Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 24. September 2022

Regensburger Galerienabend 2022 - am 24. September

 



Am Samstag, den 24. September laden 12 Galerien und Ausstellungsräume zum jährlichen Rundgang in ihre aktuellen Ausstellungen ein. 

Der Rundgang ist von West nach Ost angelegt, von der Schillerstrasse bis zum Schwanenplatz und vom Bahnhof bis zum Andreasstadl. 

Besonderheiten diesmal:
- Jubiläum 25 Jahre Kunstkontor (und Wiedereröffnung nach 2 Jahren Pause)
- Jubiläum 30 Jahre Stadtkunst 
- Zwei Vernissagen im Erdel-Schaulager und im artspace Erdel



Donnerstag, 22. September 2022

Lisa... und dann kam ich ins Heim.

Bei einem Vorstandstreffen des Thomas-Wiser-Fördervereins in den Räumen des Kinderheims in Regenstauf kamen wir  an einem Schaukasten vorbei, in welchem auch das Buch "Lisa" ausgestellt war. Einige kannten das Buch noch nicht, das erstmals 1999 von Mitarbeitern und Kindern des Heims entstand, also erzählten wir darüber.


Heimleiter Franz Raschof zeigt uns die Originale zu dem Lisa-Buch (Regenstauf, 15.09.2022)



Das Buch "Lisa - und dann kam ich ins Heim" ist ein wunderbares und berührendes Buch von einem Mädchen, das in das Kinderheim kommt. Ein soziales Kunststück, schrieb damals das Sozialmagazin, und der ekz-Informationdienst meite: "Ohne zu dramatisieren, weckt das Buch Verständnis, informiert knapp, bietet begleitend Hilfe" . Das Buch wurde gelobt und mit Preisen ausgezeichnet. Es wurde 2019 in dritter Auflage vom Verlag "edition buntehunde" herausgebracht. 

Franz Raschof, nicht nur Vorstandsmitglied im Förderverein, sondern auch Leiter des Heims selbst, zeigte uns die Originalbilder, die nach einer längeren Wanderausstellung in den Landkreisen schließlich in den Gängen des Heims gelandet waren.


Lisa... und dann kam ich ins Heim. 3. Auflage (2019)

Fünf Kinder im damaligen Alter von 6 bis 18 sowie drei Pädagoginnen zeichneten und schrieben das Buch. Darin geht es um die Aufnahme im Heim aus der Sicht eines Mädchens als Ich-Erzähler. Der Grund für die Einweisung wird nur angerissen (im konkreten Fall offenbar ein trinkender Vater und eine überforderte Mutter).  


Mit Bildern, Collagen und Texten wird gezeigt, wie das Kind im Heim aufgenommen wird. Zwischen den Zeichnungen sind Briefe in Kinderhandschrift, in denen Lisa die Ereignisse einer Freundin schildert und ihre Fragen und Gefühle verdeutlicht.

Ich habe die Entwicklung des Buchs  von Anfang an mit erlebt. Durch die Freundschaft mit dem Heimleiter und mit einigen der Mitarbeiter war ich mit den Schicksalen der Kinder im Regenstauf Heim vertraut, und als der Förderverein gegründet wurde war ich Gründungsmitglied. Ich war im Haus, als die sehr engagierte Pädagogin Uschi Winter das Buch uns (also dem Thomas-Wiser-Förderverein) vorstellte. Und ich habe später mit verfolgt, wie Frau Winter und ihre Kolleginnen Susanne Engl-Adacker und Tina Berger das Buch realisierten.

Ein Amazon-Rezensent zum Lisa-Buch:

Ich habe mir das Buch bestellt, weil ich nach Material für meine Schulklasse zum Thema Heimerziehung gesucht habe. Dieses Buch haben Heimkinder selbst mit ihren Erziehern geschrieben. Es wurde herausgegeben vom Thomas-Wiser-Haus, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in Regenstauf.

In leicht verständlicher und auch für Kinder lesenswerter Art erzählt Lisa in der Ich-Form, wie und warum sie ins Heim kommt, wie sie dort ihre ersten Tage erlebt und warum sie sich dort wie Zuhause fühlt. 

Der Erzähltext wird unterbrochen von Briefen in Kinderhandschrift, in denen Lisa die Ereignisse einer Freundin schildert und ihre Fragen und Gefühle verdeutlicht.
So gelingt in einfacher Weise, Kindern und Erwachsenen zu vermitteln, wie das Leben im Heim aussieht. 

Die von Kindern gemalten Bilder unterstützen die Wirkung noch besonders.

Ein sehr gelungenes Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, um Vorurteile abzubauen und auch Kindern verständlich zu machen, dass nicht jedes Kind in einer intakten Familie aufwächst.
Geeignet für Kinder ab 5 Jahren.


Warum kommt ein Kind ins Heim?

Mir geht es in diesem Artikel weniger um das Buch, sondern um etwas Aufklärung darüber, warum Kinder ins Heim kommen und wie sie dort leben. 

Die Einweisungsgründe sind verschieden: vom klassischen Fall des Waisen ausgehend (der bei Heimgründung 1880 wahrscheinlich im Vordergrund stand) gibt es noch die Vernachlässigung  durch schwer depressive Eltern oder Eltern, die durch Drogen nicht mehr in der Lage sind, sich um Kinder und Haushalt zu kümmern. Und natürlich kommen noch die Fälle von Misshandlung in allen Formen dazu. Manche Fälle, die man im Laufe der Jahre mitbekommt, sind so dramatisch, dass man wünscht, man hätte sie nicht im Gedächtnis. 

Aber egal, ob die Geschehnisse nach außen hin spektakulär oder unspektakulär erscheinen - für die Kinder sind sämtliche Varianten dramatisch. Sie kämpfen noch im Erwachsenenalter mit den Hintergründen und mit der Frage, ob es ihre Schuld ist. Selbst wenn "nur" ein Fall der Vernachlässigung durch Überforderung vorliegt. Und das Wort "nur" steht in dicken Anführungszeichen.

Wie das dann ist, wenn die Kinder eine neue Familie bekommen, schildert sehr schön ein in der Mittelbayerischen Zeitung im Juli erschienene Reportage der Schülerin Mona S. der Klasse 8d des Gymnasiums Lappersdorf mit dem Titel "Thomas Wiser Haus bietet Kindern eine Chance"). 

Sie schildert das exemplarisch anhand der Kinderwohngruppe "Noahs Nest", und mit Genehmigung der Autorin, die mit dem Heim vertraut ist,  zitiere ich  Abschnitte aus dem Beitrag:

Mittwoch, 21. September 2022

Alles Gute zum 6026. Geburtstag, liebe Erde (21.09.2022)

Lange Zeit glaubte man, die Erde (oder die Welt) wurde von Gott vor ungefähr 6000 Jahren geschaffen. 

Genau genommen am Vormittag des 21.09.4004 vor Christus, so jedenfalls der Theologe James Ussher, der im Jahre 1650 die in der Bibel genannten Generationen hochrechnete und weitere Bibeldaten auswertete. 

Ussher nannte zwar den 23.10. -  damals galt aber der julianische Kalender. Umgerechnet ist das der 21. September nach dem heutigen (gregorianischen) Kalender. Genaugenommen der Moment der Tag- und Nachtgleiche, und daher hat er sogar eine Uhrzeit genannt.

Somit wäre dann heute (am 21.09.2022) der 6.026. Geburtstag.

Andere historische Forscher gingen übrigens von ähnlichen Altersbestimmungen aus, z.B. Venaribilis (3.952 v. Chr) oder Scaliger (der nannte 3.950 v. Chr. )

Aber das Datum von Ussher war das meistgenannte Datum, das man dann in den Geologie- oder anderen Naturkundebüchern im 18. und 19. Jahrhundert lesen konnte. Hier ein winziger Ausschnitt aus der 7 m langen Timeline-Karte von S.C. Adam (1881)



Und hier der Kopf der Geschichtskarte von Willard aus dem Jahre 1815:




Es gibt übrigens - vor allem in den USA - immer noch so einige Leute, die an dieses Alter und an die biblische Schöpfungsgeschichte glauben. Kreationismus wird das mittlerweile genannt (https://www.welt.de/wissenschaft/article750227/Die-Erde-ist-ziemlich-genau-6000-Jahre-alt.html). 

Aber keine Angst - daran glaube ich nicht,  und damit will ich mich hier auch nicht befassen. Vielmehr möchte ich wieder mal den Fokus auf historische Bücher und Karten lenken. 

Wie meine Leser wissen, ist das schon seit vielen Jahren mein Hobby. Eigentlich nur, weil es das Internet gibt. Denn über diverse Portale kann man tausende von alten Büchern oder Karten ansehen, ohne sie mühsam sammeln oder Bibliotheken besuchen zu müssen. Außerdem lassen sich auf diesen Portalen die Dokumente oft bis in das kleinste Detail zoomen.

Die geniale Kartensammlung von David Rumsey (https://www.davidrumsey.com/) habe ich schon öfters erwähnt, meist in Zusammenhang mit dem Thema "Regensburg auf alten Karten" . Heute geht es aber nicht um Regensburg. 

Vor Jahren entdeckte ich eine Zusammenstellung interessanter "Timeline"-Karten und recherchierte auf dem Portal von Rumsey. An diese Zeitleistenkarten musste ich denken, als ich in den letzten Tagen einen Artikel über das angebliche Alter von 6000 Jahren las. Denn ich erinnerte mich, dass manche Zeitleisten dort begannen. Etwas, was mich damals völlig verwirrte, weil ich noch nichts über diese Theorie wusste. 

Dienstag, 20. September 2022

Musik, Film, Kunst und Poetry Slam - am 23.9. in der Prinz-Leopold-Kaserne

Am Freitag, 23.9. ab 18.00 Uhr gibt es die nächste Veranstaltung auf dem PLK-Gelände, diesmal vom Verein Kulturviertel Regensburg e.V. selbst organisiert

Unter Motto „PLKaleidoskop – Kultur hat viele Facetten!", präsentieren sich diesmal Künstler und Künstlerinnen verschiedenster Sparten:

  • Akustik-Pop mit Flonoton, Wortakrobatik mit Matthias Gietl, ein Poetry-Slam von und mit Pascal Simon und Gästen sowie Stoner Blues der Band Dead Man's Harverst.
     
  • Die Medienkünstler Karl Iaro und Ralf Oberleitner zeigen Experimente mit Licht, Fotograf
     
  • Filmemacher Hubertus Hinse zeigt eine Videoinstallation rund um Anatomie und Architektur.
     
  • Klara Hahn stellt mit „Between you and me“ ein Internationales und spartenübergreifendes Kunstprojekt aus, das im Rahmen des kulturellen Jahresthemas „Zwischentöne“ stattfindet und von von der Stadt Regensburg und dem Danube Small Project Fund gefördert wird.



Der Zugang erfolgt über die Dieselstraße.

  • 18.30 Uhr Akustik Pop mit Flonoton
  • 19.00 Uhr Wortakrobatik mit Matthias Gietl
  • 19.30 Uhr Poetry Slam von und mit Pascal Simon und Gästen
  • 21.00 Uhr Stoner Blues der Band Dead Man's Harvest

Montag, 19. September 2022

Kunstkontor Westnerwacht macht wieder auf


25 Jahre Kunstkontor Westnerwacht 1996-2021
1. Jubiläumsausstellung vom 24.09. bis zum 17.12.2022

Vernissage am 23.09.2022, 20 Uhr


Kunstkontor Westnerwacht am Galerienabend 2016

Das ist wirklich ein erfreuliche Nachricht: "Kunstkontor Westnerwacht" macht nach zweieinhalb Jahren Pause wieder auf.

Die Pause war durch Lockdown und Corona bedingt, denn Lage und Enge der Räume der Räume waren öffentliche Veranstaltungen nicht zuträglich.

Den Wiederbeginn will die Galerie mit einer zweiteiligen Jubiläumsaussstellung feiern. Mit der ersten Ausstellung wird das 25 jährige Jubiläum gefeiert, das eigentlich auf 2021 gefallen wäre. 

Die Ausstellung beginnt am 24.09.2022, dem Tag des Galerienabends. Die Vernissage findet aber erfreulicherweise am Abend zu vor statt, so dass das Problem der konkurrierenden Vernissagen am Galerienabend entschärft wird.


Buchpublikation

Zur Jubiläumsausstellung erscheint eine 160-seitige Buchpublikation, die bei der Vernissage am 23.09. vorgestellt wird 

"25 Jahre Kunstkontor Westnerwacht"


Zur Galerie

Die Galerie ist in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht, dem so genannten "Gewürzstadel". Um 1595 wurde an der Brunnleite auf den Fundamentmauern einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert ein Speichergebäude errichtet, das wahrscheinlich dem Gewürzhandel diente, weshalb man es den Gewürzspeicher nennt. 1994 und 1995 wurde das Gebäude umfangreich saniert.

Das Kunstkontor entwickelte sich im Lauf der 25 Jahre zur regionalen Plattform für 25 lebende und bereits verstorbene Künstlerpersönlichkeiten. 

Bekannt ist das Kunstkontor auch für die Nachlassverwaltung der Werke von Willi Ulfig  oder dem deutschlandweit umfangreichsten Bestand grafischer Arbeit des Expressionisten Josef Achmann



Emanuel Schmid und Ehefrau



Betreiber des Kunstkontor ist Emanuel Schmid. Auf seiner Webseite ist vermerkt, dass die Galerie schon 1994 existierte, aber die erste öffentliche Ausstellung im Jahre 1996 stattfand. Zu seiner Person findet man Informationen auf dieser Seite http://kunstkontor-westnerwacht.de/hp441/Galerist-Emanuel-Schmid.htm:

Die Galerie gefällt mir aus zwei Gründen: zum einen findet man dort stets erstklassige Kunst, zum andern wird man dort als Gast mit Herzlichkeit und Fröhlichkeit begrüßt und behandelt.

Sonntag, 18. September 2022

Lisa Beane und Zhao Bin in den Erdel-Galerien

Die Erdel-Galerie eröffnet am Galerienabend gleich zwei Ausstellungen, eine in der Hauptgalerie am Fischmarkt (artspace Erdel) und die andere im Schaulager "Am Schallern".

Beide Ausstellungen laufen vom 24. September bis zum 29. Oktober 2022 

artspace Erdel:

„News from USA and China“ im artspace Erdel am Fischmarkt 3 führt dabei die diesjährige Themenreihe der Galerie „Das große Welttheater“ und „Here we are“ mit Bildern zum Stand von Politik und Gesellschaft fort und stellt Arbeiten aus den Gegenpolen unserer Welt - USA und China – zusammen und gegenüber.. Die Galerie führt dabei die diesjährige Themenreihe der Galerie „Das große Welttheater“ und „Here we are“ mit Bildern zum Stand von Politik und Gesellschaft fort und stellt Arbeiten aus den Gegenpolen unserer Welt - USA und China – zusammen und gegenüber.


Schaulager:

Zhao Bin„Galerie Erdel and friends“ im Schaulager am Schallern 4 zeigt neben Arbeiten vom äußersten Rand Europas Stücke aus oft zwanzigjähriger Zusammenarbeit mit den Künstlern der Galerie und lässt erkennen, wie seismographisch sensibel Künstler auf ihre Umgebung und die Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft reagieren. Dabei steht jedoch die Freude an der bildnerischen Leidenschaft – die Bilderlust im Vordergrund: Ein Augenschmaus

Öffnungszeiten der Galerie sind Donnerstag und Freitag von 11-17 Uhr und Samstag von 11-15 sowie gerne nach Vereinbarung.


artspace Erdel: Am Fischmarkt 3 

Schaulager Erdel: Am Schallern 4

Tel.: 0941.70 21 94; Mobil: Wolf Erdel: 0170.31 80 748

E-Mail: wolf@erdel.de

www.erdel.de