Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Montag, 5. April 2021

Vorstellung: die Kulturzeitschrift "Lichtung"

Durch meinen Sohn und meine Schwiegertochter habe ich in den letzten Jahren erfahren, wie reich der ostbayerische Raum zwischen Bayerischem Wald und Landshut an Kunst und an Künstlern ist. Und zwar Künstler mit überregionalem Ruf und mit wirklich interessanten Portfolios.  

Die beiden waren es auch, die mir letztes Jahr ein Abo der Zeitschrift "lichtung" schenkten. Sie wussten von meinen Interessen und dass ich, wenn ich im Palletti sitze, das Kulturjournal von Peter Lang von vorn bis hinten durchackere. Sie waren der Ansicht, die Zeitschrift könnte mir gefallen. Zu Recht.

Diese Zeitschrift möchte ich heute vorstellen, denn sie könnte den einen oder anderen interessieren. 


Wikipedia beschreibt die Zeitschrift so: "die regionale Zeitschrift bringt Hintergrundberichte zu regionalen Themen und stellt Schriftsteller, bildende Künstler und Musiker aus Niederbayern und der Oberpfalz vor. Als einziges Magazin stellt es einen umfangreichen Kultur-Veranstaltungskalender für ganz Ostbayern zusammen".

Ähnlich wie im Kulturjournal geht es natürlich nicht nur um Kunst, sondern auch um Gesellschaft, Theater, Literatur, Film und anderen kulturellen Themen. Und wichtig für uns Regensburger ist: auch das Kulturleben unserer Stadt wird erfasst.

Die aktuelle Ausgabe, die vor zwei Tagen eintraf, enthält unter anderem
  • ein interessantes Interview mit Hannes Ringlstetter durch Harald Dobler (letzterer ist übrigens Gitarrenlehrer, Liederbuchautor und Musiker.)
  • ein Artikel über den (letztes Jahr verstorbenen) Werner Hofbauer anlässlich 50 Jahre Ostentor-Kino - sehr schön geschrieben von Florian Wendtner ( "Mit dem Ostentor-Kino hatte die aus dem Boden gestampfte Uni oben am Berg endlich eine kleine Freundin unten in der Stadt"...)
  • Ein Portrait über Peter Litvai, der in Landshut eine Fotogalerie betreibt (beim Theater tätig, Schwerpunkt Architektur und Streetfotografie)
  • ein Beitrag über die Ketzerverbrennung auf dem Domplatz vor 600 Jahren, als Ulrich Grünsleder hingerichtet, wurde
  • ein Artikel über Populismus
  • ein Portrait über Anna Zisler, die die isrealitische Kultugsgemeine Straubing leitet,
  • ein Artikel über den Ausschwitz-Überlebenden Jakob Haiblum;
Ferner gibt es
  • ein Dutzend Buchvorstellungen, darunter einige, die Regensburg betreffen (siehe unten)
  • Vorstellungen einzelner Künstler und deren Ausstellungen in Marchhäuser, Waldmünchen, Straubing, Passau
  • und natürlich den zentralen Veranstaltungskalender mit Veranstaltungen von Landshut bis Weiden, Passau bis Regensburg (sortiert nach Ausstellung, Theater, Konzerte, Kabarett) - eine gute Ergänzung zum VA-Kalender des Kulturjournals
Weitere Artikel betreffen
  • das Kunstmuseum "Spital in Hengersberg" während der Coronazeit
  • das "Waldzeit-Projekt" Thoreau 2.2, wo sich Kreative eine Woche lang von der Atmosphäre des Wildniscamps im Nationalpark Bayer. Wald inspriieren lassen
  • den Planetenweg am Wanderweg Bad Kötzting,
  • das neue Aufkommen der Wölfe
  • Versöhnungsmarsch Brünn (Gedenkmarsch Pohrlitz nach Brünn, von der österr. Autorin Ursula Wiegele),

Von den Buchbesprechungen  (insgesamt 12 im Heft) sind mir aufgefallen:

  • Buch von Jürgen Huber und Kevin Coyne, "Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen" aus Giselaverlag Regensburg (ja, "unser" Jürgen Huber, Künstler und ehemaliger Bürgermeister!), 
  • Helmut Hoehn, "Im Land der letzten Welterklärern - Die Eierkopftrolle im Matriarchat."
    Es ist das zweite Buch über die Eierkopftrolle, ein satirisches Märchenbuch für Erwachsene, 2020 erschienen (Hoehn ist bekannt mit Wurstkuchlhund u.a. illustrierten Büchern)
  • Jan Reiser und Johan Wax (auch hier: ja, gemeint ist "unser" Hans Wax) mit dem Titel "In rauer Nacht", edition buntehunde Regensburg,
  • ein Buch vom Kabarettisten Michael Altinger, Rampensau ohne Bühne 
  • weitere 7 Bücher von Autoren, die mir bitte verzeihen, dass ich sie nicht alle nenne

Sonntag, 4. April 2021

Ein Brunnen mit Wein und Goldmünzen ins Volk - Krönungsfeierlichkeiten im alten Regensburg

Detail aus: "Krönungsfeierlichkeiten Ferdinand IV 1653 in Regensburg": der Kampf um den fließenden Wein am Weinbrunnen


Na, das nenne ich doch mal eine Feier: ein Brunnen wird errichtet, wo Rotwein und Weißwein fließt, ein Ochse wird gebraten, der kostenlos verteilt wird, und jemand reitet durch die Menge und wirft Gold- und Silbermünzen unter die Leute.

So etwa lief das ab, wenn früher ein Kaiser oder König gekrönt wurde. Was oft auch in Regensburg geschah, so zum Beispiel 1653 bei der Krönung von Ferdinand IV.

Das kann man schön sehen in einem Flugblatt aus dem Jahre 1653, von mir vor kurzem entdeckt auf bavarikon.de. Es zeigt die Krönungsfeierlichkeiten von Ferdinand im Jahre 1653 in Regensburg, und ist beim ersten Hinsehen erst mal unscheinbar.

Samstag, 3. April 2021

Online-Archiv "Regensburg historisch" auf neuesten Stand gebracht


Die letzten zehn Wochen habe ich mein Online-Archiv "Regensburg historisch" auf einen neueren Stand gebracht. 

Das ging Hand in Hand mit dem Aufräumen meiner Festplatte. 4102 Bilddateien haben sich in meinem Ordner "regensburg-historisch-eingang" im Lauf der letzten Jahre angesammelt,  und sie mussten sortiert, zugeordnet, umbenannt und in die endgültigen Ordner für Fotos, Graphiken und Landkarten verschoben werden. Dass es so viele sind, lag daran, dass ich oft von einer zoombaren Grafik Screenshots der Ausschnitte anfertigte (Beispiel hier). In Wirklichkeit waren es nur knapp über 1000 Werke - Graphiken, Fotos, Ansichtskarten oder Landkartenausschnitte.

Soweit ich die Bilder datieren konnte und sie urheberrechtsfrei sind, habe ich sie zusätzlich auf "regensburg-historisch.blogspot.de" hochgeladen und um Notizen und Fundstellen ergänzt. 

Diesen Blog hatte ich 2011 angelegt. Es war als Hilfestellung für mich gedacht, damit ich  mich bei meinen Recherchen über die Geschichte von Regensburg besser zurecht finde. Von Anfang an aber habe ich die meisten Beiträge online sichtbar gestellt, damit andere auch etwas davon haben. 

Allerdings hat das einen Haken, das muss ich zugeben: die Notizen über die gefundenen Graphiken sind laienhaft, es sind meine persönlichen Erkenntnisse und wenn ein Fachkundiger drüber geht, wird er an manchen Stellen die Hände über den Kopf schlagen. So ging es mir ja auch selbst in den letzten Tagen, wenn ich alte Einträge aufbesserte.

Insofern hat das Archiv keinen wissenschaftlichen Wert. Trotzdem glaube ich, dass es für Dritte hilfreich ist, darum lasse ich den Blog weiterhin öffentlich lesbar laufen. 

Bei meinen Freunden auf "Regensburger damals" und bei einem bestimmten Bekannten (der jetzt genau weiß, dass ich ihn meine) möchte ich mich herzlich für alle Fehler entschuldigen. Es ist noch viel zu tun, aber ich muss zwischendurch wieder andere Prioritäten setzen.

Donnerstag, 1. April 2021

Von Schuhgeschäften und Corona-Ostern in Regensburg

Laut der Webseite der Stadtverwaltung (regensburg.de) liegt die Inzidenz in Regensburg aktuell (1.4.2021)  bei 160,7.  Also über 100. 

Die über Ostern gültigen Regeln fasst die Stadt auf dieser Unterseite zusammen: https://www.regensburg.de/aktuelles/coronavirus/corona-regelungen

Dazu gehört: 

  • Da der Wert über 100 liegt,  darf man maximal eine weitere Person treffen, die nicht dem eigenen Haushalt angehört. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben. Sofern Besuch aus einem anderen Landkreis empfangen wird, gelten die Regelungen des aktuellen Aufenthaltsorts.
  • Nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr.

Testzentrum am Dultplatz Öffnungszeiten:

  • Karfreitag, 2. April 2021: 8 bis 12 Uhr (nachmittags geschlossen)
  • Karsamstag, 3. April 2021: 8 bis 12 Uhr (nachmittags geschlossen)
  • Ostermontag, 5. April 2021: geschlossen


Schuhgeschäfte:

Und gerade vorhin - während der letzten Unterrichtsstunde vor den Ferien - platzt eine Umschülerin mit der Nachricht heraus, dass die Schuhgeschäfte wieder öffnen dürfen. Ein Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs hätte dafür gesorgt.



Das hielt ich zuerst für einen Aprilscherz, genauso wie die Pressemitteilung auf der Webseite des VGH. 

Regensburg damals - das Osterberghaus in Steinweg


Das Osterberghaus war eine Gaststätte in Steinweg, auf dem Weg rauf zur Dreifaltigkeitskirche. Es gehörte in den 50er Jahren einer Pfarrei und stand unter der Leitung eines Pfarrers. Mittlerweile sind es Veranstaltungsräume der "Freien Christengemeinde Regensburg".

Meine hier schön öfter mal erwähnte "Tante B" erzählte mir, dass sie dort als Bedienung arbeitete. Das müsste dann Anfang der 50er Jahre gewesen sein.

Gastwirt war ein Herr Schönsteiner, er hatte laut meiner Tante eine rundliche Frau (die als Wirtin mitarbeitete) und zwei  Söhne. Alle seien sehr freundlich gewesen - es war eine sehr schöne Zeit und ein angenehmes Arbeitsklima. 

Am Sonntag bekamen die Kinder kostenlos beliebig viele Knödel mit Soße.

Nachtrag (April 2024):

Nachdem Martin Kempter auf diesen Artikel stieß, benutzte er seine Datensammlung für eine kleine Recherche.

Im Buch von "75 Jahre Kolping Steinweg 1926-2001" (herausgegeben von der Kolpingsfamilie) heißt es auf Seite 30: "1955 kauft die Pfarrei den „Häringkeller" und baut ihn 1956/57 zum Pfarrheim „Osterberghaus" um." 

Auf Seite 31 sieht man die Anzeige der Stadtpfarrei Hl. Dreifaltigkeit zur Einweihung :


Einweihung
des
Pfarr- und Jugendheims Steinweg
OSTERBERGHAUS
Regensburg - Steinweg Kieselgasse 8
am Sonntag den 17. Juli 1957


Im Adressbuch 1963 findet man auch den Eintrag zur Gaststätte Osterberghaus, beim vorherigen Stand 01.05.1957 stehen unter der Adresse nur die Bewohner drin.




Übrigens: das Vorgängerlokal, also der Häringkeller, existierte wohl schon lange. Ich fand eine Anzeige aus dem Jahr 1930, wo der Katholische Gesellsenverein Stadtamhof-Steinweg zu einem Familienabend mit Theater einlud (Theaterstück: "Unter der Jakobinermütze", Drama aus der Zeit der französischen Revolution").



(gefunden im Buch "75 Jahre Kolping Steinweg")