Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Mittwoch, 3. Juni 2020

Das Welterbe-Denkmal von Alfred Böschl


Im Juni 2009 wurde das Welterbedenkmal des Künstlers Alfred Böschl am Marc-Aurel-Ufer enthüllt. Ich kam erst im September dazu, Fotos von der Skulptur zu schießen. Diese will ich hier zeigen.

Es ist erstaunlich schwer, Informationen über die Bronce-Plastik zu finden. Schließlich entdeckte ich den Aufsatz von DagmarObermeier-Kundel in der Stadt-Zeitschrift "bei uns" Nr. 152 aus 2009. Diese hatte ganz ausführlich über die Entstehungsgeschichte referiert: https://www.regensburg.de/fm/464/bei_uns_2009_3.pdf.

Allerdings bezieht sich der Aufsatz auf die technische Entstehungsgeschichte, nicht auf den Inhalt der Plastik. Hierzu finde ich heute keine Quellen mehr. So weit ich weiß, zeigt die Bronce-Plastik ein historisches Regensburg in den Grenzen des UNSECO-Areals "Ensemble Regensburg und Stadtamhof". Dabei orientierte er sich meines Wissens am Modell von Regensburg um 1700, das man im Gang zwischen Historischem Museum und Minoritenkirche in einem Nebenraum findet (übrigens frei zugänglich).

Nachruf zum Künstler Alfred Böschl

Ich greife hier eine Nachricht auf, die  in der Aufregung der Corona-Krise etwas in den Hintergrund gedrängt wurde: der Adelhausener Künstler "Alfred Böschl" ist am Samstag den 14.03.2020 gestorben. Der Tod kam völlig überraschend, nachdem er erst am Vortag  erkrankt war. Todesursache sei möglicherweise eine Lungenentzündung oder Sepsis, hieß es in der Zeitung.


Alfred Böschl war überregional bekannt und international aktiv. In Regensburg kannte man ihn als Künstler,  als Funktionär im Kunst- und Gewerbeverein, ferner als Träger des Kulturförderpeises der Stadt Regensburg (1994) und als Träger des Kulturförderpreis Ostbayern (1988).

Sein bei Regensburger Bürgern bekanntestes Objekt dürfte wohl die Skulptur am Donauufer neben der Historischen Wurstküche sein: das UNESCO-Welterbe-Denkmal, welches das frühere Regensburg in seinen Welterbe-Grenzen zeigt.

Die Skulptur ist oft belagert. Und zwar nicht nur von Touristen, sondern vor allem von Einheimischen, die das Stadtbild von 1700 mit den heutigen Orten vergleichen. Damit kann man viel Zeit verbringen. Das Werk übernimmt das Modell von Regensburg um 1700 liefert, so wie man es auch aus der Nebenhalle zum Historischen Museum kennt, und grenzt es aber so ein, wie die UNESCO das Welterbe-Kernareal definiert hat (Ensemble Regensburg und Stadtamhof).

Das UNESCO-Welterbe-Denkmal, 2009 von Alfred Böschl errichtet. Der beschriftete Bronce-Ring auf der Bodenplatte ist  Bestandteil der Skulptur. Das als Welterbe geschützteAreal ist in eine Bronce-Halbkugel eingebettet. Fotos von der Enthüllung siehe: Jahresbericht Welterbekoordination 2009, S. 34



In der Kunstszene war Alfred Böschl auch als Funktionär bekannt: zwischen 2003 bis 2012 war er Vorsitzender des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg. Und  1989 bis 2001 war er Vorsitzendes des Berufsverbandes Bildender Künstler Ndb/Oberpfalz.



Bodega jetzt auch mittags offen

Das ist eine schöne Nachricht für uns Bodega-Fans: Das Lokal hat jetzt teilweise auch mittags offen. Genaugenommen von Mittwoch bis Samstag.

Mittwoch bis Freitag mit eigenem Block von 11:30 bis 14:00 Uhr, Samstags durchgehend.

Allerdings: Reservierung wird notwendig sein. Das war eigentlich schon immer so und das hat sich nicht geändert.


Mittwoch bis Freitag: Mittags von 11:30 bis 14:00 Uhr und abends von 18:00 bis 22:00 Uhr
Am Samstag durchgehend von 11:30 bis 22:00 Uhr
Sonntag, Montag, Dienstag: abends von 18:00 bis 22:00 Uhr




Sonntag, 31. Mai 2020

Noch leckerer: Restaurant Leerer Beutel

Nachdem die Lokale auch innen wieder öffnen dürfen, habe ich vor ein paar Tagen bei Winfried Freisleben und seiner Frau vorbei gesehen. Diese betreiben den Leeren Beutel und müssen natürlich in diesen Zeiten wie alle Gastronomen um ihre Existenz kämpfen.

Nun - die News zusammengefasst: der Außenbetrieb wurde vom Stammpublikum sofort angenommen, der Innenbetrieb läuft noch sehr zäh an. Als ich um 19 Uhr ging, waren nur drei Tische besetzt. Mit den ausgedünnten Tischen ist es derzeit eines der geräumigsten und luftigsten Lokale in der Stadt, trotzdem sind die Leute noch vorsichtig.

Für die Betreiber ein finanzielles Debakel. Aber für uns Gäste hat die verminderte Tischbesetzung einen  unerwarteten Vorteil. Denn Winnie, der schon immer auf eine gute Speisekarte Wert legte, hat sein Personal eingeschworen: die Küche soll noch filigraner werden, noch ausgefeilter. Die reduzierte Gästezahl erlaubt hier einiges, das sonst aus organisatorischen Gründen oder wegen Lieferprobleme nicht möglich gewesen wäre.

Experimentiert! sagte er zu den Köchen. Ich ließ mir Beispiele für die Verfeinerungen aus der Karte erklären - tatsächlich, die Hauptspeisen und einzelne Desserts noch ausgefeilter als sonst. 

Und nach wie vor, beziehungsweise mehr denn je, gelte das Motto  "Regionale Küche" . Womit jetzt nicht die Rezepte gemeint sind, sondern die Zutaten.

Die neuen Öffnungszeiten findet ihr weiter unten bei den Fotos. Pfingstsonntag ist aber abends ausnahmsweise geöffnet.




Finanziell ist der Umsatzeinbruch natürlich ein Debakel, denn Winnie will die circa-10-Mann-Küche aufrechterhalten, ohne jemand zu kündigen. Kurzarbeit wird natürlich auch in Anspruch genommen, aber eigentlich wäre das Personal aktuell zu reduzieren.

SpaceX - Andocken ab 16.20 Uhr

Als Raumfahrt-Fan von Kindesbeinen an war natürlich gestern eines klar: den Start von SpaceX lass ich mir nicht entgehen.

Das heutige Andockmanöver kurz nach 16:20 (unserer Zeit!) würde ich auch gern sehen, aber da hat sich Besuch angekündigt, der von weit her reist. Mal sehen.

Die Kapsel ist von der ISS aus schon zu sehen, ich habe gerade bei NASA-TV im Live-Stream das Bild gesehen (und wenn ich das hier schreibe, ist es  14 Uhr, also zweieinhalb Stunden vorher)

Was interessant ist: Man kann das Andockmanöver in einem 3D-Modell-Simulator der NASA üben. Habe schon drei Crash hinter mir, und einmal bin ich vorbei geflogen.

ISS-Docking-Simulator: https://iss-sim.spacex.com/





ISS-Simulator

Als nächstes habe ich nachgeforscht, wo ich ein interaktives 3D-Modell der ISS finde, so dass ich es von allen Seiten ansehen kann (mit dem Simulator umfliegen würde ewig dauern). Abgesehen von downloadbaren Modellen bei der NASA gibt es hier eine geniale Möglichkeit:

Dort kann man nicht nur mit gedrückter Maustaste die ISS von allen Seiten ansehen, es läuft auch in Echtzeit der Erdglobus im Hintergrund mit, und zwar richtig positioniert, so wie es in echt geschieht.


Besucherzentrum Welterbe teilweise offen


(Besucherzentrum Welterbe im Salzstadel; Foto aus 2013)

Ab Samstag, 30. Mai 2020, öffnet das Besucherzentrum Welterbe (Salzstadel neben Steinerner Brücke) wieder seine Türen.

Allerdings ist nur die Dauerausstellung geöffnet und die Besucherzahl, die sich gleichzeitig im Ausstellungsraum befindet, begrenzt. Im Besucherzentrum müssen Abstands- und Hygienevorschriften beachtet werden und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist obligatorisch

Nach dem Pfingstwochenende öffnet das Besucherzentrum zunächst von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 16 Uhr.



Für diejenigen, die das Besucherzentrum Welterbe derzeit nur digital erleben wollen oder können, steht online eine Video-Führung und die Dauerausstellung in einer 3D-Anwendung zur Verfügung (https://www.regensburg.de/welterbe/welterbe-digital)

Ich habe den 3D-Rundgang ausprobiert, finde das aber wenig interessant, weil man nicht nahe an die Schautafeln ran kommt. Und dort sind die herrlichen (höchst interessanten) Details einer genialen, im Original 8 m breiten, Stadtansicht von Bahre aus  dem Jahre 1630 studieren.





vorletztes Blatt der ersten Rolle (östlich der Brücke); links im Bild: heutige Thundorfer Str., Mitte: Salzstadel, rechts angrenzend die Steinerne Brücke; diese grenzt in Wirklichkeit im 90-Grad-Winkel an


Siehe hierzu meinen Artikel aus 2013:

Litfaßsäulen-Kunstaktion der Stadt Regensburg

Zur Unterstützung von Coronagebeutelten Künstlern schreibt die Stadt Regensburg einen künstlerischen Wettbewerb zur Gestaltung dreier prominent platzierter Litfaßsäulen in der Regensburger Innenstadt aus. Es sind die Litfaßsäulen am Alten Kornmarkt, am Arnulfsplatz und an der Eisernen Brücke/Wöhrdstraß. Und, ja, man schreibt das Wort mit altem Scharf-S, weil es auf den Namen des Erfinders zurückgeht.


Vom 7. Juli bis 6. August 2020 sollen sich diese klassischen Werbeflächen zu Leinwänden für Kunst im öffentlichen Raum verwandeln.

Im Zeitraum vom 7. Juli bis 6. August stehen die Litfaßsäulen für jeweils zehn Tage für das künstlerische Werk von je einer Künstlerin oder je einem Künstler zur Verfügung.


Beteiligen können sich alle Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt Regensburg. Egal ob Illustrationen, Zeichnungen, Malerei, Fotografie, Texte, Schriftkunst oder Ähnliches – es können Beiträge aus allen künstlerischen Bereichen eingereicht werden.


Architekturpreis 2019 - Ausstellung zeigt ALLE eingereichten Arbeiten

Von Dienstag, 9. Juni, bis Mittwoch, 17. Juni 2020, sind alle 45 eingereichten Arbeiten des Architekturpreises 2019 in einer Ausstellung im Donau-Einkaufszentrum  einsehbar.

Christine Schimpfermann von der Stadt Regensburg erklärt:

„Ursprünglich war diese Ausstellung für Ende März bis Anfang April geplant. Coronabedingt mussten wir diese jedoch absagen und auf unbestimmte Zeit verschieben. Ich bin sehr froh, dass wir relativ zeitnah einen neuen Termin organisieren konnten und die interessierte Öffentlichkeit nun alle Arbeiten begutachten kann“

Die Ausstellung ist von Montag bis Samstag, jeweils von 9.30 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist natürlich frei.

Ort: Donaueinkaufszentrum (große Ausstellungsfläche 2. Flur, Weichser Weg 5)

Die Preisträger waren übrigens:

  • Michael Feil Architekten BDA: Wohnanlage St.-Rupert-Straße 2 – 8 (Wohnen)
  • Schwinde Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB: Hauptverwaltung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (Gewerbe)
  • ATELIER 30 Architekten: Neubau der Fakultät Informatik und Mathematik, Staatliches Bauamt Regensburg (Bildung)
  • Staab Architekten GmbH: Jüdisches Gemeindezentrum und Synagoge (Kultur)

Ausstellung von Silvia Jilg in Jazzgalerie verlängert



Die Ausstellung in der jazzgalerie (Restaurant Leerer Beutel)  von Silvia Jilg mit dem Titel "Tiere wie du und ich" wird verlängert.

Die Ausstellung begann im Februar und hätte im April enden sollen. Die  Bilder waren wegen der Corona-Krise kaum zu besichtigen. Daher wird die Ausstellung vorläufig verlängert.

Das heißt, wir können uns die Acrylbilder in Ruhe ansehen. Da es im Lokal selbst aktuell sehr ruhig ist und die Tischzahlen reduziert sind, hat man einen relativ freien  Blick auf die Werke, wovon ich mich vor ein paar Tagen selbst überzeugen konnte.

Siehe auch: https://www.regensburger-tagebuch.de/2020/01/silvia-jilg-ab-92-im-leeren-beutel-jazz.html

Achtung! Neue Öffnungszeiten:
Mo-Sa 11-22 Uhr, Sonntags geschlossen


Bild: Silvia Jilg (Original ist in Farbe)


Leider fand ich keine Webseite von der Künstlerin.  Aber man kann sich das Ganze ja gleich "live" ansehen: der Leere Beutel hat gute Öffnungszeiten, und um's Eck rum können Kunstinteressierte auch gleich mal im "Neuen Kunstverein" vorbeisehen, wo es eine Ausstellung von drei weiteren Künstlern zu sehen gibt. Das Historische Museum hat auch wieder geöffnet, und das Museum der bayerischen Geschichte ist seit 19. Mai geöffnet.

Montag, 25. Mai 2020

Matthias Schlüter in der Galerie Distelhausen



Auch in Distelhausen beginnt die neue Ausstellungssaison. Den Anfang macht Matthias Schlüter. Es gibt keine Vernissage, allerdings ist zum Abschluss eine Finissage mit Performance geplant.


MATTHIAS SCHLÜTER
Reifen, Räder, Rotationen – Malerei, Grafik, Objekt
11. Juni – 26. Juli 2020

Geöffnet ab 11.6. - Keine Vernissage!

Finissage: Freitag, 24.7.2020 ab 14 Uhr
Performance: „Dynamissimo“

Distelhausen 1 · 93188 Pielenhofen
Öffnungszeiten: Fr./Sa./So./Feiertage 14-18 Uhr

und nach Vereinbarung: Tel.: 0172 8610036
www.galerie-distelhausen.de

Hinweis für die Gäste:
Ein an den offiziellen Vorgaben orientiertes Betriebs- und Hygienekonzept stellt den geregelten Ausstellungsbesuch sicher.  So wird die Gesamtbesucherzahl auf 35 Personen begrenzt, die sich gleichzeitig in den Räumen aufhalten dürfen. Der Einlass wird durch eine Galeristenkraft geregelt. Hinweisschilder informieren über die geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Möglichkeiten zur Handdesinfektion werden bereitgestellt. Es besteht die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase.

Freitag, 22. Mai 2020

Stadtspaziergang am Vatertag

Es ist Christi Himmelfahrt, 21. Mai 2020. Das Wetter hat sich gerade so erholt, dass man bei Sonne gut draußen sitzen kann - lediglich zur Mittagszeit wird es kühl, wenn Wolken die Sonne verdecken. Im Laufe des Nachmittags wird es jedoch immer milder.

Wegen der Abstandsregelung können die Lokale nur wenige Tische freigeben. Trotzdem: bei meinem Spaziergang durch Regensburg sehe ich erstaunlicherweise immer wieder freie Tische.

Ich lasse mich dann am Haidplatz nieder, notiere meine Daten auf dem Formblatt (das muss sein) und genieße dann mein Mittagessen.



Nur wenige Lokale hatten geschlossen. Hier ein paar weitere Fotos von diesem Rundgang. Viele Bilder habe ich nicht gemacht. Ich wollte eigentlich nur die Sonne genießen.

Witzigerweise ist das erste außenbedienende Lokal,  das ich sehe, das Cafe Fürstenhof. Aber nicht etwa mit Tischen in der Maximilianstraße - da sind gar keine. Aber der Balkon, der wird offenbar bewirtet. Ist ja auch Außenbereich, oder?

Donnerstag, 21. Mai 2020

Nachtspaziergang in leerer Altstadt



Gestern abend radelte ich noch eine Runde durch die Stadt. Von Bismarckplatz und Donauufer abgesehen, war die Altstadt wie ausgestorben.

Erstaunlich. Normalerweise ist im Regensburger Altstadtzirkel immer was los - selbst in einer kalten Novembernacht mit Nieselregen sieht man Leute durch die Gesandtenstraße flanieren, da wäre Schwabing längst ausgestorben. Und in einer lauen Mai-Nacht wäre in der Regensburger Altstadt der Teufel los.

Gestern war die Rote Hahnegasse leer, der Haidplatz ausgestorben, am Kohlenmarkt zwei drei Leute. Nur am Ufer unter der Steinernen Brücke saßen die Gruppen, ohne sich um die Abstandsregeln zu kümmern. Und der Bismarkplatz war gut gefüllt.

Schade, dass ich nicht meine richtige Kamera dabei hatte und ich mit dem Handy fotografieren musste. Das waren sehr seltene Bilder.