Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 25. April 2026

Frederic Storup im neunkubikmeter

Der französische Künstler Frédéric Storup präsentierte seine Objektlandschaft „vis à vis“ im Schaukasten „neunkubikmeter“ in der Pustetpassage in Regensburg. Im Mittelpunkt der Ausstellung stand eine alte Nudelmaschine, die seine Verbundenheit zu seiner piemontesischen Identität symbolisiert


Frédéric Storup war artist in residence in Regensburg in der Zeit vom Januar bis Februar 2026
  • Programm: CreArt 3.0
  • aus Clermont-Ferrand (Frankreich)
  • Aufenthalt: 12. Januar bis 28. Februar 2026
  • Residence-Partnerin: Christina Kirchinger

Frédéric Storup pendelte lange Zeit zwischen den Regionen Var, Auvergne und Piemont und ist bayerischer Herkunft mütterlicherseits. Er ist ein multidisziplinärer Künstler, der aktuell in Clermont-Ferrand lebt. 2020 beendete er sein Studium an der École Supérieure d'Art de Clermont Métropole mit einem Master-Diplom. Ob als Industriekletterer, Siebdrucker, Tischler, in Kostümen oder im Chor – Frédéric Storup hat große Freude daran, verschiedene Ausdrucksformen miteinander zu verweben. Er ist außerdem in mehreren Verbänden der Bildungs- und Wissenschaftsvermittlung tätig und lehrt den Umgang mit digitalen Werkzeugen in einem Fablab. In seiner künstlerischen Praxis interessiert er sich insbesondere für emotionale Projektionen auf unbelebte Materie und zeit- und ortsspezifischen Wahrnehmungen der Umgebung.
 
Ausgangspunkt seiner Arbeit in Regensburg war eine zunächst vergessene Nudelmaschine auf dem Hof im Piemont, auf dem Frédéric Storup lange Zeit mit seinem Vater lebte. Storup fand die Nudelmaschine wieder und spürte durch das Objekt eine Verbundenheit zu seiner piemontesischen Identität. Er brachte die Nudelmaschine von Norditalien über Frankreich schließlich mit nach Deutschland, wo er sie in Regensburg reparierte. Als reisendes Objekt wurde die Nudelmaschine für ihn zu einem Sinnbild der Begegnung verschiedener Kulturen und Regionen. Dieses Sinnbild verarbeitete er in seiner Objektlandschaft.

In seiner Ausstellung "vis à vis" im Schaukasten "neunkubikmeter" beschrieb er auf autobiografische Weise die Beziehung zwischen Menschen und den Objekten ihrer Umgebung. Dinge dienten dabei nicht nur als Gebrauchsgegenstände, sondern trugen zugleich individuelle, emotionale und sentimentale Bedeutungen in sich. Storup erkundete auf diese Weise das undefinierte Potenzial von Objekten. Assoziationen zu alchemistischer Symbolik, Emoticons und der Idee eines künstlich erschaffenen Menschen flossen in seine Objektlandschaft ein.