Regensburger Tagebuch

Notizen von der nördlichsten Stadt Italiens

Samstag, 13. Juli 2019

Besuch in Linz: Gudrun Geiblinger und das Brucknerfest


Gudrun Geiblinger und ihre Bilder - Ausstellung im Brucknerhaus 2013

Regensburg/Linz 16.9.2013

Gestern wurden das Brucknerfest 2013 in Linz eröffnet. Das Fest begann mit der Bilder-Ausstellung Künstlerin Gudrun Geiblinger im Brucknerhaus. Ich hatte Glück, traf sie persönlich während der Vorbereitung und sie war sofort bereit für ein  ein paar Fotos.



Die Bilder sind übrigens nicht das Einzige, was von ihr zu sehen war. Da sind auch noch die lebensgroßen Figuren zwischen Brucknerhaus und Tabakfabrik, verbunden mit bedruckten roten Bändern - das Siegerprojekt der diesjährig ausgeschriebenen Kunstwettbewerbs für das Brucknerfest. Und diese stammen eben auch von Gudrun Geiblinger. Sie hatte, nach Ansicht der Jury, das Motto am besten umgesetzt:

"reinhören - ´reinschauen - ´reinfühlen - KUNSTBRUCK'N für das Brucknerfest 2013"



Kunstbruck'n

Die Kunstuniversität Linz hatte  die künstlerische Gestaltung einer Kunstbrücke für das Brucknerfest 2013  eine Kunstinstallation im öffentlichen Raum zwischen den beiden Linzer Kultureinrichtungen Brucknerhaus und Tabakfabrik ausgeschrieben - als innovativer Spielort während des Festivals.

Das Projekt heißt KUNSTBRUCK'N und wurde schon am Vortag öffentlich präsentiert. Der Name ist ein Wortspiel, aus dem Namen Anton Bruckner abgeleitet: Die letzten beiden Buchstaben gestrichen ergibt die Bruckn. Bruckner - Bruckn - Kunstbruck'n.

Die Figuren sollen den  Slogan des Brucknerfestes 2013 symbolisieren:

Reinhören, Reinschauen und Reinfühlen 

Dies wird visualisiert durch 1:1 Körperabformungen lebender Privatpersonen.

Diese haben sich mit Engagement und Spaß an dem Projekt beteiligt - in den Workshops Menschenmacher wurden die Figuren unter Anleitung der Künstlerin in der Tabakfabrik entwickelt und gebaut. Als roter Faden zieht sich ein netzartiges Gebilde aus roten, bedruckten Bändern zwischen Brucknerhaus und Tabakfabrik.



'Tape Sculpture'

'Tape Sculpture' heißt übrigens diese Technik: Ein Mensch wird mit Klebeband überzogen, mit Zeitungspapier ausgestopft und bekleidet", erklärt die international aktive Künstlerin. Die Künstlerin versucht seit 1988 für viele große Wirtschaftsunternehmen älteste Handwerkskünste mit modernsten Technologien zu Kultdesigns aber auch Massenartikel zu verbinden. Dass sie darin sehr erfolgreich ist, zeigen viele Awards, aber auch große Einzelausstellungen







Das Linzer Brucknerhaus am Sonntag vormittag


Ausstellung der Bilder von Gudrun Geiblinger





Gudrun Geiblinger





 Ich wollte, dass Sie sich zu der Skulptur stellt, wenn es denn schon ihr Abbild sei. Die gut gelaunte  Künstlerin machte sofort mit, und posierte im Original. Darüber der Slogan: Reinschauen, Reinhören, Reinfühlen. Alles in einem Bild, was will man mehr:








Brucknerhaus, 1. Stock, mit Blick zur Donau


Skulptur über dem Eingang des Brucknerhauses







Zur Künstlerin:







Webseite:  http://www.geiblinger.at/

Die 44-Jährige Künstlerin und Designerin Gudrun Geiblinger ist international bekannt. Sie hält einen Magister Artium und gilt als die europäische Designer-Lady schlechthin. Gemessen am Bekanntheitsgrad fanden wir sie außerordentlich freundlich und herzlich, als wir ihr in Linz begegneten.

Seit 1988 arbeitet sie für Konzerne wie (z.B.) Benetton, Head Ski, Tyrolia, Blizzard Ski, F2 Surfboards, Kawasaki, Migros, die ÖBB, die Deutsche Bahn, das österreichische Bundesheer u.v.a.m..

Gudrun Geibliner gründete ihr Unternehmen "GGDesign" 1988. Sie ist für ihre Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Bereichen die „kreative Ader“ schlechthin. Denn sie macht durch originelles Design selbst banale Gegenstände zum Kultobjekt.Zum Beispiel Lokomotiven, Helikopter, futuristische Sportartikel, Maschinen, sogar Grabmale oder die Entwicklung von Firmenlogos für die Industrie.

Gudrun Geiblinger gilt als Querdenkerin, die spielerisch mit  Ideen und neuen Materialien experimentiert, und  die sehr alte Handwerkskünste mit  modernen Technologien verbindet. Sie machte immer wieder mit provokanten Snowboard-Entwürfen und kuriosen Projekten aufmerksam.

Ich persönlich finde: so wie diese Künstlerin sollte Kunst überhaupt sein: vor Ideen sprudelnd, Grenzen sprengend, und trotzdem offen und bescheiden bleibend.

Webseite www.geiblinger.at

Dass sie weit mehr kann als nur Bilder und Skulpturen, zeigt unter anderem ihre beeindruckende Webseite (geiblinger.at).

Neben Malerei und Skulpturen gibt es da die Bereiche Industriedesign, Metalldesign, Werbung, CI, Design für Surfboards und Snowboards.



Design-Lokomotiven

Von Gudrun Geiblinger stammt auch die lustige Bemalung mancher E-Loks stammt, wie z.B. die ARRIVA, oder "Alex-Adler" wie sie genannt wird, die im  Bereich Regensburg fährt und oft in meiner Hausnähe auf den Gleisen "parkt".
Die Künstlerin Gudrun Geiblinger hatte 2010 diese Lok entworfen, und zwar zum Thema "175 Jahre Deutsche Eisenbahn". siehe auch: 175 Jahre Eisenbahn: Alex enthüllt Taurus auf tramgeschichten.de

Bei der ARRIVA war das Vorbild eine stilisierte "Adler"-Lokomotive auf moderner Tauruslok. Nach der Präsentation im Jahre 2010 wurde die 183 001 am Zugschluß dem ALX 87015 Richtung Regensburg mitgegeben.





Das Bruckner-Haus am Abend:


Brucknerhaus, Linz


Notiz: Artikel restauriert am 7.7.2019 mit Hilfe von archive.org: 
https://web.archive.org/web/20160508145809/http://blog.burkes.de/2013/09/gudrun-geiblinger-kunstbruckn-fur-das.html

gehört eigentlich zu 16.9.2013