Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Peter Engel in der Städtischen Galerie noch bis 31.10.26




Wer in Regensburg durch den historischen Speicher des Leeren Beutels streift, erwartet gewohnte Museumskunst. Doch im 1. Obergeschoss gibt es seit Mitte September eine Ausstellung der besonderen Art.  Nur noch kurze Zeit – bis zum 31. Oktober – zeigt der Regensburger Kulturpreisträger Peter Engel hier seine Einzelausstellung „Dieters raschelnde Augenbrauen. 4 1/2 Zimmer teilmöbliert“. Ein Abschiedsbesuch lohnt sich im Wortsinn in letzter Minute. Noch dazu gibt es am letzten Tag eine Führung mit Florian Toperngpong.  

Augenbrauen rascheln nicht – eigentlich. Aber wer die Arbeiten des 1969 geborenen Künstlers, Illustrator und Bühnenbildners Peter Engel kennt, weiß, dass feste Gewissheiten in seinen Werken nur dazu da sind, feinsinnig zerlegt zu werden.

In der Städtischen Galerie hat Engel den Ausstellungsraum selbst zur Leinwand gemacht. Die Schau präsentiert sich nicht als klassisches Nebeneinander gehängter Bilder, sondern als ein begehbares Zusammenspiel aus (das Thema „4 1/2 Zimmer teilmöbliert“ übersetzt Wohn- und Alltagssituationen in surreale Raumgebilde), Objekten & Bühnenbild-Elementen (Altagsbeobachtungen treffen auf Engels humorvolle und hintersinnige Erzählweise) und Zeichnung und Malerei mit der unverwechselbaren Handschrift Engels.

Aufgrund widriger Umstände konnte ich die Vernissage nicht miterleben, obwohl mich die Werke gerade dieses Künstlers stets begeistert haben. Bei einem späteren  wurden meine Erwartungen voll erfüllt: ich schaute, schmunzelte, staunte und grübelte über die Texte. Und da ich in der ersten Minute nicht erfasste, dass das kein normales Ausstellungskonzept ist, wunderte ich mich über die merkwürdige Hängung - bis ich die Absicht erkannte.

Wer die Schau bisher verpasst hat, bekommt zum Ausklang noch einmal ein ganz besonderes Highlight geboten. Am Samstag, den 31. Oktober 2026 um 14:00 Uhr, führt der Künstler Peter Engel gemeinsam mit Florian Toperngpong persönlich durch die Ausstellung. Es ist die letzte von zwei Führungen, und ich entschuldige mich bei meinen Lesern, dass ich mit diesem Artikel so spät dran bin. Jedenfalls  ist der 31.10. die perfekt passende Gelegenheit, um aus erster Hand zu erfahren, was es mit Dieters raschelnden Augenbrauen auf sich hat. Auch ich werde hier wohl noch einiges erfahren.


Dieters raschelnde Augenbrauen. 4 1/2 Zimmer teilmöbliert
Ausstellung von Peter Engel 
noch bis Samstag, 31. Oktober 2026

Eintritt Frei

Städtische Galerie im Leeren Beutel (1. OG), Bertoldstraße 9, 93047 Regensburg
Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 16:00 Uhr

Aus dem Pressetext der Stadt Regensburg (Quelle):
 

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Vernissage des Fotoclubs Regenstauf im DEZ stößt auf großes Interesse

 

Dr. Popp, Vorstandsvorsitzender des Fotoclub Regenstauf


Jahresausstellung Fotoclub Regenstauf - Eröffnung im DEZ am 27.10.2026


 Am 27.10.2026 wurde diesjährige Jahresausstellung des Fotoclubs Regenstauf eröffnet. Insgesamt 90 sehenswerte Werke werden ausgestellt. Der Besucherandrang hat hat die Veranstalter überrascht. Herr Dr. Popp, Vorstandsvorsitzender, erkannte unter den Besuchern auch andere Fotoclubs, was die freundschaftlichen Beziehungen offenbarte. 

Überhaupt ist der Fotoclub ein Phänomen. Der Verein ist erst 2018 gegründet und mit inzwischen größter ostbayerischer Fotoclub. Ich lernte ihn in der Anfangszeit kennen, weil Bekannte von mir dort Mitglieder sind - obwohl sie nicht in Regenstauf wohnten. Tatsächlich rekrutieren sich die Mitglieder nach Auskunft des Vorsitzenden aus einem überregionalen Gebiet, von Regensburg bis Amberg, von Beratzhausen bis in den Wald.  Auch war ich von der Qualität der Werke überrascht. Vielleicht war das der Grund für den Mitgliederzulauf - niemand weiß das.

Bei den Ansprachen wurde auch die soziale Tätigkeit des Vereins erwähnt - der jährliche Regenstaufer Fotokalender mit Einbezug von historischen Fotos, dessen Erlös verschiedenen sozialen Initiativen gewidmet wird

Dienstag, 27. Oktober 2026

Benjamin Burkard im art affair ab 6. November 2026


Vergessenes Lachen
 Benjamin Burkard
im art affair

06.11. bis 3.12.2026
Vernissage am  6. November 2026, 19 Uhr


Aus dem Veranstalterhinweis:

Ein Spiel mit sich selbst und mit den Materialien, die einen umgeben. Farben und Formen werden dabei zu inspirierenden Partnern auf der Suche nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck.

Dem jungen Künstler Benjamin Burkard ist wichtig, das Lachen in ihm nicht zu verlieren. Und auch die Freude und den Spaß an diesem ganz besonderen Wahn, der den schöpferischen Prozess begleitet, will er nicht missen, will er an seiner Seite halten.

Kultur, Ideale und Geschichte, aber auch der Umbruch hin zum Zeitgenössischen und Digitalen – sie alle werden zu Spielzeugen, die in der kulissenhaften Welt eines traditionellen Jahrmarkts ihre Berechtigung und Funktion finden.


Dieses Spiel mit den Epochen, den Möglichkeiten und Farbformen führt ihn immer tiefer in die Kunstwelt hinein. Es führt ihn zurück zu einem beinahe kindlichen Entdecken, zum neugierigen Erforschen neuer Formen, Ausdrucksweisen und Möglichkeiten innerhalb seiner eigenen künstlerischen Formensprache.

Sein malerischer Wortschatz ist heute schon enorm umfangreich, doch mit jedem Jahr, mit jedem Zyklus erweitert er seinen Setzkasten der malerischen Stilmittel. Und Strich für Strich, Schicht für Schicht kehrt das vergessene Lachen zurück. Denn Lachen ist Leben, und Leben ist Kunst, und Kunst ist Freude.

Zum Künstler (aus der Profilseite der Galerie):

Seine Arbeit beginnt meist mit dem sorgfältigen Grundieren der Leinwand. Sie erscheint glatt verputzt und kann so die großzügigen Flächen von Blattgold und -silber aufnehmen. Diese mittelalterliche Goldgrundmalerei inspiriert den Künstler und gleichzeitig nutzt er diese Technik, um eine Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft zu schlagen.

Überhaupt vereint Burkard ungeniert Zeiten miteinander, Landschaften und Phantasie, Natur, Wesen und Menschen. In immer überraschenden Kompositionen entführt er die Betrachter in surreale Weltszenerien, die so noch nicht erschaffen waren. Immer wiederkehrende Bestandteile sind gepixelte Strukturen, eine Auseinandersetzung mit der digitalen Welt.

Burkards Arbeiten sind bereits Bestandteil einer Vielzahl privater und öffentlicher Sammlungen.

Webseite des Künstlers: https://benjamin-burkard.com/

Profilseite auf der Homepage von art affair: https://art-affair.net/kuenstlerinnen/benjamin-burkard/



Galerie art affair
Neue-Waag-Gasse 2
93047 Regensburg

Montag, 26. Oktober 2026

Pflasterschleifarbeiten am Haidplatz

Haidplatz am 14.10.2026




Wer Mitte Oktober über den Haidplatz ging, wird den Einsatz von Schleifmaschinen entdeckt haben. Und wer danach dort spazierte, bemerkte vielleicht, dass sich die Spaziergänger vorzugsweise in einem zwei Meter breiten Streifen bewegen, der eben geschliffen wurde. Sogar nachts, wo der Streifen kaum sichtbar ist, scheinen sich die Fußgänger ganz unbewusst auf dieser Trasse zu bewegen.

Hintergrund:

Eine barrierearme Fußgängerverbindung vom Watmarkt über den Rathausplatz und Kohlenmarkt bis zur Ludwigstraße am Haidplatz stand im Regensburger Stadtrat schon lange auf der Agenda. Noch im Januar lehnte das Tiefbauamt das Abschleifen des Altstadtpflasters ab, da beim damaligen Fräsverfahren Schäden am Verbund befürchtet wurden und man stattdessen über das aufwendige Verlegen neuer Steine nachdachte. 

Im April zeichnete sich durch den technischen Fortschritt eine neue Lösung ab: Mit einem neuen Schleifverfahren (die Maschinen gibt es noch nichtlange) versprach die Methode eine schonende Bearbeitung des Pflasters. Nach entsprechenden Beobachtungen bei Projekten in anderen Städten wie Neumarkt gab die Stadtverwaltung schließlich grünes Licht für Regensburg.

Mitte Oktober kam dann die Großfräse der Spezialfirma Feind zum Einsatz, um auf einer Länge von etwa 275 Metern und einer Breite von gut zwei Metern das Pflaster eben zu schleifen.

Bei dem zweistufigen Verfahren wurden zunächst Rillen in das Granitpflaster gefräst und die Oberfläche anschließend geglättet. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich gemäß Pressemitteilung der Stadt auf rund 200.000 Euro. 

Die ebene Strecke soll mobilitätseingeschränkten Menschen mit Rollstuhl oder Rollator sowie allen Passanten das Vorankommen erleichtern und dient dem Tiefbauamt zugleich als Testfeld für mögliche weitere Standorte in der Altstadt.

Anne Haring im Neuen Kunstverein Regensburg

Die Ankündigung bzw. der Einladungstext für die nächste Ausstellung am Schwanenplatz ist zunächst unscheinbar. Aber wenn man  recherchiert, stößt man auf eine sehr angesehene Künstlerin mit interessanten Werken und einer umfangreichen Biographie: Bildhauerin Anne Haring aus Düsseldorf



KLEIDSAM
Plastiken von Anne Haring
Neuer Kunstverein Regensburg
6. November bis 6. Dezember 2026

Vernissage: 5. November 19 Uhr
Begrüßung und Künstlergespräch Wolfram Schmidt



mimesis 22-8/2, 9tlg, Tesakrepp und Tissuepapier, Foto: Anne Haring



Mit verschiedenen Materialien wie Plastiktüten, Plastikfolien, Stoffen, Sperrholz, Zellstoff, entwickelt  Haring plastische Körper, in dem sie abformt, verformt, ausstopft, näht, schneidet.

Ein sehr ausführliches Künstlerportrait mit Entwicklungsgeschichte ihres Gesamtwerkes findet man hier:
https://institut-aktuelle-kunst.de/kuenstlerlexikon/haring-anne

Webseite der Künstlerin: www.anne-haring.de



Ausstellungsort:
Neuer Kunstvereins Regensburg e.V.
Schwanenplatz 4, 93047 Regensburg

Begrüßung und Künstlergespräch Wolfram Schmidt

Öffnungszeiten Kunstraum: Fr: 18 bis 20 Uhr, Sa und So: 14 bis 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 6. November bis 6. Dezember 2026




Jasmin Schmidt im Schaulager Erdel - ab 05.11.2026

Jasmin Schmidt: one door opens,
Garn, Tusche und Kreidefarbe auf Loden, 90 x 60 cm, 2024




Das Schaulager Erdel verkündet nicht nur eine neue Ausstellung, sondern auch eine neue Künstlerin. Mit einer höchst interessante Technik.

one door opens
Jasmin Schmidt
Schaulager Erdel
05.11.26 - 05.01.27

Eröffnung: 5. November 19 Uhr
(die Künstlerin ist anwesend)



Unter dem Titel "one door opens" präsentiert die Galerie Erdel im Schaulager Arbeiten der in Regensburg geborenen Jasmin Schmidt. Es ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Regensburg. Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in der Sammlung des Neuen Museums Nürnberg und wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Berlin, Leipzig, München und Miami gezeigt.

 Jasmin Schmidt studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Freie Malerei in der Klasse Prof. Thomas Hartmann, bei dem sie 2013 als Meisterschülerin abschloss.

Die Künstlerin Jasmin baut ihre Kunstwerke auf der Materialqualität des Bildträgers auf. Oft vernäht sie dafür Leinen oder Loden von regionalen Webereien. Die Struktur der Stofflichkeit, auch Webfehler, Testmarkierungen oder andere Bearbeitungsspuren bilden die Basis für den weiteren intuitiven Entstehungsprozess des Werks. 

Der Bildträger wird somit gleichzeitig zum Bildkorpus. Dieses bewusste prozesshafte Herstellen des Bildträgers schafft materielle Bedingungen, auf die die Künstlerin schöpferisch antwortet. „Jedes Material transportiert nicht nur visuelle, sondern auch gesellschaftliche und historische Informationen“, erläutert Schmidt. „In der Verschränkung von Material, Geschichte und malerischer Transformation entwickle ich Bilder, die ihre eigene Zeitlichkeit entfalten.“
Durch architektonische, geometrische oder florale Überlagerungen mit Kaseinfarbe und Halbkreidegrund zerlegt Jasmin Schmidt vorhandene Ordnungsprinzipien und fügt Strukturen neu zusammen. Gleichzeitig entstehen dabei Bedeutungsverschiebungen und neue Verortungen mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Das Betrachten der Kunstwerke gleicht einer Wanderung der sich stetig verfeinernden Wahrnehmung.

Die Eröffnung findet am Donnerstag, 5. November 2026 um 19 Uhr im Schaulager der Galerie Erdel statt. Am Schallern 4 / Regensburg. Jasmin Schmidt ist anwesend.

Dauer der Ausstellung: 5. November - 5. Januar 2027
Galerie Erdel - Schaulager
Am Schallern 4 | Regensburg
Mittwoch- Samstag: 11 - 17 Uhr

https://erdel.de/



Über die Künstlerin Jasmin Schmid
*1981 Regensburg
2002-2005 Studium Kultur und Gesellschaft Afrikas (B.A.), Universität Bayreuth
2007-2013 Studium Freie Malerei, Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Meisterschülerin Prof. Thomas Hartmann
Sie lebt in Flossenbürg.

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
2025 Wolfram von Eschenbach-Förderpreis
2021 Kulturpreis der Stadt Nürnberg
2013 Kulturpreis Bayern