
"Regensburg im Jahr 1594 — So haben Sie den Reichstag noch nie gesehen"
https://www.youtube.com/watch?v=9TKoyQfGXOE
Ihr wisst ja, wie das heutzutage funktioniert: man lässt von einer KI einen Aufsatz zu einem Thema generieren, wechselt dann zu einer Video-KI und lässt dort passende Szenen generieren und lädt sie auf youtube hoch.. Ich habe schon zahlreiche solcher Videos angesehen, sie sind halbwegs informativ und die miserable Untermalung mit Bildern schadet nicht. Jedenfalls nicht, wenn es um das Leben eines Wissenschaftlers oder die Entwicklung einer Musik-Band geht.
Ihr wisst ja, wie das heutzutage funktioniert: man lässt von einer KI einen Aufsatz zu einem Thema generieren, wechselt dann zu einer Video-KI und lässt dort passende Szenen generieren und lädt sie auf youtube hoch.. Ich habe schon zahlreiche solcher Videos angesehen, sie sind halbwegs informativ und die miserable Untermalung mit Bildern schadet nicht. Jedenfalls nicht, wenn es um das Leben eines Wissenschaftlers oder die Entwicklung einer Musik-Band geht.
Aber wenn man sich als Thema "Regensburg um 1594" (oder in einem anderen Video "Regensburg um 1200") nimmt, und man Regensburg überhaupt nicht kennt, so dass einem die KI-Fehler nicht auffallen, dann wird es heftig. Hier könnte man sagen: die falschen Bilder schaden. Denn die visuelle Vorstellung von Regensburg im Mittelalter ist der Kern des Videos.
Da fantasiert sich die KI das Bruckmandl als übergroße Steinfigur, oder die Eingangstür zum Alten Rathaus (eigentlich gut im Netz dokumentiert) wird unrealistisch erfunden, wobei an den (erfundenen) Säulen rechts und links jeweils zwei große Figuren mit Namen "Schutz und Trutz" stehen (in Wirklichkeit zwei Köpfe im Relief über dem Eingang).
Bei der Steinernen Brücke fehlen die damals vorhandenen drei Türme, dafür sieht man die modernen Straßenlaternen. Das südliche Brücktor hat das heutige Aussehen, das es 1900 durch die straßenbahnbedingte Verbreiterung erhielt. Und immer wieder sieht man im Hintergrund die Donaunordfront in aktuellem Zustand, also aus den 2000ern, im Hintergrund die Domspitzen, die in Wirklichkeit erst 1859 mit Rückendeckung von König Ludwig gebaut wurden. Bis dahin sah man den Dom immer nur mit stumpfen Turmabdeckungen.
Das tut schon weh. Die ersten Minuten ärgerte ich mich, aber spätestens als das "Bruckmandl" auftauchte, lag ich lachend am Boden.
Trotzdem bleibt ein Gedanke: ist das nicht eine Verunglimpfung von Regensburg? Wenn auch ungewollt, natürlich. Da kann man jetzt streiten. Denn die Absicht war ja eine gute.
Aber eines ist sicher, und das Thema ärgert mich schon seit vielen Jahren: wir haben eine Uni hier, mit einem Geschichtsinstitut, und das in einer der ältesten Städte Europas. Da sind doch genug Geschichtsstudenten da. Da hätte es schon vor Jahren wimmeln müssen von 3D-generierten Gebäudemodellen oder Rekonstruktionen aus der Römerzeit und anderen Visualisierungen, die mit Hilfe des Computers möglich sind. Ich hatte vor 11 Jahren mal verglichen: eine Handvoll von 3D-Modellen, die man in google-earth einblenden in Regensburg kann, in München und vielen anderen Städten dagegen gab es ein Vielfaches - und ich rede nicht von der Modellen, die google mit Hilfe von Flugzeugaufnahmen macht, sondern Modelle, die man kostenlos mit 3d-Software sketchup machen konnte (Meine Screenshots dazu findet ihr hier)
Und das hat sich in den letzten Jahren für Regensburg nicht geändert! Das ist doch traurig, oder?
