Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 4. April 2021

Ein Brunnen mit Wein und Goldmünzen ins Volk - Krönungsfeierlichkeiten im alten Regensburg

Detail aus: "Krönungsfeierlichkeiten Ferdinand IV 1653 in Regensburg": der Kampf um den fließenden Wein am Weinbrunnen


Na, das nenne ich doch mal eine Feier: ein Brunnen wird errichtet, wo Rotwein und Weißwein fließt, ein Ochse wird gebraten, der kostenlos verteilt wird, und jemand reitet durch die Menge und wirft Gold- und Silbermünzen unter die Leute.

So etwa lief das ab, wenn früher ein Kaiser oder König gekrönt wurde. Was oft auch in Regensburg geschah, so zum Beispiel 1653 bei der Krönung von Ferdinand IV.

Das kann man schön sehen in einem Flugblatt aus dem Jahre 1653, von mir vor kurzem entdeckt auf bavarikon.de. Es zeigt die Krönungsfeierlichkeiten von Ferdinand im Jahre 1653 in Regensburg, und ist beim ersten Hinsehen erst mal unscheinbar.

Samstag, 3. April 2021

Online-Archiv "Regensburg historisch" auf neuesten Stand gebracht


Die letzten zehn Wochen habe ich mein Online-Archiv "Regensburg historisch" auf einen neueren Stand gebracht. 

Das ging Hand in Hand mit dem Aufräumen meiner Festplatte. 4102 Bilddateien haben sich in meinem Ordner "regensburg-historisch-eingang" im Lauf der letzten Jahre angesammelt,  und sie mussten sortiert, zugeordnet, umbenannt und in die endgültigen Ordner für Fotos, Graphiken und Landkarten verschoben werden. Dass es so viele sind, lag daran, dass ich oft von einer zoombaren Grafik Screenshots der Ausschnitte anfertigte (Beispiel hier). In Wirklichkeit waren es nur knapp über 1000 Werke - Graphiken, Fotos, Ansichtskarten oder Landkartenausschnitte.

Soweit ich die Bilder datieren konnte und sie urheberrechtsfrei sind, habe ich sie zusätzlich auf "regensburg-historisch.blogspot.de" hochgeladen und um Notizen und Fundstellen ergänzt. 

Diesen Blog hatte ich 2011 angelegt. Es war als Hilfestellung für mich gedacht, damit ich  mich bei meinen Recherchen über die Geschichte von Regensburg besser zurecht finde. Von Anfang an aber habe ich die meisten Beiträge online sichtbar gestellt, damit andere auch etwas davon haben. 

Allerdings hat das einen Haken, das muss ich zugeben: die Notizen über die gefundenen Graphiken sind laienhaft, es sind meine persönlichen Erkenntnisse und wenn ein Fachkundiger drüber geht, wird er an manchen Stellen die Hände über den Kopf schlagen. So ging es mir ja auch selbst in den letzten Tagen, wenn ich alte Einträge aufbesserte.

Insofern hat das Archiv keinen wissenschaftlichen Wert. Trotzdem glaube ich, dass es für Dritte hilfreich ist, darum lasse ich den Blog weiterhin öffentlich lesbar laufen. 

Bei meinen Freunden auf "Regensburger damals" und bei einem bestimmten Bekannten (der jetzt genau weiß, dass ich ihn meine) möchte ich mich herzlich für alle Fehler entschuldigen. Es ist noch viel zu tun, aber ich muss zwischendurch wieder andere Prioritäten setzen.

Donnerstag, 1. April 2021

Von Schuhgeschäften und Corona-Ostern in Regensburg

Laut der Webseite der Stadtverwaltung (regensburg.de) liegt die Inzidenz in Regensburg aktuell (1.4.2021)  bei 160,7.  Also über 100. 

Die über Ostern gültigen Regeln fasst die Stadt auf dieser Unterseite zusammen: https://www.regensburg.de/aktuelles/coronavirus/corona-regelungen

Dazu gehört: 

  • Da der Wert über 100 liegt,  darf man maximal eine weitere Person treffen, die nicht dem eigenen Haushalt angehört. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben. Sofern Besuch aus einem anderen Landkreis empfangen wird, gelten die Regelungen des aktuellen Aufenthaltsorts.
  • Nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr.

Testzentrum am Dultplatz Öffnungszeiten:

  • Karfreitag, 2. April 2021: 8 bis 12 Uhr (nachmittags geschlossen)
  • Karsamstag, 3. April 2021: 8 bis 12 Uhr (nachmittags geschlossen)
  • Ostermontag, 5. April 2021: geschlossen


Schuhgeschäfte:

Und gerade vorhin - während der letzten Unterrichtsstunde vor den Ferien - platzt eine Umschülerin mit der Nachricht heraus, dass die Schuhgeschäfte wieder öffnen dürfen. Ein Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs hätte dafür gesorgt.



Das hielt ich zuerst für einen Aprilscherz, genauso wie die Pressemitteilung auf der Webseite des VGH. 

Regensburg damals - das Osterberghaus in Steinweg


Das Osterberghaus war eine Gaststätte in Steinweg, auf dem Weg rauf zur Dreifaltigkeitskirche. Es gehörte in den 50er Jahren einer Pfarrei und stand unter der Leitung eines Pfarrers. Mittlerweile sind es Veranstaltungsräume der "Freien Christengemeinde Regensburg".

Meine hier schön öfter mal erwähnte "Tante B" erzählte mir, dass sie dort als Bedienung arbeitete. Das müsste dann Anfang der 50er Jahre gewesen sein.

Gastwirt war ein Herr Schönsteiner, er hatte laut meiner Tante eine rundliche Frau (die als Wirtin mitarbeitete) und zwei  Söhne. Alle seien sehr freundlich gewesen - es war eine sehr schöne Zeit und ein angenehmes Arbeitsklima. 

Am Sonntag bekamen die Kinder kostenlos beliebig viele Knödel mit Soße.

Nachtrag (April 2024):

Nachdem Martin Kempter auf diesen Artikel stieß, benutzte er seine Datensammlung für eine kleine Recherche.

Im Buch von "75 Jahre Kolping Steinweg 1926-2001" (herausgegeben von der Kolpingsfamilie) heißt es auf Seite 30: "1955 kauft die Pfarrei den „Häringkeller" und baut ihn 1956/57 zum Pfarrheim „Osterberghaus" um." 

Auf Seite 31 sieht man die Anzeige der Stadtpfarrei Hl. Dreifaltigkeit zur Einweihung :


Einweihung
des
Pfarr- und Jugendheims Steinweg
OSTERBERGHAUS
Regensburg - Steinweg Kieselgasse 8
am Sonntag den 17. Juli 1957


Im Adressbuch 1963 findet man auch den Eintrag zur Gaststätte Osterberghaus, beim vorherigen Stand 01.05.1957 stehen unter der Adresse nur die Bewohner drin.




Übrigens: das Vorgängerlokal, also der Häringkeller, existierte wohl schon lange. Ich fand eine Anzeige aus dem Jahr 1930, wo der Katholische Gesellsenverein Stadtamhof-Steinweg zu einem Familienabend mit Theater einlud (Theaterstück: "Unter der Jakobinermütze", Drama aus der Zeit der französischen Revolution").



(gefunden im Buch "75 Jahre Kolping Steinweg")

Mittwoch, 31. März 2021

Foto vom Rathausplatz aus dem Jahr 1895

Als ich vor ein paar Wochen auf der Geschichtsplattform "bavarikon.de" nachsah, ob in den letzten Jahren Neues zum Suchbegriff Regensburg eingegeben wurde, war ich überrascht. Nicht dass es Neues gab, das war zu erwarten, sondern dass so Einiges aus den Beständen des Historischen Museums auftauchte. Darauf habe ich lange gewartet. Die  von mir langersehnte Digitalisierung der geschichtlich wichtigen Zeichnungen von Bahre war zwar nicht dabei, aber immerhin fangen die Regensburger an, ihre Bestände der Welt zu zeigen.

Aufgefallen ist mir unter anderem dieses Foto aus 1895 vom Alten Rathaus - Reichssaalbau. IFotografie gab es damals schon, und wie man sieht, sah das Rathaus ganz passabel aus - im Vergleich zu den sonst bekannten Fotos aus der Nachkriegszeit.

Das Bild ist etwas komisch betitelt mit "1503 Altes Rathaus", möglicherweise eine Inventarnummer oder ein Versehen. Letztlich wird aber das korrekte Datum bei den Metadaten angegeben, eben 1895. Zur Verfügung gestellt vom Historisches Museum der Stadt Regensburg - Inventarnummer: FO 2

Wie immer auf bavarikon sind die Bilder zoombar. Damit kann man das Foto in höchster Auflösung durchforschen.

Link: https://www.bavarikon.de/object/bav:HMR-IRT-0000000000000002


Ausschnitte (Screenshots von höchster Zoom-Stufe)





"Erweiterte Beschreibung" auf bavarikon: 

Albumin, Fotografieabzug; Ansicht des Reichssaals und Aufgang des Rathauses außen sowie Straße neben Rathaus; Blick links auf das Gebäude mit Reichssaal und Erker; im Erdgeschoss links vom Erker Schild mit Aufschrift "J. Pleyer JuwelierGold und Silberarbeiter.", rechts neben Erker Schild mit Aufschrift "Joh. Deubner´s Schön- Färberei, Druckerei, Dekatir- und chemische Wasch- Anstalt."; an der linken Seite des Eingangs an der Ecke Schild mit Aufschrift "L. Mundigl Uhrmacher"; rechts nur kleiner Abschnitt sichtbar, Gewölbe gleich neben Aufgang; Straße neben Rathaus sichtbar; Bildrückseite: 535.

CC0

Nachtrag: Und hier ein Vergleich mit ein Bild aus 1840, also 55 Jahre früher: