Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 28. Dezember 2025

Weihnachtsspaziergang 2025

 Es ist sonnig, blauer Himmel, und die Familienangelegenheiten sind an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag bereits erledigt. Also Gelegenheit für viele Regensburger für einen Spaziergang. Auch für mich, wobei ich dies mit der Tradition verbinde, zu Weihnachten eine Fotostrecke zu erstellen. 

Diesmal geht mein Spaziergang nicht durch die Stadt, sondern vom unteren Wöhrd rauf zum oberen Wöhrd - über den "Beschlächt" unter der Steinernen Brücke durch, mit Essenpause in der Alten Linde und anschließendem Cafe-Besuch im Mea in Stadtamhof. Eine Strecke, die ich früher oft mit meinem Hund Yorki ablief. 'Und die entsprechenden Fotos waren mit ein Grund für die Errichtung dieses Blogs vor mehr als 15 Jahren.  Und mit jedem Spaziergang bemerkte ich die vielen städtebaulichen Änderungen auf der Strecke. Zum Beispiel die Neubauten am Unteren Wöhrd, die nach und nach entstanden. oder die Neubausiedlung gegenüber in Reinhausen, wo bei unseren ersten Streifzügen einfach nur Wiese war.

Da ich mittags los bin, waren anfangs noch wenig Leute unterwegs, aber am Nachmittag strömten viele Regensburger über die Brücke oder die Wöhrdinseln.

Und hier die Impressionen:


Viele Spaziergänge begannen hier, beim DLRG-Gelände am Unteren Wöhrd (Nordufer)

Der Anblick über die Donau-Regen-Mündung hat sich in den letzten 20 Jahren mehrfach verändert.

Im Hintergrund die Dreifaltigkeitskirche am Dreifaltigkeitsberg
Meine Reportage über diese Kirche: https://www.regensburger-tagebuch.de/2021/02/die-dreifaltigkeitskirche.html

Das Neubaugebiet "An der Holzgartenstraße", das in Wirklichkeit die Paarstraße und Naabstraße umfasst, leuchtet in der Mittagssonne und spiegelt sich im ruhigen Donau-Regen-Wasser. Der Bau begann 2008 von Osten nach Westen, im Jahre 2015 wurden die letzten Gebiete bebaut. Siehe: https://www.regensburg.de/rathaus/aemteruebersicht/planungs-u-baureferat/tiefbauamt/abgeschlossene-massnahmen/2007-baugebiet-an-der-holzgartenstrasse-paarstrasse-und-naabstrasse

Bei meinen ersten Spaziergängen in Reinhausen/Weichs (mit meinem Hund Yorki) befanden sich dort drüben Wiesen bzw. die ehemaligen Radi-Felder von Weichs

 

Das Haus in der Mitte entstand erst in den letzten Jahren. 

Am Donauufer zeugen Eisreste von einer kalten Nacht

Auch diese Häuser entstanden in den letzten zehn Jahren. Jahrelang bin ich an dieser Stelle an einem alten Lagergebäude vorbeispaziert. Dahinter (etwa beim zweiten Haus) residierte zeitweilig das "Strand:Gut", das später als Strand:Bad firmierte und in den letzten Jahren beim IT-Speicher aufgebaut wurde (guck hier: https://www.regensburger-tagebuch.de/2008/05/strandgut-erholung-fur-familien-und.html)

Offenbar erst in den letzten Tagen gefallen: ein Baum liegt quer über dem Weg. 

Eindeutig Biberwerk
(auch das dokumentiere ich schon seit Blog-Beginn 2008: https://www.regensburger-tagebuch.de/2008/12/regensburg-bibert.html)




Ich wechsle rüber an das südliche Ufer des unteren Wöhrd, wo ich an der Werftstraße entlang spaziere. Auch hier war ich oft mit meinem Hund, und die Fotos von dieser Strecke haben sich grundlegen geändert. Denn anfangs sah man drüben noch den alten Markt, später gruben die Archäologen und mittlerweile sieht man das Haus der bayerischen Geschichte und einen goldenen Waller.



Das Haus der bayerischen Geschichte



Die Schraube gehört zu den Ausstellungsstücken des Schifffahrtmuseums.

Der Dom wird sein Gerüst so schnell nicht mehr loswerden. Nur in ein paar Jahren nach 2008 (2008 gab es den Papstbesuch in Regensburg) war der Dom gerüstfrei. Aber der verwendete Stein beim nachträglichen Ausbau des Doms war einfach zu schlecht. Zur Geschichte des Doms: https://www.regensburger-tagebuch.de/2019/05/der-regensburger-dom-teil-1-basics.html

Kreuzfahrtschiff





Der goldene Waller, 2019 errichte, 2014-2019 entstanden (siehe hier)


Unter der "Eisernen Brücke" oder "Hengstenbergbrücke". Wie oft bin ich hier schon mit Yorki durchspaziert. Und jedesmal musste ich aufpassen, dass keine Scherben herumliegen. Das gilt eigentlich für die ganze Strecke, insbesondere für den Streifen am Beschlächt.

Vielleicht werden Bierflaschen irgendwann mal aus einem besseren Material hergestellt.



Möwen auf dem Museumsschiff "Ruthof" zeugen davon, dass Land in der Nähe sein muss.


In dem roten Haus auf der rechten Seite - da wollte ich früher immer wohnen. Als ich 1980 nach einer neuen Wohnung suchte, ging ich dort tatsächlich mal klingelputzen. Aber es war nichts frei.

Schwänzchen in das Wasser, Köpfchen in die Höh.





Beim größeren Spaziergängen ändert sich der Anblick der Domtürme. Schräg betrachtet wirkt er filigraner als aus eine der vier rechten Winkel. Das ligt an der KonstruktioN: auf dem quadratischen Turm (der bis ins 19. Jahrhundert den Abschluss bildete) wurden an den vier Ecken kleine Türmchen (Fialen) aufgestellt, in der Mitte kam eine achteckige Stufe. Im rechten Winkel betrachtet verschmelzen die Fialen mit dem restlichen Turm, hier - aus der Schrägansicht -  sieht man dagegen die Zwischenräume und die Türme werden schlanker. 


Der Landstreifen "Am Beschlächt" verbindet Unteren Wöhrd und Oberen Wöhrd und geht unter der Steinernen Brücke hindurch.



Dieses Häuschen habe ich im Laufe der Jahre oft fotografiert. Zeitweise dient es als Lager, aktuell ist es schön herausgeputzt.






Nicht nur Enten, auch Schwäne strecken das Schwänzchen in die Höh'

Da guckt er nach Süden, der Südweiser. Oder wozu auch immer das Bruckmandl diente. Der Arm ist wieder dran. Die Restaurierung des beschädigten Mandl überlagerte sich mit der Restaurierung der Brücke selbst; das reparierte Mandl wurde Ende 2017 wieder aufgestellt



In der Ferne sieht man die Oswaldkirche, seit Mitte 2025 endlich wieder ohne Gerüst. Die Sanierung ist aber immer noch nicht abgeschlossen (MZ-Bericht)






Die Sanierung der Steinernen Brücke dauert von 2010 bis 2018. Auch Risse wurden beseitigt. Dass Steine aus der Fassade hervortreten, hat sicherlich nichts zu bedeuten, sondern gehört wohl einfach zur Brücke.





In der Nähe des Sorat-Hotels hat man - vom Hotel aus wie vom Beschlächt aus - einen herrlichen Blick auf Regensburg



Diese unscheinbare Brücke verbindet Unteren mit Oberem Wöhrd. Unter ihr läuft Donauwasser unter die Gebäude hindurch zu dem Wasserstreifen, der die beiden Inseln trennt. Der Gebäudekomplex ist die geschichtlich weltberühmte Manufaktur Johann Ludwig Leonhard Brandner (ehemalige Silberschmiede)

Ich bin auf dem Weg zum Aufgang zur Steinernen Brücke, etwa auf der Höhe der "Alten Linde" und werfe einen Blick nach Norden, rüber über den nördlichen Donauarm, zum "Spital". Dort sieht man noch die Aufbauten des Weihnachtsmarkts

Ich habe dieses Jahr nicht mitbekommen, ob auf diesem Kamin ein Storch nistete





Blick vom Gastraum der Alten Linde zum Dom


Es ist ungefähr zwei Uhr (egal was die Exif-Daten sagen) und immer mehr Leute strömen über die Brücke

... und über den Beschlächt

Mein Ziel wird Stadtamhof sein, wo ich mir einen Capo im Mea gönnen werde





Der raucht doch! He Leute, das Bruckmandl raucht!





Blick zum Katharinenspital und Spitalgarten





Glaubt mir: auch ohne Sonne würden die Regensburger draußen sitzen


Beweis hier:







Das wird mein Rückweg sein




Grün leuchten Gebäude der Schwimmbadanlage des SSV-Jahn



Der Rückweg führt über den Grieser Steg, 1949 als Provisorium errichtet. In den Foren wurde gestritten, ob die Konstruktion denkmalwürdig ist oder nicht. Seht euch die Brücke nochmal gut an. Gemäß Stadtratsbeschluss wird die Brücke bald erneuert; siehe: https://www.regensburg.de/rathaus/aemteruebersicht/planungs-u-baureferat/tiefbauamt/aktuelle-massnahmen/erneuerung-grieser-steg

Blick vom Grieser Steg zurück nach Stadtamhof und zur Steinernen Brücke

Das ist die Spitze des Oberen Wöhrds, rechts gegenüber sieht man schon den Unteren Wöhrd. Links drüben würde man die Grieser Spitze sehen. Das mit den Spitzen in Regensburg verwirrt viele.


Und wieder die Neubausiedlung in Reinhausen/Weichs, diesmal in der Abendsonne


Es war ein schöne Spaziergang.