Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 15. Dezember 2013

Parkplätze? Wir haben die Schnauze voll!

Das macht keinen Spaß mehr. Immer weniger Parkplätze, aber die Stadt schafft keine Abhilfe.

Himmel noch mal, wollt ihr jeden Quadratmeter zu Geld machen, aber keine Parkplätze zur Verfügung stellen?

Nicht mal den Regierungsparkplatz am Ägidienplatz machen sie auf, am Wochenende, obwohl er von Steuergeldern gezahlt ist. Und so manche Straßenzüge oder gesperrte Plätze könnte man in Notzeiten provisorisch für Parker zur Verfügung stellen. Und die Fürstin - bei den saftigen Preisen auf ihrem Weihnachtsmarkt könnte sie ein paar Parkplätze zur Verfügung stellen.

Und als ob das alles nicht reicht, müssen wir Bürger uns tatsächlich anhören, dass weitere Parkplätze beseitigt werden sollen - das alte Eisstadion, oder der Parkplatz Nähe Grieser Steg. Wie kann man hier ernsthaft Bebauungen diskutieren.


das Parkplatzdesaster in Regensburg

Das betrifft nicht nur die Christkindlmarkt-Zeit, nein schon davor war es eine Katastrophe. Während der Weihnachtszeitmarkt ist es sowieso ein Unding, in die Stadt zu fahren. Das mache ich schon seit zwei Jahren nicht mehr. Wenn man Glück hat, findet man was, die Wahrscheinlichkeit ist aber groß, dass man nach einer halben Stunde frustriert nach Hause fährt. Und das Risiko gehe ich gar nicht erst ein.



Zu Fuß in die Stadt? Muss man gesund sein, bei der Kälte und der Entfernung. Bus? Hahaha. Nicht viel Unterschied und zudem teuer. Außerdem darf man keine Kinder oder Begleitpersonen oder Gepäck oder  Hunde oder Kameraausrüstung oder sonst etwas dabei haben.

Der Theater-Besuch - ein  Desaster

Ihr erinnert Euch vielleicht an die Tanzgala im Velodrom, für das ich Werbung gemacht habe.

Es gibt nur eine Aufführung pro Jahr und ist ein Highlight. Ich hatte Karten für 25 Euro besorgt und war frühzeitig losgefahren, in die Stadt. Um 20.00 Uhr sollte es losgehen. Von der Blumenstraße aus wäre es zu Fuß zu weit gewesen, mit dem Fahrrad zu eisig und nieselig, also nahm ich das Auto. Der Weihnachtsmarkt war noch nicht eröffnet, und um diese  Zeit hatte ich nicht mit Parkplatzproblemen gerechnet.

Aber: alles voll. Bismarckplatz voll. Regierungsparkplatz am Ägidienplatz natürlich zu. Mühsamer und zeitraubender Umweg zu den nur ein paar Meter entfernten Arnulfsplatz (einer der vielen Idiotenkreisel). Schlange vor dem Parkhaus am Arnulfsplatz, aber kein Hinweis auf Überfüllung. Selbst als ich schon in der Unterführung war, stand ich weitere 25 Minuten in dieser Schlange. ich konnte nicht vorwärts, nicht rückwärts. Eine Möglichkeit zum Ausscheren gibt es nicht, obwohl es technisch möglich wäre (da war eine Schranke). Ich stand in der Schlange und wusste, die Gala fängt jetzt an. Ich kam 15 Minuten zu spät, musste in die Galerie, und dort stehen. Für Zuspätkommende gibt es immer nur Stehplätze auf der Galerie. Ich sah die zweite Aufführung - sie war grandios, aber ich ich konnte sie stehend kaum genießen. Dann wurden die Rückenschmerzen zu groß, und ich ging. Nebenan im Imbiss aß ich etwas, schenkte die Karte meiner Tischnachbarin für die zweite Hälfte, und fuhr dann nach Hause. Das wars. Was solls, 25 Euro Spende für die Aidshilfe. Aber trotzdem - es war unnötiger Streß. Und dabei war das VOR dem Advent.

Das erinnert mich an mindestens zwei Vernissagen in der Stadt, die ich nicht besuchen konnte, weil ich nach 35 Minuten Suche immer noch keinen Parkplatz hatte. Alle Parkhäuser voll. Eine Vernissage war am Fischmarkt,  in der Erdel-Galerie, einer der schwerst zugänglichen Orte in Regensburg. Ich war dort sogar mit anderen verabredet. Es war dunkel und regnete, und nach fast 40 Minuten war ich erfolglos nach Hause gekehrt. Ich hatte alle Parkhäuser angesteuert und mich durch die vielen Idiotenkreisel des Regensburger Stadtverkehrs gequält.


Die Parkplätze zwischen Petersweg und Obermünsterstraße sind weggefallen. Wo sind Ausweichplätze?

Wären da Ausweich-Parkplätze?

Der Regierungsparkplatz - man könnte ihn am Wochenende ruhig offenlassen (derzeit immer nur ein paar Stunden). Immerhin ist er mit Steuergeldern finanziert.



Jetzt mal im Ernst: Wie kann man darüber reden, diesen Parkplatz am alten Eisstadion auch noch zu beseitigen.



Könnte man in der Adventszeit nicht Parkerleichterungen in der Keplerstraße einführen?

Völlig überlastet, die beiden Tiefgaragen. Ein Wechsel von der einen zur anderen Tiefgarage erfordert umständliche Wege.


In der Obermünsterstraße macht ein Laden nach dem anderen
zu. Die Umsätze sind extrem eingebrochen. Im Rahmen des Projekts "Die Kunstzelle" hatte ich das Desaster miterlebt. Auch für mich als Mitbetreiber gab es keine bezahlbaren Parkmöglichkeiten.

Da könnte man Notparkplätze schaffen: altes Bahngelände
Die Augustenstraße. Ab 17.30 sind keine Parkplätze mehr für Gerichtsverhandlungen notwendig. könnte man da nicht erweiterte Parkmöglichkeiten schaffen, zumindest am Wochenender oder in der Adventszeit?




Eigentlich sollte es so heißen:



Aber, liebe Touristen: fahrt lieber nach Rom. Ihr findet hier keinen Parkplatz in Regensburg







Die Regensburger Parkplatzsituation - ein Albtraum:

Stinkig. Aber richtig.
Liebe Stadt - ihr wollt mehr Gewerbesteuer? Dann schafft mehr Parkmöglichkeiten. Und verbaut nicht  jeden Quadratzentimeter Fläche. Das ist irreparabel.

Anmerkung zu letztem Bild: Detail aus dem Bild "Albtraum" von Füssli, hier mit dem "Alb" = Elf, der auf der Brust der Schlafenden sitzt, so dass es zu schweren Träumen kommt