Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Donnerstag, 1. Oktober 2026

„Pictures for the Human Rights“ feiert Finale im DEZ





Am Abend des 28. September 2026 wurde im Donaueinkaufszentrum (DEZ) die Ausstellung „Pictures for the Human Rights“ feierlich eröffnet. Es ist die vorerst letzte Station einer eindrucksvollen Wanderausstellung, die 2021 im Regensburger Thon-Dittmer-Palais ihren Anfang nahm. Dazwischen lag eine Reise durch zahlreiche Städte – darunter Karlsruhe, Frankfurt am Main, Luxemburg, Bonn, Düsseldorf und Nürnberg – sowie Präsentationen im Europäischen Parlament in Brüssel und am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York.

30 Kunstschaffende aus 12 Nationen haben jeweils einen der 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte künstlerisch interpretiert.

Hinter der Initiative steht die Regensburger Künstlerin Barbara Wilmers-Hillenbrand. Ihre Motivation: Die Menschenrechte sind zwar da, im Alltag aber oft zu wenig bekannt. Mit dem Projekt wollte sie diese Grundrechte über die universelle Sprache der Kunst im öffentlichen Raum sichtbar machen und Passanten zum Nachdenken anregen.

Die UN-Menschenrechte 

Die Menschenrechte gehen auf die Vereinten Nationen (UN) zurück – jene internationale Organisation, die für die Sicherung des Weltfriedens steht. Deshalb spricht man von den UN-Menschenrechten, die nicht direkt mit den Grundrechten des deutschen Grundgesetzes zu verwechseln sind, auch wenn sie eng miteinander verwoben sind. Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als direkte Reaktion auf die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs.

In 30 Artikeln ist dort verankert, dass alle Menschen von Geburt an frei und gleich an Würde und Rechten sind – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion.

Die Menschenrechte sind zeitgleich zu den Grundrechten des Grundgesetzes entwickelt worden. 

Ein Besuch dieser Schau lohnt sich auf mehreren Ebenen:

  • Die Kunst: Man kann die individuelle künstlerische Umsetzung auf sich wirken lassen und mehr über die Künstler erfahren.

  • Die Haltung: Man setzt sich inhaltlich mit den einzelnen Artikeln der Menschenrechte auseinander.
     
  • Und die Geschichte des Projekts: Man kann sich von der Erfolgsstory dieses Projekts inspirieren lassen.

Denn das Projekt startete zunächst als lokales Projekt im Corona-Zeitraum 2020/2021. Die Idee entstand, aus dem zunächst lokalen Projekt eine internationale Wanderausstellung zu machen. Die Künstlerin schaffte das Unglaubliche: die Werke wurden in oben genannten Städten gezeigt. Beim Jahreswechsel wurden die Werke im Lobbybereich des UN-Hauptgebäudes in New York gezeigt, im März 2024 im Europäischen Parlament in Brüssel zu sehen. Die Stadt Nürnberg zeigte die Werke an verschiedenen Stellen im Zeitraum Dezember 2025 bis Juli 2026.

Es gab Zweifler, erzählte sie bei der Vernissage im DEZ, die meinten, die Idee einer internationalen Präsentation sei zu hoch gegriffen. Wie man sieht, ließ sie sich realisieren . Und daher appellierte Barbara Willmers-Hillenbrand ganz ausdrücklich: wer immer eine gute Idee, soll sich nicht entmutigen lassen, sondern diese Idee vortragen.

Besucher-Infos:

  • Ausstellungsdauer: 28. September bis 17. Oktober 2026
  • Ort: Donaueinkaufszentrum (DEZ) Regensburg (Ebene 2, Fläche vor Müller)
  • Barrierefreiheit: An den Werken angebrachte QR-Codes führen zu Erklärungen in Leichter Sprache, Audiofassungen sowie Bildbeschreibungen für sehbehinderte Menschen.

Hier geht es zur deutschen Version der Menschenrechte: https://unric.org/de/allgemeine-erklaerung-menschenrechte/


Begrüßung durch Thomas Zink vom DEZ

OB Dr. Thomas Burger

Kulturamtsleiterin Maria Lang


Barbara Wilmers-Hillenbrand