Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 16. April 2016

Alte Geburtsurkunde aus der Zeitler-Klinik

 

Eine Leserin hatte mir vor ein paar Wochen diese alte Rechnung aus 1931 gesandt. Sie zeigt dieRechnung einer Entbindung von der Zeitler-Klinik. Diese Klinik wurde später übernommen von Dr. Opitz, aus der Zeitlerklinik wurde die Opitz-Klinik. Kurz nach Einsendung des Dokuments wurde das Gebäude der Opitz-Klinik abgerissen.

Ich habe mal recherchiert, wie man das in Euro umrechnet, und wurde bei Wikipedia fündig
  • 1 Reichsmark (1929) entspräche 3,10 Euro
  • 1 Reichsmark (1933) entspräche 4,00 Euro

60 Reichsmark entsprechen also ungefähr 190 Euro.

Donnerstag, 14. April 2016

Haidplatz-Theater: Benno-Hurt Aktion zu seinem 75. Geburtstag

Am Sonntag, dem 17. April, 11 Uhr, tragen Schauspieler der Städt. Bühnen Regensburg im Theater am Haidplatz im Rahmen einer szenischen Lesung Texte aus Benno Hurts Büchern „Der Samt der Robe – Erzählungen aus der Justiz“ und aus dessen neuen Roman „Die Richterin“ vor.


Das Theater Regensburg nimmt den 75. Geburtstag dieses  Künstlers als Anlass für eine Lesung mit „Erzählungen aus der Justiz“. Sie begegnen u.a. den Justizbeamten Niederer und Nießlbeck sowie Judith S. aus seinem jüngsten Roman „Die Richterin“. Es ist eine Aktion, die speziell vom Theater ausgeht - auch Benno Hurt kennt den Inhalt der Veranstaltung nicht und lässt sich überraschen.

Im Anschluß an die Lesung werden die Besucher zu einem Umtrunk eingeladen, heißt es im Veranstaltungsprogramm des theaters. Dabei kommen italienische Rotweine der Enoteca Italiana Regensburg und Weißweine (Riesling und Grüner Veltliner) des Wachauer Top-Winzers Rudi Pichler zum Ausschank. Der Tag fängt schon gut an.

Gab damals einen kleinen Aufstand, weil sich ein Jurist im Roman erkannte


Auf der Theaterseite heißt es:

Benno Hurt ist Fotograf, Schriftsteller und Jurist – in dieser Reihenfolge steht das in seinem Wikipedia-Eintrag. Von 1971 bis 2006 war er Richter am Amts- und Landgericht Regensburg, 1999 wurde er Kulturpreisträger der Stadt, 2012 erhielt er den Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.



Dienstag, 12. April 2016

Die Feuersteinstraße

Die Feuersteinstraße

Wussten Sie übrigens, dass am Regen entlang in der Steinzeit eine Handelsweg von Süd nach Nord existierte, auf denen vor allem Feuersteine transportiert wurde? Ich weiß es aus der Geschichte von Regenstauf. Auf der Westuferseite soll diese "Feuersteinstraße"  existiert haben, und es gibt Funde von Steinen nördlich von Regenstauf auf der Strecke nach Marienthal. 


Darüber wollte ich schon länger berichten, aber die Broschüre des Marktes Regenstauf, in der ich den Aufsatz las, fand ich nicht mehr. Man findet schon ein wenig Informationen auf Wikipedia und sonst im Internet, aber wenig zu unserer Region. Der Broschürenaufsatz war viel ergiebiger, und Zeit für eine eigene Recherche hatte ich noch nicht.

Siehe auch:

und, gerade gefunden:

Regensburg, Bayern  und das Reich 
Sonderdruck aus Tobias Appl – Georg Köglmeier (Hg.), konstenlose Online-Version als PDF

Das Portal  heimatforschung-regensburg.de mit vielen frei zugänglichen Büchern ist ein wunderbares Projekt, das ich mir ansehen muss und das ich in einem anderen Artikel vorstellen möchte

 (Update: den Initiator dieses Portals habe ich am 17.04. zufälligerweise anlässlich einer Vernissage im Hemauer Kulturstadel kennengelernt. Ich unterhielt mich mit ihm und bin begeistert von seiner Einstellung und seinen Projekten. Hier kommt DEFINITIV noch ein Artikel)

Weitere Online-Literatur zur Geschichte in dieser Region

Wolfsteiner, Alfred: Bibliographie der Literatur von Prof. Dr. Dietrich Jürgen Manske zur Verkehrs- und Siedlungsgeographie Ostbayerns (Februar 2016)


Manske, Dietrich Jürgen: Untersuchungen zu früh-, hochmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fernwegen von Regensburg nach Franken und an den Main. Ein Beitrag zur Kulturlandschaftsforschung Regensburg 2010.

Manske, Dietrich Jürgen: Regensburgs Lage im Nord-Süd-Altstraßensystem der Oberpfalz Tübingen 2007.

Manske, Dietrich Jürgen: Das mittelalterliche und frühneuzeitliche Altwegenetz der südwestlichen Oberpfalz (Kreis Neumarkt). Eine historisch-verkehrsgeographische Untersuchung Regensburg 2000.


Regensburger Tagebuch jetzt mit Polizei-Meldungen

UNSERE Polizeihubschrauber fliegen sogar durch die Altstadt. Jawohl!
.

Nachdem sich der Polizei-Ticker auf dem Blog notizen-aus-regensburg.blogspot.de die letzten zwei Jahre bewährt hat, kann ich ihn hierher übernehmen.

Die jeweils jüngsten 5 regionalen Polizeimeldungen erscheinen künftig am Ende der Webseite, neben diversen anderen Nachrichten-Meldungen.

Montag, 11. April 2016

Archäologische Grabungen an der B15 Zeitlarn





Bei den Arbeiten an der neuen Bahnunterführung B15-Zeitlarn-Mühlhof, die ich laufend dokumentiere,  hat man offenbar etwas gefunden. Seit ein paar Tagen sind Archäologen auf dem Feld, graben Löcher und stecken kleine Markierungen in den Boden. An unterschiedlichen Sandfarben bzw. Erdfarben kann man Spuren menschlichen Ursprungs erkennen - hier könnten Mauern oder Gräben verlaufen sein.

Ich halte dort öfters an, um den Fortgang der Straßenarbeiten zu dokumentieren, und besuche dann schon mal auch Verwandte. Meine Familie stammt von der Siedlung neben der Unterführung, ein Teil der Familie wohnt noch dort.

Und bei einem Besuch am gestrigen Sonntag bekam ich den Hinweis auf die archäologische Funde, und darauf, dass das Interesse der Archäologen u.a. den unterschiedlichen Sand- und Erdfärbungen gilt, die auf Besiedlung hinweisen. An diesem Tag machte ich nur Handy-Fotos, eine Kamera hatte ich nicht dabei.








Als ich heute (Montag) wieder durchfuhr, hatte ich meine Kamera mitgenommen, um die Baustellen vor und nach der Unterführung zu dokumentieren. Dabei sah ich aus der Ferne schon die Archäologen

Ich fasste mir ein Herz, ging zu den Leuten und sprach eine freundliche Archäologin an. Archäologie fasziniert mich von jeher, und einige Bekannte von mir arbeiten in der Freizeit bei solchen Projekten mit. Ich erfuhr: man habe aktuell einen Brunnen gefunden.  Ein Brunnen? Das klingt  allerdings sensationell. Für einen Laien wie mich, jedenfalls. Ich wollte aber die Leute, die gerade beim Aufräumen waren, nicht weiter belästigen und ging wieder vom Gelände. Ich fotografierte die Umgebung und beobachtete, wie die Archäologen ihren Arbeitsplatz räumten.

Nachdem ich dann die Fotos von heute mit denen von gestern verglichen habe, war mir klar: der Brunnen wurde erst heute freigegraben, gestern waren nur die Steine ganz oben sichtbar.

Nachtrag: Später sollte man in einer Mitteilung der MZ (anlässlich einer Pressemitteilung des Straßenbauamtes) erfahren, dass es ein "mittelalterlicher" Brunnen war. Das wäre noch erstaunlicher, denn dass man in der Umgebung mit frühzeitlichen Funden rechnen muss, ist bekannt. Auf der Denkmal-Landkarte im Bayern-Viewer, die jeder einsehen kann, kann man das nachverfolgen. Allerdings liegen die ausgewiesenen Fundgebiete etwas nördlichöstlich und nordwestlich davon:


http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?X=5438989.23&Y=4509021.88&zoom=12&lang=de&topic=pl_bau&bgLayer=atkis&layers=6f5a389c-4ef3-4b5a-9916-475fd5c5962b&catalogNodes=1








Geschichtliche Überlegungen zu diesen Funden

Warum ausgerechnet Siedlungsreste an dieser Stelle? Da ist doch kein besonderer geographisch vorteilhafter Punkt, wohl auch kein Verkehrsknotenpunkt. Und die Kreuzung B 15 und Bahn war vor 1870 auch nicht da. Möglicherweise spielt es eine Rolle, dass hier ein Bachrinnsal vorbeifließt, der hundert Meter weiter in den Regen fließt?

Als geschichtsbegeisterter Laie forschte ich sofort auf google-earth und alten Landkarten.

Man sieht  auf folgenden Fotos die kleine Stützbrücke. Hier unterquert der Bach die B15.


Der  obere gelbe Strich quer durch die Fahrbahn zeigt die Stelle an, an der der Bach unter die B15 hindurchfließt.










Anmerkung:
Dieser Artikel erschien am 11.04.16 in etwas ausführlicherer Form. Auf ein Schreiben der Archäologiefirma hin habe ich den Artikel deaktiviert, damit deren Arbeit nicht durch Neugierige gestört wird oder jedenfalls die Archäologen keine Angst davor haben müssen. Nach Rückfrage im Staatl Bauamt erfuhr ich dann, dass es  hier bald einen Pressetermin geben werde und es einigen Verantwortlichen lieber wäre, wenn erst danach die Informationen an die Öffentlichkeit kommen (eine Veröffentlichung hat  mir das Bauamt nicht untersagt, da gab es keinen Druck und keine Forderung). Diesen Pressetermin wartete ich freundlicherweise ab (bzw. die entsprechende Veröffentlichung in der MZ, gewissernmaßen der "richtigen" Presse).

Da jetzt die archäologischen Funde über die Presse bekannt sind, kann ich meinen Artikel (zumindest in dem Umfang, wie in der Presse berichtet wurde) wieder aktivieren, ohne dass ich den Archäologen Schaden zufüge.  Im übrigen hat sich alles, was ich damals schon im Umfeld von Mühlhof/Zeitlarn erfahren hatte, bestätigt - es waren keine falschen, voreiligen Informationen dabei. Aber wichtig war mir, den Verantwortlichen Gegenheit zu geben, die Grabungsstellen vor "Raubgräbern"  abzusichern.