In dieser Folge der Reihe "Regensburg in der Literatur" erleben wir das historisches Regensburg in Heinrich Laube, 1834: Reisenovellen - Band 2 - Kapitel 4
Es sind interessante Stellen drin, das verspreche ich. Und auch Regenstauf kommt vor. An manchen historischen Aussagen knabbere ich noch.
Die Unterstreichungen sind von mir und heben die Stellen vor, die ich interessant fand. Außerdem habe ich mehr Abstände eingefügt, damit der Text leichter lesbar ist. Am Text selbst habe ich natürlich nichts geändert.
Regensburg
Der Weg geht durch flache Thäler und stumpfe steinige Berge fort; das Land sieht indifferent aus, ohne besondern Fleiß, die Leute geben sich nicht viel damit ab, sondern halten sich mehr in den Bierstuben auf. Auch der niedrige Böhmerwald bildet nur einen matten Seitengrund. Aber man merkt es, daß man mehr nach dem eigentlichen alten teutschen Reiche kommt, hier und da erblickt man ein verfallen Schloß, und die Dörfer werden immer seltner, die Einwohner haben sich zum Schutze vor den straßenräuberischen Edelleuten, hinter die Mauern kleiner Städte gezogen; von da aus treiben sie auch den Ackerbau. Der Trotz gegen das Feudalthum beginnt.
So wie man an den Regen, einen artigen Fluß, kommt, gewinnt das Land ein etwas weicheres Ansehn.
Der Regen soll ein alter Bojoarier gewesen sein, welcher sich weit umher das Land unterworfen hat. Als er weiter vorgedrungen ist, hat man ihn überredet, sich taufen zu lassen, und zum Gedächtniß an diesen Aktus hat er das Städtchen Regenstauf erbauet, durch welches wir passirten.(Anmerkung:Bojoarier ist veraltet für Bajuwarier.
Bajuwarĭer, german. Völkerbund,
namentlich aus Markomannen, Quaden und Hermunduren bestehend; aus ihm
erwuchs das Volk der Bayern, um 500).