Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens
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Donnerstag, 17. März 2022

Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen - Bericht von der Matinee in Kallmünz

Morgen, Freitag den 18.März um 19.30 steht eine weitere Lesung des hier besprochenen Buches an. Und zwar im Luftmuseum Amberg (siehe Hinweis am Ende dieses Artikels), wobei ich aktuell nicht weiß, ob noch Plätze frei sind.

Aber eigentlich wollte ich von dem Matinee am letzten Sonntag berichten: eine Lesung von Jürgen Huber und Gisela Bender. 

Sie fand in Kallmünz in der "Orangerie" statt, dem Frühstücksraum des Hotels im zentral gelegenen "Schloss Raitenbuch",. Der Raum diente bis zum Pandemiebeginn auch als Cafe und hat deshalb einen eigenen Namen, eben Orangerie. Es befindet sich gleich hinter dem Eingangstor.

Es war dort bereits die zweite Lesung zu einem Buch, das ich eigentlich schon Monaten besitze: "Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen" mit Gedichten und Zeichnungen von Jürgen Huber und Kevin Coyne. 

Natürlich fragte ich mich, ob es sich lohnt, zu einer Lesung zu fahren, wenn ich das Buch schon habe. Und es hat sich gelohnt! Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. 

Das hat mehrere Gründe - zum einen kann man Gedichte immer wieder neu erleben, vor allem, wenn sie vorgelesen werden. Was einen eigenen Reiz gibt - und Jürgen Huber und Gisela Bender haben das geschickt aufgezogen: die Gedichte von Coyne wurden abwechseln deutsch und englisch gesprochen, die Gedichte von Huber wurden jeweils zwei mal hintereinander gelesen, weil man oft erst beim zweiten Lesen das bessere Verständnis findet. 

Zudem waren sehr anrührende Gedichte dabei, z.B. wenn die Krebskrankheit von Jürgen Huber verarbeitet wurde, oder wenn andere Zeilen an den aktuellen Krieg erinnern.

Aber das wichtigste und entscheidende für mich war: das schauspielerische Talent von Jürgen Huber. Es führte  zu weit mehr als einer bloßen "Lesung". Jürgen Huber sprach nicht die Texte, er "spielte" sie. Auf eine sympathisch-konzertante Art, die mich an meinen Lieblingskabarettisten Vitasek erinnert. Und neben den ausgewählten Gedichten (von Coyne) las er auch einen vergnüglichen Prosatext, der selbst verfasst hatte - eine "Dreingabe" für das Matinee. Und hier - befreit von dem Korsett der Lyrik - konnte er ganz besonders intensiv "schauspielern". 

Das war fesselnd, und ich hoffe, er wird künftig noch mehr solcher "Lesungen" veranstalten.

Jürgen Huber, Gisela Bender, Lesung in Kallmünz am Sonntag 13.03.2022 


Ursprünglich vorgesehen war, dass der Mitherausgeber Stefan Voit mit anwesend ist, der zusammen mit Jürgen Huber lesen sollte. Coronabedingt fiel er diesmal aus, und die Mitherausgeberin Gisela Bender, in deren "Giselaverlag" das Buch erschien, übernahm die Lesung der Gedichte von Huber, ferner die jeweils englische Variante der Gedichte von Kevin Coyne. 

Freitag, 27. Mai 2022

Werke von Kevin Coyne, Jürgen Huber ab 3. Juni 2022 im KunstvereinGRAZ

 Der KunstvereinGRAZ lädt zu seiner nächsten Ausstellung ein:


Familiar Strangers

mit Werken von Kevin Coyne und Jürgen Huber

03.06. bis 02.07.2022

Vernissage: Freitag 3. Juni 2022, 19 Uhr


Lesung am 10. Juni 19 U hr

Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen

mit Jürgen Huber, Gisela Bender und Stefan Voit


In der Ausstellung „Familiar Strangers“ zeigt der KunstvereinGRAZ Arbeiten aus dem Nachlass von Kevin Coyne und jüngere Werke von Jürgen Huber. 

Zwei unterschiedliche Künstler die dennoch viel verbindet. Die in Bild und Text viel Ähnlichkeiten - aber auch Unterschiede - zeigen. Kevin Coyne und Jürgen Huber sind Herzeige-Wesen - in mehrfacher Hinsicht. Zwei Maler. Zwei Autoren. Zwei die nicht ausschließlich nur mit ihren Werken in die Öffentlichkeit treten, sondern sich auch einmischen und engagieren. Zwei Lebens-Künstler zwischen Gauklertum und Gesellschaftskritik. 

Der Brite Kevin Coyne (1944-2004) war insbesondere als Musiker bekannt, seine Konzerte führten ihn durch ganz Europa und in die USA. Aber der Musiker Coyne, der seit 1984 in Nürnberg lebte, war auch Künstler und Schriftsteller. Im GRAZ werden bislang nicht gezeigte Werke Coynes, ausgewählt von Stefan Voit, aus dem Nachlass des 2004 in Nürnberg verstorbenen Künstlers zu sehen sein. 

Jürgen Huber zeigt ebenfalls noch nicht gesehene Arbeiten, die in Motivik und Technik an jüngere Arbeiten wie den „Lise-Zyklus“ anknüpfen. 

Die zwei Künstler die sich nie begegnet sind - und es auch leider nicht mehr werden - treten in den Räumen des KunstvereinGRAZ nun in einen visuellen Dialog und auch lyrischen Dialog. Im Rahmen der Ausstellung findet eine Lesung aus dem Gedichtband der beiden Künstler „Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen“ statt. Gisele Bender liest Gedichte von Jürgen Huber, Stefan Voit Gedichte von Kevin Coyne und Jürgen Huber bisher unveröffentlichte Prosa.



KunstvereinGRAZ

Obere Bachgasse 19

Fr und Sa (jeweils 17.30 bis 20.00 Uhr)

Mittwoch, 29. Juni 2022

Noch bis 2. Juli - Werke von Kevin Coyne und Jürgen Huber im Kunstverein GRAZ

Lesung im Kunstverein GRAZ am 10.06.2022


Am 2. Juli endet die Ausstellung im Kunstverein GRAZ "Familiar Strangers" mit Werken von Kevin Coyne und Jürgen Huber (siehe Ankündigung). 

Bei der Vernissage am 3. Juni hatte ich Terminprobleme, aber ich besuchte die Ausstellung anlässlich der Lesung am 10. Juni 2022 ("Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen", mit Jürgen Huber, Gisela Bender und Stefan Voit) und sah mir die Bilder an. 

Genau wie angekündigt gab es wirklich neue, also noch nicht veröffentlichte Bilder von Jürgen Huber, die sich etwa im Stil der Bilderserie "Und Lise soll gleich die ganze Welt ..." bewegen. Dass ich diese Bilder liebe, habe ich bereits früher zum Ausdruck gebracht. Ich blättere immer noch in den 61 Drucken der "Lise-Box", die bei mir im Wohnzimmer liegen.

Angenehm überrascht war ich von den Bildern von Kevin Coyne. Ich möchte meine Leser anregen, die letzten Tage der Ausstellung zu nutzen um sich die sehenswerten Zeichnungen und Gemälde zu betrachten. Ähnlich wie bei Jürgen Huber sind sie skurril, satirisch, gesellschaftskritisch, humorvoll und narrativ und lassen sich wohl stilistisch dem "Bad Painting" zuordnen.

Der 2004 verstorbene britische Musiker, Dichter und Maler hatte vor seiner internationalen Musiker-Karriere Kunst studiert, und zwar 1961 bis 1965 im Derby College of Art. Seine künstlerische Tätigkeit hat er nie aufgegeben sondern auch während seiner Tätigkeit als Musiker weiter verfolgt. Ab 1985 lebte er in Deutschland in Nürnberg.


Montag, 5. April 2021

Vorstellung: die Kulturzeitschrift "Lichtung"

Durch meinen Sohn und meine Schwiegertochter habe ich in den letzten Jahren erfahren, wie reich der ostbayerische Raum zwischen Bayerischem Wald und Landshut an Kunst und an Künstlern ist. Und zwar Künstler mit überregionalem Ruf und mit wirklich interessanten Portfolios.  

Die beiden waren es auch, die mir letztes Jahr ein Abo der Zeitschrift "lichtung" schenkten. Sie wussten von meinen Interessen und dass ich, wenn ich im Palletti sitze, das Kulturjournal von Peter Lang von vorn bis hinten durchackere. Sie waren der Ansicht, die Zeitschrift könnte mir gefallen. Zu Recht.

Diese Zeitschrift möchte ich heute vorstellen, denn sie könnte den einen oder anderen interessieren. 


Wikipedia beschreibt die Zeitschrift so: "die regionale Zeitschrift bringt Hintergrundberichte zu regionalen Themen und stellt Schriftsteller, bildende Künstler und Musiker aus Niederbayern und der Oberpfalz vor. Als einziges Magazin stellt es einen umfangreichen Kultur-Veranstaltungskalender für ganz Ostbayern zusammen".

Ähnlich wie im Kulturjournal geht es natürlich nicht nur um Kunst, sondern auch um Gesellschaft, Theater, Literatur, Film und anderen kulturellen Themen. Und wichtig für uns Regensburger ist: auch das Kulturleben unserer Stadt wird erfasst.

Die aktuelle Ausgabe, die vor zwei Tagen eintraf, enthält unter anderem
  • ein interessantes Interview mit Hannes Ringlstetter durch Harald Dobler (letzterer ist übrigens Gitarrenlehrer, Liederbuchautor und Musiker.)
  • ein Artikel über den (letztes Jahr verstorbenen) Werner Hofbauer anlässlich 50 Jahre Ostentor-Kino - sehr schön geschrieben von Florian Wendtner ( "Mit dem Ostentor-Kino hatte die aus dem Boden gestampfte Uni oben am Berg endlich eine kleine Freundin unten in der Stadt"...)
  • Ein Portrait über Peter Litvai, der in Landshut eine Fotogalerie betreibt (beim Theater tätig, Schwerpunkt Architektur und Streetfotografie)
  • ein Beitrag über die Ketzerverbrennung auf dem Domplatz vor 600 Jahren, als Ulrich Grünsleder hingerichtet, wurde
  • ein Artikel über Populismus
  • ein Portrait über Anna Zisler, die die isrealitische Kultugsgemeine Straubing leitet,
  • ein Artikel über den Ausschwitz-Überlebenden Jakob Haiblum;
Ferner gibt es
  • ein Dutzend Buchvorstellungen, darunter einige, die Regensburg betreffen (siehe unten)
  • Vorstellungen einzelner Künstler und deren Ausstellungen in Marchhäuser, Waldmünchen, Straubing, Passau
  • und natürlich den zentralen Veranstaltungskalender mit Veranstaltungen von Landshut bis Weiden, Passau bis Regensburg (sortiert nach Ausstellung, Theater, Konzerte, Kabarett) - eine gute Ergänzung zum VA-Kalender des Kulturjournals
Weitere Artikel betreffen
  • das Kunstmuseum "Spital in Hengersberg" während der Coronazeit
  • das "Waldzeit-Projekt" Thoreau 2.2, wo sich Kreative eine Woche lang von der Atmosphäre des Wildniscamps im Nationalpark Bayer. Wald inspriieren lassen
  • den Planetenweg am Wanderweg Bad Kötzting,
  • das neue Aufkommen der Wölfe
  • Versöhnungsmarsch Brünn (Gedenkmarsch Pohrlitz nach Brünn, von der österr. Autorin Ursula Wiegele),

Von den Buchbesprechungen  (insgesamt 12 im Heft) sind mir aufgefallen:

  • Buch von Jürgen Huber und Kevin Coyne, "Die Gedichte stehen zwischen den Zeilen" aus Giselaverlag Regensburg (ja, "unser" Jürgen Huber, Künstler und ehemaliger Bürgermeister!), 
  • Helmut Hoehn, "Im Land der letzten Welterklärern - Die Eierkopftrolle im Matriarchat."
    Es ist das zweite Buch über die Eierkopftrolle, ein satirisches Märchenbuch für Erwachsene, 2020 erschienen (Hoehn ist bekannt mit Wurstkuchlhund u.a. illustrierten Büchern)
  • Jan Reiser und Johan Wax (auch hier: ja, gemeint ist "unser" Hans Wax) mit dem Titel "In rauer Nacht", edition buntehunde Regensburg,
  • ein Buch vom Kabarettisten Michael Altinger, Rampensau ohne Bühne 
  • weitere 7 Bücher von Autoren, die mir bitte verzeihen, dass ich sie nicht alle nenne