Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Sonntag, 1. Januar 2017

Zur Geschichte Regensburger Galerien Teil 5

Fortsetzung zu Teil 4 der Artikelserie über die Geschichte Regensburger Galerien

panamericanArte-Galerie
Seit 2015





Am Watmarkt 6, im historischen Bräunelturm, gleich gegenüber dem Eingang zum Turmtheater - da eröffnete 2015 die PanAmericanArte-Galerie. Sie ist sozusagen die "Galerie zum Projekt".

Das Projekt



Das Projekt, das war eine zweijährige Reise durch Nord- und Südamerika in den Jahren 2012-2014. Zwei Regensburger haben es realisiert: Michael Schäffer, und Mariana Steiner, selbst Künstlerin und Lehrerin an der Blindenschule. 
Die beiden bereisten  die legendäre „Panamericana“ , die Straße, die von Nordamerika über Mittalamerika bis Südamerika zum Feuerland führt.

Dabei haben sie Künstler besucht, immer verbunden mit der Bitte, ein Stück Leinwand zu gestalten. ohne das Gemälde des vorherigen Künstlers gesehen zu haben. Ergebnis: 115 Meter Roll-Leinwand mit Originalgemälden von 220 Künstlern aus Nord und Südamerika, erstmals ausgerollt im Oktober 2014 am Donauufer.

Es gab spektakuläre Abschlussveranstaltungen in Regensburg, unter anderem die Ausstellung in der Minoritenkirche - eine der schönsten Veranstaltungen, über die ich berichtet habe.




Die Galerie

Ziel des Projekts war aber auch, nach der Reise den Künstlern in Europa Kontakte zu verschaffen und Ausstellungsmöglichkeiten zu geben. Das Versprechen haben die beiden eingelöst:

Nach und nach wurden Künstler für Einzelausstellungen nach Europa geholt. Beispiel: die Ausstellung von Fred Andrade am 30.11.2014 im ehemaligen eon-Gebäude (Parkside).

Andere Ausstellungsorte waren im DEZ, im KÖWE-Center, in Münchner Eurostar, im Cafe Rehorik und im Aurelium Lappersdorf (siehe Liste auf dieser Seite)

Um zusätzliche Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen, hat Michael Schäffer Galerie-Räume angemietet - eben im besagten Bräunelturm.

Die Menge an Ausstellungen, die Michael Schäffer alleine im Jahre 2016 gestemmt hat, ist unglaublich. Vor allem, da er zusätzlich noch Vermarktungsbemühungen und auswärtige Ausstellungen organisiert.

Allein der Transport der hochversicherten Bilder aus Amerika nach Europa ist eine logistische Herausforderung  angesichts der großformatigen und empfindlichen Exponate. Leinwand und Farbe, Rahmen und Papiere müssen Temperaturunteschiede und Feuchtigkeit verkraften.

Auch wenn er (unerklärlicherweise) von dem regionalen Medien noch ein wenig "ignoriert" wird, so wird man über kurz oder lang anerkennen müssen, dass Michael Schäffer Weltklasse-Künstler nach Regensburg gebracht hat und weiter bringen wird. Und auch wenn er als Galerist Auto-Didakt ist - das sind viele Galeristen in Regensburg.


Webseite: http://www.panamericanarte.com/galerie/

Weitere Links:

Zu externen Ausstellungen:


Weitere Fotos













Galerie und Raumstatt

2005 bis 2014?

Diese Galerie heißt wirklich so: "Galerie und Raumstatt". Sie ist Galerie und workshop-Stätte, und wurde von Dr. Franz Bachl und Konrad Schlichtmeier im Jahre 2005 gegründet. 

Konrad Schlichtmeier verstarb leider am 20.06.2012 und hinterließ eine schmerzliche Lücke. Herr Dr. Bachl bemühte sich, die Galerie im bisherigen Sinne fortzuführen. Seit August 2014 kann ich aber keine Aktivitäten mehr feststellen (siehe Webseite)

Die Galerie befindet sich in der Nähe des Ostentors, am "Stärzenbach" hinter dem Gymnasium. Das Ambiente ist genauso kultig wie beim Kunstverein GRAZ -  ehemalige Werkstatträume dienen als Galerie und gleichzeitig als Veranstaltungsraum für die angebotenen Kurse.

Erklärtes Ziel ist es, kunst- und handwerklich interessierten Laien und Profis einen Raum für kreatives Gestalten zu bieten.


Vernissage in der "Galerie und Raumstatt" 2011" Regensburg - der zweite Blick" von Hermann Rudolf Schwab

 
http://www.regensburger-tagebuch.de/2011/11/vernissage-in-der-raumstatt-in.html

Webseite: http://www.galerie.raumstatt.de/
Direktlink zur Galerienseite: Galerie und Raumstatt

Weitere Links:
http://www.regensburger-tagebuch.de/2011/11/vernissage-in-der-raumstatt-in.html
http://www.regensburger-tagebuch.de/2012/06/galerist-und-kunstler-konrad.html



Kunstzelle

2013

Regensburger Kunstzelle


Die Existenzdauer  dieser Produzenten-Galerie, an der ich mitbeteiligt war, ist so kurz, dass ich die Galerie ursprünglich gar nicht erwähnen wollte. Aber jemand meinte, es gehört zur Dokumentation der Geschichte der Galerien. Also nehme ich die Galerie mit auf.

Die Gründerin und Leiterin der Charity-Art-Group Regensburg, Rita Dendorfer, selbst Künstlerin, initiierte diese Galerie Anfang 2013, nachdem sie einen freien Raum in der Obermünsterstraße entdeckt hatte. Mit ins Boot holte sie die Kalligraphistin Beate Stich und mich (Schwerpunkt Fotografie), später kam noch Ulrike Buck hinzu. Die Räume entdeckten wir im Januar 2013, die Eröffnung war im März 2013.

Es war eine Produzentengalerie, in der wir unsere eigenen Werke ausstellten. Der Raum erwies sich als zu eng, um ernsthafte Drittausstellungen zu ermöglichen, was eigentlich geplant war.

Was Rita Dendorfer und ihr Mann (Mitarbeiter bei der Städtischen Galerie und daher erfahren im Bereich Hängung und Präsentation) aus dem kleinen Raum machte, war schon sehenswert und wurde oft gelobt. Auch die Veranstaltungen waren gelungen.





Wegen der Enge des Raums - und dem Bezug zum historischen Mittelmünsterviertel, wo Theologen hausten - nannten wir es Kunstzelle, ein mehrdeutiger Begriff.

Schädlich für die Galerie waren die fehlenden Parkplätze und der Baulärm gegenüber (das Petersweg-Parkhaus wurde damals neu gebaut), ferner der unappetitliche und hier nicht näher erörterte Vandalimus der nächtlichen Diskothekenbesucher in der Obermünsterstraße. Die Räume haben nicht umsonst auch nach uns mehrfach den Mieter gewechselt (2013 bis heute).


Aufgrund dieser Umstände beschloss die Gruppe im Herbst 2013  einen Umzug. Zwei von vier Gesellschaftern zogen in die Thundorferstraße und übernahmen zusammen mit weiteren Künstlern die Galerie "Kunst-Direkt", deren bisheriger Betreiber wegen der beruflichen Neuorientierung die Galerie nicht mehr selbst betreiben konnte (http://www.regensburger-tagebuch.de/2013/11/bilder-von-der-vernissage-kunst-direkt.html).

Auch diese Galerie wurde von Rita Dendorfer wunderschön neu gestaltet. Ich selbst klinkte mich aus, und zwar aus dem einzigen Grund, weil ich bei den erhöhten Anwesenheitszeiten nicht mithalten hätte können. Knappe Öffnungszeiten wie in der Obermünsterstraße waren hier nicht möglich.

Auch Frau Buck schied aus der Gruppe aus. Neue, interessante Künstler kamen hinzu.

Auch wenn ein Teil der Kunstzelle nach dem Umzug weiter lebte, so muss man doch sagen, dass die Existenz der "Kunstzelle" hier aufhörte. Denn die Galerie in der Thundorfer Straße lief nach außen hin unter dem alten Namen weiter, ferner war es nicht mehr die alte Gruppe.

Die neue Künstlergemeinschaft sollte sich übrigens auch weiterhin ändern. Da offizieller Betreiber Herr Zacharek-Lorenz ist und die Künstler nicht genannt werden (die Webseite ist in diesem Punkt auf hoffnungslos veraltetem Stand) kann ich dazu nichts Näheres sagen. Ich weiß nur, dass mittlerweile auch Frau Dendorfer aus der Gruppe ausgeschieden ist und ihre eigene Produzentengalerie an ihrem Wohnort führt.



Lokal-Galerien







Neben diesen klassischen Galerien gibt es für Künstler noch die Möglichkeit, ihre Bilder in Banken, Seniorenresidenzen oder Krankenhäusern auszustellen. Oder in Lokalen und Cafes.

So gibt es das Kunst und Kaffee von Hans-Martin Sebast in der Obermünsterstraße, oder die "Galerie im Leeren Beutel". Gelegentlich werden sie auch am Galerienabend oder im Galerienführer gelistet. Klassische Galerien, wie man sie sich vorstellt, sind das natürlich nicht, und eine Abgrenzung zum normalen Lokal, das zusätzlich Ausstellungen und evtl. auch Vernissagen ermöglicht, ist kaum möglich. Darum gehe ich auf diese Orte  nicht näher ein, jedenfalls nicht im Rahmen dieser Artikelserie.


Der Galerienabend

Am 21.101996 gab es erstmals den Galerienabend. Ab 18.00 Uhr zögerlich besucht, bis 1. Uhr nachts waren dann 3000 Leute unterwegs, schreibt Konrad Färber im Nachtrag zu seinem Interview, und fasst damit die Erfahrungen aus den zwei bis dahin erlebten Galerienabenden zusammen: 21.10.96 und 27.9.97.

Der Name wurde dann in "Die lange Nacht der Regensburger Galerien" abgeändert. Ein Name, der zu lange ist, wenn meine Artikel lesbar sein sollen. Also spreche ich der Einfachheit halber vom "Galerienabend". Die Veranstalter mögen mir das verzeihen.

Mittelbayerische Zeitung allgemein zum Galerienabend September 2013 (über Webseite von Brigitte Berndt)

Ich persönlich finde, der Galerienabend ist eine hervorragende Idee. Ich kenne viele potentiell kunstinteressierte Regensburger, die Hemmungen haben, eine Galerie zu betreten - und daher keine Galerie von innen kennen. Der Galerienabend nimmt diese Hemmung, und weckt bei dem einen oder anderen das Interesse an Kunst. Das mag bezüglich dieser Besucher zunächst keine unmittelbare Umsatzsteigerungen bewirken, aber langfristig ist es eine positive Branchenwerbung. Abgesehen davon erinnert es auch "fortgeschrittene" Interessenten in die Galerien.

Ich habe jedenfalls alle miterlebten Galerienabende in Regensburg sehr genossen.


Goldschmiedekunst, Filzkunst und mehr

In den Regensburger Galerienführern werden auch Schmuckgalerien aufgeführt, wie z.B. die von Frau Brigitte Berndt (Untere Bachgasse); auch der Kunsthof Weichmann (Gesandtenstraße) wäre einen journalistischen Beitrag wert. Schließlich gibt es noch die Galerie "Filzart" von Karin Miethaner in der Obermünsterstraße; und in alten Führern wird die Vorgänger-Galerie an dieser Adresse erwähnt, nämlich der "Rote Faden" von Caro Lanzendörfer. Diese Galerien behandle ich an anderer Stelle oder bei anderer Gelegenheit.

Vereine und Museen

Schließlich tauchen in Galerienführern oder auf Flyern zum Galerienabend noch die Museen und Vereine auf, auf die ich im Rahmen der Artikelserie ebenfalls nicht weiter eingehen möchte: