Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 27. Juni 2020

Ausstellung von PeterPeter Dorn im Schaulager der Erdel-Galerie




Im Schaulager des "artspace Erdel" startete eine interessante Ausstellung des Grafikers und Installationskünstlers Peter Dorn.

Von "non finito" bis "ad infinitum"
Peter Dorn
25.6.2020 bis zum 31.7.2020
Schaulager des Artspace Erdel
(Am Schallern 4)

Montag bis Freitag 11-18 Uhr
und nach Vereinbarung (insbesondere, wenn
ein Gespräch mit dem Künstler gewünscht wird)

Peter Dorn, 1938 im tschechoslowakischen Aussig geboren, hat angewandte Grafik an der Nürnberger Kunstakademie studiert. Er lebt in Regensburg, seit 1964 als freischaffender Künstler, und ist verheiratet mit der Künstlerin Astrid Schröder. Seit Atelier befindet sich im palastähnlichen Ambiente in der Mitte der Altstadt.

Peter Dorn


Seit über 60 Jahren stellt nun Peter Dorn schon aus. 1979 erhielt er den Kulturförderpreis Regensburg, 1993 den Kulturpreis Ostbayern und 2010 den Gerfried-Schellberger-Kunstpreis.

Vor sechs Jahren gab es eine Retrospektive im Historischen Museum in Regensburg, wo er 35 Jahre zuvor bereits ausgestellt hatte (Reportage von G. Mayer in https://www.mittelbayerische.de/kultur/alltagsdinge-gewinnen-neuen-sinn-21852-art1096432.html) . Dabei wurde deutlich, dass sich sein langjähriges Schaffen vorrangig um das Thema "Vergänglichkeit einerseits und um Dauerhaftigkeit, im Sinne von Unabgeschlossenheit und Fortsetzbarkeit andererseits" dreht - "non finito" und "ad infinitum"
Als Beispiel wurde anlässlich der Retrospektive die große Installation von 2009 genannt, die gleich am Eingang aufgebaut war. Sie bestand als alten Einladungskarten zu diversen Regensburger Kunstereignissen vergangener Jahre – aber sie ist aufstockbar, in die Zukunft hinein, ad infinitum.

Zur aktuellen Ausstellung

 
Die Galerie Erdel zeigt sowohl neuere Arbeiten, entstanden in den Jahren 2019 und 2020, und stellt sie ausgewählten Stücken aus seinen bisherigen (Museums-)Ausstellungen gegenüber. Die Ausstellung findet nicht im Hauptraum am Fischmarkt, sondern in der Nähe im Schaulager (Am Schallern 4) statt.


Peter Dorn





non finito

In seiner Arbeit "non finito", formte er Einladungskarten zu kulturellen Veranstaltungen in Regensburg aus vielen Jahrzehnten zu einer monumentalen Plastik von 140 x 300 cm. Zuletzt ausgestellt im Historischen Museum der Stadt Regensburg im Jahr 2014, verblüfft er das Pubikum. Es ist einerseits eine Materialsammlung, die in fast serieller, aber eigenwilliger Anordnung ein bewegtes Bild einer scheinbaren Archivarbeit abgibt, andererseits ein eindruckvolles Abbild der Regensburger Kulturgeschichte. Zudem ergibt sich ein gedankliches "non finito", denn das Werk kann als in der zukünftig erweiterbar gedacht werden. Der Faktor Zeit wird spielerisch-intellektuell erfahrbar gemacht.

"Jeder ist ein Künstler" - ad infinitum

In der Objekt-Collage "Ihr könnt malen was ihr wollt" gruppiert Peter Forn die Farbtöpfe von Wassermalfarben in loser Folge auf um. Die Variationsmöglichkeiten lassen sich zwar mathematisch berechnen, sind für das menschliche Vorstellungsvermögen aber unendlich. Die Serie ist auf zwanzig Arbeiten begrenzt. Zu jeder Arbeit gibt es einen Digitaldruck, auf dem auch alle anderen Werke der Serie abgebildet sind. Mit der Verwendung von preisgünstigem Künstlerbedarf als Massenware und Erstausstattung für Grundschüler bringt Dorn das Beuys-Credo "Jeder ist ein Künstler" neu und farbig auf den Punkt.


Eine Vernissage findet nicht statt. Wer ein persönliches Gespräch mit dem Künstler wünscht, kann dies telefonisch vereinbaren

Ort: Schaulager artspace Erdel, am Schallern 4

Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 11-18 Uhr und nach Absprache.
Kontakt: Wolf Erdel
Telefon: 0941.702194
www.erdel.de





Links



Wenn man nach ihm recherchiert, muss man sich vor Verwechslungen hüten. Denn es gibt mehr Künstler mit Namen Peter Dorn, z.B. in Osnabrück, sowie ein Peter Dorn in Nagold, auf dessen Webseite man schnell landet.

Eine Webseite "unseres" Peter Dorn gibt es nicht, dafür einen kurzen  Wikipediaeintrag, eine Profilseite beim BBK mit einem sehr jugendlichen Foto (https://www.kunst-in-ostbayern.de/kuenstler/dorn.html), und einen guten Überblick über sein Schaffen findet man auf dieser Seite des Erdels-Verlags, die anlässlich einer früheren Ausstellung entstand: https://erdel.de/index.php/der-andere-blick/1298-peter-dorn-magische-viereck