Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 9. Mai 2021

Galerie Insinger - Kempf-Ausstellung auf 30. Mai verschoben

 


Die Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Günther Kempf, "Tupilaqen", wird auf den 30.Mai 2021 verschoben.

Webseite: http://www.galerie-distelhausen.de/111-0-2021.html

Kempf war schon oft Gast in der Galerie in Distelhausen. Diesmal werden ausschließlich Holzskulpturen gezeigt, die sehr stark von afrikanischen Figuren und Skulpturen der grönländischen Inuit (Tupilaq), aber auch, wie der Titel der Ausstellung  andeutet, von heimischen Legenden beeinflußt sind.

Die Ausstellung ist mittlerweile aufgebaut und sieht wirklich sehr interessant aus. Ich hoffe, es kommt zu einer Lockerung, so dass eine Vernissage stattfinden kann. Ersatzweise ist eine virtuelle Online-Ausstellung vorgesehen.



Wikipedia:

Das Kalaallisut-Wort Tupilak (oder Tupilaq, Plural Tupilait) bedeutet Seele oder Geist eines Verstorbenen und umschreibt heutzutage eine meist nicht über 20 Zentimeter große, überwiegend aus Walrosselfenbein geschnitzte Kunstfigur mit verschiedenartiger, ungewöhnlicher Gestalt. Diese Skulptur stellt eigentlich ein mythisches oder spirituelles Wesen dar; gewöhnlich ist sie aber wegen ihres grotesken Aussehens zum reinen Sammelobjekt geworden.

Große Ostbayerische Kunstausstellung 2021 - vorab online, hoffentlich bald in echt





Im Dreijahres-Turnus finden die Jahresausstellungen des BBK an drei wechselnden Orten statt: Städtischen Galerie „Leerer Beutel“, in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg oder Kulturviertel Deggendorf.

Dieses Jahr ist die Städtische Galerie im Leeren Beutel dran. Die Ausstellung ist auch schon aufgebaut, aber natürlich noch nicht zugänglich. Allerdings verweist der BBK auf eine Panorama-Präsentation, die Wolfram Schmidt realisiert hat, und zwar auf:

https://www.wsfoto.de/panorama/GOK2021/index.html

Auf der Suche nach mehr Informationen zur Ausstellung fand ich folgenden Textbeitrag auf der facebook-Seite des BBK: 

Es handelt sich um keine Themenausstellung oder gar eine kuratierte Schau mit Werken aus Malerei, Grafik, Plastik, Objektkunst, Fotografie und Installation. Diese Präsentation will das breite Spektrum des Kunstschaffens der Region abbilden und einen Überblick über die aktuellen lokalen Kunsttendenzen geben und sie bewusst nebeneinander stehen lassen. 
Die aktuelle Ausstellung ist auch Plattform für neue und junge Talente, die erstmals mit Arbeiten präsent sind. Die Vielfalt der Positionen und Herangehensweisen ist somit extrem breit gefächert und plural wie die jeweiligen Aussteller-Persönlichkeiten.

Danke an die Galerie artspace Erdel, die auf ihrer facebook-Seite einen entsprechenden Hinweis brachte. Das Ganze wäre sonst an mir vorbei gegangen

Mittwoch, 5. Mai 2021

Impressionen und Entwicklungen in Regensburg - diverse Spaziergänge

Hier zeige ich Fotos aus Spaziergängen oder Spazierfahrten der letzten Wochen. Impressionen, die vor allem  Stadtentwicklung widerspiegeln. Vom Hendlwirt am Dultplatz bis zum Wohnprojekt "Kunstpark" am LERAG-Gelände ... und noch weiter.

1.5.2021: 

Auf dem Dultplatz, gegenüber dem Testzentrum, bietet Dult-Festwirt Michael Hahn Hahn-Zelt-Schmankerl zum Mitnehmen an. Dult-Hendl, Würstl  und erstaunlicherweise sogar vegetarische Produkte - die ich irgendwann mal probiere, wenn ich genug Kleingeld dabei habe.

 Ich traf dort Bekannte aus Regenstauf, die eigens deswegen in die Stadt gefahren waren. Vorher war Michael Hahn mit seinem Stand vor dem Haus der bayerischen Geschichte; nachdem dort der Lizenzzeitraum abgelaufen war, wechselte er hierher. Wo er ja eigentlich normalerweise auch vertreten wäre - nur etwas größer.

Ich genehmige mir eine Knackersemmel ohne alles.

1.5.2021



30.04.2021 - Spazierfahrt mit dem Rad

In der Wahlenstraße sehe ich endlich das neue Cafe vom ehemaligen Moccabar-Betreiber.  Das "Kafféehaus", wie es heißt, mit Barbetrieb, betrieben von Isak Hajzera hätte eigentlich im November öffnen sollen. Aktuell ist das Cafe für To-Go-Verkauf zugänglich, und zwar Montag bis Samstag. 35 Plätze und 25 Freisitzplätze sind künftig vorhanden;  vorgesehen ist gemäß einem Zeitungsbericht: Frühstück, mittags Pasta und Suppe. Ein Blick ins Innere zeigt: hier könnte man sich wohlfühlen. 

"Kaffeehaus" in der Wahlenstraße

 

Montag, 26. April 2021

Historische Panoramabilder von Georg Scharf jetzt online verfügbar


Vor ein paar Monaten spazierte ich über den Haidplatz und warf, wie so oft, einen Blick in den Durchgang neben dem Goldenen Kreuz. Und stellte traurig fest: die Panorama-Bilder von Georg Scharf waren weg. Es waren natürlich keine Originale, sondern  auf Plane gespannte Reprints (entgegen einer früheren Fassung dieses Artikels stammen sie aber nicht vom Auktionshaus Keup, sondern von der "Hausverwaltung).

Die sah ich immer gerne. Ich hatte erstmals 2012 zu den Bildern recherchiert und festgestellt, dass die Originale in London aufbewahrt werden. Online waren sie aber nicht sichtbar. Ich fand es auch traurig, dass in Regensburg so wenig über diesen faszinierenden Maler geschrieben wurde oder die Bilder gezeigt wurden. 

Die Sensation: Digitalisate jetzt verfügbar

Und vor ein paar Wochen, im März, machte ich eher zufällig die (jedenfalls für mich) sensationelle Entdeckung: die British Library hat ihre Bilder von diesem Künstler digitalisiert und online zur Verfügung gestellt. 

Ich musste erst längere Zeit auf der Webseite stöbern, bis ich begriff: auf dem Portal sind im Endeffekt drei Bilder aufrufbar: 1 Aquarellbild mit Nordansicht, 2 Ölbilder mit einmal Nordansicht und einmal Südansicht (im Durchgang gezeigt wurde nur eines der drei Bilder, und ein weiteres Bild, das jetzt quasi verschollen ist - dazu später mehr). 

Ich habe das hier mal wie folgt zusammen gestellt:

1.) Aquarellbild mit  Nordansicht (Titel "Panorama Ansicht von Regensburg")

Linkhttps://www.bl.uk/collection-items/panoramic-view-of-ratisbon# (nur Nordansicht, links unvollständig)

Ein Aquarell-Bild, das auf 1845 datiert wird.

https://www.bl.uk/collection-items/panoramic-view-of-ratisbon


PANORAMIC VIEW of that part of Ratisbon west of the cathedral, painted in water-colours by G. Scharf, sen.; 1845. Paper; 6 ft. 1/2 in. X 1 ft.


2.) Zwei Ölbilder - einmal mit Südansicht und einmal mit Nordansicht. Beide auf derselben Webseite aufrufbar (scheinbar als wäre es nur ein Bild); Titel "Panorama Ansicht von Regensburg mit Kathedrale":

https://www.bl.uk/collection-items/panoramic-view-of-ratisbon-with-the-cathedral (Süd+Nord)

Beide Ölbilder sind mit "circa 1845" datiert

PANORAMIC VIEW, of Ratisbon, having the cathedral in the centre, and showing all the principal buildings, etc., painted in oils by G. Scharf, sen.; circ. 1845. Canvas Roll; 11 ft. 2 in. x 2 ft.

https://www.bl.uk/collection-items/panoramic-view-of-ratisbon-with-the-cathedral


https://www.bl.uk/collection-items/panoramic-view-of-ratisbon-with-the-cathedral


Das Sängerfest 1847 im Stadtpark Regensburg

Bei meinen Archivierungsarbeiten vor ein paar Wochen stieß ich auch auf das unten gezeigte "Erinnerungsblatt zum Sängerfest in Regensburg am 25., 26. und 27. Juli 1847". Die mittleren drei Bilder zeigen zwei Stadtansichten und die Ansicht der Sängerhalle.

Die Sängerhalle befand sich im Stadtpark im Bereich "Unter den Linden".  Nach einer deutschlandweiten Gründungswelle von Gesangsvereinen blieb der Platz "Unter den Linden" für Jahre ein viel genutzter Festplatz. Der 1837 gegründete Regensburger Liederkranz richtete 1847 auf der Festwiese sein erstes Sängerfest mit auswärtigen Teilnehmern aus, die ihre Fahnen im Rathaus ausstellten. Der Festzug führte durch die festlich geschmückte Stadt und durch das Jakobstor aus der Stadt hinaus zum Festplatz auf der Schießwiese. Dort war eigens für diesen Anlass eine Sängerhalle in neugotischem Stil errichtet worden, in der die Vereine ihre Lieder vortrugen. (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtpark_Regensburg)

Die Geschichte des Stadtparks ist übrigens von einem (auch außerhalb von Wikipedia sehr rührigen) Freiwilligen in hervorragender Weise für Wikipedia aufbereitet worden. Dieses Engagement möchte ich mal ganz dick loben.





Wenn man länger mit historischen Bildern beschäftigt, fängt man an, sich für den Standpunkt des Betrachters zu interessieren. Ähnlich wie die Mitglieder der facebook-Gruppe "Regensburger damals" oft einen Fotografenstandpunkt bei alten Fotos diskutieren (eine wirklich spannende Beschäftigung), versuche ich seit Jahren, den Standort des Zeichners bei historischen Stichen zu finden. Der benutzte oft genug ein Fernglas, was zu perspektivischen Verzerrungen führt (Teleobjektiv-Effekt) und die Suche trotz Einsatz von google-earth-3D schwer macht. 

Hier war aber kein Fernglas im Spiel. Die Ansichten oben und unten sind aber etwas ungewohnt. Normalerweise übernimmt man vorhandene Stiche und wandelt sie leicht ab, oder benutzt jedenfalls immer dieselben Betrachterstandpunkte. Der Flugblattersteller hat aber offenbar eigenständige bzw. unbekannte Zeichnungen als Vorlage für die Federlithographie benutzt.





Ein eher seltener Blickwinkel Richtung Norden, den ich noch in keiner anderen Stadtansicht gesehen habe. Wahrscheinlich von dem Haus in Goldene Bärenstr. 55 (damalige Adresse) aus gezeichnet;
siehe Stadtplan zu 1840; http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70305335/df_dk_0010562