Fortsetzung von
Irgendwann bin ich neugierig geworden - würde ich Regensburg auch auf
gaaanz alten Karten finden? Zum Beispiel in der berühmten Ebstorfer Weltkarte, oder der Walsperger Weltkarte, oder gar der Tabula Rogeriana aus 1154?
Und ich erlebte eine hammermäßige Überraschung nach der anderen.
Wertvolle Unterstützung habe ich mittlerweile bei einem Freund gefunden, dem Regensburger Kunsthistoriker
Werner Mayer, der sich gut mit alten Handschriften auskennt. Denn die Karten vor 1500 sind meist nicht gedruckt, sondern handschriftlich, und oft lateinisiert.
In der Zeit um 1500 verursachte der Buchdruck eine Revolution wie heute das Handy. Innerhalb kurzer Zeit wurden vor allem Wissensbücher gefragt, über Anatomie oder über Erdkunde. somit auch Karten und Atlanten.
Gleichzeitig entwickelten sich Holzschnitt und Kupferstich, die notwendig waren, um in den Büchern die Bildelemente zu drucken, z.B. Stadtansichten oder Landkarten. Und mit diesen gesonderten Druckplatten konnte man natürlich auch die Karten - unabhängig von Büchern - völlig isoliert drucken und vervielfältigen.
Die Karten vor ungefähr 1500
Ich habe festgestellt, dass man auch in der Kartographie zwei Welten unterscheiden könnte: die Karten ungefähr nach 1500, und die davor.
Ich persönlich erkenne drei Hauptunterschiede:
- Die Karten davor waren in der Regel nicht gedruckt, sondern handschriftlich.
- Die früheren Karten waren meist Weltkarten, während nach 1500 begonnen wurde, einzelne Länder zu kartographieren.
- Und ein dritter Unterschied ist vorhanden: die so genannte "Neue Welt" war in den alten Karten nicht bekannt. Also vor allem Amerika, später Australien, Neuseeland und andere Länder.
Dass es mehr gibt, als Europa, Afrika und Asien entdeckte man zufälligerweise auch erst in der Zeit des Buchdrucks. Neuere Weltkarten wurden deshalb oft als "Neue Welt" bezeichnet. Und die früheren Karten enthielten nur die drei Kontinente Europa, Asien und Afrika. Es waren Weltkarten, mappae mundi. Meist in Radform, oder, wenn die Karte für Seefahrer gedacht waren, als "Portolankarten", mit eingezeichneten Kompassrosen-Linien.
Bei diesen Weltkarten ging es auch weniger um kartographische Genauigkeit, sondern der Verfasser hat versucht, das zusammengetragene Wissen um Flüsse, Länder und Städte mehr oder weniger symbolisch darzustellen.
Da es keinen Buchdruck gab, nur Bibliotheken mit handschriftlichen
Büchern und Reisende und Gelehrte als Informationsquellen, war es für den Verfasser
unglaublich schwer, an Informationen zu kommen. So fanden wir in der Herford-Karte die Stadt
Regensburg wahrscheinlich zweimal, einmals als
Remesburgh, eimmal als
Ratisbon, und jeweils leicht falsch verortet (einmal am Lech, neben Augsburg, einmal an der Isar). Möglicherweise hatte der Verfasser im einen Buch eine Information über eine Stadt mit Namen "so ähnlich wie Ratisbon" und aus einer anderen Informationsquelle über eine Stadt, die "so ähnlich wie Remesburgh" hieß!? Andere Karten waren bezüglich Regensburg erstaunlich genau.
Die im Laufe der letzten Monate geschriebenen Artikel über meine Kartenentdeckungen habe ich heute auf meinem Blog "Regensburg historisch" freigeschaltet.
Hier im Regensburger Tagebuch bringe ich eine Zusammenfassung.
Für die Rätselliebhaber habe ich mir die Mühe gemacht, hier keine Lösungen zu verraten, nur Links zu den besten Internetquellen mit der Originalkarte. So können Sie selbst suchen. Wenn Sie die Lösung suchen, können Sie den entsprechenden Blog-Artikel auf "
Regensburg historisch" ansteuern.
Regensburg in: der Katalanische Atlas von 1375
Wo ist Regensburg? Das findet ihr im Blog-Artikel: https://regensburg-historisch.blogspot.de/2017/12/1375-regensburg-im-katalanischen-atlas.html
Regensburg in der Walsperger Weltkarte von 1448