Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Heiligabend in Regensburg - 2017


Weil ich die Tradition der letzten Jahre nicht brechen wollte, wonach ich am Weihnachtstag Fotos in Regensburg knipse, machte ich am 24.12. nachts noch einen Abstecher auf den Unteren Wöhrd, als ich gerade unterwegs nach Hause war. Denn tagsüber hatte ich keine Zeit für Kamera-Streifzüge.

So entstanden doch noch ein paar Erinnerungsfotos.

Der Dom, gesehen vom Aufgang zum Eisernen Steg - 24.12.2017 kurz vor Mitternacht

Dienstag, 26. Dezember 2017

Regensburg in alten Karten - Teil 2

Fortsetzung von



Irgendwann bin ich neugierig geworden - würde ich Regensburg auch auf gaaanz alten Karten finden? Zum Beispiel in der berühmten Ebstorfer Weltkarte, oder der Walsperger Weltkarte, oder gar der Tabula Rogeriana aus 1154?

Und ich erlebte eine hammermäßige Überraschung nach der anderen.

Wertvolle Unterstützung habe ich mittlerweile bei einem Freund gefunden, dem Regensburger Kunsthistoriker Werner Mayer, der sich gut mit alten Handschriften auskennt. Denn die  Karten vor 1500 sind meist nicht gedruckt, sondern handschriftlich, und oft lateinisiert.

In der Zeit um 1500 verursachte der Buchdruck eine Revolution wie heute das Handy. Innerhalb kurzer Zeit wurden vor allem Wissensbücher gefragt, über Anatomie oder über Erdkunde. somit auch Karten und Atlanten.

Gleichzeitig entwickelten sich Holzschnitt und Kupferstich, die notwendig waren, um in den Büchern die Bildelemente zu drucken, z.B. Stadtansichten oder Landkarten. Und mit diesen gesonderten Druckplatten konnte man natürlich auch die Karten - unabhängig von Büchern - völlig isoliert drucken und vervielfältigen.

Die Karten vor ungefähr 1500

Ich habe festgestellt, dass man auch in der Kartographie zwei Welten unterscheiden könnte: die Karten ungefähr nach 1500, und die davor.

Ich persönlich erkenne drei Hauptunterschiede:
  • Die Karten davor waren in der Regel nicht gedruckt, sondern handschriftlich. 
  • Die früheren Karten waren meist Weltkarten, während nach 1500 begonnen wurde, einzelne Länder zu kartographieren. 
  • Und ein dritter Unterschied ist vorhanden: die so genannte "Neue Welt" war in den alten Karten nicht bekannt. Also vor allem Amerika, später Australien, Neuseeland und andere Länder.

Dass es mehr gibt, als Europa, Afrika und Asien entdeckte man zufälligerweise auch erst in der Zeit des Buchdrucks. Neuere Weltkarten wurden deshalb oft als "Neue Welt" bezeichnet. Und die früheren Karten enthielten nur die drei Kontinente Europa, Asien und Afrika. Es waren Weltkarten, mappae mundi. Meist in Radform, oder, wenn die Karte für Seefahrer gedacht waren, als "Portolankarten", mit eingezeichneten Kompassrosen-Linien.

Bei diesen Weltkarten ging es auch weniger um kartographische Genauigkeit, sondern der Verfasser hat versucht, das zusammengetragene Wissen um Flüsse, Länder und Städte mehr oder weniger symbolisch darzustellen.

Da es keinen Buchdruck gab, nur Bibliotheken mit handschriftlichen Büchern und Reisende und Gelehrte als Informationsquellen, war es für den Verfasser unglaublich schwer, an Informationen zu kommen.  So fanden wir in der Herford-Karte die Stadt Regensburg wahrscheinlich zweimal, einmals als Remesburgh, eimmal als Ratisbon, und jeweils leicht falsch verortet (einmal am Lech, neben Augsburg, einmal an der Isar). Möglicherweise hatte der Verfasser im einen Buch eine Information über eine Stadt mit Namen "so ähnlich wie Ratisbon" und aus einer anderen Informationsquelle über eine Stadt, die "so ähnlich wie Remesburgh" hieß!? Andere Karten waren bezüglich Regensburg erstaunlich genau.

Die im Laufe der letzten Monate geschriebenen Artikel über meine Kartenentdeckungen  habe ich heute auf meinem Blog "Regensburg historisch" freigeschaltet.

Hier im Regensburger Tagebuch bringe ich eine Zusammenfassung.

Für die Rätselliebhaber habe ich mir die Mühe gemacht, hier keine Lösungen zu verraten, nur Links zu den besten Internetquellen mit der Originalkarte. So können Sie selbst suchen. Wenn Sie die Lösung suchen, können Sie den entsprechenden Blog-Artikel auf "Regensburg historisch" ansteuern.



Regensburg in: der Katalanische Atlas von 1375


Katalanischer Weltatlas 1375,  Gesamtansicht. Die Beschriftung im oberen Teil ist kopfstehend
Volle Auflösung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1375_Atlas_Catalan_Abraham_Cresques.jpg

Wo ist Regensburg? Das findet ihr im Blog-Artikel: https://regensburg-historisch.blogspot.de/2017/12/1375-regensburg-im-katalanischen-atlas.html

Regensburg in der Walsperger Weltkarte von 1448

Donnerstag, 21. Dezember 2017

La La Land - Live in Konzert am 7.1.2018 in der Donau-Arena

Es ist offiziell: Das Heart Chor Ensemble+ singt bei "La La Land - Live in Konzert" am 7. Januar.

Der Chor freut sich darauf, mit einem LiveOrchester aufzutreten, und vor allem: einmal mit Ryan Gosling zu singen.


Die Anfrage kam im Oktober und der Chor war sofort begeistert. Es haben sich 20 Sänger*innen des Heart Chor zusammen gefunden, die sich bereits seit einigen Wochen intensiv auf das Konzert vorbereiten.

Im Konzert wird der Film mit den Solisten auf der Leinwand zu sehen sein, ein Orchester wird den Score live einspielen und der  Heart Chor singt die chorischen Stellen.

Bei der "La La Land in Concert"-Tour in Deutschland spielt offenbar ein mehr als 100-köpfiges Symphonieorchester zusammen mit jeweils einem  ‎Chor und sorgen so live für die musikalische Untermalung des Films. ‎ Eine Kombination Film und Live-Act also. Die Tour wurde offenbar nur für die ersten Januarwochen 2018 geplant und geht von Linz über Graz, Wien, Regensburg, Regensburg, Berlin Stuttgart bis Hamburg (siehe hier)


Sonntag, 17. Dezember 2017

Abenteuer Atlanten und Landkarten


Wenn Sie noch Zeit übrig haben, um sich selbst etwas zu Weihnachten zu schenken: blättern Sie doch mal in der Buchhandlung in Büchern über Kartographie.

Das ist ein unglaublich spannendes Thema, das mich nun schon seit mehr als 15 Jahren fasziniert und mich jeden Tag aufs Neue überrascht und begeistert.

Dabei greife ich nicht nur auf die Karten-Archive im Internet zurück, oder die youtube-Video-Dokus, sondern kaufe und lese immer wieder mal richtige Bücher. Ohne Bücher geht es eigentlich nicht. Erst diese erklären die Hintergründe und Zusammenhänge, und über diese wird man auf die interessanten Karten hingewiesen, die man dann zusätzlich im Internet suchen kann, damit man sie hochauflösend zoomen und betrachten kann.

Und wenn man dann ein großformatiges Buch vor sich hat, also einen Bildband, dann ist man sofort überzeugt und gefesselt. Der letzte Bildband, den ich vor einem halben Jahr gekauft habe (siehe unten), hat zwar 78 Euro gekostet, aber ich habe das nie bereut. Bis heute schlage ich dort immer wieder auf, wenn Bekannte kommen, dann lassen die vor Begeisterung nicht mehr los, und ich entdecke dort bis heute interessante Hinweise auf Karten, über die ich zusätzlich im Internet recherchiere.



Schnell merkt man, dass die Karten nicht nur schön sind, nein, man beginnt die die Technik des Kupferstichs wahrzunehmen. Oder deren nachträgliche Kolorierung (siehe Video weiter unten).

Interessant ist ferner, wie sich in den Karten zwichen 1500 und 1800 die neuen (bis dahin unbekannten) Erdteile wie Nordamerika, Südamerika Australien etc. herausschälen (Beispiele weiter unten). Spannend (und für viele schon ein Hobby für sich) sind auch die traditionell eingearbeiteten Seeungeheuer in den Meeren, oder die Einzeichnung von "Paradies" oder die Wohnorte von "Gog und Magog" in ganz alten Karten.

Wenn man dann noch die ganz alten Karten vor Einführung des Buchdrucks entdeckt, die Ebstorfer Weltkarte z.B., und die näher untersucht, wird es auf andere Weise spannend, vor allem für Rätselliebhaber: wo ist dort die Heimat? Die Donau, in unserem Fall, oder  Regensburg selbst

Gar nicht einfach, wenn auf der Karte der Norden nicht oben ist, und wenn die Ersteller nur ungenaue Informationen über die Länder, Städte und Flüsse hatten.


Zwei Beispiele aus der David-Rumsey-Sammlung

Um das alles näher zu erklären, habe ich zwei Karten aus zwei wunderschönen Atlanten herausgesucht, den Atlas von Pieter Goos, 1676 und einen Atlas von Blaue aus 1665.

Beide Karten sind zoombar! Sie können in die Details hineinzoomen.
Die Karten sind aus dem kostenlosen Online-Archiv der David Rumsey Stiftung, dich ich vor 15 Jahren entdeckte und immer wieder besuche. Ich habe die zoombare Versionen hier direkt eingebunden, mit einem Klick auf jeweils die rechte obere Ecke kommen Sie zu davidrumsey.com und können dort in voller Bildschirmgröße arbeiten

ATLAS VON GOOS

Der Atlas von Pieter Goos, 1676, ist nur einer von vielen wunderschönen Atlanten aus der Frühzeit des Buchrucks. Zommen Sie hinein indie Details und entdecken Sie die  Schönheit und die faszinierende Technik des Kupferstichs zeigt, der für diese Bücher verwendet wird. Bedenken Sie: jeder Strich aus einer gewöhnlichen Schattierung musste in die Kupferplatte "gestochen" werden.

Die hier ausgewählte Seite - ein Gesamtweltdarstellung vor allem in Betrachtung der damals "neuen Welt" in der Variante von zwei Kugeln, zeigt auch die faszinierende Unvollständigkeit einiger Erdteile, die auf allen Karten zwischen 1500 und 1800  prägend waren: Nordamerika noch unvollständig, Arktis noch unbekannt, Australien = New Holand unvollständig.

Mit jeder Rückkehr eines Seefahrers, mit jedem Reisebericht, konnten die einzelnen Kartenverleger wieder mehr Details hinzufügen.



Regensburg auf alten Karten, Teil 1


Regensburg auf historischen Karten - eine Sammlung mit mehr als 21 Ausschnitten aus Karten ab 1450.

Regensburg in einer der Bayern-Landtafeln von Philip Appian
https://www.ldbv.bayern.de/produkte/historisch/landtafel.html

Karte von Paolo Forlani über das Herzogtum Bayern, erschienen ca 1500-1599
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b84421004/f1.item.r=bavaria.zoom



Regensburg in einer der Atlas-Karten vom "Abbe de Dangeau"; 1693
mehr Infos: 1693 - Regensburg im Atlas vom Abbe de Dangeau