Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Freitag, 31. Juli 2020

Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler erhalten Kulturpreis des Landkreises Regensburg 2020

Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler


Auch in diesem Jahr verleiht der Landkreis Regensburg einen Kulturpreis, einen Jugendkulturpreis sowie einen Kulturpreis für das Lebenswerk. Der Kulturpreis 2020 geht dabei an das Paar Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler, die unter anderem über ihr Kunstpartnerprojekt und über ihre Galerie in Adlmannstein bekannt sind.

Bei dem seit 2008 verliehenen Kulturpreis des Landkreises Regensburg handelt es sich um eine vom Kulturausschuss des Kreistags ins Leben gerufene Auszeichnung für hervorragende Leistungen auf kulturellem, künstlerischem und wissenschaftlichem Gebiet. Mit der Verleihung dieses Preises soll kulturelles Engagement sowohl gewürdigt als auch geweckt werden. Der seit 2008 verliehene Preis für hervorragende Verdienste um das kulturelle Leben im Regensburger Land wird dieses Jahr zum 13 Mal verliehen. Die offizielle Preisverleihung soll im Herbst stattfinden.

Es war keine einfache Entscheidung, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises.  Aus insgesamt vierzig Vorschlägen musste die Jury den diesjährigen Kulturpreisträger des Landkreises auswählen. Das Votum sei am Ende aber einstimmig gewesen. Denn Wilma Rapf-Karikari und Ingo Kübler haben mit ihrer kontinuierlichen, von großem sozialem und kulturpolitischem Engagement getragenen Arbeit ganz wesentlich dazu beigetragen, dass der Landkreis Regensburg auch als Akteur zeitgenössischer Kunst und Kultur wahrgenommen wird.

Seit bald 30 Jahren kuratiert und organisiert Wilma Rapf-Karikari nunmehr schon Ausstellungen in der Region. In den 1990er Jahren in der Schlossgalerie Wörth a.d.Do. und seit 2005 zusammen mit Ingo Kübler in der Kunstpartner-Galerie Adlmannstein. 

Darüber hinaus gaben die beiden von 1994 bis 2018 gemeinsam den Kunstpartner-Kalender heraus. Dieser galt in der ostbayerischen Kulturszene als „Museum auf Papier – ein Museum, das zu den Menschen kommt“ (Wolfgang Herzer, Kunstverein Weiden). 

Donnerstag, 30. Juli 2020

Ausstellung in der Galerie Carola Insinger „Figuration und Farbe“


Vom 9. August bis zum 13. September 2020 präsentiert die Galerie Carola Insinger Arbeiten der Künstlerin Hanni Goldhardt.

Hanni Goldhardt
Figuration und Farbe
Malerei, Grafik, Objekt

9. August bis 13. September 2020
Galerie Distelhausen 
 
Keine Vernissage. Die Künstlerin ist
am Eröffnungstag (9.8.) anwesend


In der Ausstellung zeigt die Künstlerin überwiegend Arbeiten mit Acryl auf Leinwand, welche sich mit der figürlichen Abstraktion beschäftigen. Dabei nimmt sie Bezug auf eine oder mehrere Figuren, auf die Figur des Menschen, welche gleichzeitig aber abstrahiert oder stilisiert in den oft farbintensiven abstrakten Bildgrund eingebunden sind.

Ebenfalls zu sehen sind ein paar Objekte zu dem Thema und Druck-Grafik.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Tipp: Kulturjournal August-September

Gerade bring ich es vom Cafe-Besuch heim, das neue Kulturjournal von Peter Lang. Es ist die brandneue Ausgabe für die Monate August/September. Es ist so berstend voll mit interessanten News, dass ich meine Leser auf diese Ausgabe aufmerksam machen will.

Gefallen haben mir die in der Corona-Krise enstandenen Prosatexte von Lesereinnen und Lesern, darunter  ein berührender Artikel von Claudia Böckel, der offenbar noch in der Lockdown-Zeit geschrieben wurde. Claudia Böckel ist mir von MZ-Artikeln her bekannt, ich wusste nicht, dass sie freie Autorin, Journalistin und Musikerin ist. Es gibt noch weitere Aufsätze von anderen Autoren, die ich aber noch nicht lesen konnte.

Interessant sind die Hinweise über die Stummfilmwoche, Ich hätte nicht gedacht, dass es noch soviele mir unbekannte Stummfilme deutscher Regisseure gibt. Aber am meisten freute mich, dass Herr Lang etwas über das Scala-Kino geschrieben hat und es gleich mit einer breiteren Recherche über die Geschichte Regensburger Kinos verbunden hat. Über das Scala wollte ich schon länger etwas schreiben, fand aber bisher kein  ausreichendes Material.

Es gibt ferner viele Ankündigungen hochinteressanter kultureller Veranstaltungen. Offenbar blüht das Regensburger Kulturleben wieder auf, so plötzlich und erfreulich wie ein Blumenteppich in einer Wüste nach einem kräftigen Regen. 

Unter anderem gibt es gleich zwei Ausstellungen zum Thema "Regensburg in dern Zwanzigern" im Leeren Beutel und im Haus der Bayerischen Geschichte, die Ausstellung Fernweh im Kunstforum, Lisa Eckhart kommt in's Marinaforum, ein Improvisationskonzert der Extraklasse in's Aurelium, Ausstellungen von Gastkünstlern im Andreasstadel, konkrete Hinweise zu interessanten Anlaufstellen am Tag des offenen Denkmals,  und und und...

Aber lest selbst. Das Kulturjournal liegt in Cafes aus. Ich selbst lese es traditionellerweise im Palletti. Ein früher beliebtes Ritual, das ich langsam wieder aufleben lasse: Mittagessen im Palletti und dazu Kulturjournal und Kunstzeitungen durchstudieren.

Filming-location Regensburg - Bekenntnisse des Felix Krull


Das ist witzig. Erneut ist Regensburg Drehort für eine Literaturverfilmung, die mit "Bekenntnissen" zu tun hat.

Vor kurzem fanden neben der Steinernen Brücke Dreharbeiten für den Film „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ statt (mehr dazu am Ende des Artikels). Im März 2011 gab es ebenfalls Dreharbeiten für eine Literatur-Verfilmung, und auch dort ging es um Bekenntnisse. Nämlich die "Bekenntnisse eines jungen Zeitgenossen“ nach einem Roman von Alfred de Musset. Für diesen Film stand der Musiker "Pete Doherty"  gemeinsam mit  Charlotte Gainsbourg und August Diehl vor der Kamera.

Dabei entstand eine meiner schönsten Foto-Sessions, die ich seinerzeit unter dem Titel "Regensburg leuchtet" im Blog veröffentlicht hatte. Einzelne Bilder zeigte ich ferner in Ausstellungen. Sehr beliebt ist das Bild von der Ruthof im Vordergrund, das derzeit in der aktuellen Ausstellung im Leeren Beutel hängt.

Die Stadt hatte die Straßenlaternen  auf der Steinernen Brücke abgeschaltet und auf der Jahninsel sorgten zwei gigantische Filmscheinwerfer für ein unglaubliche, fast surreale Beleuchtung.
 
https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhiQ9rGU51HkM8pSk_14qw4U4KIzKLQD7Yv2xTivWwgktj7AAHvpsGUELtiBBaIklUWlQNxVW36H0t9Su6elVNhLIJTqqqAMlhXoL3pLQJZTYDGtohshbWCOUmxawo0o6SZmDLu6_kyn8o/s720/IMG_2835.JPG
Ausnahmsweise keine Bildbearbeitung. Die Strahlen stammen von den Film-Scheinwerfern


Begonnen hatte das Foto-Shooting im Bayerhafen, wo ich, wie schon am Vortag, mit Nachtfotos und Langzeitbelichtung experimentieren wollte. Ich war in diesen Tagen dabei, meine 200-ISO-Methode zu entwickeln und zu verfeinern. Im Gegensatz zum Abend davor lag ein stärkeres Licht über der Stadt, was mich im Laufe der Zeit neugierig werden ließ.


https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEh3b1Bpy2BSigQ2aNAmJKPrY3aQv0dXKtQUhURNnJFOxDPDPWRp8nwXj6-otT5zPiP_43EJxof8xYxtfD51yCJDNcn1K2cDa__yyL4t7tmUtcTJ5F1mOtLZgSPokOUPWq5EHcwrSO4QUv0/s720/IMG_2706.JPG
Langzeitbelichtungsexperiment im Osthafen, Nähe IT-Speicher.
Im Gegensatz zur Nacht davor war der Himmel über Regensburg stärker erleuchtet als sonst

Freitag, 24. Juli 2020

Ausstellung SPRAYED in der Galerie Lesmeister ab 5. August 2020

In den Räumen des ehemaligen Kunstkabinetts lädt die jetztige Galeristin Isabelle Lesmeister zu einer neuen Ausstellung ein, bei der Sprüharbeiten von drei KünstlerInnen vorgestellt werden. Das verspricht interessant zu werden.

SPRAYED
Ashwan, Katharina Grosse und  Nico Sawatzki
 5. August bis 12. September 2020
Galerie Lesmeister, Untere Bachgasse
Vernissage am 5. August von 19 - 21 Uhr






Katharina Grosse ist eine auf Spraytechnik spezialisierte Künstlerin. Sie ist seit 10 Jahren Professorin für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, vorher war sie weitere 10 Jahre Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.   Ihre Werke hängen in Museumssammlungen weltweit. Die ihr gewidmete Seite in Wikipedia enthält eine beachtliche Auflistung.

In der Ausstellung „Sprayed“ zeigt die Galerie Lesmeister druckgrafische Arbeiten dieser Ausnahmekünstlerin aus den Serien Cockeypane (2011) und Fo´Faux Rocks (2007).

https://www.katharinagrosse.com/info
https://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_Grosse


Daneben Werke des Liverpooler Künstlers ASHWAN (*1971), der seine Arbeit als visuelles Tao des Boom-Bap-Sounds beschreibt. Für seine Werke nutzt er oft weggeworfene Kartonagen und verwandelt sie in Mixed-Media-Kunstwerke, die Sprühlack, oxidiertem Kupfer sowie einem rostenden Belag bearbeitet sind und in einem letzten Schritt mit Kunstharz überzogen werden. Seine Werke bewegen sich fließend zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und beschwören Bilder einer multikulturellen und oft zerfallenen Urbanität herauf, so zum Beispiel der zerstörten Berliner Mauer oder den unberührt gebliebenen besprayten Teilen der Bronx aus den 1970er Jahren.

https://www.ashwan.co.uk/
https://www.galerie-lesmeister.de/artists/49866/ashwan/biography/


Der Regensburger Künstler Nico Sawatzki (*1984) kommt wie Ashwan ebenfalls aus der Street Art und arbeitet auch heute fast ausschließlich mit Sprühlack. Sein vielschichtiger Aufbau bei gleichzeitiger Dekonstruktion von Farbschichten lässt diffizile, imaginäre Raumkonstruktionen entstehen, die durch Verdichtung und Auflösung auf verschiedenen Bildebenen eine enorme Tiefenwirkung erzeugen. Er zeigt unter anderem eine raumgreifenden Arbeit, die eigens für die Ausstellung entstanden ist.

https://www.galerie-lesmeister.de/artists/62076/nico-sawatzki/biography/
http://www.nicosawatzki.de