Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Mittwoch, 15. April 2026

Eröffnung "Schnittmenge": 24.04.2026 im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg



Ausstellung "Schnittmenge"
Kunst- und Gewerbeverein Regensburg
25. April bis zum 24. Mai 2026

Eröffnung 24.04.2026 um 20 Uhr


Am Freitag, den 24. April 2026 wird - entgegen der Gewohnheit - erst um 20 Uhr die Einzelausstellung "Schnittmenge" des aus Bad Waldsee stammenden Künstlers Axel F. Otterbach eröffnet.

Bis zum 24 Mai 2026 werden Skulpturen und Objekte aus unterschiedlichem Material wie Marmor oder Granit gezeigt, aber auch Fotoarbeiten, Entwurfszeichnungen und sogenannte „Brandzeichnungen“, die in ihrer fast dreidimensionalen Eigenart die plastische Arbeit von Otterbach gleichwertig begleiten und erweitern.

Begrüßung: Tony Kobler, 3. Vorsitzender des Kunst- und Gewerbevereins
Einführung in die Ausstellung: Thomas Warndorf


Raum - Zeit - Licht
Der Titel der Ausstellung „Schnittmenge“ steht für die Zusammenfassung des künstlerischen Gesamtwerks von Axel F. Otterbach. 1948 geboren, folgte nach einem Bildhauer-Studium und der Ausbildung zum Restaurator ein Stipendium der Kunststiftung Baden- Württemberg in Florenz und Carrara. Seither verfolgt er das Ziel, den fortwährenden Prozess seiner Auseinandersetzung mit Raum, Zeit und Licht für den Betrachter fühl- und erlebbar zu machen.

Axel F. Otterbach geht es um bildnerische Inhalte, die von Raum, Form und Oberfläche bestimmt sind. Dabei überrascht der Künstler oft mit ungewöhnlichen Materialien. Objekte, die wie Arbeiten aus Stahl erscheinen, bestehen tatsächlich aus Holzplatten mit aufwändig aufgetragenen Eisenfeilspänen. Licht spielt in seinem Werk eine zentrale Rolle, zuweilen sind seine Marmorobjekte an auslaufenden Kannten so schmal geglättet, dass das Licht sich nicht nur an den Kanten bricht, sondern den Stein zu einem „Lichtraum“ wandeln kann. Dieser Effekt wird bei manchen Arbeiten durch Goldaufträge noch verstärkt, die auch in den Metall-Objekten eine Rolle spielen. Axel F. Otterbachs Schaffen strebt nach erlebbaren Licht-Raum-Bezügen. Er spricht davon, „gegen den Stein zu arbeiten“, wenn er Strukturen herausarbeitet und seinen Objekten einen Grad der Abstraktion verleiht, der erstaunlicherweise zu grundsätzlichen Formen der Naturhaftigkeit zurückführt.

Manche Objekte erweisen sich als Modelle für größere Arbeiten. Axel F. Otterbach ist im gesamten süddeutschen Raum für seine Großplastiken im öffentlichen Raum bekannt, zuletzt für den „Brückenstein“ in seinem Heimatort Bald Waldsee. Siebenundzwanzig zu einem Rundbogen zusammengefügte Steine, jeweils aus den EU-Mitgliedstaaten, symbolisieren die Statik und damit die Einheit Europas, ein weiterer Stein ist daneben platziert und erzählt vom Brexit.

Die zweidimensionalen Kohle- und Graphit-Zeichnungen sowie die Brandzeichnungen stehen in enger Verbindung zum dreidimensionalen Werk. Manchmal handelt es sich tatsächlich um Entwürfe, es sind aber auch Zeichnungen parallel zur Arbeit an der Großplastik entstanden, als auch nach der fertigen Skulptur.


Begleitprogramm zur Ausstellung

Führungen in Kooperation mit der VHS Regensburg Stadt: 26. April und 17. Mai um 14 Uhr mit Tony Kobler. Kosten: 6 Euro (keine Ermäßigung möglich) zuzüglich Eintritt 4 / 2 Euro. Treffpunkt am Besucherempfang.

Aspekte 2026 im DEZ - Eröffnung am 28.04.2026

Die Gemeinschaftsausstellungen der Serie "Aspekte" ( ein Gemeinschaftsprojekt von BBK und DEZ, das sich über Jahrzehnte hinweg sehr bewährt hat) war bisher immer interessant. Dieses Jahr beginnt die nächste Ausstellung am 28.04.2026 um 19 Uhr auf der Ausstellungsfläche Ebene 2; der Ausstellungstitel lautet "fragil".

Die Ausstellung dauert bis zum 16. Mai.2026.






Kollektive Collage - Pauline Adler und Lisa Stengl

 "Kollektive Collage"
kuratiert von Pauline Adler und Lisa Stengl
Kunst, Musik, Workshops, Lokalgeschichte und Kulinarik
17.04. bis 25.04.2026

Theresia - Raum für Ideen (ehem. Theresienkirche)

In der profanierten Kirche St. Theresia in Kumpfmühl (jetzt "Theresia - Raum für Ideen") gibt es ab 17. April die nächste Ausstellung. Am 17.04.  gibt es ein Essen nur mit Voranmeldung.  Ob die Ausstellung ansonsten zugänglich ist, habe ich nicht herausgefunden. Die Vernissage ist für den nächsten Tag angesetzt, dem 18. April um 18 Uhr. 

Im Zentrum steht eine Ausstellung der Werke von Pauline Adler und Günther Kempf. Am Eröffnungsabend wird es eine Performance von Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl geben, ferner ein fortlaufendes Performance-Video von Paula Dischinger sowie ein Konzert der Formation Tres Hombres. Die weiteren Angebote sowie die Öffnungszeiten habe ich am Ende des Blogbeitrags notiert.

Man sagt, in der Kirche sei es sehr kalt. Also ist warme Kleidung empfehlenswert.

Pauline Adler ist vielen Regensburgern als Gründerin und künstlerische Leiterin des Hesperidengartens bekannt, den sie zusammen mit ihrem Mann von 1990 bis 2010 betrieb.
Danach hat sie ein Atelier in der Institution "Stadtkunst" in der Prüfeninger Straße bezogen und gibt dort auch workshops. Sie beschäftigt sich mit Landart, ferner mit schier unglaublichen Installationen und Objekten, die sie aus natürlichen Materialien gestaltet. Das erste Mal sah ich ihre Werke im Frühjahr 2019 anlässlich einer Ausstellung im green spirit (https://www.regensburger-tagebuch.de/2019/05/kunst-zu-gast-ausstellungseroffnung-im.html)

Günther Kempf hat sich als Maler und Bildhauer einen honorigen Namen gemacht und gehört zu den wenigen, die von der Kunst leben können. Von ihm stammen übrigens die bunten Bilder an der Hausmauer des Hotels Orpheé oder die Comics vor dem Palletti. Über seine Ausstellungen (meistens in Distelhausen) habe ich in diesem Blog schon oft berichtet.


Programm und Öffnungszeiten:

Freitag, 17. April 19 – 21 Uhr (Essen nur mit Voranmeldung; bereits ausgebucht)

Samstag, 18. April 10 – 22 Uhr 
  • 10 - 12 Uhr: Workshop mit Stephanie Müller und Klaus Erika Dietl, München, Künstlerduo “Mediendienst Leistungshölle”.
  • Vernissage 18 Uhr (mit Wolfgang Dersch und Christiane Haupt-Schmid)
  • 10 Uhr Konzert „Tres Hombres“, Eintritt frei

Sonntag, 19. April 14 – 18 Uhr
  • 15 Uhr: Live-Interviews. Unter dem Titel „Zeitzeugen Kumpfmühls erzählen“ befragt Dr.Girg, 1.Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins Kumpfmühl, einige Kumpfmühler Bürger über ihre persönlichen Erinnerungen und die Bedeutung der Kirche für das Viertel.

Freitag, 24. April 14 – 18 Uhr, 19 – 21 Uhr (Essen nur mit Voranmeldung)

Samstag, 25. April 10 – 22 Uhr
  • 14-16 Uhr Workshop mit Pauline Adler
  • 14-16 Uhr Workshop mit Fritz Joas
  • Nach 16 Uhr: Finissage bis 22 Uhr

Ort: Theresienkirche, Kumpfmühler Str. 39, 93051 Regensburg


Montag, 13. April 2026

800 Jahre Franz von Assisi

Der  800. Todestag des heiligen Franz von Assisi fällt in das Jahr 2026. Dazu gibt es eine über das Jahr verteilte Vortragsreihe des KEB Regensburgs, die im März begann.

Man mag die Besessenheit von Assisi und den Armutsregeln seines Bettelorden für übertrieben und uninteressant finden - aber Assisi und die ihm folgenden Franziskanerorden haben europaweit die Kirche positiv verändert,  das System der Seelsorge gefördert, und sogar die Kirchenarchitektur mitbestimmt. Und somit auch die Geschichte von Regensburg beeinflusst.

Auswirkungen der Franziskanerbewegung waren:

  • eine stärker volksnahe Predigt (auf Deutsch statt Latein)
  • Betonung von Armut, Demut und Nächstenliebe
  • Kritik an übermäßigem Reichtum der Kirche
  • Mehr Seelsorge für Arme und Kranke und Unterstützung von Randgruppen
  • Betreuung von Hospitälern und Armeneinrichtungen

  • Und was die Architektur betrifft: es entstand ein neuer Bautyp: die Predigtkirche, die stärker auf die städtische Bevölkerung ausgerichtet war, und entsprechend den Armutsregeln schlicht gehalten war.

    In Regensburg haben wir als Beispiel die Regensburger Minoritenkirche, als Bestandteil des Franziskanerklosters (heute Bestandteil des Historischen Museums am Dachauplatz). 

    Aber auch die Dominikaner orientierten sich an diesem Baustil - in Regensburg zu sehen an der Dominikanerkirche St. Blasius beim Bismarckplatz.

    Einer der nächsten Vorträge lautet Franz von Assisi | Sein radikal einfaches Leben inmitten der Natur 

    Und dazu fiel mir ein Kuriosum ein. Denn sein "radikal einfaches Leben" - in einer Kapelle in mitten eines kleinen Wäldchens außerhalb von Assisi  - wurde von einem späteren Papst nicht wirklich verstanden. Denn der ließ über die Kapelle des Assisi eine protzige Basilica bauen.

    Der Hintergrund: 3 km von dem Geburtsort Assisi entfernt, im heutigen Ort Santa Maria degli Angeli,  befand sich ungefähr im Jahre 1205 ein Steineichenwald. Dort renovierte Assisi - nach einer Gottesvision - eine verfallene Kapelle namens Portiuncula und scharte seine Anhänger um sich. Sie bildeten den ersten Bettelorden und lebten in dem Wäldchen. Kennzeichen des Ordens: absolute Armut ohne Besitz (persönlich und als Gemeinschaft) und  Pflege von Kranken. 

    Nachdem er immer bekannter wurde, wollte der Abt von Monte Subasio dem hl. Franziskus die Kapelle schenken. Der pochte aber auf die Regel, dass er kein Eigentum besitzen dürfe und vereinbarte, die Portiuncula zu mieten. Als Jahreszins wurde ein Korb Fische vereinbart. Franziskus ließ gleich darauf diese Schuld im Voraus begleichen und dem Abt einen Korb Fische bringen.

    Am 3. Oktober 1226 starb in dieser Kirche Franziskus von Assisi im Kreis von Gefährten.

    Und jetzt das genannte Kuriosum: ein paar Jahrhunderte später, im Jahre 1569,  wollte Papst Pius V. den mittlerweile berühmten hl. Franziskus ehren und ließ eine riesige  Kirche um die Kapelle herum bauen: die "Basilika Santa Maria degli Angeli" (Bauzeit 1569 bis 1679). Das aber passt so gar nicht in die Denkweise von  Franz von Assisi!

    Wer diese Kirche zum ersten Mal besucht, wird verblüfft sein: vorne im Altarbereich befindet sich eine kleine Kapelle - dem Wirkungsort von Franz von Assisi. 

    Der originale  Steineichenwald ist übrigens längst nicht mehr da. Dort ist jetzt  der Ort "Santa Maria degli Angeli", ein Vorort von Assisi, und die Kirche ist auf einem großen Platz mittendrin.

    Hier ein paar Fotos aus dem Jahr 2025:




    Samstag, 11. April 2026

    CINESCULTURA 2026





    Vom 22. – 26. April 2026 spielt die Musik beim 19. spanischen Film- und Kulturfestival cinEScultura in Regensburg die Hauptrolle! Denn die Themenschwerpunkte der 19. Ausgabe des spanischen Film- und Kulturfestivals cinEScultura liegen 2026 auf Musik & Liebe

    Die Menschen, die hinter dem Festival stehen und für das Festival arbeiten, verbindet eine leidenschaftliche Liebe zu Interkulturalität, Wissensvermittlung, Teilhabe, Diversität, Toleranz und Demokratie. Das sind die Bereiche, in denen die Musik für uns alle im weitesten Sinne spielt.

    Die Termine im Überblick

    Eröffnungsfest Mittwoch, 22. April 2026 um 19:00
    Ostentorkino & Kinokneipe / Adolf-Schmetzer-Str. 5 / Eintritt frei! / Einlass 18:30

    Eröffnungskonzert mit Jorge Pardo und Cristian de Moret: Encrucijada / Kreuzung
    In Kooperation mit dem Jazzclub Regensburg e. V.
    Donnerstag, 23. April 2026 / 20:00 Uhr / Einlass 19:30
    Kartenvorverkauf: www.okticket.de

    Filmprogramm am 24. 25. und 26. April in der filmgalerie im Leeren Beutel
    mit Love & Revolution, Llueve sobre Babel, Stay Homas, Un día Lobo López und Flores para Antonio

    Fotoausstellung Der Mensch auf tönernen Füßen - Flutkatastrophe in Valencia
    Vernissage: Dienstag, 24. März 2026 / 19:30 Uhr
    Ausstellungsdauer: 24.03.– 09.05.2026
    Stadtbücherei Regensburg, Haidplatz 8

    Fotoausstellung Kantabrien im Kino
    Ausstellungsdauer: 17.04.– 25.04.2026 im Donau-Einkaufszentrum, Ebene 2 (Fläche vor Drogerie Müller)