Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Mittwoch, 2. Juni 2021

Bayern-Böhmen - Ausstellung in der Kebbel-Villa verlängert,

Seit Jahren will ich schon die Kebbel-Villa besuchen, von der ich so viel Gutes hörte. Die Ausstellung "Bayern-Böhmen", die seit gestern ohne Anmeldung zugänglich ist, wäre vielleicht eine Gelegenheit:

Bayern-Böhmen
Künstlerische Begegnungen
Dialogausstellung acht wichtiger bayerischer und tschechischer Künstler*innen

verlängert bis 13.06.2021
(ignoriert bitte die Falschangabe in google!
das Haus ist am Sonntag 13.06. geöffnet!)

Schwandorf, Kebbel-Villa (Oberpfälzer Künstlerhaus)


Die momentane Entwicklung in Schwandorf führt dazu, dass die aktuelle Ausstellung  seit 1.6. ohne Voranmeldung besuchbar ist. Am 03.06., Fronleichnam, ist die Ausstellung geöffnet. 

Künstler: Petr Brozka, Beante Engl, Vaclav Fiala, Barbara Sophie Höcherl, Anna Kocourova, Toni Scheubeck, Tone Schmid, Benedikt Tolar.

Öffnungszeiten der Ausstellung bis So, 13.06.2021: Di-Do 13-17 Uhr, So 11:30-17 Uhr oder nach Vereinbarung: 09431-9716 + opf.kuenstlerhaus@schwandorf.de. So Eintritt frei + Di-Do:2 € / erm. 1,50 €

Vorherige Anmeldung ab sofort nicht mehr erforderlich.


Oberpfälzer Künstlerhaus
Fronberger Str. 31
92421 Schwandorf
 

Dienstag, 1. Juni 2021

1. Juni 2021 - das künftige Bloggen im "Regensburger Tagebuch"



Für mich als Blogger brechen heute neue Zeiten an. Bloggen wird schwerer und aufwändiger werden. Schnell mal einen Bericht schreiben, weil man während des Tages etwas erlebt, entdeckt oder fotografiert hat, geht nicht mehr so einfach.

Ich werde künftig weniger neue Fotos zeigen. Und wenn, in geringerer Auflösung. Und ich werde auf den einen oder anderen Artikel ganz verzichten, vor allem, wenn es um Themen wie Stadtentwicklung oder Historisches geht. 

Was hat sich geändert?

Ab 1. Juni 2021 fällt die bisher großzügige, ja paradiesische Regelung weg, wonach beliebig viel Bilder in beliebiger Dateigröße hochgeladen werden können.

Alle künftig hochgeladenen Bilder werden auf den Speicherplatz von 15 GB (pro google-account) angerechnet. Nur die früher hochgeladenen Bilder bleiben anrechnungsfrei 

Würde ich im Arbeitsablauf so fortfahren würde wie bisher, also  neue Fotos in Bilder-Alben hochladen und von dort aus in Blogartikel einbinden, wäre ich nach ein paar Monaten am Limit. 

Das möchte ich alles näher erklären - und gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen geben.

Für den Blog benutze ich seit Jahren den kostenlosen google-Service "blogger.com" (früher "blogspot" genannt), in Kombination mit dem bisher kostenlosen Service "google-Photos" (früher PICASA). 

Nach jeder Foto-Session habe ich die Bilder zuerst auf einen Festplattenordner übertragen, dann in ein Foto-Album von "photos.google.com" hochgeladen. Davon habe ich dann einzelne Bilder in einen Blog-Artikel eingebunden. Das geht ganz bequem innerhalb der Editier-Funktion von "blogger". Nicht nur Fotos, auch historische Bilder, google-earth-Screenshots, Bilder aus Pressemitteilungen und andere jpg-Dateien lade ich hoch und binde sie in Blogartikel ein. 

Als google-account-Inhaber kann man nicht nur das (automatisch mit angelegte) email-Konto verwenden, sondern auch kostenlose blogs betreiben, Bilderalben anlegen, über google-DRIVE Dateien speichern und teilen, und vieles mehr. 

Man hat dazu 15 GB Speicherplatz pro account!
Beim Überschreiten des Speicherplatzes muss man - wie woanders auch - Speicherplatz mieten. Das ist absolut o.k., und google ist immer noch am großzügigsten im Vergleich zu Alternativen.

Bezüglich der Bilder war google in den letzten Jahren sogar sehr großzügig. Vor 12 Jahren hieß zunächst die freudige Mitteilung: alle Bilder bis 800px Breite werden nicht angerechnet (und können in beliebiger Zahl hochgeladen werden). Vor Jahren lockerte google das Ganze noch mehr, jedenfalls  für google-Photo-Alben: ab da konnten alle Bilder in voller Höhe ohne Anrechnung hochgeladen werden, es musste nur eine kaum merkbare Komprimierung eingestellt werden, die automatisch von google erledigt wird.

Dieser paradiesische Zustand führte dazu, dass ich in den letzten Jahren zigtausende Bilder in voller Auflösung hochladen konnte. Ich musste sie nicht vor dem Upload reduzieren, schon gar nicht komprimieren. Ich musste auch nicht mühsam auswählen, welche Bilder ich zeigen will oder im blog verwenden will - ich konnte nach einer Foto-Session einfach alle Bilder in ein Album hochladen, und dann später in Ruhe entscheiden, ob ich das Album als solches zeigen will, und ob ich einzelne Bilder daraus in einen Blogartikel verwenden will. 

Das macht das Bloggen einfach und fix. Manchmal habe ich erst nach ein paar Tagen ein bisschen Luft und Energie für einen Artikel gefunden, und dann waren die Bilder eben schon oben. Ich konnte mich auf den Text konzentrieren.

Wie sieht die Zukunft für mich aus?

Jetzt werde ich bei neuen Fotos anders vorgehen müssen. Ich muss vor jedem Bild-Upload eine Auswahl treffen: welche Bilder will ich zeigen? Dann muss ich diese Bilder - wie in früheren Zeiten - auf 800 oder 1200 Pixel Breite verkleinern, und zusätzlich die JPG-Kompression verwenden, damit die Dateigröße minimal ist. Gerade soviel,  dass die Bildqualität nicht leidet.  

Dann erst lade ich die Bilder in Alben hoch. Vielleicht mache ich den Upload erst, wenn ich einen Blogartikel schreibe. Das alles hindert mich dann natürlich, schnell mal zwischendurch zu schreiben.

Wenn ich - wie heute - beim Radfahren durch die Stadt eine Baustelle oder sonst etwas interessantes Neues sehe, werde ich mir zweimal überlegen, ob ich darüber berichte. Muss es unbedingt sein? Das heißt, der eine oder andere Bericht fällt ganz weg. Heute übrigens auch.

Wenn ich eine Reportage über Historisches schreibe, überlege ich mir das auch zweimal. Dann ich muss Bilddateien mit alten Karten, Grafiken oder google-earth-Screenshots hochladen. Für ein paar anstehende Artikel-Ideen habe ich das die letzten Tage noch gemacht, für künftige Ideen muss ich eben abwägen.

Montag, 31. Mai 2021

Ausflug nach Eichhofen

Gestern machte ich einen Abstecher nach Eichhofen, hauptsächlich, um mir die Ausstellung in der kunstmühle (bzw. der mühlen.kunst") anzusehen. Die Ausstellung war sehenswert. Was ich wegen terminlicher Probleme nicht geschafft habe, war das Künstlergespräch, das einige Stunden vorher stattfand. Ich kam also erst am Ende der Öffnungszeit.

Zur Ausstellung selbst siehe meine Vorankündigung in: https://www.regensburger-tagebuch.de/2021/05/kunst-in-eichhofen-muhlenkunst-in-der.html








Sonntag, 30. Mai 2021

Anzeigen in einer 1872er Regensburger Zeitung

Ab und zu stöbere ich in alten Regensburger Zeitungen, die ich auf google-books finde. Interessant finde ich dabei vor allem die Anzeigen. In den letzten Jahren habe ich gelegentlich schon entsprechende Beispiele gezeigt.

Vor ein paar Wochen - beim Aufräumen meines Festplattenordners "Regensburg-historisch" - stöberte ich im Regensburger Anzeiger sowie dem Regensburger Morgenblatt aus dem Jahre 1872,  und erstellte dabei folgende Screenshots für meine Leser:











Freitag, 28. Mai 2021

Ausstellung "Grenzen in der Kunst" in der Ostdeutschen Galerie




Gestern war ich zu einem längeren Besuch im "Kunstforum Ostdeutsche Galerie". Dort gibt es neben der Dauerausstellung zwei sehenswerte Sonderausstellungen, unter anderem die Ausstellung "Grenzen in der Kunst - Tschechische Kunst in drei Generationen", die ich hier besprechen will.



Grenzen in der Kunst - Tschechische Kunst in drei Generationen
22. Mai bis 15. August 2021
Kunstforum Ostdeutsche Galerie


Dabei werden die Werke von drei Künstlerpersönlichkeiten gezeigt: die 1980 verstorbene Malerin "Toyen" (alias Marie Čermínová) und die beiden zeitgenössischen Künstler Magdalene Jetelovà und Kristof Kintera. 

Bei der Zusammenstellung der drei Künstler war entscheidend, dass sie über drei Generationen hinweg die Entwicklung von Politik und Kunst in der heutigen Tschechei erlebt haben. Bei dieser Entwicklung spielten auch die Veränderung der  Grenzen eine Rolle - nach dem ersten Weltkrieg, nach dem zweiten Weltkrieg und nach dem Mauerfall. Daher der Titel.

Magdalena Jetelovà

Diese Werke dieser Künstlerin waren für mich eine angenehme Überraschung. Wobei die ausgestellten riesigen Leuchtkästen sowie die hervorragend gemachte Videoinstallation nur einen kleinen Teil ihrer Bandbreite wieder geben. Ein Blick in die Bildersuche der Internetsuchmaschine google zeigt nämlich noch viel mehr Interessantes von ihr. 

Gezeigt werden bei dieser Ausstellung vor allem Bilder, die man als eine spezielle Variante von "Land-Art" bezeichnen könnte: Mit Hilfe von Laserstrahlen zeichnet und schreibt sie direkt in die Landschaft hinein, und hält das Ergebnis mittels Langzeitbelichtung oder Film fest. 

Speziell konstruierte, riesige Leuchtkästen machen den Effekt des Laserstrahls für Besucher viel intensiver deutlich, als es gewöhnliche Fotografien machen könnten.

Die ausgestellten Werke stammen vor allem aus den Zyklen "‚Pacific Ring of Fire‘ und "Iceland project." Hier griff sie das Thema Naturgrenze und geologischen Nahtstelle auf. Der Pazifische Feuerring umgibt die pazifische Platte hufeisenförmig mit einem Vulkangürtel an der Stelle, an der die Pazifische Platte auf mehrere andere Kontinentalplatten trifft. Mit einem Laserstrahl markiert sie in Patagonien die Plattengrenze nach mathematischen Berechnungen, da deutliche Erhebungen wegen des Ewigen Eises nicht zu sehen sind. Gelegentlich "schreibt" sie mit dem Laserstrahl auch Nachrichten wie ‚Essential is visible‘ in die Landschaft oder in die sich verändernden, zum Teil einstürzenden Eisberge.

Von Magdalena Jetelovà  stammen übrigens auch die roten Säulen am Portal der Galerie. 

Man beachte, dass die Installation mit den riesigen Spiegeln im letzten Raum nicht von Kintera stammen, sondern von ihr, während die übrigen Skultpuren im Raum und im Raum davor von Kintera sind. bei meinem Besuch war allerdings die Laserprojektion nicht eingeschaltet. Die in der Frequenz von bestimmter Musik vibrierenden Spiegel sollten für ein bestimmtes Lichtergebnis sorgen. Ich denke, das Problem ist bis zu Ihrem Besuch behoben.

Die Video-Installation, bei der das Video auf die Decke projeziert wird, ist technisch erstaunlich und künstlerisch sehenswert.  Tipp: gehen Sie ans andere Ende des Raums und betrachten Sie den Film von dort aus, und nicht von der Bank in der Mitte aus.




Kristof Kintera

Eine noch größere Überraschung für mich waren die Werke von Kristof Kintera - teilweise relativ klein, teilweise riesige Skultpuren in über 4 m Größe. 

Die Werke des Künstlers, der sich selbst als Bildhauer beschreibt, obwohl er mehr Installationen und Assemblagen macht, sind schwer zu beschreiben.  Auf alle Fälle setzt er sich kritisch und leicht satirisch mit gesellschaftlichen Themen auseinander. 

Der 1973 in Prag geborene Künstler ist international bekannt. Seine Arbeiten sind in den wichtigsten Sammlungen zu finden und wurden weltweit ausgestellt, unter anderem in der Galleria Nazionale in Rom, im National Museum of Modern Art in Tokyo, im Museum Tinguely in Basel, im Haus der Kunst München sowie in Galerien und Museen in New York, Sydney, Prag und Berlin.


Beeindruckt hat mich unter anderem die 4,5 m hohe Installation "The End of Words III", das dritte und größte Werk aus einer Serie. Es geht um das Ende des gedruckten Wortes, indem er aufeinander getürmte Bücher in Beton gießt - einige davon sind aufgeblättert, einige gebogen, so als ob ihre Zerstörung kurz bevorsteht. Es erinnert an Bücherverbrennungen. Auch die riesige Lichtinstallation daneben ist faszinierend, und man sollte unbedingt die zugehörige Beschreibung lesen! Ich weiß bis heute nicht, wie er den Betonkopf in 4 m Höhe, an dem scheinbar lose die Stromkabeln hängen, "verankert" hat.