Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Donnerstag, 5. Mai 2016

Der Regenstaufer Storch beim Brüten

Fortsetzung von: Der Regenstaufer Drache namens Schtorch

Was bisher geschah: Drachenmama verlässt das Nest, Drachenpapa stochert noch ein bisschen imNest herum und setzt sich dann. Offenbar, um zu Brüten. Ich will der Sache auf den Grund gehen, und muss höher hinauf.
 







In den Folgetagen schnaufe ich mit meiner Kamere auf den Schlossberg. Da gehen ein paar Wege rundherum, der unterste ist das Gangl, weiter oben der Gillesweg. Von ganz oben aus kann ich die Beobachtung vergessen - der Blickwinkel passt nicht und  die Entfernung ist so groß, dass das kleine 200er-Tele, das ich derzeit mitführe, zu schwach  ist.



Immerhin - nette Aussicht. War schon lange nicht mehr hier oben. Zu letzt in meiner Jugendzeit, bevor ich mit 16 nach Regensburg in die Lehre ging.



Aber mit freiem Blickfeld ist da nicht viel. Man muss Mini-Lücken suchen.


Und der Boden ist tückisch. Ich rechne schon mal mit einem verknacksten Fuß. Ob das die zusätzlichen Drachen-Fotos wert sind? Sind ja nur gewöhnliche Drachen, wie sie jedes Jahr nach Regenstauf kommen.




Die ersten Lücken tauchen auf. Hätte ich wohl doch besser ein Stativ mitgenommen. Tipp an die Regenstaufer, die (hoffentlich) meinem Beispiel in den nächsten Tagen folgen: Stativ wär nicht schlecht, hmhm!






Erst die Ausschnittvergrößerungen am PC bringen mir ernsthafte Erkenntnisse: Das Nest ist nicht hohl, sondern mit Heu oder ähnlichem gefüllt. Offenbar sind darin die Eier.

Was erklärt, warum sich der Drachenpapa (oder war es umgekehrt die Drachenmama?) nicht gleich auf die Eier gesetzt hat, als der Partner fortflog.

 
























Weiter nach Nordosten findet man zwar ein freieres Blickfeld, ist aber wieder weiter vom Nest entfernt. Ein stärkeres Tele wäre da gut. Mein 280er ist in Wien, weil ich es so gut wie nie benutzte und deshalb meinem Sohn gegeben habe.






Ein Stockwerk höher, also am Gillesweg, kann ich kaum Fotos machen. Die Entfernung ist zu groß, und ich verzichte darauf, die Bilder hier einzustellen.


Und jetzt etwas Lexikon-Wissen:

Die Brutdauer, während der beide Partner abwechselnd brüten, beträgt 30 bis 32 Tage, aus der durchschnittlich etwa 3 Jungstörche hervorgehen. Die anschließende Nestlingszeit dauert zwischen 58 und 64 Tagen.

Die Brutzeit erstreckt sich von Anfang April bis Anfang August. Dabei wählt das früher ankommende Männchen den Standort so, dass sich in rund drei bis fünf Kilometer Umkreis ausreichend große Nahrungsgründe finden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fstorch

Und weiter heißt es:

Da ein Storchenpaar seinem Horst über Jahrzehnte treu bleibt und der Nestbau nie abgeschlossen wird, kann der Horst eine Höhe von mehreren Metern und ein Gewicht von zwei Tonnen erreichen - kein anderer europäischer Vogel betreibt einen derart großen Nestbau.

Ja. Die Regenstaufer Drachenstörche haben sogar den unteren Teil gemauert, wie man sieht. Das dürften dann zwei Tonnen nicht mehr ausreichen ...