Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 21. März 2026

Regina Hellwig-Schmid - ab 29.3.26 in der Minoritenkirche

Das Kulturamt lädt ein zur Ausstellungseröffnung der Kulturpreisträgerin Regina Hellwig-Schmid am Sonntag, den 29. März 2026 um 11 Uhr in der Minoritenkirche




Stroh zu Gold: Wert – Reichtum – Sinn
Rauminstallation und Performances von
Regina Hellwig-Schmid
Minoritenkirche
29.03. bis 17.05.2026

Eröffnung 29.03.2026, 11 Uhr



Aus dem Veranstaltungshinweis:

"Was macht eine Sache wertvoll? Ist es das Material, die Arbeit, die darin steckt oder der Wert, den wir ihr zuschreiben. „Stroh zu Gold“ nennt die Künstlerin Regina Hellwig-Schmid ihre Rauminstallation in der Minoritenkirche im Historischen Museum. Sie wird am 29. März um 11 Uhr eröffnet.

Im Inneren der Regensburger Minoritenkirche leuchtet es golden. Es riecht nach Stroh. Die Künstlerin Regina Hellwig-Schmid verwandelt Stroh zu Gold. Im sakralen Raum changiert ihr Werk zwischen ideeller und materieller Verheißung. In Installation und Performance hinterfragt sie Wert, Reichtum und Sinn. Hellwig-Schmid eröffnet so einen weitreichenden Dialog.



Während der Laufzeit der Ausstellung (30. März bis 17. Mai 2026, Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10:00 bis 16:00 Uhr) finden jeweils an den Sonntagen Gespräche statt, die den wirtschaftlichen, ernährungsbezogenen, kunsthistorischen, philosophischen, religiösen und mythischen Kontext ausleuchten.



Was ist wertvoll?

Besucherinnen und Besucher erwartet eine überwältigende Skulptur aus Stroh. Wer genau hinschaut, erkennt einzelne goldene Halme. – Stroh ist ein weitgehend wertloses Nebenprodukt aus der Landwirtschaft. Gleichzeitig präsentieren sich Teile der Installation von Regina Hellwig-Schmid als eines der wertvollsten und begehrenswertesten Materialien – Gold. Während die Krisen und Kriege rund um den Erdball bedrohlich näher rücken, schießt der Goldpreis durch die Decke. Doch was macht seinen Wert aus? Was ist wertvoll? Hat nicht König Midas im antiken Epos die Ambivalenz des Goldes eindrucksvoll vorgeführt? Oder Rumpelstilzchen im Grimm’schen Märchen?



Der Schatz der Bettelmönche

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Regina Hellwig-Schmid mit dem vielgestaltigen Thema „stroh zu gold“. Im Museum der Arbeit in Hamburg zeigte sie 2006 eine Schatztruhe, aus der statt Gold Stroh quoll. Jetzt gewinnt das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven an Dimension und Sinnhaftigkeit. Im sakralen Raum der ehemaligen Bettelordenskirche der Minoriten bewegt sich die Bildsprache der Künstlerin zwischen materieller und ideeller Verheißung.



Lebensthema der Künstlerin
„stroh zu gold“ avancierte zum Lebensthema der Künstlerin, wurde zur Allegorie für das eigene Tun. Stroh steht für Ernte, Nahrung und Überleben, für Arbeit und Kreisläufe, für das Fundament menschlicher Kultur. Gold hingegen symbolisiert Macht, Transzendenz, Reichtum und göttliche Verheißung. „Gerade im Aufeinandertreffen beider Materialien wird sichtbar, dass Wert keine feste Größe ist, sondern eine Zuschreibung – ein kultureller, sozialer und ökonomischer Akt“, sagt Regina Hellwig-Schmid über ihre raumgreifende"





Regina Hellwig-Schmid – Vita

Regina Hellwig-Schmid ist Künstlerin und Kuratorin. In den vergangenen Jahren überzeugte sie mit Ausstellungen (Auswahl) im Frauenmuseum Bonn, im Museum der Arbeit in Hamburg, bei den Kunstsammlungen Bistum Regensburg oder beim Europaparlament in Brüssel. Bis Ende Dezember 2025 war die von Regina Hellwig-Schmid kuratierte Ausstellung „SHEROES – HELDINNEN“ im Frauenmuseum in Bonn zu sehen. Regina Hellwig-Schmid lebt und arbeitet in Regensburg. Sie ist Präsidentin des Künstler*innenverbunds am Haus der Kunst München e.V. sowie Gründerin des KunstKnoten e.V. und des donumenta e.V. für zeitgenössische Kunst. Hellwig-Schmid wurde mit dem Kulturpreis Bayern und dem Kulturpreis der Stadt Regensburg geehrt. Sie ist ausgezeichnet mit dem Preis Frau Europas der Europäischen Bewegung Deutschlands 2004 und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande.


Die Ausstellung wird präsentiert vom Kulturamt und den Museen der Stadt Regensburg.