Arbeiten von oberpfälzer und niederbayerischer Künstlerinnen und Künstler markiert traditionellerweise den Auftakt in den Kunstherbst.


96. Jahresschau
Kunst- und Gewerbeverein
17.09.2022 bis 16.10.2022
KuG, Ludwigstraße




Die 96. Jahresschau wird am Freitag, 16. September 2022 um 19 Uhr eröffnet.

Es sprechen Dr. Georg Haber, 1. Vorsitzender und Tony Kobler, Vorsitzender des Kunst- und Ausstellungsausschusses. Ein weiteres Highlight des Abends ist die Verleihung des Kunstpreises für die interessanteste Arbeit der Ausstellung eines Künstlers / einer Künstlerin unter 40 Jahren. Der Preis wird 2022 an die Künstlerin Johanna Kaljanac für ihr Werk „untitled“ (2021) vergeben. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

Die Ausstellung läuft bis 16. Oktober und ist von Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 geöffnet. Am Regensburger Galerienabend, Samstag, 24. September 2022, ist die Ausstellung bis 23 Uhr geöffnet.

Samstag, 3. September 2022

Tag des offenen Denkmals - 11. September 2022

Am Sonntag, 11. September 2022, sind unter dem Motto "KulturSpur" wieder zahlreiche Denkmäler für den Besuch geöffnet. 



„KulturSpur“, so lautet das diesjährige Motto der Deutschen Stiftung Denk­mal­schutz zum Tag des offenen Denkmals®. Historische Bau­werke sind beliebt, weil sie Geschichten erzählen. Generationen haben ihre Spuren dort hinterlassen, wie das Bild der Erinnerungs­tafel in der Reichsstädtischen Brunnstube auf dem diesjährigen Hinweisplakat zeigt.

Programm: https://www.regensburg.de/denkmaltag

Freitag, 2. September 2022

ars-electronica-festival in Linz - 7. bis 11.9.2022


ARS ELECTRONICA FESTIVAL 2022

7. bis 11. September in Linz





Von 7. bis 11. September 2022 richtet Linz wieder ein ars-electronica-Festival statt.

Am 10.9. gibt es ferner ein Konzert von Laurie Anderson.


Haupt-Veranstaltungsort ist diesmal die Johannes Kepler Universität Linz im Nordosten der Stadt (NICHT das ars-electronica-center!).

Weitere Veranstaltungsorte sind das Ars Electronica Center, die Anton Bruckner Privatuniversität, das Atelierhaus Salzamt, das LENTOS Kunstmuseum Linz, die Stadtwerkstatt (STWST), das OK (Offenes Kulturhaus Oberösterreich), die Tabakfabrik, das Francisco Carolinum Linz, der Mariendom Linz sowie die Kunstuniversität Linz.

Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt von Regensburg nach Linz. Und angeblich gibt es Zugverbindungen, die nur 2 Stunden dauern. Ein Ausflug, der sich für mich stets gelohnt hat.




Die Kunst- und Kulturmeile an der Donau bildet den zweiten Festival-Hotspot. Das LENTOS Kunstmuseum gibt Einblick in die junge Medienkunstszene Latein- und Südamerikas und präsentiert in Zusammenarbeit mit der Cisneros Fontanals Art Foundation (CIFO) unter anderem die Klanginstallation „Chimera, Expanded Bodies“ von Amor Munoz (MX) oder aber auch das Projekt „Have You Seen Her…?“ von Dora Ytzell Bartilotti (MX), das auf verschwundene Frauen in ihrem Heimatland Mexiko aufmerksam macht.

Die Kunstuniversität Linz und das Atelierhaus Salzamt bündeln Perspektiven von mehr als 20 Kunstuniversitäten aus aller Welt, deren Student*innen sich am diesjährigen Ars Electronica Campus beteiligen – mit dabei sind unter anderem die HTW Berlin, CINETIc Bucharest, SAIC Chicago, London College of Communication, K’ARTS Seoul, ArTeC Paris und University Wellington, um nur einige zu nennen. Der in Linz beheimatete Masterstudiengang Interface Cultures wird in bewährter Weise in der Ausstellung „Von schwarzen Schwänen“ die an der hiesigen Kunstuniversität studierenden Künstler*innen ins Scheinwerferlicht rücken.

Mit Licht und Schatten experimentieren Uwe Rieger (DE/NZ) und Yinan Liu (NZ) am südlichsten Punkt der Festival-Meile und laden im Linzer Mariendom mit „LightSense“ zu einer spektakulären Reise holografischer 3-D-Animationen.

Tipp: wenn Sie auch das ars-electronica-center und andere Museen besuchen wollen, dann kaufen Sie sich nach Ihrer Ankunft bei der erstmöglichen Gelegenheit (z.B. im ars-electronica-center) die "Linz-Card" (https://www.linztourismus.at/freizeit/reise-planen/city-cards/linzcard/). Das lohnt sich.


Mein Bericht vom letzten  ars-electronica-Festival in 2019, damals noch in der genialen Kulisse des stillgelegten Post-Centers: https://www.regensburger-tagebuch.de/2019/09/linz-ars-electronica-festival-noch.html

7. Regensburger Kulturpflaster - StraßenZirkusFestival in der Altstadt



09.09. bis 11.09.22
7. Kulturpflaster
STRASSENZIRKUS-FESTIVAL
Ort: Altstadt, rund um den Haidplatz


Wie immer am letzten Sommerwochenende veranstaltet der Verein "Mischkultur" wieder ein Straßenkünstler-Festival in der Altstadt - mit Artistik, Jonglage, Theater, Puppenspiel, Akrobatik, Installation und Musik. 

Das war die letzten Jahre wirklich sehenswert und so manches mal möchte man sich aufspalten können, um an mehreren Orten gleichzeitig sein zu können. Wobei die Akteure von einem Ort zum anderen "wandern", aber trotzdem schafft man es nicht, alles zu sehen.

Nach offizieller Zählweise ist es das 7. Kulturpflaster. Das 6. Festival fand 2018 statt, in den Coronajahren 2020 und 2021 gab es dann reduzierte Versionen unter dem Titel "Trostpflaster" und "2. Trostpflaster" 

Impressionen vom Kulturpflaster 2016 findet ihr hier: